WAFFEN-AFFÄRE

Innenminister Lorenz Caffier tritt zurück

Der Innenminister tritt in Folge der Vorwürfe um sein Verhalten im Zusammenhang mit dem Kauf einer Waffe zurück.
Lorenz Caffier (CDU)
Lorenz Caffier (CDU) Jens Büttner
Schwerin ·

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat seinen Rücktritt angekündigt. Dies teilte er am Dienstag in einer persönlichen Erklärung mit. Grund sei die "enthemmte Berichterstattung" der vergangenen Tage über seine Person.

Caffier zieht mit dem Rücktritt die Konsequenzen aus den Debatten um den Kauf einer Waffe bei Frank T., der in den Nordkreuz-Skandal um ein rechtsextremes Netzwerk verwickelt ist. Caffier hatte den Kauf der Waffe länger verschwiegen und war Fragen danach ausgewichen.

Lesen Sie auch: Caffiers Waffenkauf wird ein Fall für den MV-Landtag

"Aber auch ich habe Grenzen"

In einer langen persönlichen Erklärung listet Caffier vor allem Ereignisse seiner Zeit als Minister auf, die er als Erfolge verbucht und betont, er sei seit vielen Jahren "Feuer und Flamme für mein Ministerium". Caffier war Deutschlands dienstältester Innenminister und seit 2006 im Amt. "Einen besonderen Schwerpunkt meiner Arbeit habe ich auf den Kampf gegen Extremismus und insbesondere auf den Kampf gegen den Rechtsextremismus gelegt", betont er.

Lesen Sie auch: Sägte Caffier den unliebsamen SPD-Mann Friedriszik ab?

"Natürlich habe ich mir ein dickes Fell angeeignet", erläutert Caffier. Aber auch er habe Grenzen. Er verweist vor allem auf Berichterstattung zu diversen Vorgängen in seinem persönlichen Umfeld. Caffier war unter anderem wegen eines Ferienhauses auf Usedom in die Kritik geraten. Vorwürfe, dabei sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen, hielten sich über Jahre und flammten immer wieder auf. Man sei aber "bis heute jeden Beweis schuldig, dass ich irgendetwas falsch gemacht habe", so der Vize-Ministerpräsident. Das einzige Ziel sei es gewesen, Schlagzeilen mit seinem Namen zu produzieren. "Meine Familie litt und leidet ungemein unter diesen völlig haltlosen Vorwürfen und den Fotos von unserem Privatgrundstück. Schon vor zwei Jahren hatte ich das Gefühl, meine Familie mit einem Rückzug entlasten zu müssen."

Minister gesteht Fehler ein

Caffier entschuldigte sich aber auch für seinen Umgang mit der Affäre der vergangenen Tage: "Ich habe eine Waffe bei jemanden erworben, bei dem ich sie aus der heutigen Sicht nicht hätte erwerben dürfen. Aber: Nicht der Erwerb war ein Fehler, sondern mein Umgang damit. Dafür entschuldige ich mich." Caffier hatte Fragen zu dem Waffenkauf teils gar nicht, teils irreführend beantwortet. Das hatte Caffier bereits gestern als Fehler bezeichnet.

Mehr lesen: Bildergalerie mit Stationen aus Caffiers Minister-Karriere

Er sei jedoch zutiefst verletzt darüber, dass ihm nun eine Nähe zu rechten Kreisen unterstellt werde. Das Mediengeschäft sei "erbarmungslos", die Schlagzeilen hätten sich eingebrannt. Er besitze nicht mehr die nötige Autorität, um das Amt des Innenministers mit ganzer Kraft bis zum September 2021 ausüben zu können. Caffier hatte bereits angekündigt bei der Landtagswahl nicht erneut anzutreten. 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

zur Homepage

Kommentare (16)

Endlich mal eine gute Nachricht. Nach etlichen Polizeiskandalen, Affären etc. Dieser Schritt des amtsmüden Innenminister ist seit Jahren überfällig. Hoffentlich verschwinden Polizeipräsident Nils Hofmann-Ritterbusch und der sinnloseste Polizeipostenbesetzer namens Winfried Kapischke auch ihre Posten, nachdem sich letzterer schon als "heimlicher" Innenminister aufspielte. Mal sehen wer als Nachfolger des untragbaren Innenminister folgt - hoffentlich kein Populist wie Sascha Ott....

