AfD-Fraktionsvize
Holger Arppe tritt aus Partei und Fraktion aus

Holger Arppe, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD im Schweriner Landtag, hat seinen Austritt aus Fraktion und Partei bekannt gegeben.
Holger Arppe, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD im Schweriner Landtag, hat seinen Austritt aus Fraktion und Partei bekannt gegeben.
Daniel Bockwoldt

Paukenschlag in Schwerin: Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Schweriner Landtag hat seinen Austritt aus Fraktion und Partei bekannt gegeben. Hintergrund sind offenbar Enthüllungen zweier Medien.

Holger Arppe, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD im Schweriner Landtag, verlässt seine Fraktion und seine Partei. Arppe verkündete seine Entscheidung am Donnerstag auf der Internetseite der Wochenzeitung „Junge Freiheit”. Sein Landtagsmandat will er demnach jedoch behalten. Henning Hoffgaard, Pressesprecher der AfD-Fraktion, bestätigte den Vorgang dem Nordkurier.

Arppe kam mit seiner Entscheidung der Veröffentlichung von Recherchen der Tageszeitung taz und des NDR zuvor. Sie erfolgte am Mittag wenige Stunden nach Bekanntwerden von Arppes Rückzug. Den Berichten zufolge hat Arppe in den Jahren 2011 bis 2017 in geschlossenen Chat-Gruppen zahlreiche gewaltverherrlichende und staatsfeindliche Äußerungen getätigt.

„Ich bin wirklich sehr erleichtert, dass Holger Arppe den einzigen richtigen Schritt getan hat und Fraktion und Partei heute Mittag verlassen hat", kommentierte AfD-Fraktionschef Leif-Erik Holm der Rücktritt. "Es hat uns zutiefst schockiert, was wir in diesen Chatprotokollen lesen konnten. Das heißt, sie liegen uns zwar nicht direkt vor, aber das, was wir vorgelegt bekommen haben ist wirklich haarsträubend bis ekelerregend", so Holm weiter.

Arppe weist Vorwürfe von sich

Unter anderem soll Arppe angeblich geschrieben haben: "Wir müssen ganz friedlich und überlegt vorgehen, uns gegebenenfalls anpassen und dem Gegner Honig ums Maul schmieren, aber wenn wir endlich soweit sind, dann stellen wir sie alle an die Wand.“ Auch soll er nach einem Besuch beim Rostocker Rechtsanwalt Jan-Hendrik Hammer, dessen Räumlichkeiten Anfang der Woche wegen Terror-Verdachts durchsucht worden waren, über diesen geschrieben haben: "Er hasst die Linken, hat einen gut gefüllten Waffenschrank in der Garage und lebt unter dem Motto: Wenn die Linken irgendwann völlig verrückt spielen, bin ich vorbereitet."

Arppe wies die Vorwürfe von sich. "Von den mir unterstellten Äußerungen distanziere ich mich ganz klar." Mit seinem Austritt wolle er Schaden von Partei und Fraktion abwenden.

Der gebürtige Rostocker ist gelernter Offsetdrucker und AfD-Sprecher für Gleichstellung, Kirchen und Kultur. Arppe wurde 1973 geboren. Seit 2014 ist er Mitglied der Rostocker Bürgerschaft. Bevor er über den Listenplatz 3 in den Landtag einzog, betrieb er als Selbstständiger eine Galerie in der Rostocker Innenstadt.

Arppe geriet bereits des Öfteren in die Schlagzeilen, etwa als er in erster Instanz wegen Volksverhetzung verurteilt wurde. Hier eine Auswahl einiger Artikel über den Politiker: