ZUM SCHUTZ VOR WÖLFEN

Kadaver-Schäfer versucht es jetzt mit Hunden

Mit einer spektakulären Aktion in der Stralsunder Innenstadt hatte Ingo Stoll auf die verzweifelte Situation in seiner Branche aufmerksam gemacht. Jetzt probiert er ein neues Mittel aus – das läuft allerdings weg.
Diese vier sollen Ingo Stolls Schafe vor Wölfen schützen.
Diese vier sollen Ingo Stolls Schafe vor Wölfen schützen. privat
Ingo Stoll
Ingo Stoll VDL Berufsschäfer
Lindholz ·

Deutschlands wohl berühmtester Schäfer, Ingo Stoll aus Lindholz bei Rostock, lässt nichts unversucht, um seine Schafe vor Wölfen zu schützen. Nachdem Stromzäune und Nachtwachen nichts gebracht haben, hat sich der 62-Jährige nun Herdenschutzhunde zugelegt.

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Vier Tiere sind es, groß wie Kälber, Rasse unbekannt, darauf trainiert, Schafe vor Wölfen und anderen Feinden zu schützen. „Das werden wohl Mischlinge sein. Die arbeiten völlig selbstständig. Die werden schon aktiv, wenn ich noch nicht mal höre, dass ein Spaziergänger oder was kommt.” Der Schäfer aus Vorpommern-Rügen hat die Hunde zunächst einmal probeweise von einem Bekannten ausgeliehen. Das geht, weil Herdenschutzhunde, anders als Haushunde, von Menschen weitgehend unabhängig sind, erklärt er.

Schafe sind ihre Familie

Sie würden nicht an Menschen hängen, sondern an den Schafen. Die Schafe seien ihre Familie. Einziger Haken: Seine neuen Mitarbeiter agieren relativ unkontrolliert.

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Sprich: Sie hauen ab. „Die waren schon zwei Mal außerhalb des Zauns. Ich weiß nicht, warum. Sie kennen meine Schafe noch nicht, die Umgebung ist auch neu – vielleicht liegt es daran.” Er werde jedoch nicht aufgeben und es weiter mit den Hunden versuchen. Allerdings: Die ultimative Lösung gegen Wölfe seien die Tiere nicht.

Ingo Stoll hat 1200 Schafe, die in 30 Herden Solarparks und Naturschutzgebiete pflegen. Für jede Herde bräuchte er mindestens zwei Hunde, insgesamt also wenigstens 60. Die Hunde müssen jeden Tag gefüttert werden. Außerdem müsste er mit jedem von ihnen jeden Tag mindestens eine halbe Stunde verbringen. Sie sollen schließlich nicht verwildern und zum Beispiel trainieren, wie sie auf dem Pickup mitfahren. Das sei je nach Saison mit einem bis sechs Mitarbeitern nicht zu schaffen, zumal die Schafe an sich schon alle Zeit beanspruchen.

Ingo Stoll hatte es in der vergangenen Woche ins Rampenlicht geschafft. Nachdem ein Tier, vermutlich ein Wolf, vier seiner Schafe getötet hatte, lud er die Kadaver auf seinen Wagen und stellte sie in der Stralsunder Innenstadt zur Schau. Mit der drastischen Aktion wollte er auf die verzweifelte Situation der Schäfer aufmerksam machen, was ihm gelang.

Leute fanden das ekelig, sprachen aber mit ihm

„Die Leute fanden das ekelig, mit einigen sind wir aber ins Gespräch gekommen.” Leider habe die Polizei das Geschehen nach nur 30 Minuten unterbunden. „Es war erstaunlich, wie schnell die da waren.” Selbstverständlich habe er die toten Tiere wieder mitgenommen und ordnungsgemäß entsorgt. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) kritisierte die publikumswirksame Demo im Nachhinein als kontraproduktiv.

Ingo Stoll ist seit 1975 Schäfer. Kolkraben, Biber, alles hat er schon erlebt. So schlimm, wie die aktuelle Situation mit den Wölfen war es aber noch nie. „Wir ziehen jedes Jahr 300 Kilometer Wolfsschutzzäune, weil die Herden ja regelmäßig umziehen. Die Zäune müssen vier Zentimeter über dem Boden beginnen, sonst kriechen die Wölfe darunter durch.” Das bedeutet, dass unter den Zäunen regelmäßig gemäht werden muss, damit kein Gras den Stromkreislauf unterbricht. Mindestens 14.000 Euro Personalkosten im Jahr seien dafür notwendig. Diese wolle er vom Staat erstattet bekommen. „Die Gesellschaft will die Wölfe, also muss sie sie bezahlen.”

Im Übrigen seien die herkömmlichen Wolfszäune ein Witz. Um die Schafe wirklich vor Wölfen zu schützen, benötige er vier Meter hohe, extrem stabile Zäune, die nicht zu überklettern sind und einen Meter in den Boden reichen. „Der einzige Ort, in dem meine Schafe vor Wölfen wirklich sicher sind, ist ein Gefängnis. Dort sind die Zäune hoch genug.”

Er plane momentan keine weiteren Aktionen, behalte sich aber vor, gegebenenfalls spontan zur Tat zu schreiten.

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Kommentare (63)

Diese Herangehensweise kann man nur als naiv bezeichnen. Am Ende kommt im schlimmsten Fall ein Negativ Beispiel heraus weil sich jemand mit Null Ahnung 4 Hunde zulegt, von denen er außer etwas Theorie nicht viel Ahnung hat. Das Land und die Wolsschutz Beauftrageten bzw. die Prävention haben da versagt.

Herdenschutzhundeexperte. Im Artikel steht, dass der Schäfer sich die Hunde ausgeliehen hat. Also von einem Experten. Wie stellen Sie sich Leihe vor? Niemand fragt, niemand informiert, man übergibt schweigsam von gleich auf jetzt die Hunde?

So sieht’s aus. Ich kenne keinen Schäfer , der seinen Beruf ohne Hunde ausübt. Ist also von Grund auf ein Fachmann! Nur die Rasse macht den Unterschied.
Vor allem kosten solche speziellen Herdenschutzhunde richtig viel Geld. Solche Anschaffung will wohl durchdacht sein.
Solche Kommentare vom lokus sollte man einfach „links“ liegen lassen.

Auf EBay werden absolute Krücken weil es Mode ist für Preise verkauft - ohne Papiere ein Cane Corso für 2000€ weil die Augen so schön sind. Ein ordentlicher Arbeitshund kostet auch Arbeit und Zeit und sollte einen Grundpreis haben damit nicht irgendwelche Deppen sich Rassen zu legen um dann völlig überfordert zu sein. Für Schäfer gibt es eine Förderung finanziell - somit lasse ich Ihren Kommentar rechts liegen.

Sie wollen doch einfach nur Sticheln - fachlich kommt da gerade wenig- die Aussage Sie kennen keinen Schäfer ohne Hunde ist Bildniveau.
Außer pöbeln was zu bieten? Oder einfach Sehnsucht gehabt?

Ja, mein Schwager, ist gelernter Schäfer und seit der Lehre in dem Beruf tätig, . Und was das Sticheln angeht, ist nichts anderes als das , was sie hier ständig absondern.

Kennste einen kennste alle, was? Dann wissen Sie sicher um die Förderung der HSH und merken, das Ihre angeführten Anschaffungskosten Nonsens sind.

Hier in der Region legen sich immer mehr Leute Herdenschutzhunde zu - ich würde deshalb nicht behaupten, wer einen Herdenschutzhund hält ist Experte. Einen Hund leihen kann ich mir auf die Schnelle - ist auch logisch im Zusammenhang mit einer Verzweiflung- dazu muss ich mich dann nicht lange in der Theorie damit beschäftigen. Eine halbe Stunde am Tag mag vielleicht reichen wenn man eingearbeitete Hunde hat - das sie so erstmal ständig ausbüchsen wundert mich null.
Wie ich mir eine Leihe vorstelle ist nicht die Frage- die Frage wäre doch, wie es dort gelaufen ist.
Ich kann über Bienen lesen, mir einen Ableger holen und ernte ich deshalb gleich Honig?!
Ich sage nur und das hat nichts mit Arroganz zu tun, sondern Voraussicht- das wenn schon so viel Geld ins Wolfsmanagement fließt, msn doch die Leute gut beraten und begleiten sollte und das passiert in meinen Augen nicht ausreichend.

er muss handeln, denn nichts tun ist schon gar keine Alternative.
Jeder der einmal erlebt hat, wie er ohne eigenes Verschulden um seine Lebensgrundlagen gebracht wird, versteht das sofort.
Da greift man nach jedem Strohhalm und das ist gut und natürlich.
Ich wünsche dem Schäfer, dass sich die Tiere nach der Eingewöhung und der Fixierung auf seine (ihre) Herde ganz normal auf ihre Arbeit konzentrieren. Klappt woanders auch.
Übrigens das mit "Null-Ahnung" klingt ein wenig arrogant und trifft höchstwahrscheinlich auch nicht zu.
In jedem Fall ist es jedoch nicht im geringsten konstruktiv oder zielführend.

