DORINT-KETTE FORDERT ENTSCHÄDIGUNG

Hotel-Betten in MV zu Pfingsten voll – Häuser aber „halb leer”

Die Hotelkette Dorint könnte ihre Häuser an der Ostsee-Küste derzeit komplett auslasten. Wegen der Corona-Einschränkungen in MV ist das aber untersagt. Eine ganze Branche ist sauer.
Nicht nur auf den Inseln Usedom und Rügen (Bild) werden zu Pfingsten viele Zimmer leer bleiben, obwohl sie eigentlich bel
Nicht nur auf den Inseln Usedom und Rügen (Bild) werden zu Pfingsten viele Zimmer leer bleiben, obwohl sie eigentlich belegt werden könnten. Stefan Sauer
Die Dorint Hotels fordern daher einen Schadenersatz.
Die Dorint Hotels fordern daher einen Schadenersatz. Oliver Berg
Rostock.

Die Hotelkette Dorint liegt ungeachtet eines Urteils des Oberverwaltungsgerichts Greifswald weiter auf Kollisionskurs mit der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern. Die Hotelgruppe, die in MV inzwischen vier Hotels betreibt, habe als Reaktion eine erste Entschädigungsklage beim Landgericht Rostock eingereicht, teilte Aufsichtsratschef Dirk Iserlohe am Donnerstag mit.

Zuvor hatte das OVG Greifswald die Grenze von 60 Prozent bei der Auslastung von Hotels im Land für rechtens erklärt. Laut Dorint würden die insgesamt vier Hotels in Ahrenshoop sowie auf Rügen und Usedom ohne die Corona-Beschränkungen komplett ausgebucht sein.

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Verordnungschaos in den Ländern

Mit der Entschädigungsklage wolle Dorint zum einen gegen das Verordnungschaos in den Ländern mit unterschiedlichen Auslastungsgrenzen vorgehen, sagte Iserlohe. Zum anderen biete das zögerliche Verhalten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie Anlass zu der Klage. Das Ministerium verstehe nicht, dass die Hoteliers mit Krediten – wenn sie diese überhaupt genehmigt bekommen – nicht überleben können. Iserlohe fordert seit Zuspitzung der Corona-Krise Zuschüsse für die Branche, die nicht zurückgezalt werden müssen.

Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Greifswald gegen den klagenden Hotelbetreiber in Ahrenshoop, bedeutet laut Iserlohe, dass alle eine umfassende Einschränkung des Hotelbetriebes im Allgemein-Interesse zu dulden haben. Vor diesem Hintergrund fordere er für dieses Sonderopfer der Hotelunternehmer entsprechende Entschädigungen. Nach Nordkurier-Informationen brodelt es in der gesamten Tourismusbranche wegen der Bettenbeschränkungen nach dem Gerichtsurteil. Besonders die strengen Verordungen der Landesregierung werden vor dem Hintergrund der niedrigen Infiziertenzahlen werden harsch kritisiert.

 

 

Fast-Vollauslastung über Pfingsten

Die 60-prozentige Belegungsbeschränkung in touristischen Betrieben wird nach Einschätzung des Tourismusverbands über Pfingsten in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Fast-Vollauslastung führen. „Die Nachfrage ist groß, sie geht in jedem Fall über das Angebot hinaus”, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, am Donnerstag in Rostock.

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Bereits am Montag dieser Woche, dem ersten Öffnungstag für Gäste aus den anderen Bundesländern, hätten sich viele Menschen auf den Weg nach Mecklenburg-Vorpommern gemacht. „Über Pfingsten erwarten wir bis zu 300.000 Übernachtungsgäste”, sagte Woitendorf.

Auch weiterhin dürfen keine Tagestouristen ins Land. Ein Datum, wann diese Beschränkung fällt, ist nicht bekannt. Wer unerlaubterweise einreist, dem droht nach Angaben des Innenministeriums ein Bußgeld von bis zu 2000 Euro. Allerdings hatte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Christian Schumacher, diese Regelung bereits kritisiert: „Wer kann das kontrollieren, wer will das kontrollieren?”

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