Die jungen Menschen hätten noch 30 bis 40 Jahre Berufsleben vor sich. Zugleich gebe es einen Fachkräftemangel.
Die jungen Menschen hätten noch 30 bis 40 Jahre Berufsleben vor sich. Zugleich gebe es einen Fachkräftemangel. Arno Burgi
Trotz Fachkräftemangel

Jeder Siebte zwischen 25 und 35 ist in MV ohne Berufsabschluss

Tausende junge Erwachsene in Mecklenburg-Vorpommern haben keinen Berufsabschluss – zu viele, meint die Arbeitsagentur. Sie sucht Arbeitgeber, die den Betroffenen eine zweite Chance geben.
dpa
Schwerin

Etwa jeder siebte Arbeitnehmer und Arbeitslose zwischen 25 und 35 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern hat keinen Berufsabschluss. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit sind von den fast 121 000 Frauen und Männern dieser Altersgruppe im Nordosten, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder arbeitslos sind, fast 17 000 oder rund 14 Prozent ohne Berufsausbildung.

Fast 45 Prozent zwischen 25 und 35 Jahren ohne Abschluss

Von den 12 182 Arbeitslosen zwischen 25 und 35 im Januar waren demnach 6560 oder 53,8 Prozent ohne Berufsabschluss, wie die Regionaldirektion Nord auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Von den 108 683 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dieser Altersgruppe in MV hatten den Angaben zufolge 10 143 oder 9,3 Prozent keinen Berufsabschluss in der Tasche.

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„Diese Gruppe braucht eine zweite Chance”, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann. Die jungen Menschen in diesem Alter hätten noch 30 bis 40 Jahre Berufsleben vor sich. Zugleich gebe es einen Fachkräftemangel. Haupt-Koopmann vewies auf das Programm „Zukunftsstarter”, über das die Betroffenen eine Berufsausbildung nachholen könnten. Sie appellierte an Arbeitgeber, sich zu beteiligen.

Junge Menschen brauchen eine zweite Chance

„Natürlich brauchen wir neben motivierten jungen Menschen auch Arbeitgeber, die mitmachen”, sagte Haupt-Koopmann. „Jedes Jahr bleiben zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt.” Diese jungen Menschen bräuchten eine zweite Chance und die Arbeitgeber sicherten sich Ihre Fachkräfte von morgen. Laut Arbeitsagentur haben über die Initiative von 2013 bis 2021 7750 junge Erwachsene in Mecklenburg-Vorpommern eine abschlussorientierte Aus- und Weiterbildung begonnen. Zunächst hieß das Programm „Spätstarter”, seit 2016 dann „Zukunftsstarter”. Wie viele von ihnen einen Berufsabschluss erreicht haben, wurde nicht mitgeteilt.

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