Afrikanische Schweinepest

Jäger in MV haben mehr Wildschweine erlegt

Die Angst der Menschen vor der Afrikanischen Schweinepest kostet Tausende Wildschweine in MV das Leben. Jäger schießen die Tiere verstärkt, um ein Einschleppen der Krankheit zu verhindern.
dpa
Über vierzig Wildschweine sind nach einer Treibjagd in Glaisin als Strecke ausgelegt. In diesem Jahr wurden deutlich mehr Tiere geschossen.
Über vierzig Wildschweine sind nach einer Treibjagd in Glaisin als Strecke ausgelegt. In diesem Jahr wurden deutlich mehr Tiere geschossen. Archivbild / Jens Büttner
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Schwerin.

Die Jäger in Mecklenburg-Vorpommern haben im zurückliegenden Jagdjahr 85.949 Wildschweine erlegt und damit so viele wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1972. Dies sei ein wichtiger Beitrag gegen eine mögliche Ausbreitung der gefürchteten Afrikanischen Schweinepest, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Dienstag in Schwerin.

Die Tierkrankheit, gegen die es bislang keine Impfung gibt, tritt derzeit in Osteuropa auf. In Polen gebe es Fälle bis zu 400 Kilometer an die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern heran. Ein Übergreifen auf den Nordosten hätte laut Backhaus verheerende wirtschaftliche Folgen von bis zu 980 Millionen Euro. Wildschweine gelten als ein Überträger.

Mecklenburg-Vorpommerns Jäger haben im zurückliegenden Jagdjahr deutlich mehr Wildschweine erlegt. Grund für die verstärkte Jagd auf Wildschweine ist die Angst vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das Land lobte sogar eine Prämie von 25 Euro je erlegtem Tier aus. 

Afrikanische Schweinepest in Osteuropa

Die Afrikanische Schweinepest tritt bisher in Osteuropa auf, Deutschland blieb bislang verschont. Seit Jahresbeginn wurden vor allem im Baltikum, aber auch in Polen, der Ukraine, Ungarn und Tschechien knapp 3000 Fälle registriert, die meisten davon bei Wildschweinen.

Die für Menschen ungefährliche Erkrankung verläuft bei Haus- und Wildschweinen fast immer tödlich. Wird sie in eine Schweinehaltung eingeschleppt, sind wirtschaftliche Einbußen die Folge. Tiere in betroffenen Beständen müssten getötet werden, empfindliche Handelsbeschränkungen in den betroffenen Regionen drohen. Verbreitet wird die Afrikanische Schweinepest häufig von Menschen, etwa über achtlos weggeworfene Schweinefleischprodukte.