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Null-Toleranz-Strategie gegen kriminelle Motorradclubs

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Innenminister verbietet weitere Rockersymbole in MV

Das Symbolverbot gilt auch für die Mitglieder des Mongols MC. Anhänger dieses Clubs stehen derzeit in Neubrandenburg wegen des Verdachts auf Drogenhandel vor Gericht.
Das Symbolverbot gilt auch für die Mitglieder des Mongols MC. Anhänger dieses Clubs stehen derzeit in Neubrandenburg wegen des Verdachts auf Drogenhandel vor Gericht.
Udo Roll

Die Rocker von den Hells Angels dürfen bereits seit Juni ihr Vereinswappen nicht mehr öffentlich tragen - nun müssen auch andere Motorradclubs ihre Embleme abnehmen. Der Innenminister will damit eine Ausbreitung krimineller Gruppen verhindern.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenministerium hat nach den Hells Angels weiteren Rockergruppierungen im Land das Tragen ihrer Symbole verboten. „Drogen, Waffen- und Menschenhandel, Prostitution. Die Liste der schweren Straftaten von Rockergruppen ist lang", erklärte Innenminister Lorenz Caffier am Freitagnachmittag. Insofern sei es im Kampf gegen Rockerkriminalität konsequent, über entsprechende Verbote, diese Strukturen aufzubrechen, um deren regionale und bundesweite Ausbreitung zu verhindern.

Betroffen sind von dem neuen Verbot die in MV aktiven Ortsgruppen des Bandidos MC, Gremium MC, Mongols MC, Chicanos MC sowie der Red Devils MC. Den Mitgliedern der Hells Angels war bereits Ende Juni das Tragen ihrer Vereinsembleme untersagt worden. Mit dem Verbot hatten sich die zuständigen Behörden im Nordosten einem Urteil des Oberlandesgerichtes Hamburg vom April 2014 angeschlossen, wonach die Symbole dieser Rockergruppierung als verbotene Kennzeichen definiert werden. Diese Rechtsauffassung ist nach Ansicht des Ministeriums auch auf andere Rockergruppierungen anwendbar, wenn mindestens eine ihrer Ortsgruppen in einem anderen Bundesland nach dem Vereinsrecht verboten wurde.     

Tragen Mitglieder der betroffenen Rocker-Gruppen ihre Abzeichen weiterhin in der Öffentlichkeit, müssen sie künftig mit einer Strafanzeige rechnen. Dabei ist es laut Innenministerium unerheblich, in welcher Schriftart, Farbe und Form die Embleme gehalten sind. Die Clubmitglieder seien über das Verbot bereits informiert worden, teilte ein Ministeriumssprecher mit.