Freuen sich über ihre Wahlerfolge in der AfD-Bundestagsfraktion: Leif-Erik Holm (Bildmitte, links) und Enrico Komning (Bi
Freuen sich über ihre Wahlerfolge in der AfD-Bundestagsfraktion: Leif-Erik Holm (Bildmitte, links) und Enrico Komning (Bildmitte, rechtes). Marcus Brandt
Bundestagswahl

Holm will AfD regierungsfähig machen

Großer Erfolg für die AfD-Politiker Leif-Erik Holm und Enrico Komning aus MV im Bundestag: Beide erhielten wichtige Posten in der AfD-Fraktion – und formulierten ehrgeizige Ziele.
Schwerin

Nach einer beinharten internen Auseinandersetzung um Posten und Personalien hat sich die AfD-Bundestagsfraktion neu aufgestellt. Mittendrin und an wichtigen Schalthebeln sitzen dabei erneut die beiden Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm und Enrico Komning aus Mecklenburg-Vorpommern.

Holm wurde von seinen Abgeordnetenkollegen zum zweiten Mal als stellvertretender Fraktionschef gewählt – der 51-jährige gebürtige Schweriner erhielt 61 von 75 Stimmen. „Ich freue mich sehr über das große Vertrauen der Fraktion. Als Verantwortlicher für unsere 200 Mitarbeiter packe ich weiter mit an, die Schlagkraft der Fraktion noch mal zu erhöhen. Wir müssen uns bis zur nächsten Wahl auf eine mögliche Regierungsbeteiligung vorbereiten”, sagte Holm nach der Wahl.

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„Politbasar der Möchtegern-Regierungsparteien”

Jetzt aber sei erst mal eine gut aufgestellte Opposition gefragt. Das zeige sich nach Einschätzung des AfD-Politikers schon am Sondierungszirkus und Postengeschacher der Möchtegern-Regierungsparteien. „Diesem Politbasar werden wir eine klare bürgerlich-konservative Alternative entgegensetzen”, betonte Holm.

Holm freute sich auch über das Votum für seinen Fraktionskollegen Enrico Komning, der wieder zum Parlamentarischen Geschäftsführer gewählt worden ist. „Das ist insgesamt ein schöner Erfolg für die AfD in Mecklenburg-Vorpommern und zeigt, dass sich gute Arbeit auszahlt.”

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„Erst Enttäuschung – jetzt Vorfreude”

Komning selbst machte deutlich, dass die Wahl des gesamten Fraktionsvorstands beweise, dass die AfD trotz ihrer immer noch bestehenden großen Vielfalt auf Kontinuität setz. Das sei gut für unsere weitere parlamentarische Arbeit. Der Vertrauensbeweis sei zusätzlicher Ansporn – Komning hatte 59 von 70 Stimmen für sich verbuchen können.

Der AfD-Politiker aus Neubrandenburg sagte rückblickend auf die vergangenen Tage und Stunden, dass „die anfängliche bei mir doch spürbar große Enttäuschung über die so knapp verpasste Direktwahl in meinem Wahlkreis doch der Vorfreude auf diese neue, zweite AfD-Bundestagsfraktion gewichen ist”. Mit 10,3 Prozent bundesweit habe die AfD ein respektables Ergebnis eingefahren – und das trotz einer mehr als aufwendigen Kampagne der öffentlich-rechtlichen Medien gegen die AfD, stellte Komning klar.

AfD will bürgerlich-konservative Politik machen

Was die künftige politische Arbeit angeht, betonte der 53-Jährige: „Als AfD stehen wir gerade angesichts der sich abzeichnenden deutlich links der Mitte stehenden neuen Bundesregierung in einer besonderen Verantwortung, bürgerlich-konservative und marktwirtschaftliche Werte für unsere Gesellschaft, für unsere Landsleute zu schützen. Eine mit sich selbst beschäftigte Union kann und will das sicher nicht leisten.”

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