Naiv ist wohl etwas anderes

Das gute Arbeit mit guten Hunden gelingt.
Genau das da haben Sie Recht funktioniert eben auch. Ich finde in Zeitungsartikeln kann da ein sehr verzehrtes Bild entstehen. Trotzdem finde ich sollte eine gute Beratung und Begleitung für Schäfer mehr in den Fokus gerückt werden. Ebenso die Förderung muss optimiert werden- gerade weil Betriebsgrößen schwanken - allein die Anschsfgungskosten reichen nicht. Es ist ein großer Unterschied ob man 10 Hunde oder 2 tierärztlich versorgt, selbst bei Impfungen, Entwurmung, Zeckenmittel sollte den Betrieben geholfen werden. Landschaftspflege ist in Größenordnungen, die mehr erfordern.

Ein guter Ansatz, zumal der Cane Corso, auch als Mischlingshund sich gut dafür eignet. Wenn dieser sogar noch unter Schafen gross gezogen wird, versucht er sein bestes. Also kann man nur dem Schäfer viel Glück hierbei wünschen.
Wer diesen Versuch als Naiv ansieht, wider spricht den Erfahrungen der Generationen zuvor als der Wolf als noch nicht ausgerottet in Deutschland galt.
Schwieriger wird tatsache die Mischung aus der jetzigen Kulturlandschaft u. der wilden Natur sein, wo man versucht da einen Einklang zu erreichen. Wie man hier liest u.a. aus dem Umfeld erfährt wird das viel schwieriger werden als Herdenschutzhunde sich anzuschaffen.Dennoch muss es versucht werden.

Ein weiterer Aspekt der mir hierzu einfällt, wäre das Falknern mit den dafür vorgesehenden großen Greifvögeln.
Das dies möglich ist, zeigen bis heute andere Kulturkreise. Glaube bei den mongolischen Völkern ist das noch Sitte - nicht nur Tradition.
Wie auch immer, gutes gelingen dem Schäfer u. hoffentlich versteht Canus Lupus diese eindringliche Botschaft seiner Artgenossen richtig. Hybridwölfe wird es deswegen nicht geben. Ist zumindestens beim Cane Corso weniger bis garnicht bekannt.

Experte guck das Bild an - das sind Pyrenäen oder Maremmen Abbruzzen aber von Cano Corso weit entfernt- ich bin pro HSH sehe aber Mischungen für die schnelle Mark weil aktuell gebraucht kritisch / Kreuze einen Jagdhund und die Lämmer sind schneller mal weg als der Wolf da ist / nicht umsonst gibt es Rassen, die speziell für eine Nutzung gezüchtet werden/ das ahnt eine Oma mit Cockerspaniel meist nicht ...

Ich sehe die Arbeit mit Hunden als einzige Möglichkeit- aber es als naiv mir 4 Mischlinge auf dieKoppel zu packen.

Redakteurin Susanne Böhm schreibt im Nordkurier: "Nachdem Stromzäune und Nachtwachen nichts gebracht haben, hat sich der 62-Jährige nun Herdenschutzhunde zugelegt."

Stromzäune können nur dann einen Effekt haben, wenn auch Strom drauf ist! Die Wahrheit sah wohl anders aus.

Das Agrarministerium in Mecklenburg-Vorpommern hat in seiner Pressemitteilung Nr.123/2021 vom 05.05.2021* klargestellt, dass bei dem letzten Angriff gar kein wolfsabweisender Mindestschutz vorhanden gewesen sei:

"Und dazu gehört, dass ein Grundschutz für die Tiere gegeben sein muss. Beides ist in dem aktuellen Fall nicht gegeben. Der Nachweis eines Wolfangriffs ist noch nicht erfolgt, der Zaun ist überaltert, führt keinen Strom und ist an verschiedenen Stellen niedergedrückt. Ich frage an dieser Stelle, wo bleibt die Verantwortung des Halters für den Tierschutz?"

Offenbar ist noch deutlich Spielraum zwischen dem hier zitierten polemisch übertriebenem angeblich notwendigen "Gefängnis" mit "vier Meter hohen Zäunen" und einem wolfabweisenden Zaun nach guter fachlicher Praxis, der eben nicht überaltert ist, nicht keinerlei Strom führt und an verschiedenen Stellen durchhängt wie zuvor.

Was der Herr Schäfer und leider auch der Nordkurier verschweigen: Der Schäfer, der pathetisch "Niemand hilft uns" behauptet, hat seit 2017 bereits 90.000 Euro Fördergelder erhalten. Dazu das Ministerium:

"Die Klage: „Niemand hilft uns“ ist unbegründet. Dennoch wurde sie, ohne die Hintergründe zu recher­chieren, von Medien und dem Bauernverband wider­gegeben. Es ist unaufrichtig, wenn der Schafhalter die fast 90.000 Euro unterschlägt, die er seit 2017 in Form von Fördergeldern vom Land erhalten hat."

Aha!

So wie die Sache mit den nun mal vorübergehend geliehenen Herdenschutzhunden dargestellt wird, die "wohl Mischlinge" unbekannter Rasse und "unkontrolliert" sein sollen und zudem angeblich schon mehrmals "entlaufen" wären (aus welchem Grund?), lässt befürchten, dass es hier einen Mangel an züchterischer Auswahl und vor allem an Sachkunde gibt, dessen erwartbare Folgen sich zwangsläufig wiederum zum Beweis eignen werden, dass Herdenschutzhunde "nicht die ultimative Lösung sind", wie der Schäfer wohlwissend bereits selbst prophezeit.

* Quelle: Mecklenburg-Vorpommern, Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Pressemitteilung Nr.123/2021 vom 05.05.2021: "Backhaus: Drama in Fußgängerzone beeindruckt keinen Wolf", abzurufen auf der Website des Minsteriums

So sieht dann die 2te Seite der Medaille aus.
Interessant nach der Aktion in der Fußgängerzone, wäre nun zu erfahren was mit den Fördermitteln dann gemacht wurde?

Ein vernünftiger Grundschutz würde schon helfen....dem kann man dann nur zustimmen u. so dargestellt bei Betrachtung beider Seiten.

Aus den zahlreichen Artikeln zu diesem Fall konnte man entnehmen, dass der Ingo Stoll kurz vor Herausgabe des Managmentplanes (und der Förderrichtlinien), ca. 60.000€ für eine Festzaunanlage von genau 1,0 Metern Höhe ausgegeben hatte, um genau die Wiesen einzuzäunen, auf denen ihm jetzt die Wölfe eine Beweidung unmöglich machen. Warscheinlich ist er sogar vertraglich zur Beweidung gezwungen. Mindestens zwingt ihn die allgegenwärtige Futterknappheit dazu, auch diese Weiden zu nutzen.

Das Dumme daran: Das Backhausministerium hat erst danach festgelegt, dass es Zuschüsse zur wolfssicheren Aufrüstung von Festzäunen erst ab einer vorhandenen Festzaunhöhe von 1,2 Metern gibt. Also die Aufrüstung (natürlich nur mit E-Litzen) nur von 1,2 Meter bis zu einer Höhe von 1,6 Metern gefördert werden darf. Daraus folgt, wie Ingo Stoll in den Medien erklärte, dass er erst einen kompletten Neubau der Zaunanlage finanzieren müßte um eventuell in den "Genuss" von Hilfen zur wolfssicheren Aufrüstung zu kommen. Die Billiglösung, den vorhandenen Zaun durch ein, oder zwei Litzen auf 1,2 Meter zu erhöhen, um dadurch förderberechtigt zu werden, hätte das Ministerium nicht anerkannt und die Aufrüstung (von 1,0 Metern auf 1,2 oder gleich bis 1,6 Meter) auch nicht gefördert.

Also Hilfen für diese Weiden: NULL, nichts, keine...

Das der Till aus dem Backhaus hier verbotenerweise Betriebsinterna ausplappert, um seine Haut zu retten und von seinem völlig unbrauchbaren Wolfsmangment und Förderrichtlinen abzulenken, spricht nicht für seine Integrität. Er hätte dann schon dazusagen müssen, wofür und warum das Geld ausgegeben wurde. Und vor allem, wie groß der notwendige Eigenanteil des Schäfers war, den er aufbringen mußte, um die 90.000 zu bekommen. Eigenanteil und Fördersumme sind allein der Wolfanwesenheit anzulasten, und sind betriebswirtschaftlich keinesfalls ein Gewinn.

