AFFÄRE UM NPD-VERGANGENHEIT

Holm fordert Rücktritt Augustins als AfD-Landeschef

Nachdem bekannt wurde, dass der Co-Chef der MV-AfD Dennis Augustin sich einst in einer NPD-Kaderschmiede ausbilden ließ, fordert der Co-Vorsitzende Leif-Erik Holm personelle Konsequenzen.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
Leif-Erik Holm (links) und Dennis Augustin führen seit November 2017 den AfD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern an.
Leif-Erik Holm (links) und Dennis Augustin führen seit November 2017 den AfD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern an. Jens Büttner
Berlin.

Der Co-Vorsitzende der AfD Mecklenburg-Vorpommern Leif-Erik Holm fordert den Rücktritt seines Amtskollegen Dennis Augustin. „Augustin sollte jetzt selbst die Reißleine ziehen, um den bereits entstandenen Schaden für die Partei nicht noch weiter zu vergrößern”, sagte Holm dem Nordkurier am Donnerstag. Würde er das nicht tun, müsste sich der AfD-Landesvorstand in der kommenden Woche mit dem Fall befassen. 

„Es ist sehr enttäuschend, dass unsere Parteimitglieder auf diese Weise von der Vorgeschichte Dennis Augustins erfahren müssen”, so Holm weiter. Es sei ausgesprochen unehrlich, solche wichtigen Details des eigenen Lebens zu verschweigen. Zuvor hatte sich schon AfD-Bundeschef Alexander Gauland für die Einleitung eines Parteiausschlussverfahrens stark gemacht, die größtmögliche parteiinterne Sanktion.

Augustin besuchte Lehrgang in NPD-Ausbildungszentrum

Der Nordkurier hatte am Mittwoch Fotos aus der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme” aus dem Jahr 1989 veröffentlicht, die beweisen, dass Dennis Augustin als 19-Jähriger das Ausbildungszentrum der rechtsextremen NPD in Oberitalien besuchte. Aktive und ehemalige NPD-Funktionäre hatten ausgesagt, dass dorthin nur Mitglieder der NPD oder der Jugendorganisation JN eingeladen würden.

Daher dürften die Fotos als Indiz dafür gelten, dass Augustin entweder Mitglied in der NPD oder in der JN war. Eine Mitgliedschaft in diesen Organisationen ist nach einem AfD-Beschluss verboten, unabhängig davon, wie lange sie her ist oder andauerte. Augustin räumte die Vorwürfe bereits ein, bagatellisierte sie aber.

In der Doppelspitze im MV-Landesverband knirscht es seit Langem

Holm und Augustin führen den AfD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern seit November 2017 gemeinsam an. In den vergangenen Monaten kam es zu einem teils schmutzig geführten Machtkampf zwischen den beiden. Das Augustin-Lager wirft dem Bundestagsabgeordneten Holm vor, sich zu wenig im Land blicken zu lassen. Das Holm-Lager kritisiert die Nähe zum rechtsextremen Spektrum, die Augustin und einige seiner Anhänger pflegen und pflegten. Augustin soll auch einen antiislamischen Geheimbund innerhalb der MV-AfD gegründet haben.

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