KOMMENTAR

In Zeiten von Waldbrandgefahr das Hirn einschalten!

Wegen Hitze und Trockenheit brennen derzeit überall Wälder. Wenn Spaziergänger da mit brennenden Zigaretten in der Hand herumlaufen, zeugt das von dümmlicher Ignoranz, findet unser Kommentator.
Rainer Sinowzik Rainer Sinowzik
Immer wieder kommt es derzeit zu Waldbränden, so wie hier bei Fichtenwalde. Oft reicht schon eine achtlos weggeworfene Zigarette, um ein Inferno zu entfachen. 
Immer wieder kommt es derzeit zu Waldbränden, so wie hier bei Fichtenwalde. Oft reicht schon eine achtlos weggeworfene Zigarette, um ein Inferno zu entfachen. Friedrich Bungert
Neubrandenburg.

Ich brauche eine gewisse Zeit, um mich grundsätzlich über Dinge zu ärgern, die mich stören. Jetzt ist es wieder soweit. Denn binnen einer Woche hatte ich gleich zweimal ein Erlebnis, das in mir regelrecht Entsetzen auslöste. Auf dem Heimweg von der Arbeit, auf dem oberen Weg im Brodaer Holz, begegneten mir an zwei unterschiedlichen Tagen zwei verschiedene junge Damen, denen jedoch eines gemeinsam war: Ein nicht angeleinter Hund, der Blick aufs Handy und in der Hand eine brennende Zigarette. Ich rede nicht von einer E-Zigarette, sondern von einer richtigen traditionellen Kippe.

Angesichts der aktuellen Feuerbilder aus Griechenland, der Wetterlage, der Nähe der Wohngebiete und der Tatsache, dass Deutschland (wie gerade zu erfahren war) auf derartige Großbrände wie in Griechenland nicht vorbereitet ist, fehlen mir die Worte ob so viel dümmlicher Ignoranz. Mein Verweis vom Fahrrad aus, Hunde seien anzuleinen und dass die hohe Waldbrandwarnstufe V bestehe, wurden beide Male sinngemäß so quittiert: „WAS, willst DU denn von mir?“

Ich bin kein Held. Angesichts kniehoher Vierbeiner, die im Wald seelenruhig im wahrsten Sinne des Wortes „ihren Geschäften nachgehen“, bei Bedarf aber sicher ihren Besitzerinnen tapfer zur Seite stehen würden, habe ich keine Muße, mich auf eine verbale Auseinandersetzung ohne Ergebnis einzulassen. Die zudem auch nicht notwendig wäre, wenn einige Mitbürgerinnen und Mitbürger schlicht ihr Gehirn einsetzen würden.

Selbst in einer Zeit, in der Selbstverliebtheit über dem Gemeinwohl steht, sollte das noch möglich sein. Mein Lösungsansatz ist daher folgender: Polizei und/oder Ordnungsamt sollten schleunigst zwischen 16 und 20 Uhr eine Fahrradstreife zwischen Belvedere und Neuendorf ins Leben rufen und erwischten Übeltätern ganz tief in die Geldbörse greifen, sprich, drakonische Strafen durchsetzen. Bevor sich das Brodaer Holz in Rauch und Flammen auflöst oder ein frei laufender Hund freidreht.

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Kommentare (2)

Im Prinzip hat der Artikelschreiber zu 500% recht.Aber was verlangt er denn vom Ordnungsamt noch alles. Die Mita rbeiter werden schon währnd ihrer Arbeitszeit nicht Herr der Lage mit Hund und Pkw Problemen und da sollen sie noch zu später Stunde ausrücken und tätig werden. Die neuen mündigen Bürger a la Merkel , wir schaffen das.... brauchen doch keine Bevormundung und schongar nicht von Radfahrern im Wald..... Von meiner Seite aus könnte Stadt die Hundesteuer auf 1000% festlegen. Aber was sagt der zuständige Forst zu den angesprochenen Problem? Hier müssen alle Zuständigkeiten mal mehr ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen, dann gibt es auch kein unordentliches Ordnungsamt ect. mehr....zum Wohle aller friedliebenden Menschen in der Stadt.

Ich gebe dem Ersteller des Artikels recht. Jedoch fängt das Problem schon an, dass man das in heutiger Zeit so schicke Ich-bezogene Denken aufgeben müsste und tatsächlich mal sein Hirn benutzt. Und dies ist in Zeiten von Smartphone Zombies, Talente-Shows und Shoppingwahn kaum zu erwarten. Jeder meint ein anderer solle doch aufpassen. Man selbst hat schließlich mit sich selbst genug zu tun. Und wenn dann das eigene Eigentum geschädigt oder man anderweitig Nachteile in Kauf nehmen muss, sind natürlich wieder die anderen verantwortlich.