Herdenschutzhunde wurden ihm vom Flächgeneigentümer/Verpächter verboten. Im Artikel steht nichts davon, auf welcher Weide, in welcher Herde, er die HSH einsetzt. Vier Hunde reichen nur für eine Herde. Wieviele Herden er hat und wieviele Hunde er eigendlich bräuchte, hat er schon dargelegt. Also kann man diesen Versuch von Schutz durch HSH als Verzweiflungstat, oder blinden Aktionismuß verbuchen.

In der "Pressemitteilung Nr.123/2021 vom 05.05.2021" brüstet sich Till Backhaus mit folgendem Satz.
Zitat Backhaus: "Für Präventions- und Akzeptanzmaßnahmen hat das Land seit 2013 rund 1,4 Mio. Euro aufgewendet. Ich denke, das ist nicht nichts."
Wenn man diese Summe mit anderen wolfsgeplagten Bundesländern vergleicht, dann ist das praktisch nichts. Niedersachsen, Brandeburg, Sachsen und sogar Schleswig-Holstein geben JEDER JEDES JAHR mehrere Millionen für den selben Zweck aus.

Zitat Backhaus: "Es ist rechtlich nicht möglich, den Bestand zu regulieren. Das weiß auch der Bauernverband, wird aber nicht müde, dies trotzdem täglich zu fordern."
Natürlich wäre es rechtlich möglich den Bestand zu regulieren. Und es wäre sein Job das möglich zu machen. Deshalb fordert der Bauernverband das. Außerdem könnte er ja erst mal damit anfangen, die erwiesenen (nutztierspezialisierten) Problemwölfe zu entnehmen. Selbst das verweigert er.

Zitat Backhaus: "Ich wünsche mir, dass die Stimmungsmache aufhört und wir zu einer Versachlichung der Debatte kommen."
Das sagt der Mann, der gerade verkündet hat, dass der Wolf immer noch vom Aussterben bedroht wäre...

Zitat Backhaus: "Möglich sind Tötungen von Wölfen in begründeten Einzelfällen. Werden Gründe geliefert und Anträge gestellt, kann gehandelt werden."
Soso. Kann... Was Begründungen sind, legen die abschußverweigernden Wolfsmanager fest. Nicht die geschädigten Landwirte, die Gründe genug liefern und sogar begründete Anträge stellen.

Zitat Backhaus: "Schockierende Aktionen in Fußgänger­zonen spielen in diesem Prozess zum Glück keine Rolle"
Das kann er hoffen, aber die Tatsachen, die die Wölfe täglich liefern, arbeiten nun mal gegen ihn. Und was soll an dem Anblick denn schockierend gewesen sein? Da gab es weder Blutlachen, noch heraushängende Därme, oder verstümmelte schreiende Lämmer. Wenn das schockierend war, müssen ja alle Schäfer die ein Wolfsgemetzel aufräumen mussten, lebenslang traumatisiert sein. Aber die zählen ja nicht.

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Und der große Keltenfürst fällt auch prompt auf die billige und unsachliche Stimmungsmache vom Till Backhaus herein...

Mit den Fördermitteln hat er um seine Herden irgendwie wolfsabweisende Zäunen gebaut. Offensichtlich sind die 90.000€ (verteilt über mehrere Jahre) nicht genug, um 1500 Schafe + Lämmer, in mehreren Herden und über mehrere Landkreise verteilt, vollumfänglich mit einem vernünftigen Grundschutz (was ist das eigendlich?) zu versorgen.

Um Sie zu beruhigen: Die Verwendung der Fördermittel wird monate/jahrelang vor Bewilligung und nach Investition überprüft. Die Überprüfungen und der nicht unerhebliche Eigenanteil stellen sicher, dass die Mittel nicht zweckentfremdet werden, oder das Geld nicht anderweitig verprasst wird. Allerdings stellen die strengen Förderrichtlinien auch sicher, dass die allermeißten Weidetierhalter gar nichts aus dem Fördertopf abbekommen. Von daher ist das schon ein Batzen Geld, den er da bekommen hat.

Werter "st",
Ihre Wortwahl: "Das der Till aus dem Backhaus hier verbotenerweise Betriebsinterna ausplappert, um seine Haut zu retten", "Und der große Keltenfürst fällt auch prompt auf die billige und unsachliche Stimmungsmache vom Till Backhaus herein..." sind doch genau das, was der Herr Bakchaus kritisiert, der in seiner Pressemitteilung schreibt: "[...] mit Polemik, Halbwahrheiten und gegenseitigen Schuldzuweisungen kommen wir nicht weiter" (a. a. O.).

Danke also für die Bestätigung - quod erat demonstrandum.

Solche Aussagen von Herrn Backhaus, der ja immerhin selbst Jäger mit landwirtschaftlichem Hintergrund ist, lassen darauf schließen, dass der Bogen von Polemik und Halbwahrheiten allgemein mittlerweile so weit überspannt worden ist, dass man dem Wähler nicht mehr erklären kann, warum Starrköpfigkeit und mangelnde Kompromissbereitschaft weniger Menschen kleiner Interessengruppen, deren Nachteile vom Steuerzahler großzügig ausgeglichen werden, politikbestimmend für eine ganze Gesellschaft sein sollen, die auch neuesten Umfragen zufolge den Wolf befürwortet und sich eine friedliche Koexistenz ohne Jagdwaffe wünscht.

Immerhin mussten Sie nun auch anerkennen, dass zwischen "Nichts" und einer Förderung von 90.000 Euro "ein Batzen" liegt, der in der Berichterstattung des Nordkurier nicht vorkommt. Von den zahlreichen gewöhnlichen z. B. alleinerziehenden Personen, Rentenempfängern, im Niedriglohnsektor Beschäftigten (auch in der Landwirtschaft - Erntehelfern z. B.!) können Sie kein Verständnis erwarten, wenn die auch von diesen Personen hart erwirtschafteten Steuergelder als "nichts" bezeichnet, in der Außendarstellung "unterschlagen" (Zitat Backhaus) und mit immer mehr und immer höheren Forderungen flankiert werden. Da wir nicht in einer Diktatur leben, kann Herr Backhaus nicht beliebig nur den von Partikularinteressen bestimmten Forderungen des Bauernverbandes nachkommen, sondern ist der gesamten Gesellschaft verpflichtet. Und allein mit den Stimmen von Jägern und Landwirten ließe sich nicht mal die 5 Prozent-Hürde überwinden.

Maßnahmen, die nachweislich keinen verringernden Effekt auf die Zahl der Nutztierrisse haben, wie z. B. die "Bestandsregulierung" mit der Jagdwaffe, für die Jäger auf Trophäen-Auslandsjagdreisen Tausende Euro hinblättern müssten, kann man der Gesellschaft eben nicht verkaufen, es sei denn, das man selbige für dumm verkaufen will. Ob sie 10 oder 8 Wölfe im Revier haben - ungeschützte Schafe sind nun einmal attraktive Beute, egal ob für einen Wolf oder sieben. Der Straßenverkehr hat seit 1990 bereits 462 Wölfe "wegreguliert" - Und? Haben sich die Nutztierrisse deswegen verringert oder Wölfen allgemein "Scheu" vor Straßen beigebracht? Nein.

Der niedersächsiche Umweltminister reguliert Wölfe auf rechtlich zweifelhafter Basis, wobei seine beauftragten Jäger statt der als schadstiftend bezeichnet betreffenden Altwolf-Individuen bislang vier Welpen hat schießen lassen, die niemals an einem Riss nachgewiesen wurden. Glauben Sie, dass es der Kriminalitätsbekämpfung dienlich wäre, statt krimineller Straftäter wahllos unschuldige Kinder aufzugreifen und wegzusperren?

Der Brandenburger Schäfer Knut Kucznik hat den Nachteil der sinnlosen "Regulierung" so formuliert:

"[...] wenn ein Rudel in der Nähe einer Schäferei gelernt hat, dass die Zäune Strom führen und in den Schafen Hunde sind, die ihre Schafe beschützen, dann führt das wohl dazu, dass die Wölfe diese Schafe nicht mehr angreifen.
Und wenn jetzt ein irrer Jäger gerade die Leitfähe aus diesem Rudel abschießt, weil praktisch 51 Tiere zu viel sind und 50 dürfen nur sein, dann gerät das ganze Rudel durcheinander und die fangen wieder neu an auszutesten, ob meine Schafe dann doch vielleicht Wild wären, was sie fressen könnten."

