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Jugendherbergswerk will Flüchtlinge in Herbergen aufnehmen

Im Block 5 des denkmalgeschützten ehemaligen KdF-Bad Prora ist eine Jugendherberge angesiedelt, die Winter nun für Flüchtlinge zur Verfügung steht.
Im Block 5 des denkmalgeschützten ehemaligen KdF-Bad Prora ist eine Jugendherberge angesiedelt, die Winter nun für Flüchtlinge zur Verfügung steht.
Stefan Sauer

Mit der Winterschließzeit von zehn Jugendherbergen stehen in Mecklenburg-Vorpommern Flüchtlingsunterkünfte zur Verfügung. Der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerkes erklärte dem Innenministerium seine Bereitschaft.

Jugendherbergen könnten im Winter in Mecklenburg-Vorpommern zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks erklärte dem Innenministerium seine Bereitschaft, die Einrichtungen offenzuhalten, wie die Vorstandsvorsitzende des Landesverbands, Karen Löhnert, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Mit der Schließung von zehn Jugendherbergen Ende Oktober stünden landesweit Kapazitäten von bis zu 1550 Flüchtlingen zur Verfügung. "Wo andere Bundesländer Zeltstädte errichten, hat Mecklenburg-Vorpommern die Chance, die Flüchtlinge in ansprechenden Unterkünften unterzubringen", sagte Löhnert. Die Jugendherbergen hätten eine gesellschaftliche Verantwortung, in Notfällen zu helfen.

Nutzung in Absprache mit Landkreisen

Bislang leben 30 syrische Flüchtlinge in der Jugendherberge Burg Stargard. Eine weitere Anfrage gebe es aktuell für die Jugendherberge Zielow in der Mecklenburger Seenplatte für 16 syrische Flüchtlinge. Wie Löhnert weiter sagte, wolle sie Kontakt mit den einzelnen Landkreisen aufnehmen und Bedarfe abfragen. Allerdings müsste die Nutzung einer Einzelfallprüfung unterzogen werden, wie Löhnert weiter sagte.

Nach jetziger Planung laufen die Arbeitsverträge der meisten Mitarbeiter zu Ende Oktober aus. Zudem müssten Versicherungsfragen geklärt werden. Die soziale Betreuung der Flüchtlinge müsste durch soziale Träger abgesichert und ein Wachdienst  gestellt werden. Auch gebe es in den Herbergen kein Selbstverpflegungssystem.

Zum 31. Oktober schließen die Herbergen in Prora, Sellin, Born, Mirow, Zingst, Zielow, Barth, Ueckermünde und Dahmen. Prora ist mit 402 Betten die größte Jugendherberge im Land.

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