ARBEITSLOSIGKEIT

Jeder elfte Arbeitslose in MV ist Ausländer

Immer weniger Menschen in MV müssen nach einer Arbeit suchen. Innerhalb eines Jahres sank die Zahl der Arbeitslosen um 12,4 Prozent. Ausländer profitieren aber weniger davon.
dpa
Ausländer sind in Mecklenburg-Vorpommern deutlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Einheimische.
Ausländer sind in Mecklenburg-Vorpommern deutlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Einheimische. Hendrik Schmidt
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Schwerin.

Ausländer sind in Mecklenburg-Vorpommern deutlich stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Einheimische. Ende März hatte jeder elfte Erwerbslose im Nordosten (9,1 Prozent) keinen deutschen Pass, wie aus Daten der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Ihr Bevölkerungsanteil lag Ende 2018 aber nur bei 4,6 Prozent.

Ausländer profitieren trotz zahlreicher Bemühungen der Behörden bislang auch weniger vom allgemeinen Rückgang der Erwerbslosigkeit: Von März 2018 bis März 2019 sank die Zahl der Arbeitslosen im Nordosten insgesamt um 12,4 Prozent. Bei den Ausländern betrug der Rückgang nur 5,4 Prozent.

Dokumentation über zwei Flüchtlinge feiert Premiere

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) appellierte angesichts der Arbeitskräfte-Knappheit an die Wirtschaft, verstärkt auch Ausländer einzustellen. „Um ihren Bedarf an Arbeitskräften zu decken, sollten die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern alle Möglichkeiten zur Besetzung ihrer offenen Stellen nutzen”, sagte er am Dienstag in Schwerin.

Das Wirtschaftsministerium unterstütze Betriebe und Geflüchtete auf diesem Weg, etwa durch die Finanzierung von landesweit 22 Joblotsen mit insgesamt 2,7 Millionen Euro über zwei Jahre. Sie sollen Flüchtlinge bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, Praktikum oder Ausbildungsplatz individuell unterstützen.

Die berufliche und gesellschaftliche Integration von Geflüchteten sei eine Aufgabe, für die alle Beteiligten Offenheit, Mut und Engagement benötigten, betonte Glawe. Beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern habe am 2. Mai eine Langzeitdokumentation Premiere, für die Regisseur Dieter Schumann Flüchtlinge zwei Jahre lang begleitet habe: ein Paar aus der Ukraine, eine syrische Kurdin und einen Jesiden aus dem Irak. Das Wirtschaftsministerium habe die Dreharbeiten mit 152.600 Euro gefördert.

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