... oder ein andere dummer Bauer aus dem Westen aus S/H......der hier sein. Glück suchte, was ihm dort verwehrt wurde...

hat ja noch genug glücklose "Bauern".... ;-)

Besser spät als nie. Wer bei einer zwielichtigen Gestalt wie diesem Rechtsextremisten T. eine Waffe kauft, obwohl mit Waffenschein ausgerüstet für jeden normalen Waffenladen, kann und darf keinen Ministerposten besetzen.
Wer weiß was noch so ans Tageslicht kommt. Als "Schweigegeld" hat T. dann wohl verlangt, dass gegen die Nordkreuz-Machenschaften nicht - oder nicht strafrechtlich relevant - ermittelt wird. Wie es ja unter Herrn Caffier bisher geschehen ist. Die bisherigen sogenannten Ermittlungen sind doch für die Katz...

Ihren Brandbeschleuniger für die Molotov-Cocktail gegen die Polizei an der Tanke holen zahlen Sie doch auch kein Schweigegeld an den Tankwart. Oder zapfen Sie und Ihre linken Terroristenkumpels den etwa aus den Luxuskarossen ab bevor sie die anzünden? Keine Angst die Wahrheit zu sagen, Ihnen passiert schon nichts im besten Deutschland das wir je hatten.

Die Journaille hat es endlich geschafft, diesem Mann den Rest zu geben –Beifall.
Er wurde immer beratungsresistenter und wirklichkeitsfremder.
Diesen Einsatz erwarte ich jetzt auch bei der UNGEWÄHLTEN, deren Corona-Panikattacken langsam ausufern sowie ihrem jähzornigen Landwirtschaftsminister.
Nur für Leute, die nicht wissen wer gemeint ist: Lorenz sagte „Küstenbarbie“ zu ihr.

Immer dieses Märchen von der ungewählten MPin...
Der Landtag hat sie gewählt, so wie es in allen Bundesländern Deutschlands passiert.
Mit Ihrer Sichtweise wäre in Deutschland kein MP und kein Kanzler gewählt.

kann ja kandidieren, wenn er ohnehin alles weiß!

ginge aber nur mit Arsch in der Hose.

Ich glaube hirnlose Einzeller haben keinen 😫😩

Merkel ist das größere Problem, Rücktritt wäre ein längst überfälliges Statement

Geduld bitte, dann ist sie weg!

Jeder Schweizer hat zuhause eine Waffe. Bei uns offensichtlich ein Rücktrittsgrund!

Und darum rangiert die Schweiz weltweit auf Platz 2 bei den Schußwaffentoten, hinter den USA. Gemessen an der Bevölkerungszahl... Also Nummer 1 in Europa

Wenn Ihnen vor den Zug werfen sozialverträglicher erscheint (93% Selbstmorde) ist das Ihre Meinung. Meiner Meinung nach ist eine Tendenz zu unsauberer Recherche und voreiligen Verurteilungen nicht nur in Ihrem Beitrag zu bemerken. Ob das konkret auf Herrn Caffier zutrifft kann ich leider nicht beurteilen.

Wenn Ihnen vor den Zug werfen sozialverträglicher erscheint (93% Selbstmorde) ist das Ihre Meinung. Meiner Meinung nach ist eine Tendenz zu unsauberer Recherche und voreiligen Verurteilungen nicht nur in Ihrem Beitrag zu bemerken. Ob das konkret auf Herrn Caffier zutrifft kann ich leider nicht beurteilen.

Waffen sind geil. Wir sollten viel mehr davon haben.
Am besten schon in den Schulen.
Eine Gesellschaft in der soviel gesoffen und geballermannt wird, sollte viel einfacheren Zugang zu Waffen bekommen.
Dann wird es hier endlich so sicher wie in den USA...