Quelle: Deutschlandfunk, 09.03.2018: Schäfer fordern Weideprämie - "Wir machen unverzichtbare Arbeit für die Gesellschaft"

Genau.
Der größte Wolf wird erlegt, möglichst von Backhaus selber. Grosse Nachricht in der BLÖD Zeitung, "Backhaus der Held, grössten Wolf in MVP abgeknallt. Damit ist dann Platz für einen unerfahrenen Jungspund der Beute machen möchte. Und die Abschussgenehmigung für den auch erteilt. Wenn die Öffentlichkeit wüsste, mit was für perversen Leuten sich Backhaus angefreundet hat, da ist dass ein Scheissdrek

👍🏼

Waren es denn überhaupt Wölfe oder Köter ohne Leine? Wölfe jagen zum fressen und Hunde aus Spass. Die töten nicht mehrere Tiere. Selbst mehrfach gesehen, Hunde töten Rehe, Enten, Hasen, Füchse, Katzen teilweise auf Kommando vom Besitzer. Kein Jäger, sagt nur sollen ihren Spaß haben.
Hab auch schon Schäfer gesehen die Schafen oder Lämmern einfach mit nem Ast den Schädel zertrümmern. Für die Geier, sonst töten es die Krähen. Hä, Krähen? Nix Tierarzt, kollateralschaden nach dem Scheren. Gebrochene Beine beim Mutterschaf ist ja wohl nicht akzeptabel. Dann wird garantiert geschlachtet bzw auf den Wolf geschoben. Wie beim ewigen Transport verendete Tiere. Alles Wolf

@Senta Tangerstedt:
"Polemik, Halbwahrheiten und gegenseitigen Schuldzuweisungen" sind es, wenn ein Herr Backhaus behauptet, die Schafe des Herrn Stoll hätten hinter einem veralteten, heruntergedrückten und stromlosen Zaun gestanden. Obwohl der Ingo Stoll in der Fußgängerzone dargelegt hat, dass die von ihm gezeigten Schafe, hinter einem 1,2 Meter hohen Zaun gesichert waren.

https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/schaefer-in-mv-greift-wegen-wolf-zu-drastischen-mitteln-0543409005.html

Welche Version wirklich stimmt, hat keiner von Beiden bewiesen. Wenn ein, oder mehrere Wölfe eine Schafherde malträtieren, ist wohl davon auszugehen, dass danach ein paar dellen im zaun sind (nicht vorher).

Till Backhaus mag ja Jäger mit Landwirtschaftlichem Hintergrund sein. Aber er ist nun mal der dienstälteste Minister Meck-Pomms, ohne Ambitionen seinen Amtssessel zu verlassen. Da er gleichzeitig der Umweltminister ist, muß er in Sachen Wolf einen unmöglichen Spagat hinlegen und entscheidet nach gutdünken, mal für die eine, dann wieder für die andere Seite. Im Ernstfall aber für die größere Wählergruppe.

Gerade der aktuelle Umgang mit Wölfen in Deutschland beweist, dass auf Desinformation und Propaganda basierende Wählermehrheiten (also nicht die Wolfsgegner), nicht als Ratgeber zum richtigen Umgang mit explodierenden Raubtierbeständen in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft taugen. Menschen wie Till Backhaus sind die daraus resultierenden negativen Auswirkungen aber völlig egal. Hauptsache sie können ihren Posten behalten.

@Senta Tangerstedt:
"warum Starrköpfigkeit und mangelnde Kompromissbereitschaft weniger Menschen kleiner Interessengruppen, deren Nachteile vom Steuerzahler großzügig ausgeglichen werden, politikbestimmend für eine ganze Gesellschaft sein sollen"
Das ist jetzt nicht Ihr Ernst? NICHTS wird vom Steuerzahler großzügig ausgeglichen. Es wird allenfalls versucht, irgendwie durch selektiv verteilte Geldgeschenke ein Schweigen der Geschädigten zu erkaufen. Da diese "Geschenke" nur einen Bruchteil der Nachteile aufwiegen (meißt nicht mal das), sind die Geschädigten nicht mehr gewillt diese Nachteile in Kauf zu nehmen.

Starrköpfigkeit und Mangelnde kompromissbereitschaft kann man keinem Schafhalter vorwerfen, der 90.000€ + Eigenanteil und die dazugehörige permanente Mehrarbeit in Wolfsprävention investiert hat. Wenn dieser Aufwand sich inzwischen als völlig nutzlos erwiesen hat, weil die Wolfsrisse nicht nachlassen, ist es doch sein gutes Recht, dass er dem wolfsbeführwortenden und steuerzahlenden Bevölkerungsteil, die Auswirkungen seiner Wünsche nach einer friedlichen Koexistenz mit Wölfen ohne Jagdwaffen vor Augen führt.

Nebenbei bemerkt ist die neueste Umfrage des NABU absolut gar nichts wert. Wurde doch jegliche konkrete Frage zu direkten negativen Auswirkungen zur Wolfsermehrung ausgeklammert. Der winzig kleine Anteil der befragten Personen, läßt auch keinerlei Rückschlüsse auf die Gesamtstimmung in Deutschland zu.

@Senta Tangerstedt:
"Von den zahlreichen gewöhnlichen z. B. alleinerziehenden Personen, Rentenempfängern, im Niedriglohnsektor Beschäftigten (auch in der Landwirtschaft - Erntehelfern z. B.!) können Sie kein Verständnis erwarten"
Ihnen ist aber schon klar, dass der Durchschnittslohn eines Haupterwerbsschäfers in Deutschland noch unter dem eines Niedriglohners, oder durchschnittlichem Hartz4-Empfängers liegt? Wenn Sie hier versuchen, die 90.000€ Zuschuß zu Präventionsmaßnahmen auf das Privatvermögen der Empfänger aufzuschlagen, dann ist das genau die Polemik, Halbwarheit und Schuldzuweisung, die Sie bei anderen so sehr verurteilen.

Reiten Sie nicht immer auf der angeblich geforderten Bestandsregulierung herum. Aktuell wird nur die Entnahme von Wölfen gefordert, die nachweislich die geforderten Mindestschutzstandarts überwinden, oder sich auf Rinderisse spezialisiert haben. Leider vergeblich.

@Senta Tangerstedt:
"Der Straßenverkehr hat seit 1990 bereits 462 Wölfe "wegreguliert" - Und? Haben sich die Nutztierrisse deswegen verringert oder Wölfen allgemein "Scheu" vor Straßen beigebracht? Nein."
Reine Spekulation. Tote Wölfe reißen keine Nutztiere. Wölfe die sich auf Straßen platt fahren lassen, vermehren sich nicht mehr. Nur die die Angst vor Autos haben, vermehren sich in der Zukunft. Genau wie erschossene Wölfe ihren Nachkommen nicht mehr beibringen können, wie man Rinder reißt, Herdenschutzhunde austrickst, oder über Stromzäune springt. Solche Erkenntnisse hat schon vor 200 Jahren ein Charles Darvin gewonnen. Traurig dass die Wolfsfreunde von heute so was leugnen. In sämtlichen Ländern, mit nennenswertem Wolfsvorkommen, sind diese Erkenntnisse angewendete Praxis.

In Niedersachsen wurde noch kein einziger Welpe geschossen. Es waren immer körperlich voll ausgewachsene Jungwölfe, aus Rudeln die nachweislich und in großer Anzahl Nutztiere auch in wolfsabweisend geschüzten Herden rissen. Es ist doch unsinnig zu behaupten, dass die nicht von ihren Elterntieren gelernt haben sollen, solche Zäune zu überwinden.

Der Vergleich mit unschuldigen Kindern soll bei uninformierten Menschen Beschützerinstinkte auf der Mitleidsschiene wecken. Ich würde eher den Vergleich mit halbstarken spätpubertären Schlägertrupps verwenden, die auf der Suche nach ihren körperlichen Möglichkeiten und Grenzen sind.

Und wenn Sie jetzt schon wieder den Knut ausgraben müssen: Durch die in Niedersachsen geschossenen Wölfe, wurden keinerlei Rudelstrukturen zerstört, weil nur Jungwölfe erlegt wurden, die sowieso in kürze abgewandert wären und das erlernte Überwinden von Schutzmaßnahmen in die neuen Rudel weitergegeben hätten. Also alles sachlich und fachlich richtig gemacht.

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@Kira:
Sie sollten besser andere Informationsquellen nutzen, als nur die einschlägigen filterblasigen Facebookgruppen. Stichworte zur Informationsbeschaffung wären: Overkill, Sureplus killing, Beutereflex, oder auch Blutrausch.

Jeder Wolfsexperte wird Ihnen bestätigen, dass Wölfe in Schafherden fast immer mehr Tiere töten, wie sie überhaupt fressen könnten.

Auf den Rest, Ihrer plump und frei erfundenen Hetzbeiträge, muß ja wohl keiner antworten.

Werter "st",

Leider ist es einer Lösungsfindung nicht zuträglich, wenn wissenschaftlich basierte Fakten immer wieder geleugnet werden, ohne einen nennenswerten Gegenbeweis anzutreten.

Sie werfen mir "reine Spekulation" vor, um dann selbst zu spekulieren: "Wölfe die sich auf Straßen platt fahren lassen, vermehren sich nicht mehr. Nur die die Angst vor Autos haben, vermehren sich in der Zukunft."

