OSTSEE

Inseln Rügen und Hiddensee als Endlager für Atommüll geeignet

Es gibt zahlreiche Gebiete in MV, die als Endlager für Atommüll geeignet sind. Darunter auch die Inseln Rügen und Hiddensee sowie die Ostsee in diesem Bereich. Doch wie realistisch ist das?
Die Insel Ummanz bei Rügen gehört zu den Gebieten, die als Atommüll-Endlager geeignet sind (Archivbild).
Die Insel Ummanz bei Rügen gehört zu den Gebieten, die als Atommüll-Endlager geeignet sind (Archivbild). NK-Bildmontage mit Fotos: Stefan Sauer, Sebastian Kahnert
Das Gebiet um Rügen (einschließlich Ummanz), Hiddensee und die angrenzende Ostsee gehört zu den insgesamt 90 G
Das Gebiet um Rügen (einschließlich Ummanz), Hiddensee und die angrenzende Ostsee gehört zu den insgesamt 90 Gebieten in Deutschland, die prinzipiell als Atommüll-Endlager geeignet sind. Bundesgesellschaft für Endlagerung
Berlin.

Der Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) zur Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland war am Montag mit Spannung erwartet worden. 90 Gebiete in der Bundesrepublik – darunter auch eins auf den Insel Rügen und Hiddensee – sind demnach geologisch für ein solches Endlager geeignet, sie umfassen insgesamt 54 Prozent der Landesfläche.

Da ist es auch kein Wunder, dass Steffen Kanitz, Geschäftsführer der BGE bei der Vorstellung des Berichtes zu dem Fazit kommt, dass sich der Boden in Deutschland gut für die dauerhafte und sichere Lagerung für Atommüll eigne. Darunter befinden sich auch zahlreiche Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Die geeigneten Teilgebiete ziehen sich vom Westen des Bundeslandes über Wismar und Schwerin bis nach Rostock, Waren und Neustrelitz. Neubrandenburg liegt ganz knapp außerhalb eines geeigneten Gebietes, jedoch sind Weitin und der Tollensesee noch mit drin.

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Steinsalz unter Rügen, Hiddensee und der Ostsee

Für die Menschen auf den Inseln Rügen und Hiddensee dürfte besonders das 318 Quadratkilometer große Teilgebiet „078_08TG_197_08IG_S_f_z” von Interesse sein. Denn es umfasst Gebiete beider Inseln und liegt teilweise unterhalb der Ostsee. So gehört die gesamte Südhälfte der Insel Hiddensee einschließlich Neuendorf und noch ein Stück weiter nördlich ebenso dazu, wie die Bereiche um Schaprode, Ummanz, Gingst und Dreschvitz (fast bis nach Bergen) auf der Insel Rügen.

+++ Hinweis: Wenn Sie wissen möchten, ob auch Ihre Stadt oder Ihr Dorf als Standort für ein Atommüll-Endlage infrage kommen könnte, klicken Sie hier.+++

Denn hier im Nordöstlichen Norddeutschen Becken gibt es jede Menge Steinsalz in flacher Lagerung mit einer maximalen Mächtigkeit von 340 Metern. Sieben von elf Kriterien wurden bewertet, dabei sind fünf Kriterien mit „günstig“ und zwei Kriterien als „nicht günstig“ eingestuft worden. Die Wissenschaftler kommen daher zu dem Schluss, dass hier eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle zu erwarten ist.

Weitere Kriterien entscheidend

Ganz wichtig dabei ist aber hervorzuheben, dass dieses und alle anderen 89 Gebiete bisher ausschließlich nach geologischen Kriterien als geeignet eingestuft worden sind. So schreibt es auch ein entsprechendes Gesetz vor. Deswegen sind es noch ziemlich viele und teils auch recht große Gebiete.

Konkreter wird es erst in den kommenden Jahren. Aus den Teilgebieten werden nämlich sogenannte Standortregionen ausgewählt, die übertägig genauer erkundet werden. Dabei werden dann auch Kriterien wie die Siedlungsdichte, die technische Machbarkeit und das Vorhandensein von Naturschutz- oder Überschwemmungsgebieten, berücksichtigt. Wiederum einige Gebiete davon werden dann auch tatsächlich untertägig erforscht.

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So wurde auf der Pressekonferenz des BGE gezielt nachgefragt, ob die als geeignet ausgewiesenen Gebiete in der Nordsee „versehentlich falsch ausstaffiert worden seien”. Dies wurde vom BGE mit Verweis auf das oben genannte Vorgehen zwar verneint, denn es sei nach geologischen Kriterien ein geeignetes Gebiet. Allerdings wurde dann vor allem im Hinblick auf die Machbarkeit auf die oben beschriebenen noch folgenden Verfahrensschritte verwiesen.

Politik wird Entscheidung über Standort treffen

„Ein heute ausgewiesenes Teilgebiet ist also noch lange kein Standort für ein Endlager”, betonten Vertreter der BGE mehrfach. Nach der Eingrenzung möglicher Gebiete durch die Wissenschaft – für die schon jetzt mehr als eine Million Datensätze ausgewertet wurden – wird die Politik die Entscheidung über den Standort treffen – basierend auf den zuvor gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Über verschiedene Formate können sich Bürger, Gemeinden und Organisationen in den Prozess einbringen, heißt es weiter.

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Das Endlager soll unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen. 2031 soll der Standort gefunden sein, ab 2050 sollen Behälter mit strahlendem Abfall unterirdisch eingelagert werden.

Sie finden hier ausführliche Informationen darüber, warum das Gebiet „078_08TG_197_08IG_S_f_z” nach Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien günstige geologische Voraussetzungen für die sichere Endlagerung hochradioaktiver Abfälle erwarten lässt.

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Kommentare (1)

Ich wüsste da Plätze, da wird den Toten wie Lebendigen warm ums Herz.