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In jedem Dorfteich kann Munition liegen

Nicht nur auf Geschosshülsen sind die Trophäenjäger in den Wäldern scharf.
Nicht nur auf Geschosshülsen sind die Trophäenjäger in den Wäldern scharf.
Jens Büttner

Sprengstoff vergammelt nicht. Aber der Säurezünder an einer alten Handgranate kann sich auflösen. Das macht Kriegsmunition in den Wäldern nicht nur für Pilzsammler so gefährlich.

Schlachtfelder aus dem Zweiten Weltkrieg sind für Trophäenjäger wie eine Schatztruhe. Oft suchen die Sammler mit Detektoren systematisch die Wälder im Nordosten ab. „Ein Eisernes Kreuz von einem gefallenen Soldaten wird sehr gern ausgegraben“, sagt Klaus Lehmbecker.

Der Waldbesitzer muss es wissen: In seinen Wald bei Pomellen an der polnischen Grenze kommen Trophäenjäger „in Scharen“. Das ist an vielen Grabungsspuren zu erkennen. Auf dem Gelände liegt Material aus dem Zweiten Weltkrieg und eben auch gefährliche Kriegsmunition. 

Mehrfach Splitterbomben an der Erdoberfläche

Vor wenigen Tagen fand ein Mann aus Pomellen, der sich selbst Brennholz im Wald schlägt in dem Waldstück an der polnischen Grenze eine alte Stielhandgranate. Der Munitionsbergungsdienst kam und entfernte das Stück. „Jährlich werden wir zu 500 Sofort-Einsätzen gerufen“, sagt Robert Mollitor, Leiter des Munitionsbergungsdienstes.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Kampfmittelkataster noch viele Flächen, die mit Munition aus dem Zweiten Weltkrieg belastet sind. Der Wald bei Pomellen gehört dazu. Auf angrenzenden Flächen hat der Munitionsbergungsdienst nach eigenen Angaben mehrfach in den vergangenen Jahren Splitterbomben nahe der Erdoberfläche gefunden.

Wo noch Altlasten in Mecklenburg-Vorpommern in der Erde liegen, behält der Munitionsbergungsdienst lieber für sich. Es gebe immer Leute, die unerlaubt nach Weltkriegsmunition suchen, sagt Mollitor. Deshalb sei es aus Sicherheitsgründen besser, wenn nicht gleich jeder weiß, wo er graben muss.