LANDESELTERNRAT

Individuelle Prüfungsaufgaben wegen Corona-Schulausfall gefordert

Wegen der coronabedingten Schulschließungen kann ein Teil des Unterrichtsstoffs nicht vermittelt werden. Schüler, die nächstes Jahr ihr Abitur oder die Mittlere Reife ablegen, soll dadurch kein Nachteil entstehen.
dpa
Die Schulen in MV sollen die Prüfungsaufgaben im kommenden Jahr selbst erstellen dürfen, fordert der Landeselternrat
Die Schulen in MV sollen die Prüfungsaufgaben im kommenden Jahr selbst erstellen dürfen, fordert der Landeselternrat (Symbolbild) Bernd Wüstneck
Schwerin.

Der Landeselternrat Mecklenburg-Vorpommern fordert für die Prüfungen zum Abitur und zur Mittleren Reife im kommenden Jahr eigene Prüfungsaufgaben für jede Schule. So solle verhindert werden, dass den Schülern Nachteile wegen des Unterrichtsausfalls aufgrund der Corona-Krise entstehen, sagte der Vorsitzende des Landeselternrates, Kay Czerwinski. Die Anfragen besorgter Eltern häuften sich.

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„An den einzelnen Schulen konnten unterschiedliche Unterrichtsinhalte nicht vermittelt werden”, sagte er. Deshalb müsse es den Schulen erlaubt werden, ihren Schülern nächstes Jahr eigene Aufgaben für die Abschlussprüfungen zu stellen und dabei die Lücken zu berücksichtigen. In der Kultusministerkonferenz müsse geklärt werden, dass die Abschlüsse bundesweit anerkannt werden.

Czerwinski: Situation in MV besonders dramatisch

Nach Czerwinskis Worten ist die Situation in Mecklenburg-Vorpommern besonders dramatisch, weil der Nordosten zu den Bundesländern mit einem besonders frühen Ferienbeginn in diesem Jahr gehört. Die Zeugnisse werden bereits am 19. Juni ausgegeben. „In Bundesländern mit einem späteren Sommerferien-Start haben die Schulen noch die Möglichkeit, in den kommenden Wochen Unterrichtsstoff aufzuholen. In Mecklenburg-Vorpommern ist das nicht möglich.” Es drohe eine Benachteiligung der Jugendlichen im Nordosten.

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Die Elftklässler an den Gymnasien und die Neuntklässler an den Regionalen Schulen erhalten seit dem 4. Mai wieder Unterricht – allerdings nicht in vollem Umfang, wie Czerwinski betonte. Die Schulen waren Mitte März geschlossen worden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Czerwinski begrüßte die vom Bildungsministerium geschaffene Möglichkeit für die Schüler, in den Ferien kostenlos Nachhilfe zu nehmen, um Lücken zu schließen. Dafür hat das Land eine Million Euro bereitgestellt. Schüler können bei privaten Nachhilfe-Anbietern Stunden nehmen; die Rechnung will das Land begleichen.

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