Coronavirus in Schulen

In Vorpommern schon wieder ganze Klassen in Quarantäne

Was in Schwerin verkündet wird, muss in Vorpommern noch lange nicht gelten – das zeigt der Umgang mit Coronainfektionen an Schulen.
Statt punktueller Quarantäne für einzelne Schüler gibt es doch wieder komplette Schließungen von Klassen.
Statt punktueller Quarantäne für einzelne Schüler gibt es doch wieder komplette Schließungen von Klassen. Jan Woitas
Greifswald

Es klang so einfach, was Manuela Schwesig und Bettina Martin seit dem Schulstart am 2. August mantramäßig wiederholten. „Tritt in einer Klasse ein Corona-Fall auf, wird der Betroffene in Quarantäne geschickt, alle anderen werden anschließend täglich getestet und müssen Masken tragen“, versicherten Ministerpräsidentin und Bildungsministerin. Motto: „Skalpell statt Dampfwalze bei der Quarantäneregelung – keine großflächigen Schulschließungen.“

Was passiert, wenn Ankündigungen der Landesregierung auf die Wirklichkeit vor Ort treffen, wird aktuell im Landkreis Vorpommern-Greifswald deutlich. Zweieinhalb Wochen nach Schulstart wurden inzwischen nach ersten Infektionen an sechs Schulen ganze Klassen in die Quarantäne geschickt. Insgesamt befinden sich bereits 307 Schüler in häuslicher Abgeschiedenheit, wie die Kreisverwaltung gestern mitteilte. Also doch Dampfwalze?

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Die jeweiligen Entscheidungen würden nicht von Lehrern, Erziehern oder Leitern der Einrichtungen getroffen, sondern in jedem Einzelfall vom zuständigen Gesundheitsamt, sagte Vize-Landrat Dietger Wille (CDU). Dabei werde auch jeweils berücksichtigt, wie eng der Kontakt zwischen den Kindern gewesen sei. So sei festgelegt worden, dass nach einer Einzelinfektion am Jahn-Gymnasium in Greifswald für 33 Personen Quarantäne zu verordnen sei.

49 Kinder in Anklam nach Hause geschickt

Nach anfänglichen Unklarheiten halte sich der Landkreis inzwischen in der Regel an die Empfehlung des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) – einer nachgeordneten Behörde des Gesundheitsministeriums, dass erst nach dem dritten Infektionsfall in einer Klasse der Präsenzunterricht ausgesetzt werde, hieß es aus der Kreisverwaltung in Greifswald. So mussten am Mittwoch in der Friedrich-Schiller-Schule in Anklam 49 Schüler nach Hause geschickt werden, nachdem dort sechs Kinder positiv auf Corona getestet wurden.

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„Wir teilen die Auffassung des Landes, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten“, betonte Wille. Im Einzelfall sei es jedoch oft schwierig, bei Eltern Verständnis für die Maßnahmen zu finden. So könne es passieren, dass die Quarantäne auch erst einige Tagen nach dem ersten Infektionsfall verordnet werde, wenn inzwischen weitere Schüler positiv getestet worden seien.

Und das Bildungsministerium von Bettina Martin? „Über die einzelnen Maßnahmen, die nach Auftreten eines Corona-Falls an einer Schule angewandt werden, entscheidet das örtliche Gesundheitsamt. Jeder Fall muss gesondert betrachtet werden“, stellte ein Sprecher klar. Wichtig sei, dass es nicht mehr den Automatismus gäbe, dass die ganze Kohorte bei einer Infektion in Quarantäne müsse. Mit anderen Worten: Ein bisschen Skalpell, ein bisschen Dampfwalze.

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Kommentare (15)

Und es geht so weiter. Jahr für Jahr. Und die Schüler lernen nix mehr wie wollt ihr die Defizite wieder aufholen?

Es ist einfach unglaublich, trotz aller Beteuerungen von Schwesig, werden trotzdem alle Schüler in Quarantäne versetzt, die Politik mach dort weiter, wo sie aufgehört hat. Es wurden keine Lüftungsanlagen in den Schulen eingebaut, wahrscheinlich zu teuer, dass Problem der Schulschließungen dürfen wieder Eltern und Schüler lösen. Die Willkür zieht wieder durchs Land und die Politiker lügen fleißig weiter. Man sollte es bei den Wahlen auch würdigen.

Moin Frau Kawczinski.
Machen Sie doch einen vernünftigen Vorschlag.
Nur Motzen bringt nichts.
MfG Loddo

Haben Sie den Artikel zu Lüftungsanlagen gelesen? Nein? Dann holen Sie das nach.
Ja? Dann nochmal lesen und versuchen zu verstehen.

Was hat das örtliche Gesundheitsamt mit Politik zu tun?

Ihr Geunke, dass überall wo Entscheidungen getroffen werden, Politik gemacht werde, ist langweilig.

Wenn Sie entscheiden, in den Wald zu kacken, werden Sie auch nicht gleich Umweltminister.

Ist Ihr Niveau auf Respektlosigkeit oder Dummheit zurück zuführen, aber wahrscheinlich auf beides.

0-Tote bei Schülern. Eine natürliche Immunisierung scheint für junge Menschen weitaus besser zu sein als die "Impfung" mit den vielen Nebenwirkungen.
In Israel (60% doppelt "Geimpft") sind von 400 Personen, die aufgrund von schweren Verläufen hospitalisiert sind, 65% "Geimpfte".
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-israel-neuinfektionen-100.html

auf einer Intensivstation? Das ist doch die Frage. Ich mache mal einen Vorschlag. Holt SPD-Lauterbach nach MV. Der hat auf jede Frage zwei verschiedene Antworten.

dass der Hirntod nicht das Ende ist.

Am frühen Morgen...

Covid ist eben nicht harmlos. Aber wenn Ihr Eure Kinder und Enkel über die Klinge springen lassen wollt, nicht mein Problem!

durch die Maßnahmen. So viel zu "über die Klinge springen lassen".

In MV gab es noch nicht einen coronabedingten Todesfall bei Kindern. Was macht die Angsttherapie? Da finden Sie vielleicht Hilfe: https://www.jameda.de/rostock/angsttherapie/spezialisten/

dieser Erkrankung nicht betroffen sind so dermaßen krank zu behandeln finde ich mehr als schändlich.
Hier soll möglicherweise Psychoterror gegen die Schüler und Eltern betrieben werden, um den Impfdruck zu befördern.

Auf der Seite der DIE BASIS von MV findet sich eine interessante Unterhaltung mit Experten, wie bspw. Prof. Dr. Hockertz (der inzwischen wohl Deutschland verlassen mußte), Michael Hüter, Prof. Dr. Wallach und Prof. Dr. Dr. Christian Schubert.

Das soll keine Parteiwerbung sein, aber was die Behörden anordnen (müssen oder wollen) ist nicht mehr gesund.

soll sich jetzt Frau Schwesig anziehen?
Wer hat denn die Quarantäne an dieser Greifswalder Schule angeordnet?
Ich könnte, eher über die Fahrlässigkeit einiger Eltern, kotzen...

Und das sofort