Bundesländervergleich
Herztod-Risiko in MV sehr hoch

Im Jahr 2016 gab es in MV 264 Herz-Todesfälle je 100.000 Einwohner.
Im Jahr 2016 gab es in MV 264 Herz-Todesfälle je 100.000 Einwohner.
Bernd Wüstneck

Mecklenburg-Vorpommern ist bei Herztoten in Deutschland leider in der Spitzengruppe. Zwischen den Ländern gibt es dabei auffällige Unterschiede.

Das Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben, ist im Bundesländervergleich in Mecklenburg-Vorpommern sehr hoch. Wie aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Deutsche Herzbericht hervorgeht, kamen im Jahr 2016 im Nordosten 264 aus diesem Grund Verstorbene auf 100.000 Einwohner. Höher ist das Risiko demnach nur noch in Bremen mit 270 und Sachsen-Anhalt mit 295 Herz-Todesfällen je 100.000 Einwohner. Dagegen ist das Risiko in Hamburg mit 184 Herztoten am geringsten. In Berlin waren es 187, in Baden-Württemberg 200.

Positiv dagegen: Die Bereitschaft zur Organspende ist in Ostdeutschland deutlich ausgeprägter als in Westdeutschland. Besonders Mecklenburg-Vorpommern sticht durch einen überdurchschnittlich ausgeprägten Spendenwillen hervor.

Im Saarland müssen die meisten Herzinfarkt-Patienten ins Krankenhaus

Bei der Zahl der Herzinfarkt-Patienten, die pro 100.000 Einwohner ins Krankenhaus gebracht werden, lag Hamburg im Jahr 2017 mit 231 auf Platz 2 nach Sachsen (197) und vor Baden-Württemberg (232). Sachsen-Anhalt (272), Bremen (294) und das Saarland (305) lagen auf den letzten Plätzen. Der Deutsche Herzbericht ist die größte Versorgungsanalyse auf dem Gebiet der Kardiologie und Herzchirurgie in Deutschland.

Die auffälligen Unterschiede zwischen den Ländern lassen sich nach Angaben von Experten noch nicht erklären, selbst wenn Alter der Patienten und die längeren Rettungswege auf dem Land herausgerechnet werden.

„Da müssen wir noch viel mehr Parameter in den Blick nehmen, zum Beispiel auch den Bildungsgrad der Bevölkerung, die Gesundheitsinformationen in ländlichen Regionen, dazu Faktoren wie Übergewicht, Raucherquoten und die Anzahl von Vorerkrankungen wie Diabetes”, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Dietrich Andresen.