REISE

Hoffnung für Thomas-Cook-Urlauber im Nordosten

Die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook trifft auch die Tourismuswirtschaft in MV. Doch die Auswirkungen halten sich in Grenzen.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Die Auswirkungen der Thomas-Cook-Pleite auf die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern halten sich nach der Hauptsaison in
Die Auswirkungen der Thomas-Cook-Pleite auf die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern halten sich nach der Hauptsaison in Grenzen. Frank Rumpenhorst
Rostock.

Die Insolvenz des deutschen Reiseveranstalters Thomas Cook macht auch um Mecklenburg-Vorpommerns Tourismusbranche keinen Bogen. Die Folgen seien spürbar, aber überschaubar, sagte der Sprecher des Landestourismusverbandes Tobias Woitendorf dem Nordkurier.

Von der Pleite seien fast alle größeren Hotels des Landes betroffen, doch die finanziellen Auswirkungen hielten sich in Grenzen. Man gehe davon aus, dass mehr als 60 Häuser geringfügige Verluste durch die Insolvenz von Thomas Cook und Neckermann Reisen erwarten müssten. In den meisten Fällen würde es sich aber nur um etwas mehr als ein Dutzend Kunden pro Hotel handeln.

„Wir haben Glück, dass bei uns die Hauptreisezeit hinter uns liegt. Insofern ist an uns der Kelch vorübergegangen.“ Ohnehin entfielen hierzulande nur etwas weniger als zehn Prozent aller Buchungen auf vermittelte Pauschalreisen. Die meisten Urlauber buchten ihre Reise direkt online bei ihren Gastgebern.

Niemand wird aus Quartieren geworfen

Auf die Pleite des nach TUI hierzulande zweitgrößten Reiseanbieters würden die allermeisten Gastgeber im Nordosten kulant reagieren. Das Strandresort Warnemünde-Markgrafenheide zum Beispiel habe alle betroffenen Urlauber eingeladen, um eine Lösung zu finden. Dort müssten Gäste, die über Thomas Cook und dessen Tochterfirmen gebucht und gezahlt haben, nicht ein zweites Mal für ihren Urlaub zahlen, sagte Woitendorf.

Ähnliche Verfahrensweise dürfte es zum Beispiel im Warnemünder Neptun-Hotel und in den Usedomer Häusern der Seetel-Gruppe geben. Konkrete Anfragen des Nordkuriers ließen die Betreiber allerdings unbeantwortet.

Die meisten Häuser wollten für die von der Pleite betroffenen Gäste ein Zeichen setzen, sagte Woitendorf. Hierzulande werde niemand, der ordnungsgemäß gebucht und im Voraus gezahlt habe, aus den Quartieren herausgeworfen. „Das ist für uns auch eine Imagefrage.“

Profite von Thomas-Cook-Pleite?

Die angestrebten Lösungen seien von Haus zu Haus unterschiedlich. Sie reichten von Vergleichen, Sonderangeboten für die Nachsaison bis zu Rabatten bei zusätzlichen Zweitbuchungen im kommenden Jahr.

Dass das Gastgewerbe letztendlich sogar von der Thomas-Cook-Pleite profitieren könnte, damit rechnet hierzulande allerdings niemand. Die Zahl derjenigen Urlauber, die in den nächsten Wochen auf ihren Auslandsurlaub verzichten müssten und deshalb kurzfristig an die Ostsee wechselten, werde sich in Grenzen halten, sagte der Sprecher des Tourismusverbandes. „Wir wollen letztendlich auch gar nicht vom Misserfolg anderer profitieren.“

 

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