WARMES WINTERWETTER

Jetzt bleiben die Kraniche im Winter schon hier

Fast wie zu besten Zugzeiten im Herbst sind derzeit auf Feldern und Wiesen viele der Vögel zu sehen. Immer mehr verzichten auf die Reise in den Süden.
dpa
Derzeit halten sich ganz ungewöhnlich viele Kraniche in Deutschland auf.
Derzeit halten sich ganz ungewöhnlich viele Kraniche in Deutschland auf. Bernd Settnik
Groß Mohrdorf.

Jahr für Jahr sparen sich mehr Kraniche den Flug in den Süden und überwintern in Deutschland. Derzeit halten sich ungewöhnlich viele in Deutschland auf, wie der Geschäftsführer der gemeinnützigen Kranichschutz gGmbH, Günter Nowald, am Mittwoch sagte. „Es sind auffällig viele, deutlich mehr als in den Jahren zuvor.“

Die meisten Kraniche werden nach seinen Worten aus Niedersachsen gemeldet, wo noch schätzungsweise 20.000 Vögel beobachtet wurden. Mindestens 10.000 seien es in Brandenburg, deutlich über 1000 in Mecklenburg-Vorpommern. Zur Arbeitsgemeinschaft Kranichschutz gehören bundesweit etwa 350 Beobachter, sagte Nowald, der auch das Kranichinformationszentrum in Groß Mohrdorf bei Stralsund leitet.

Futter finden die Kraniche auf Maisfeldern

Den Kranichen kommt der bisher milde, schneefreie Winter entgegen. Obwohl die Tiere eigentlich nicht kälteempfindlich seien, habe es in den vergangenen Frostnächten eine kleine Winterflucht gegeben, sagte der Experte. Wenn nötig, können Kraniche pro Tag 1000 Kilometer weit nach Südwesten fliegen – vor allem mit Rückenwind aus Nordost.

Auffällig ist Nowald zufolge, dass viele skandinavische Kraniche in Deutschland überwintern, anstatt nach Frankreich oder Spanien weiterzuziehen. Bisher versuchten vor allem einheimische Paare, den Winter in ihrem Revier zu verbringen, um im Frühjahr als erste an begehrten Brutplätzen zu sein. Nowald berichtete von einem beringten Kranich aus Schweden, der in diesem Winter schon in Niedersachsen gesichtet wurde, jetzt wieder in einem Trupp von 250 Tieren an der vorpommerschen Ostseeküste.

Kranichtrupps stehen auch auf Feldern und in Flussniederungen, um zu rasten. Futter finden die Körnerfresser hauptsächlich auf Maisfeldern. Ihnen kommt somit zugute, dass wegen der Nässe nicht alle Maisflächen abgeerntet werden konnten.

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