Aus alt wird neu: die neue Landesmarke Mecklenburg-Vorpommern.
Aus alt wird neu: die neue Landesmarke Mecklenburg-Vorpommern. © Staatskanzlei MV
Neues Logo für MV

Ist das schick oder kann das weg?

Das neue MV-Logo ist noch taufrisch, und schon spotten viele Menschen über das primitive Design. Nordkurier-Grafiker Christian Sauerteig erklärt, was daran gar nicht so übel ist – und was ihn stört.
Neubrandenburg

Das neue Logo von Mecklenburg-Vorpommern ist da. Im Grunde genommen wurde das bisherige aufgefrischt. Ich kann es nachvollziehen. Da kommt ein Auftraggeber und möchte seine Marke mit einem klaren, modernen und schnittigen Logo präsentieren. Die Freude ist groß, doch dann sind Auftraggeber und Marke zugleich das Land Mecklenburg-Vorpommern und in der angeheuerten Design-Agentur herrscht schnell pure Verzweiflung.

Kein Bundesland mit mehr Buchstaben

Mecklenburg-Vorpommern. Das sind ganze 22 Zeichen. Kein Bundesland hat mehr Buchstaben. Wie soll man das in ein einziges Logo packen? Ein Logo, das in dieser poppig-bunten Welt von heute bestehen soll. Da sind schließlich tausende von Bildern, die täglich auf jeden einzelnen von uns einprasseln. Nicht nur in Magazinen, auf Flyern und Plakaten, sondern inzwischen auch auf immer mehr Bildschirmen – von großen LED-Wänden bis hin zu kleinen Smartphone-Displays.

Lesen Sie auch: Hoffnung auf Ostsee

Letztere sind der Grund, aus dem heutzutage immer mehr Logos immer einfacher dargestellt werden. Die großen Unternehmen haben es vorgemacht. Das soziale Netzwerk Facebook beschränkt sich mittlerweile auf ein einzelnes F in seinem Logo, der Zahlungsdienstleister Mastercard präsentiert sich lediglich mit zwei farbigen Kreisen und in dem Logo des Internet-Browsers Firefox kann man den im Namen verwendeten Fuchs inzwischen lange suchen.

Wonach sehnt sich der Mensch?

Was den Minimalisten freut, dient lediglich der Orientierung des Benutzers und dem Streben, zwischen all den konkurrierenden Bildern schnell wiedererkannt zu werden. Also heißt es auch für unser Bundesland, sich optisch zu verschlanken.

Mehr lesen: Tourismus weiter nicht erlaubt

Zum Glück wird das Logo des Landes schon seit einigen Jahren von dem Spruch „MV tut gut.” begleitet. Das ist kurz und knapp – nicht ganz so kurz wie „be berlin” aber mit weitem Abstand besser als „Land der Frühaufsteher”, was Sachsen-Anhalt einst auf großen Schildern an der eigenen Landesgrenze verkündete. Mecklenburg-Vorpommern hingegen wusste schon immer, wie es seine Gäste begrüßt. Wonach sehnt sich der Mensch mehr, als dass ihm etwas gut tut?

Komplizierter Name, guter Spruch – was liegt da näher, als auf den Namen zu verzichten und den Spruch zu vergrößern? Nichts! Also wurde es gemacht. Und um neben den Logos der Großen bestehen zu können, wurden obendrein die verbliebenen Schriften begradigt und das nebenstehende Bild einer stilisierten Landschaft mit Sonne, Meer und Feld glattgebügelt und von dicken Konturen befreit. Alles, was im alten Logo noch handgemacht aussah und an Papier, Buntstift und Tinte erinnerte, wurde entfernt.

MV – das könnten auch die Malediven sein

So präsentiert sich nun unser Bundesland und das Logo wird auf den Smartphones dieser Welt sicher ganz toll aussehen. Aber irgendwie vermisse ich darauf jetzt mein „Mecklenburg” und mein „Vorpommern”. „MV”? Das könnten auch die Malediven sein. Die vereinfachte Darstellung von Sonne und Meer würden jedenfalls gut zu dem fernen Inselstaat passen. Das Logo ist nun moderner aber leider auch beliebiger geworden.

Ich kann es nachvollziehen, das Logo zu vereinfachen. Unser Land besuchen aber jedes Jahr Menschen, die sich Zeit nehmen wollen. Zeit für Ihren Urlaub, weit weg von Stress und Hektik. Vielleicht nehmen wir uns Zeit für ein vollständiges „Mecklenburg-Vorpommern”.

 

zur Homepage