Emil Reisinger, Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock
Emil Reisinger, Leiter der Abteilung für Tropenmedizin und Infektiologie der Unimedizin Rostock Bernd Wüstneck
Rostocker Epidemologe

Junge Eltern mitverantwortlich für Infektionen in Kitas

Der Rostocker Epidemologe Emil Reisinger ist davon überzeugt, dass Infektionen in Kitas nicht nur durch Erzieher, sondern auch durch Eltern geprägt sind.
dpa
Rostock

Der Rostocker Epidemiologe Emil Reisinger hat die Eltern von Kita-Kindern aufgerufen, sich streng an die sogenannten AHA-Regeln zu halten. Die Kurven zu den Infektionszahlen bei der Altersgruppe der bis zu Vierjährigen sowie den 15- bis 34-Jährigen zeigten einen in den Schwankungen vergleichbaren Verlauf, sagte Reisinger am Mittwoch. „Das lässt darauf schließen, dass die Einträge in die Kitas nicht nur durch die Erzieher erfolgen, sondern auch durch die jungen Eltern.” Gleichzeitig sei bekannt, dass die Ansteckungen kaum unter den Kindern in einer Kita erfolgen.

Sieben-Tage-Inzidenz stagniert

Trotz des Lockdowns stagniere die Sieben-Tage-Inzidenz im Nordosten. Es gebe auch eine positive Entwicklung: „Bei den älteren Menschen über 80 Jahren wirken die Impfungen.” Je mehr die über 80-Jährigen und nachfolgend die über 65-Jährigen geimpft werden, desto weniger Patienten werden in den Kliniken liegen. Positiv sei auch die niedrige Inzidenz bei den 60- bis 79-Jährigen. „Das liegt daran, dass diese Menschen besonders vorsichtig sind. Sie wissen, dass sie besonders gefährdet sind.”

Lesen Sie auch:Ab nächster Woche Wechselunterricht in der Seenplatte

Es sei denkbar, dass im Rahmen der jüngst beschlossenen Öffnungen die Corona-Fallzahlen steigen werden, sagte Reisinger. Alles gleichzeitig sei nicht zu haben: „Wenn die Leute wollen, dass die Geschäfte weiter offen bleiben, müssen sie die privaten Zusammenkünfte auf das unbedingt nötige Maß reduzieren.”

Lesen Sie auch: Hickhack um Schulöffnungen verunsichert Eltern und Lehrer

zur Homepage