Die Vorsitzende des Landesflüchtlingsrates, Ulrike Seemann-Katz, hat sich gegen die Abschiebung von Christen in den Iran ausgesprochen (Archivbild).
Die Vorsitzende des Landesflüchtlingsrates, Ulrike Seemann-Katz, hat sich gegen die Abschiebung von Christen in den Iran ausgesprochen (Archivbild). Bernd Wüstneck
Flüchtlingsrat

Iranische Christin aus Torgelow abgeschoben

Eine iranische Christin aus Torgelow ist in ihr Heimatland abgeschoben worden. Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern hat sich gegen dieses Vorgehen der Landesregierung gestellt.
dpa
Torgelow

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern hat die Landesregierung aufgefordert, keine Christen in den Iran abzuschieben.

„Offizielle Bescheinigungen von Kirchengemeinden über Gemeindemitgliedschaften oder Taufurkunden müssten dafür ausreichen, künftig keine Christinnen und Christen mehr in muslimische Länder zu schieben, in denen auf das Bekenntnis zum christlichen Glauben die Todesstrafe steht”, sagte die Vorsitzende des Flüchtlingsrates, Ulrike Seemann-Katz, am Freitag in Schwerin.

Im Iran festgenommen

Am vergangenen Mittwoch sei eine 58-jährige iranische Christin aus Torgelow in ihr Heimatland abgeschoben worden. Die Frau sei im Iran umgehend festgenommen und lediglich auf Kaution freigelassen worden. Sie dürfe Teheran nicht verlassen, bis es zum Prozess komme. Auf das Bekenntnis zum Christentum stehe im Iran die Todesstrafe.

Dem Innenministerium ist der Fall bekannt, wie eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage sagte. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) habe den Asylantrag der Frau abgelehnt, ihre Beschwerde dagegen sei vom Oberverwaltungsgericht Greifswald abgelehnt worden. Beiden Institutionen sei bekannt gewesen, dass sie zum Christentum konvertiert war.

Es wäre nach Worten der Sprecherin ein klassischer Fall für die Härtefallkommission des Landes gewesen, die aber nicht angerufen worden sei. Die Härtefallkommission prüft, ob ein ausreisepflichtiger Asylbewerber bei dringenden humanitären oder persönlichen Gründen vorläufig doch bleiben kann.

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