Torsten Renz

Innenminister shoppt trotz Corona-Regeln in Rostock

In Rostock und im Kreis Vorpommern-Rügen konnten Geschäfte am Montag öffnen. Einkaufen soll aber nur, wer dort wohnt. Innenminister Torsten Renz (CDU) interpretiert das Einkaufen jedoch zur Dienstpflicht.
Innenminister Torsten Renz (CDU) entschied sich am Montag für einen Besuch in Rostock. Dass er dabei – gegen den Ap
Innenminister Torsten Renz (CDU) entschied sich am Montag für einen Besuch in Rostock. Dass er dabei – gegen den Appell der Landesregierung – Einkäufe tätigte, bezeichnete er als dienstliche Aufgabe. Stefan Sauer
Rostock

Nach dem monatelangen Corona-Lockdown greifen seit Montag örtliche Lockerungen. Weil die Corona-Inzidenz dort besonders niedrig ist, durften in Rostock und im Kreis Vorpommern-Rügen die Geschäfte öffnen. Doch Einkaufen sollen dort längst nicht alle. Eindringlich appellierte die Landesregierung in den vergangenen Tagen: Die Öffnungen in einzelnen Kommunen sollen nicht dazu führen, dass Bürger aus den Nachbarstädten und -kreisen nun zum Einkaufen nach Rostock oder Stralsund fahren. Wie schwierig diese Idee in der Praxis ist, demonstrierte Innenminister Torsten Renz gleich am Montagvormittag.

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Minister erscheint mit Einkäufen zum Interview

Er ließ sich vom Norddeutschen Rundfunk in der Rostocker Innenstadt zur aktuellen Situation interviewen. Mit zahlreichen Polizeikräften wird dort die Einhaltung der Hygienemaßnahmen kontrolliert. Doch Renz erschien vor dem Mikro gleich selbst mit eigenen Einkäufen. Dabei wohnt der Innenminister nicht in Rostock, sondern in Güstrow. Er habe sich spontan entschieden, sich persönlich ein Bild von der Lage zu machen. „Ich habe schon den ersten Kauf getätigt”, berichtete Renz und kündigte an, im Anschluss einen Blumenladen aufzusuchen, um sich für den Frauentag auszurüsten.

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Renz appellierte im Interview erneut an die Bevölkerung, nicht zum Einkaufen nach Rostock zu reisen. In den anderen Landkreisen gebe es schließlich nun die Möglichkeit nach Terminvereinbarung in Läden einzukaufen. Er bestätigte explizit, dass dies prinzipiell auch für ihn gelte. Auf seine eigenen Einkäufe angesprochen, antwortete Renz: „Ich glaube, das gehört ein bisschen mit zu der Verantwortung, die ich trage, mich dann hier in den Läden umzusehen. Insofern kann man mir das negativ auslegen. Ich glaube, das gehört zu meiner Aufgabe und bin da mit mir im Reinen.”

Lob für Rostocker und die Polizei

Der Innenminister lobte die Disziplin der Menschen beim Einkaufen. Falls jemand doch ohne Maske unterwegs gewesen sei, habe ein freundlicher Hinweis der Polizei genügt. Es sei wichtig gewesen, ein erstes positives Signal zu senden. Dazu trage auch die Luca-App bei, die eine Kontaktverfolgung sicherstellen soll, wenn es zu Infektionen kommt.

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