Im Straßenverkehr in Deutschland getötete Wölfe (Quelle DBBW):
2015: 26
2016: 33
2017: 36
2018: 66
2019: 100

Welchen evolutionären Lerneffekt wollen Sie aus diesen Zahlen ableiten? Ich sehe keinen. Der Lerneffekt ist auch allen anderen Wildtieren nicht zu eigen, da der Verband der Deutschen Versicherer die Zahl der Wildunfälle 2019 auf den Rekordwert von 295.000 beziffert, "so viele wie nie zuvor und 27.000 mehr als im Vorjahr". (Quelle: GDV, 19.10.2020). Die tierischen Verkehrsopfer haben ihren Artgenossen das 1x1 der Straßenverkehrsordnung eben nicht lehren können.

Hätte man Wölfen erfolgreich "Scheu" durch Jagd beibringen und bewirken können, dass sie durch evolutionäre Lerneffekte das Reißen leicht zugänglicher Nutztiere meiden, hätte man sie nicht komplett ausrotten können. Man hätte sie ja nicht mehr gesehen. Und dass man sie durch Bejagung "nicht mehr sieht" - das ist doch das Versprechen, dass man den Menschen in Aussicht stellt, wenn max. 0,5% der Bevölkerung endlich ihrem scheinbar sehnlichsten Wunsch nachgehen können, endlich, endlich legal Wölfe töten zu dürfen!

Dass das leere Versprechen sind, zeigt sich in Schweden und Frankreich, wo die Nutztierrisse NICHT zurückgehen bzw. sogar steigen, wenn die Herden weiterhin schlecht oder unzureichend geschützt sind. Gleichermaßen werden trotz Bjegaung immer wieder Wölfe in den Siedlungsbereichen gesichtet. Für den schwedischn Jagdverband Jägarnas Riksförbund ist die Quotenjagd übrigens nur ein erster Schritt - man spricht dort ganz unverblümt davon, langfristig eine erneute Ausrottung der Wölfe anzustreben (Quelle: Altinget, 23.01.2020).

So ehrlich ist man in Deustchland (noch) nicht, denn der Status des "anerkannten Naturschutzverbandes" dürfte für den Jagdverband dann nicht nur aus - wie bereits jetzt - gesellschaftlicher Sicht hinfällig sein, sondern auf absehbare Zeit auch formalrechtlich.

In Niedersachsen sind Welpen - per Definition - geschossen worden, deren DNA bislang an keinem Riss nachgewiesen wurden. Jäger haben einfach auf irgendwelche Wölfe geschossen, wodurch die vermeintlich auffälligen Wölfe weiter unterwegs sind und nicht das Mindeste gewonnen wurde. Was bitte soll an einem derartigen blinden Aktionismus "sachlich und fachlich richtig" sein? Geht's den Schäfern in Niedersachsen dadurch jetzt finanziell besser?

Denn wenn die Schäfer so wenig verdienen, dass sie allesamt unter Hartz IV liegen, wie Sie beschreiben, könnten sie sich für eine bessere Bezahlung einsetzen oder den Beruf an den Nagel hängen und die Reichtümer von Hartz IV genießen - oder einen angeblich besser bezahlten Job im Schlachthof, in der Altenpflege oder an der Discounter-Kasse annehmen. Stattdessen werden Fördergelder im knapp sechsstelligen Bereich verschwiegen und auf hohem Niveau weitergejammert. Und an allem ist natürlich immer nur der Wolf schuld!

Der Abschuss von Wölfen jedenfalls ändert an der finanziellen Situation des Schäferberufs rein gar nichts.

Ich finde es großartig, wie Sie die Argumentation der Frau Tangerstedt zerlegen. Sie sehen aber auch, dass dort von (wahrscheinlich professioneller Seite) wenig auf Ihre Sachargumente eingegangen bzw. diese völlig verneint werden.

Es wird so sein, dass einige erst beim ersten Menschenopfer aufwachen bzw. diesem dann noch die alleinige Schuld, wie Fehlverhalten unterstellen werden.

Bleiben Sie dran und lassen sich nicht vom arroganten Unterton der Dame einschüchtern.
Die Mehrheit ist auf Ihrer Seite.

Der Abschuss von Wölfen jedenfalls ändert an der finanziellen Situation des Schäferberufs rein gar nichts.

Werter @st wie auch werte @Senta Tangerstedt,
dem ersteren sei vorab Dank gesagt für die ungewollte Erhebung ;) zu Lasten o.a. zu Gunsten meiner Ansicht.

Zu beiden sei gesagt, es liest sich wahrlich nett, beiden Argumentationen zum Pro bzw. Contra Wolf zu folgen, sie zu lesen, gedanklich Vergleiche zu ziehen, besser gesagt abzuwägen um ehrlich zu sein.
Stechend ist das Argument einer dichtbesiedelten Kulturlandschaft, definitiv u.a. aus dieser Sichtweise heraus klar verständlich. Aber es lässt dann sehr wenig bis keinerlei Raum übrig zur Renatur. Auch nicht für einst einheimsche Tiere.
Ein bisschen Natur geht nicht, dass sollte Jedem klar sein. Wer das eine will muss das andere mögen.? Nicht unbedingt.
Worauf ich persönlich hinaus will, ist mehr der zeitliche Aspekt des Thema´s Rückkehr der Wölfe.
Wie lange ist es her das sie zurück kehrten? Mir ist als wenn der Wolf einfach die Zeit für sich genutzt hat seit seiner Rückkehr, während der Mensch wieder erstmal Palaverte um das u. das auch noch erörtern musste usw. uvm. bevor überhaupt eine Prävention gegen Wölfe statt fand.
In diesem Diskurs tue ich mich schwer einfach "st" argumentell so zu übersehen,hinsichtlich einer dichtbesiedelten Kulturlandschaft.Da hat er irgendwie recht. Das bürgt natürlich Konfliktpotiential gegenüber der wirklichen Natur,in dem Fall Wolf.
Kulturlandschaften - Natur - Klima u.a. brauchen Zeit soll es halbwegs vernünftig laufen u. gleichwohl braucht es Zeit für die Parteien Pro & Contra bei dieser Entwicklung - nur die hat man nicht mehr?
Ich las hier was von einem Menschenopfer u. aufwachen, was krass wäre. Niemand will die Wölfe im Dörp o.a. Vorgärten - Städte haben, bei aller Zuneigung für dieses Raubtier u. seiner Lebensweise.

Der Abschuss von Wölfen jedenfalls ändert an der finanziellen Situation des Schäferberufs Tatsache rein erstmal gar nichts. Es sei denn vllt. er könnte selbst den jagenden / Wölfe erlegen, u. das Fell veräußern. Der Vorschlag mag keine Zustimmung unbedingt finden, aber es wäre eine Alternative des Herdenschutzes wie auch Chancengleichheit. Vorzustellen wären Ansätze / Jagdstände um die Herde verteilt z.B. Zudem Zeitnahe Reaktion auf eine Aktion der jagenden Wölfe. Späteres bejagen wie ausrotten eines Rudels können keine Lösung auf Dauer sein.

Abschliessend zu diesem Thema, an diesem Fall wie der nachfolgenden Aktion des Schäfer´s, halte ich persönlich grad ebend diesen Fall wegen doch vieler Schwachstellen insgesamt nur für einen Anlass sich gegenseitig auszutauschen, mehr aber auch nicht. Wolfsprävention muss wohl gelernt sein bzw. wieder mehr gelernt werden. Das gilt wohl für alle Beteiligten. *** Mich selbst mit eingeschlossen ;) ***

Sie wollen also ernsthaft abstreiten, dass Wölfe sich nur dann vermehren können, wenn sie sich nicht tot fahren lassen haben? Und als Beweis liefern Sie eine Zahlenreihe aus der sich höchstens ablesen läßt, dass rund 10% des deutschen Wolfbestandes jedes Jahr auf Straßen ums Leben kommt.

Das ist natürlich eine wissenschaftlich unanfechtbare Beweisführung!

Der evolutionäre Lerneffekt, besteht im Ausselektieren der dümmsten Individuen, die nicht schnell genug begreifen, dass Autos auf Straßen lebensgefährlich sind. Diesem Selektionsdruck unterliegen sämtliche Wildtierarten in Deutschland. Wer das nicht begreift stirbt aus, falls er die Verluste nicht durch ausreichend Nachkommen ausgleichen kann. Oder er muß gerettet werden (Wie z.B. Kröten durch Krötenzäune).
Dieses Wissen muß nicht durch verbale Kommunikation von Tier zu Tier weiter gegeben werden, wie Sie den Mitlesern ständig weis machen wollen. Es reicht dass die ängstlichen Individuen einen Überlebensvorteil durch mehr Lebensjahre besitzen, in denen sie mehr Nachkommen aufziehen, die durch ihr ererbtes vorsichtigeres Gemüt wiederum mehr Nachkommen aufziehen. Wogegen die leichtsinnigeren Individuen, durch ihr früheres Ableben weniger Nachkommen groß ziehen, die wiederum durch ihr ererbtes leichtsinnigere Gemüt noch weniger Nachkommen aufziehen.

