URTEIL GEFALLEN

Hohe Strafen für Mörder von Maria K. auf Usedom

Ein 19- und ein 21-Jähriger haben in Zinnowitz auf der Insel Usedom die schwangere Maria K. (18) erstochen – laut Staatsanwaltschaft aus Mordlust. Jetzt ist das Urteil gefallen.
Nordkurier Nordkurier
dpa
Der 19-jähriger Angeklagte (l) zeigte bei einem der Verhandlungstage im Landgericht den Mittelfinger.
Der 19-jähriger Angeklagte (l) zeigte bei einem der Verhandlungstage im Landgericht den Mittelfinger. Stefan Sauer
Maria K. lebte in Zinnowitz auf der Insel Usedom.
Maria K. lebte in Zinnowitz auf der Insel Usedom. Polizei Neubrandenburg
Die Anteilnahme an dem Tot der 18-Jährigen war über die Landesgrenzen hinaus groß.
Die Anteilnahme an dem Tot der 18-Jährigen war über die Landesgrenzen hinaus groß. Stefan Sauer
Der 19- und ein 21-Jähriger (3.v.l.) mussten sich vor Gericht für den Mord verantworten.
Der 19- und ein 21-Jähriger (3.v.l.) mussten sich vor Gericht für den Mord verantworten. Stefan Sauer
Nicolas K. (rechts, 19) und Nico G. (21).
Nicolas K. (rechts, 19) und Nico G. (21). ZVG
Zinnowitz.

Im Prozess um die Ermordung der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz auf Usedom ist am Freitag das Urteil gefallen. Angeklagt vor dem Stralsunder Landgericht waren ein 19- und ein 21-Jähriger. Die beiden Deutschen sollen die junge Frau heimtückisch und aus Mordlust heraus getötet haben. 

Der Tod des Ungeborenen floss in das am Freitag verkündete Strafmaß für die Täter ein: Das Gericht verhängte gegen den 19-jährigen Haupttäter eine Jugendstrafe von 12 Jahren und Unterbringung im Maßregelvollzug einer Psychiartrie. Dieses Strafmaß bedeutet nach Angaben des Gerichts automatisch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. 

Der 21-jährige Mittäter wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Auch bei ihm stellte das Gericht am Freitag die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung ist damit so gut wie ausgeschlossen.

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Beide wollten einen Menschen sterben sehen

Laut Anklage wollten sie einen Menschen sterben sehen und haben sich dafür die im dritten Monat Schwangere ausgesucht. Die beiden Täter und Maria gehörten in eine Freundesclique. Die Ex-Freundin des 19 Jahre alten Haupttäters war die beste Freundin Marias. Der Jüngere soll Maria mit zahlreichen Messerstichen getötet haben, dies hatte er auch zugegeben. Er bezichtigte den Mittäter jedoch, die Beine Marias festgehalten zu haben, was dieser bestritt.

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Der Staatsanwalt hatte für den Älteren eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes gefordert. Der Jüngere war von einem Gutachter als extrem gefährlich und frei von jeglicher Empathie eingeschätzt worden. Er musste schon der Urteilsverkündung damit rechnen, in den Maßregelvollzug einer psychiatrischen Klinik zu kommen. Laut Antrag des Staatsanwalts sollten bei beiden auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden, was die vorzeitige Haftentlassung nahezu unmöglich macht.

Marias Mutter nahm am gesamten Prozess teil

Die Brutalität des Verbrechens hatte viele Menschen in der Region erschüttert, der Hass auf die Täter war auch im stets gut gefüllten Gerichtssaal vielfach zu spüren. Um Übergriffe auf sie zu verhindern, war der Prozess von meist mehr als zehn Polizisten und Justizbeamten gesichert.

Entsprechend waren die Verhandlungen von vielen Emotionen begleitet. Im Mittelpunkt stand dabei die Mutter Marias, die den ganzen Prozess als Nebenklägerin begleitet hat. Immer wieder brach sie wie auch viele Besucher in Tränen aus.

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Todes-Tattoo für Maria

Eines der besonderen Merkmale des 19-jährigen Täters sind laut Gutachter dessen Tätowierungen. So hat er sich den Namen seiner Tochter über das rechte Auge tätowieren lassen. Noch auffälliger sei jedoch das Kreuz auf der linken Wange. Dies habe er für seine beste Freundin getan, habe er in einem der Gespräche gesagt, berichtete der Gutachter. Auf Nachfrage, wer das sei, habe er geantwortet: „Maria”.

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Danach brach es aus der Mutter heraus. Sie schrie den beiden Angeklagten zu: „Ich vergebe euch nie. Ich werde euch immer hassen.” Sie hoffe, dass die beiden für immer in Haft sein werden. „Keiner gibt mir meine Tochter und mein Enkelkind zurück.” Zuvor hatte sich der ältere Angeklagte bei ihr entschuldigt und um Verzeihung gebeten.

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