SOMMERFERIEN

Hier verbringen die MV-Minister ihren Urlaub

Die Tourismuswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns profitiert in diesem Sommer weniger von der Reiselust der Landesminister. Viele Kabinettsmitglieder zieht es nicht in die Seenplatte auf Rügen oder Usedom sondern in die Ferne.
dpa
Urlaub auf Usedom? Viele Minister aus Mecklenburg-Vorpommern zieht es in diesem Jahr in die Ferne (Symbolbild).
Urlaub auf Usedom? Viele Minister aus Mecklenburg-Vorpommern zieht es in diesem Jahr in die Ferne (Symbolbild). Stefan Sauer
Schwerin.

Der Glaube an eine Wiederholung des Supersommers 2018 in Mecklenburg-Vorpommern war in der Landesregierung offenbar nur schwach ausgeprägt. Eine ganze Reihe von Ministern sucht in diesem Jahr Erholung fern von Ostsee-Strand und Seenplatte, wie eine Umfrage ergab. Im Vorjahr noch hatte etwa die Hälfte der Kabinettsmitglieder in heimischen Regionen entspannt und Kraft für die weitere Regierungsarbeit getankt.

Selbst Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) tauschte ihren Stammplatz in der Heimat mit einem Hotel am Mittelmeer. Nach vielen Jahren Urlaub auf Hiddensee und einem Osterurlaub auf Usedom habe sie sich mit der Familie dieses Mal für Südfrankreich entschieden. „Nach sehr arbeitsintensiven Monaten freue ich mich vor allem auf Zeit mit der Familie, gemütliches Frühstücken, Baden und Spielen”, sagte Schwesig vor der Abreise. Der Großbrand auf dem Truppenübungsplatz bei Lübtheen zwang sie allerdings zu einer zweitägigen Unterbrechung der Urlaubsreise.

Caffier bleibt in MV

Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der zur Zeit die Amtsgeschäfte der Regierungschefin führt und nach ihrer Rückkehr in Urlaub geht, hatte das Brandgeschehen ebenfalls in Bewegung gehalten. „Im Gegensatz zu vielen Helfern bei der Brandkatastrophe kam ich sicher nicht im wörtlichen Sinn ins Schwitzen, aber als Besprechungsmarathon konnte man das schon bezeichnen”, resümierte Caffier nach dem letztlich glücklichen Ende des Waldbrandes bei Lübtheen.

Seinen Urlaub will er im Land verbringen: entspannen, lesen, Sport treiben. „Warum in die Ferne schweifen, ist das Top-Tourismusland doch so nah”, laute sein Motto.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) kann ihren Reisedurst mit der dreiwöchigen Sommertour durch den Nordosten noch nicht stillen. Ende Juli will sie mit ihren Kindern nach Island. „Das ist ein großer Traum von uns und ein Muss als große Inselfans”, erklärte Drese. Den Rest des Urlaubs verbringe sie dann im Land. „Strand, Garten, Grillen, Freunde: einfach eine gemeinsame Familienzeit ist angesagt.”

Bildungsministerin reist nach Mexiko

Den weitesten Weg in ihr Urlaubsdomizil hat Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). „Ich wollte immer schon die Bauten der alten Maya sehen und die wunderschöne Natur in Mexiko erleben. Diesen Traum erfülle ich mir nun gemeinsam mit meinem Mann und meinem Sohn bei einer Tour mit dem Auto durch Yucatán”, sagte sie. Zwischenstopps gebe es, wenn die Strände zum Entspannen und Kraft schöpfen einladen. Die Energie brauche sie für die viele Arbeit, die sie als neue Ministerin vor sich habe.

Wie Martin war auch Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) erst im Mai ins Amt gekommen. Die Neugierde treibe ihn in diesem Jahr zum Urlaub in den Süden Europas, berichtete Meyer, ließ sich das genaue Ziel aber nicht entlocken. In seiner Funktion als Präsident des Deutschen Tourismusverbandes sei er natürlich auch daran interessiert, wie sich die internationale Konkurrenz am Markt bewege. Doch die meiste Zeit des Urlaubs gehöre „Büchern, Strand und Kultur”.

Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) hält nach eigenen Worten an Traditionen fest und damit auch am Urlaub in Südengland. „Ich mag diese Gegend, in der viele bekannte Kriminalromane spielen. Die Wanderungen dort haben Mystisches und Erholsames zugleich”, erzählt die Ministerin. Zudem genieße sie die großartigen Gärten dort und die stets überraschenden Begegnungen mit Menschen.

Glawe fährt zum Bodensee

Entgegen seinem Naturell verlässt auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) die heimische Scholle, will auf den Kontakt zum Wasser aber nicht gänzlich verzichten. Ziel ist der Bodensee, eine für Glawe „reizvolle Region” mit Wasser, Bergen, Wäldern und tollem Panorama. Er will Fahrrad fahren, Wandern und auch St. Gallen in der Schweiz besuchen. Wichtig sei für ihn, Zeit in Familie zu verbringen. „Dann gibt es genügend Energie für alle anstehenden Aufgaben”, befindet der Wirtschaftsminister.

Energieminister Christian Pegel (SPD) tankte vor ebenfalls imposanter Bergkulisse bereits eine Woche lang neue Kraft. Sein Ziel war zunächst die frühere kasachische Hauptstadt Almaty. „Ich hatte vor zwei Jahren für drei Tage dienstlich die Chance, Kasachstan kennenzulernen und wollte das mit etwas mehr Ruhe und der Möglichkeit, auch einmal genauer hinsehen zu können, jetzt mit der Familie und unseren Freunden genießen”, berichtete Pegel. Danach gehe es im gemieteten Wohnwagen noch zum Badeurlaub an die Ostsee.

Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat noch keine konkreten Urlaubspläne für den Sommer, wie er sagt. Nach dem Stress der vergangenen Wochen mit Wassermangel und Waldbränden lasse er die freien Tage auf sich zukommen. „Meine Frau und ich überlegen, die Kinder einzupacken, loszufahren und einfach dort anzuhalten, wo es uns gefällt”, sagte Backhaus.

zur Homepage