Hautnahes Miterleben, wie der Kumpel neben sich auf der Straße überfahren wird, sollte einem geistig durchschnittlich begabten Wolf ebenfalls begreiflich machen, dass Autos gefährliche Mitgeschöpfe sind. Nach dem gleichen (seit langem erfolgreich angewendeten) Prinzip funktioniert auch die nachhaltige Vergrämung per Schußwaffe, deren Anwendung leider noch in Deutschland verhindert wird.

Wölfe können ganz offensichtlich diese (und alle anderen) Verluste ausgleichen und verdoppeln trotzdem alle drei Jahre ihren Bestand. Das der Bestand ohne Verkehrstote deutlich schneller steigen würde, kann man aus Ihren Zahlen schlußfolgern und berechnen.

Erschreckend, dass Sie diese simplen und grundlegendsten Naturgesetze abstreiten wollen. Da nützen auch die Auflistungen aller Wildunfälle einzelner Jahre nichts, um Ihre kruden Thesen zu untermauern. Aussagefähig wären allenfalls Zahlen aus denen hervorgeht, wieviel Prozent eines Gesamtbestandes jedes Jahr auf Straßen tot gefahren wird. Und ob der Anteil der Verkehrstoten über lange Zeiträume zu- oder abnimmt. Relevant wären dazu noch die Altersgruppe der Unfallopfer, Geburtenraten des jeweiligen Jahrganges (mehr abwandernde Jungtiere bedeutet mehr prozentuale Verkehrsopfer), Nahrungsverfügbarkeit im jeweiligen Gebiet, Jagddruck durch menschliche Jäger oder Raubtiere und diverse andere wanderungsfördernde Faktoren. Die zeitliche oder räumliche Verkehrsichte, Jahreszeit, Wetter, usw. spielt sicher auch eine große Rolle.

Natürlich hat man Wölfen erfolgreich Scheu durch Jagd beibringen können. Natürlich nicht so sehr, dass sie das Reißen von Nutztieren gänzlich gemieden hätten. Das kann man ganz einfach in den Ländern sehen, in denen der Wolf schon immer mit Menschen zusammen lebte, die ihn aber per Jagd auf ein erträgliches Maß dezimierten (also überall auf der Welt, wo der Wolf nie ausgerottet war). Wie sonst sind die hiesigen Wolfsexperten zu der Behauptung gekommen, dass Wölfe derart scheu und unsichtbar wären, dass sie nie ein Mensch überhaupt zu Gesicht bekäme? Mit dem Märchen tingeln sie heute noch in die Gegenden, in denen der Wolf noch ganz neu und unbekannt ist.

Natürlich muß man sich fragen, wohin Wölfe sich von Menschen zurück ziehen sollen, wenn alle paar hundert Meter eine menschliche Siedlung, eine wolfssichere Viehweide, eine Straße, Schiene, oder voll eingezäunte Autobahn auftaucht, die seinem Wandertrieb ein jähes Ende setzt und sämtliche brauchbaren Reviere von Artgenossen besetzt sind.

Wölfe, die man wegen ihrer Scheu nicht mehr sehen konnte (vor ihrer Verdrängung aus Deutschland), hat man trotzdem noch durch Nutztierrisse schmerzlich war nehmen müssen. Die Wölfe die der Jäger nicht erschießen konnte, wurden mit Lappjagden aus den Wäldern getrieben, mit Wolfsangeln, in Wolfsgruben, oder anderen Fallen gefangen und dann unter Jubel der Bevölkerung erschlagen, oder schlimmeres. Den Rest konnte man letztendlich mit Gift beseitigen. Hätten Wölfe keine enormen wirtschaftlichen Schäden verursacht, hätte sich keiner die Mühe gemacht, sie mit diesem Aufwand bis zum letzten zu töten.

Aber auch das werden Sie sicher, mangels wissenschaftlicher Verifikation durch das DBBW, abstreiten?

Nein. 0,5% der Bevölkerung (mit dieser scheinbar winzigen Zahl, wollen Sie die Jäger zu einer vernachlässigbaren Minderheit diskreditieren) haben nicht den sehnlichsten Wunsch Wölfe zu töten. Wo haben Sie den wissenschaftlichen Beweis dafür?
Die Verlautbarungen des schwedischen Jagdverbands "Jägarnas Riksförbund" taugen dafür jedenfalls nicht. Erstens spricht der nicht für die deutsche Jägerschaft und zweitens vertritt er auch in Schweden nur eine kleine Minderheit der dortigen Jäger.

Auch in Deutschland bejubeln nicht alle Naturschutzverbände die ungebremste Wolfsvermehrung, weil sie erkannt haben, dass unzählige Beweidungsprojekte, die mühevoll vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten am Leben halten, durch die Wolfspräsenz praktisch nicht mehr machbar sind.

Nein, in Niedersachsen sind keine Welpen - per Definition - geschossen worden. Welche Definition meinen Sie? Ich konnte nur die Wikipedia-Definition finden, der ich mich voll und ganz anschließe.

https://de.wikipedia.org/wiki/Welpe

"Als Welpe bezeichnet man einen jungen Haushund, aber auch Wolf oder Fuchs, der noch gesäugt wird bzw. höchstens zwei bis drei Monate alt ist."

Keine DNA-Spuren zu finden, ist kein Beweis dafür, dass die geschossenen Jungwölfe (allesamt Nachkommen/Rudelmitglieder der zum Abschuß freigegebenen Problemwölfe) nicht an Rissen beteiligt waren. Erst recht wenn man weiß, mit welch geringer Erfolgsquote verwertbare DNA-Proben von Rissgutachtern gewonnen werden. Logischerweise ist davon auszugehen, dass die Jungwölfe mit ihren Eltern an vielen Rissen beteiligt waren oder/und, dass sie oft genug beobachten haben, wie die Eltern Nutztiere gerissen und E-Zäune überwunden haben. Erst recht muß man annehmen, dass sie mit Nutztierfleisch gefüttert wurden, oder Teile von Nutztieren zum spielen/üben bekamen.

Junge Wölfe lernen alles von ihren Eltern durch beobachten, nachmachen, mitmachen, um es später im Leben anzuwenden. Das wollen Sie nicht etwa auch abstreiten? Welchen Grund haben Sie anzunehmen, dass diese Jungwölfe Jagdverhalten und Fähigkeiten der Elterntiere nicht übernehmen?

These: Weniger Wölfe -> weniger Risse -> weniger Schaden -> finanziell Besser
Beweis: Als es noch weniger Wölfe gab, gab es weniger Wolfsrisse, weniger wolfsbdingte Schäden und weniger Wolfsausgleichzahlungen (siehe Statistiken des DBBW).
Zusatzbeweis: Als es noch gar keine Wölfe gab, gab es gar Wolfsrisse, gar keinen wolfsbdingte Schäden und keine Wolfsausgleichzahlungen (bedarf keinerlei Beweise).

Sie wollen den Schäfern also unterstellen, dass sie sich nur mehr um bessere Bezahlung bemühen müßten, um mehr Geld zu verdienen? Oder einfach den Beruf aufgeben sollen, wenn ihnen die äußeren Umstände nicht mehr passen?

Ihnen ist hoffentlich klar, dass praktisch alle Schäfer, die heute in Deutschland eine Schäferei betreiben, diese gründeten oder übernommen haben, als noch nicht absehbar war, dass Deutschland irgendwann zu einem Wolfsland werden könnte? Die Schäfer waren also alle vor dem Wolf da.

Kurz: Sie haben keine Ahnung. Oder Ihnen fällt nichts besseres mehr ein, außer mit möglichst viel Dreck um sich zu werfen, in der Hoffnung dass schon genug kleben bleiben wird.

Noch mal zu den 90.000€ Fördergeld: Dieses Geld dient in keinster Weise der Verbessereung der Lebens- und Arbeitsumstände des Schäfers. Dieses Geld und der beträchtliche Eigenanteil gehen zu 100% Prozent in Wolfspäventionsmaßnahmen, durch die er am Jahresende nicht einen müden Euro mehr in der Tasche hat. Von dem was er hat, muß er notgedrungen noch den zusätzlichen Geld- Zeit- Arbeitsaufwand für Errichtung und Unterhalt (und irgendwann noch die Entsorgung) der zusätzlichen Wolfsabwehrmaßnahmen und die Versorgung seiner HSH abzweigen. Denn das ersetzt ihm niemand.
Ohne Wolf hätte er den Mehraufwand nicht, hätte den dicken Eigenanteil nicht zu finanzieren und bräuchte sich auch nicht für die Fördersummen rechtfertigen, die Sie ihm jetzt sogar (ganz übel und dreist) als ungerechtfertigte Bereicherung vorwerfen.

