HOLM GEGEN AUGUSTIN

Hitler-Bilder und Nacktfotos: Rügen-AfD versinkt im Chaos

Der Richtungsstreit in der AfD in MV ist zur Schlammschlacht geworden. Nun wurden Chatprotokolle aus dem Kreisverband Vorpommern-Rügen öffentlich, in denen es vor abstoßendem Material nur so wimmelt.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
In der AfD in Mecklenburg-Vorpommern findet derzeit ein Stellvertreterstreit zwischen den beiden Landeschefs Leif-Erik Holm und Dennis Augustin statt.
In der AfD in Mecklenburg-Vorpommern findet derzeit ein Stellvertreterstreit zwischen den beiden Landeschefs Leif-Erik Holm und Dennis Augustin statt. Jens Büttner
Stralsund.

In einer Chatgruppe des AfD-Kreisverbandes Vorpommern-Rügen sind zahlreiche rassistische und menschenverachtende Bilder und Kommentare veröffentlicht worden. Darüber berichtete zuerst die Ostsee-Zeitung, die Bilder und Protokolle liegen auch dem Nordkurier vor. In den Chats fiel besonders der Stralsunder Malermeister Frank Fanter mit geschmacklosen Äußerungen auf. So kommentierte Fanter ein Video mit den Worten „Dieses Dreckspack gleich standrechtlich erschießen”. In einem von Fanter weitergeleiteten Bild heißt es: „Es gibt zwei Dinge, die immer weiß sein sollen. Weihnachten und Europa”.

Zudem veröffentlichte Fanter einen Comic mit Bildern von Adolf Hitler, in dem die Ermordung einer dunkelhäutigen Person durch eine Art russisches Roulette scheinbar belustigend thematisiert wird. Zeitgleich mit den Chatprotokollen tauchte ein Nacktfoto der Stralsunder AfD-Stadtvertreterin Birkhild Schönleiter auf, auf dem sie lediglich Stiefel, Slip, Halskette und Handschuhe trägt. Das Bild, das dem Nordkurier ebenfalls vorliegt, wurde mit dem Hinweis, dass Schönleiter bis vor drei Jahren als Escort-Dame tätig gewesen sei, an mehrere Journalisten in Mecklenburg-Vorpommern geschickt.

Soll Leif-Erik Holm diskreditiert werden?

Um zu verstehen, warum die Protokolle und Bilder gerade jetzt auftauchen, muss man den politischen Kampf im AfD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern verstehen, der am intensivsten im Kreisverband Vorpommern-Rügen geführt wird. Die AfD in MV ist seit mehreren Jahren gespalten zwischen einem moderaten und einem rechtsnationalen Flügel. Die beiden Landesvorsitzenden Leif-Erik Holm und Dennis Augustin sind die Gesichter der jeweiligen Lager. In den meisten Kreisverbänden des Landes sind die „Holm-Lager” deutlich größer, in Vorpommern-Rügen jedoch stellt sich ein fast ausgeglichenes Kräfteverhältnis dar.

Derzeit versuchen sich im Kreistag von Vorpommern-Rügen jene vier Abgeordnete, die Dennis Augustin nahestehen, von der AfD abzuspalten. Sie haben bereits eine eigene Fraktion gegründet, berichtete der NDR am Donnerstag. Will die neue Fraktion aber unter dem Namen „AfD” firmieren, so muss der Bundesvorstand der Partei dieser Abspaltung zustimmen – nach Nordkurier-Informationen ist dies aber nahezu ausgeschlossen.

Die Personen, die von den nun lancierten Informationen betroffen sind, gelten allesamt als Unterstützer von Landeschef Leif-Erik Holm. Das Ziel ist wohl, wichtige Personen im Holm-Lager in Vorpommern-Rügen zu diskreditieren und das Augustin-Lager, zu dem in Vorpommern-Rügen vor allem Kreischef Rene Kruschewski und der ehemalige Bergener Polizist Thomas Naulin zählen, im Zuge der Kreistagsfraktionsbildung und anderer richtungsweisender Entscheidungen zu stärken.

Dem gebürtigen Hamburger Dennis Augustin wird eine Nähe zum rechtsextremistischen Spektrum nachgesagt. Das Bundesamt für Verfassungsschutz veröffentlichte im Januar ein Gutachten bezüglich der verfassungsfeindlichen Bestrebungen in der AfD. Dennis Augustin, der in der Vergangenheit Muslime als „Halbaffen” bezeichnete und den Islam in Deutschland verbieten will, spielte dabei eine erhebliche Rolle. 

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Kommentare (1)

leider haben Sie heute ja keine Zeit zu kommentieren. Sie sitzen bestimmt Zuhause und warten auf die Polizei. Diese führt ja heute Hausdurchsuchungen bei rechten Hass Kommentatoren durch. @hihrke, elionore und ote-irgendwas
Jetzt passiert endlich das, was man schon länger bei der AFD beobachten kann. Die Grabenkämpfe zwischen rechts und ganz rechts. Dabei fällt zunehmend die Maskerade der anständigen Saubermännern, die angeblich auf dem Boden des Gesetzes stehen. Klassische Phrasen fallen, wie: "standrechtlich erschießen". Dieses Vokabular kennt man von Nazis. Aber hier wird wahrscheinlich wieder laut und empört gerufen: " Das wird man ja wohl noch sagen dürfen". Und auf eine Vorherrschaft des "weißen Mannes" hinarbeiten, ist auch nicht neu. Das ist so erbärmlich. Gestartet als absolute neoliberale Euro-Kritiker Partei, die Nichts, aber auch gar Nichts für "Ottonormalverbraucher" getan hätte (nachzulesen im Parteiprogramm), nach kurzem Höhenflug auf unter 5% gesunken, hat sich diese Partei in ein Sammelbecken von rechten Parolenbrüllern, frustrierten Kleinbürgern, rechten Straftätern und echten Faschisten gewandelt. Durch die vielen Geflüchteten aus allen möglichen Ländern 2015 und das damit verbundene, geschickte Schüren von Ängsten, kam es zu dem derzeitigen Erstarken.
Aber durch die Führungsinkompetenz, von der Basis bis zur Spitze (Georg Reil als leuchtendes Beispiel), wird sich dieses Phänomen hoffentlich schneller als schnell umkehren.
Oder erinnern wir uns an einen Holger Arppe, der mit ähnlich kruden Sprüchen/Texten glänzte. Da er nicht mehr tragbar war, wurde er dann natürlich schnell gekickt. Aber mir kann keiner erzählen, daß dies überraschend kam.
Die Liste der "Einzelfälle" ist so lang, dass es ein Gesamtbild ergibt.
Die AFD ist ganz schlicht und einfach, eine rechtsextreme Partei. Die eben KEINE Alternativen anzubieten. Ich denke, daß dies jetzt endlich mehr Menschen erkennen.
Einen schönen Abend...und Küßchen an alle Trolle, die ein wenig Liebe brauchen.