ROSTOCKER WEHREN SICH

Hunderte demonstrieren gegen geplanten NPD-Aufmarsch

Im Rostocker Stadtteil Groß Klein haben am Donnerstag mehr als 800 Menschen gegen einen NPD-Aufmarsch protestiert. Rund 300 Rechtsextreme waren angereist.
In Rostock haben sich hunderte Teilnehmer zur traditionellen 1. Mai-Demonstration eingefunden.
In Rostock haben sich hunderte Teilnehmer zur traditionellen 1. Mai-Demonstration eingefunden. Sie sind dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB gefolgt, der zu den Kundgebungen in ganz Mecklenburg-Vorpommern mehrere Tausend Menschen erwartet. Bernd Wüstneck/dpa
Rostock.

Sie versammelten sich am Vormittag, ehe sich die Demonstration gegen 12.45 Uhr auflöste.

Der S-Bahn-Verkehr von der Innenstadt nach Groß Klein wurde am Vormittag eingestellt. Nach Polizeiangaben setzten Unbekannte im Bereich des Holbeinplatzes mehrere mit Holz beladene Güterwaggons in Brand. Möglicherweise sollte so die Anreise von NPD-Sympathisanten verhindert werden. 

Sprengstoff-Alarm

An einer zentralen Brücke in der Stadt wurde laut Polizei ein "sprengstoffähnlicher Gegenstand" gefunden. Die Brücke wurde daraufhin gesperrt, um den Gegenstand zu überprüfen.

Der NPD-Aufmarsch wurde kurz nach dem Start im Stadtteil Dierkow kurzzeitig aufgehalten. Nach etwa 200 Metern bildeten rund 50 Gegendemonstranten eine Sitzblockade, die von einem Großaufgebot der Polizei geräumt wurde. Anschließend setzten sich die mehr als 300 Rechtsextremen am Nachmittag wieder in Bewegung.

Demokratiefest verboten

Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hatte das geplante Demokratiefest mit mehreren Hundert Teilnehmern in Groß Klein verboten. Ein Demonstrationszug vom nahen Bahnhof Lichtenhagen nach Lütten Klein von 10 Uhr an war mit der Auflage genehmigt worden, dass die Demonstranten bis 12 Uhr Groß Klein verlassen.

Der Pastor der Innenstadtgemeinde Rostock, Tilman Jeremias, rief vor Beginn des Aufmarsches zu friedlichen Protesten auf. Er warb bei einer Friedensandacht in der Petrikirche für eine offene Gesellschaft. Der 1. Mai sei ein Tag, an dem die Würde des Menschen im Mittelpunkt stehe. Er sei ein Feiertag für Familien und Gewerkschaften und werde von den Extremisten missbraucht.

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