Gibt er seinen Betrieb (nicht Beruf, oder Job) auf, verliert er seinen ganzen Besitz/Vermögen, den er sein Leben lang aufgebaut hat. Eine gut gehende Schäferei aufzubauen, ist ein Jahrzehnte andauernder K(r)ampf, den man nicht einfach so bei Bedarf aufgeben, oder beginnen kann. Da hängen im Normalfall langjährige Vertäge dran, aus denen man ohne Entschädigungszahlungen/Rückforderungen, nicht heraus kommt. Bei einem erzwungenen Verkauf, kann nur ein Bruchteil des Vermögens erhalten werden. Der Wert einer Schäferei steckt nicht in veräußerbaren Dingen, wie Immobilien, Maschinen, oder Boden, sondern fast nur in den möglichen Einnahmen aus Tierverkäufen (Lämmer), oder langjährigen Verträgen (Landschaftpflege, Naturschutz, Deiche, Solarparks).

Gerade wegen des Wolfes, ist so eine Schäferei praktisch nicht mehr zu verkaufen, oder zu vererben. Allenfalls zu verschleudern. Also kalte Enteignung, durch die Hintertür (Wolf). Vorangetrieben durch die Wolfslobbyisten, denen man dafür volle Absicht unterstellen kann.

Der konsequente Abschuß von Wölfen, die zumutbare Herdenschutzmaßnahmen überwinden, würde die finanzielle Situation des Schäferberufs erheblich verbessern, weil dadurch keine unzumutbaren/undurchführbaren/ruinösen Herdenschutzmaßnahmen ergriffen werden müßten.

Der aktuelle Wolfsbestand in Deutschland, würde die Entnahme von jährlich mehreren hundert Wölfen problemlos vertragen, ohne abzunehmen. Wenn nur die abwanderungsbereiten Jungwölfe geschossen würden, würden auch keine Rudelstrukturen zerstört. Wie gut das (durch Jäger) funktionieren könnte, wird gerade in Niedersachsen vorgeführt.

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Abschließend noch zu Keltenfürst:

Gegenseitiger Austausch ist von der Pro-Wolffraktion unerwünscht. Da diese Leute im Moment noch alle entscheidenden Schaltstellen in der Hand haben, würde jede konstruktive Zusammenarbeit mit Wolfskritikern einen Machtverlust bedeuten, bzw. einen Rückschritt im bisher Erreichten. Dieses Machtgeklammer kann man in jedem Bundesland bei der Erarbeitung der Managmentpläne erkennen, die irgendwie in Hinterzimmern, ohne Mitsprache der Betroffenen, zusammengeschustert werden. Auf Bundesebene wird jeder Managmentplan verweigert und auf EU-Ebene wird Verantwortungslosigkeit zelebriert. Es ist also keine Besserung zu erwarten. Derweil explodieren Wolfsbestände weiter und mit ihnen die Schadensbilanzen.

Bis jetzt haben die Wolfsgeschädigten noch alles mitgemacht, was die Verantwortlichen der Misere entschieden haben. Von ein paar illegal getöteten Wölfen abgesehn, die aber keinen messbaren Verlust für die Wolfspopulation darstellen.

Was verstehen Sie unter "Wolfsprävention muss wohl gelernt sein bzw. wieder mehr gelernt werden."? Schauen Sie in die Geschichtsbücher, oder jede beliebige Quelle, die Zeiten darstellt, in der noch Wölfe in nennswerter Anzahl durch Deutschland liefen. Wenn Sie aus der damaligen Zeit, irgendetwas auf die heutige Zeit übertragen wollen, dann gute Nacht. Herdenschutzhunde gab es nicht, Schafhaltung bestand aus ein bis drei kläglichen, von Kindern gehüteten Schäfchen, die sich nachts die Tenne mit der Bauernfamilie, einer Ziege und einem Schwein teilten. Aber falls Sie etwas finden, das aus damaliger Zeit für heute nützlich sein könnte, geben Sie bescheid.

Und wie Sie scheinbar richtig erkannt haben, sind HSH, wie sie in ihren Ursprungsländern eingesetzt werden, nur sehr begrenzt auf deutsche Besiedlungsdichten übertragbar.

Na da oute ich mich doch mal als Pro - Wolf, aber ich will zuhören. Der zurück gekehrte Wolf hat keine Sprache die wir verstehen würden neuzeitlich.
Ich lese ihre ausführliche Darstellung der Problematik, muss auch ehrlich vielem zustimmen aus der heutigen Sicht wie gesagt dichtbesiedelter Kulturflächen usw. und dem auftauchen der Wölfe mang uns allen.
Allerdings widerspreche ich was Wolf u. Schäfer angeht im Bezug zu einst wer zuerst da war. Im Hier u. Jetzt stimmt dies allerdings unumwunden. Aber nur weil man annahm das ein wildes Tier nie wieder zurück käme, vllt. sogar wieder heimisch wird, ist als Argument flach u. leider blutig durch die Rückkehrer auch belegt.
Ich weiss nun ehrlich nicht, wer da was verschlafen hat, aber so geht es für keinen auf Dauer weiter. Und mit keinen mein ich beide Arten. Ob nun HSH nicht wirklich taugen - auch hier - muss man wirklich ausprobieren, jedoch nicht so wie beschrieben. Das meine ich auch mit Lernen...ob das aber noch möglich ist, bei Massentierhaltung, wenn auch in vielen Herden getrennt zudem mit emensen finanziellen Aufwand dann verbunden, glaube ich persönlich leider nicht.

Die nachhaltige Vergrämung per Schusswaffe o.a. Wölfe zu reduzieren, wie es andere Länder auch machen, da kann ich mit gehen. Die Zahlen auf ein verträgliches Maß zu halten, damit auch den wirtschaftlichen Schaden durch Wildtiere in vertretbaren Maß zu halten dann, scheint für heutzutage die einzige Möglichkeit einer Koexistenz zu sein.
Ich brauchte dank ihrer ausführlichen Darlegung u. Betrachtung also nicht lange nach altbewährten suchen um es in dieser Neuzeit vorzuschlagen. Ich lese aber auch das die Vergrämung per Schusswaffe z.B. in Deutschland wieder einmal an der Bürokratie scheitert.

Was wir also lernen könnten, wäre Wolf ja aber nicht ungebremst u. um jeden Preis mal salopp zu später Stunde umschrieben. Ich hoffe das die sogenannte Pro-Wolffraktion sich einmal auch diesen Gedanken annimmt. Denn es wird über kurz o. lang keine andere Alternative zur Koexistenz geben ausser den beschriebenen.

... und unsachliche Schuldzuweisungen bringen die Diskussion nicht weiter.

1. Die vier per Ausnahmegenehmigung in Niedersachsen geschossenen Wölfe waren WELPEN. Die Geschlechtsreife setzt bei Wölfen i. d. R. erst im Alter von 22 Monaten ein. Die Altersklassifizierung unterscheidet zwischen Welpe (im 1. Lebensjahr), Jährling (im 2. Lebensjahr) und danach erst Altwolf. Freigegeben waren Altwolf-Rüden, geschossen haben Jäger vier weibliche Welpen, denen niemals ein Nutztierriss nachgewiesen werden konnte. Die Jäger waren nicht imstande, die Tiere richtig "anzusprechen" und zeigten sich mit der Aufgabe überfordert. Nun fordert das Tierschutzgesetz zum Töten aber einen vernünftigen Grund und die EU allenfalls einen selektiven Abschuss, kein blindes Drauflosballern. Die Sache wird letztlich vor dem EuGH landen, der zuletzt eindeutig zu Gunsten der Wölfe entschieden hat.

2. Der Wolf muss nicht auf ein "erträgliches Maß", wie Sie es nennen (und das entscheiden - SIE?), reduziert werden, da er sich als an der Spitze der Nahrungskette stehender Beutegreifer durch Begrenzung der Ressourcen (Reviere, Nahrung, Krankheiten) selbst limitiert. Wie wenig das Wissen über Beutegreifer-Beute-Beziehungen gewöhnlich in Jagdkreisen bekannt ist, zeigt die Diskussion um den kleinen Bruder des Wolfes, den Fuchs, dem in Deutschland schonungslos mit grausamsten Jagdmethoden nachgestellt wird. Die grüne Regierung in Luxemburg hat dem 2015 durch ein Jagdverbot auf Füchse ein Ende gesetzt und die Auswirkungen wissenschaftlich begleitet. Es kam nie zu der von den Jägern heraufbeschworenenen Massenvermehrung von Füchsen und Ausrottung der Bodenbrüter oder des sogenannten "Niederwilds", sondern zu stabilen Beständen mit festen Familienstrukturen. Borreliose und Fuchsbandwurm gingen zurück. Das Fuchsjagdverbot besteht daher erfolgreich bis heute. Der Kanton Genf in der Schweiz hat gezeigt, dass die Hobbyjagd, wenn sie erst einmal abgeschafft ist, keine Chance auf Umkehr hat, weil die Menschen sehen, dass die von Jägern prophezeiten Katastrophen niemals eingetreten sind, man stattdessen aber sicher vor den vielen zum Teil tödlichen Jagdunfällen ist und auch Haustiere vor Abschüssen, ob versehentlich oder gewollt, durch Jäger geschützt sind.

