Corona-Pandemie

Intensivstationen in MV teilweise am Limit

MV steht bei der Zahl der Covid-19-Erkrankungen vergleichsweise gut da – aber es gibt täglich viele neue Fälle. Dies schlägt sich auch in der Bettenbelegung der Kliniken nieder.
dpa
Ein Großteil der Intensivbetten in den Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern ist belegt.
Ein Großteil der Intensivbetten in den Krankenhäusern in Mecklenburg-Vorpommern ist belegt. Sven Hoppe
Neubrandenburg

Die wachsende Zahl von Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern hat nun auch zu teils ernsten Engpässen auf den Intensivstationen der großen Krankenhäuser des Landes geführt. Am Wochenende hatte bereits die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) bekanntgegeben, alle planbaren stationären Behandlungen und Operationen zumindest für die Woche auszusetzen.

Dabei machte Kliniksprecher Christian Arns diese Rechnung auf: Die UMG habe 88 Intensivbetten für Erwachsene. „69 sind mit nicht-infizierten und 14 mit infizierten Patienten belegt. Bleiben Fünf.” So sei klar, warum der Krisenstab die Aussetzung der planbaren Operationen für unumgänglich hält.

Pfleger und Mediziner benötigt

„Wir beobachten die Lage und bewerten täglich neu”, sagte Daniel Reuter, Chef der Intensivmedizin an der Unimedizin Rostock. Dringliche Eingriffe würden weiterhin durchgeführt. Wenn erforderlich, würden schrittweise die Intensivkapazitäten für beatmungspflichtige Covid-19-Patienten vergrößert. Die Auslastung der 46 adäquat mit Personal ausgestatteten Intensivbetten bewege sich bei über 90 Prozent. Bis zu 20 Intensivbetten stünden als Reserve zur Verfügung. „Aber auch bei uns ist das Nadelöhr die Kapazität an Intensivpflegekräften und -medizinern”, sagte Reuter.

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Während in den Helios Kliniken Schwerin von 71 Intensivbetten zehn aktuell frei sind und die Lage damit entspannt ist, sind im Helios Hanseklinikum Stralsund alle Intensivbetten belegt. „Die Situation ist angespannt”, sagte Sprecher Mathias Bonatz. Vier der Intensivbetten seien mit Covid-19-Patienten belegt. 16 weitere Corona-Patienten lägen auf der Normalstation. „Wir können aktuell den planbaren OP-Betrieb weitestgehend aufrechterhalten.”

Rostocker Klinikum hält vorerst an Operationen fest

Im Rostocker Südstadtklinikum sind derzeit drei der 26 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. „Es werden keine Operationen abgesagt”, sagte Verwaltungsdirektor Steffen Vollrath. Geplante Operationen werden abgearbeitet, das könne sich aber ändern.

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Im Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum wurden bereits Mitte Dezember verschiebbare Eingriffe ausgesetzt. So soll genügend Personal in den Corona-Bereichen eingesetzt werden können, sagte Sprecherin Anke Brauns. Das Leistungsspektrum sei im Wesentlichen auf Notfälle und dringliche Therapien wie Tumorbehandlungen begrenzt. Aktuell würden 53 Covid-19-Patienten behandelt, davon zehn auf einer Intensivstation. Die Behandlung von maximal elf Corona-Patienten sei möglich.

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Kommentare (5)

Noch die beschwichtigenden Worte von Frau Kapell aus der Kreisstadt.

Wer an der Brisanz bzgl Covid zweifelt, kann ja mal mit dem Klinikpersonal ins Gespräch kommen. Und die Genesenen werden in der Sterbestatistik nicht erfasst; haben dennoch eine schwere Erkrankung mitgemacht und/oder leiden an Spätfolgen.

...ist mit den Intensivbetten sicher auch passiert und jetzt jammern. Wer hat das zu verantworten?

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157049/umfrage/anzahl-krankenhausbetten-in-deutschland-seit-1998/

Süffisant formuliert: seitdem wir gesünder leben, leben wir länger und sterben weniger. Ganz zynisch: da immer mehr Bürger zu Hause im Kreis der Familie sterben wollen, werden Kliniken überflüssig.

beschreibt es so:

https://www.presse.online/2020/11/12/missbrauchte-intensivbetten/