In Deutschland wird doch nur deshalb so viel künstlicher Druck aufgebaut, weil die Wolfsjagd eingeführt werden soll, BEVOR die Menschen die Praxiserfahrung machen, dass die Jagd unnötig ist und das Land entgegen den Jäger-Prophezeiungen nicht von Wölfen "überschwemmt" wird. Die derzeitigen Zuwachsraten beruhen darauf, dass es noch viele freie geeignete Habitate gibt. Sind diese erst einnmal besetzt, flacht auch die Kurve des Zuwachses ab, bis eine Sättigung eintritt. Da Wölfe feste Reviere von 250-350 km² bilden, in denen jeweils eine Wolfsfamilie lebt, deren Jungtiere regelmäßig abwandern, spilet es für den Schäfer oder den ängstlichen Spaziergänger in Meck-Pomm keine Rolle, ob die bundesweite Zahl der Wölfe weiter steigt, da eine Zunahme der Wölfe in unbesetzten Revieren in NRW oder Bayern keine Auswirkungen auf den Alltag in Meck-Pomm hat. Vor Ort bleibt die Zahl der Wölfe immer weitestgehend konstant.

Der Irrglaube der angeblichen allgmeinen Notwenigkeit einer Regulierung von Wildtieren (=Abschuss) durch Menschen lässt sich mit einem einzigen Blick in den Garten widerlegen: Wieviele Amseln, Rotkehlchen, Igel, Eichhörnchen, Meisen, Kröten, Molche, Frösche, Gartenschläfer, Greifvögel wie Sperber oder Eulen, Bienen und Schmetterlinge müssen denn "reguliert", sprich getötet und dann feierlich aufgereiht werden und mit Zweigen in Mäulern, Schnäbeln und Mundwerkzeugen versehen ein Halali getrötet bekommen? Merken Sie selber, oder? Das heutige Jagdgesetz beruht nicht auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern atmet inhaltlich immer noch den Geist von 1934.

3. Die Wolfsexperten, so denn sie Wissenschaftler und keine bloßen Hobbyjäger sind, haben nie behauptet, dass man nie einen Wolf zu Gesicht bekäme. Warum halten Wolfsgegner an dieser Lüge fest? Bereits 2006 hieß es im Leitfaden des Bundesamtes für Naturschutz: "Selbst in einem so dünn besiedelten Gebiet wie der Oberlausitz, ist ein fast tägliches Zusammentreffen von Mensch und Wolf nahezu unvermeidbar. Wölfe werden gesehen, wenn sie Straßen oder Felder überqueren. Anfangs sind die Leute überrascht oder auch beunruhigt, wie nahe sich Wölfe an die Siedlungen "trauen". In der Dunkelheit laufen die Tiere häufig an den Dörfern entlang und kürzen den Weg auch schon mal durch nicht eingezäunte Gärten ab. Die Menschen brauchen einige Zeit, um das für sie zunächst ungewöhnlich wirkende Verhalten zu verstehen und in den richtigen Kontext zu stellen. [...] Durch die Vermittlung möglichst detaillierter Kenntnisse über die "eigenen Wölfe", kann es sogar gelingen, eine Art Vertrautheit im Zusammenleben mit dem Neubürger zu erreichen." (Quelle: Bundesamt für Naturschutz, Skript 201 (2007), Seite 80).

Dennoch ist es für eine in einem Wolfsgebiet lebende Person äußerst selten, einen Wolf zu Gesicht zu bekommen, und wenn, dann meist nur flüchtig. Ein in Social Media gepostetes Video, dass überall geteteilt, weiterverbreitet wird und manchmal angebliche Wolfsbegegnungen an völlig verschiedenen Orten dokumentieren soll, erweckt einen GEFÜHLTEN Eindruck von vermeintlich vielen Wölfen. Wer im Wolfsgebiet lebt, weiß genau, dass dem nicht so ist.

4. Allgemeinannahmen ohne wissenschaftlichen Beleg oder zumindest Erfahrungswerte sind nichts als individuelle Gedanken, die mit der Realität nichts zu zun haben müssen. Die monokausal angelegte und fast kindlich naiv anmutende Milchmädchenrechnung "Viele Wölfe - viele Risse", "wenig Wölfe - wenig Risse" hat in der Praxis selbst in Deustchland mehrfach gezeigt, dass sie nicht aufgeht - siehe die einzelne Goldenstedter Wölfin, die allein in Niedersachsen im Vergleich mehr Nutziere gerissen hat als in Sachsen ganze Rudel (Wotschikowsky, 18.02.2016) - die betroffenen Weidetiere waren zu 98% ungeschützt (MK Kreiszeitung, 02.07.2016). Ähnliches lies sich nach dem illegalen Wolfsabschuss in Cuxhaven beobachten, nachdem die Risszahlen ab dem Zeitounkt deutlich anstiegen. Das Phänomen wurde in mehreren Studien auch wissenschaftlich belegt. Nicht die Zahl der Wölfe ist ausschlaggebend für die Zahl der Risse, sondern Umfang und Qualität des Herdenschutzes. Abschüsse können sogar zu einer Erhöhung der Nutztierrisse führen (VET-Magazin, 19.09.2016).

Einzig die Gleichung "keine Wölfe - keine Nuttierrisse" (zumindest nicht durch Wölfe) geht auf - aber dann benennen Sie das bitte auch ehrlich und sagen, dass sie die erneute komplette Ausrottung der Wölfe fordern, was den Schäfer als auch den Jäger dann aber das Prädikat "Naturschützer" kosten werden und beide gleichermaßen für die weitere Teilnahme an Debatten zu Naturschutzfachfragen disqualifiziert.

5. Der Vorwurf der vermeintlichen "kalten Enteignung" der Schäfer ist konstruiert. Es gibt "die Schäfer" nicht. Es gibt viele Schäfer, die arrangieren sich mit dem Wolf, nehmen staatliche Hilfe und/oder ggf. zusätzliche Unterstützung von NGO's an und bemühen sich um einen Weg MIT der und nicht gegen die Gesellschaft. Es gibt genügend, die es erfolgreich vormachen. Manche äußern sich nur nicht mehr öffentlich, weil das militante Gebaren der Wolfsgegner zusätzlich Kräfte zehrt. Andere wiederum, wie der Herr Kucznik, werden für ihre freie Meinungsäußerung vom eigenen Verband geschasst. Interessanterweise sind ja oftmals immer wieder dieselben Schäfer von Wolfsrissen betroffen, welche auch regelmäßig die Darstellung in den Medien suchen, während andere Schäfer auf wundersame Weise verschont bleiben, selbst ohne Herdenschutzhunde, aber mit einem Elektrozaun nach guter fachlicher Praxis.
Leben und Fortschritt sind dynamisch. Wer sich den aktuellen Anforderungen und Bedingungen in keinster Weise anpassen will oder kann, wird früher oder später das Nachsehen haben. Einem Hersteller von Floppy-Disketten oder öffentlichen Telefonzellen nützt es auch nichts, auf weitere uneingeschränkte Ausübung seines Berufes zu beharren.

6. Phrasendrescherei "Muss denn erst ein Mensch zu Schaden kommen"

Das Risiko, durch einen wildlebenden Wolf zu Schaden zu kommen, ist nicht null, aber äußerst gering und damit für den Einzelnen unwahrscheinlich - im Gegensatz zu vielen anderen Gefahren, die weitaus realistischer sind, aber hingenommen oder gar noch leichtfertig provoziert werden. Mit dem Auto zu fahren zum Beispiel, noch riskanter aber, mit dem Auto einen auf der Straße flüchtenden Wolf zu hetzen und dabei mit dem Handy zu filmen, um sich in Social Media dafür von Wolfsgegnern abfeiern zu lassen.

Am irrwitzigsten aber ist das reale Risiko der Jagdunfälle bei der Jagd, mit der man das angebliche Risiko "Wolf" (= marginal) bekämpfen will - jedes Jahr sterben in Deutschland 10-40 Menschen entweder durch Jäger bei der Jagd oder im Umgang mit Jagdwaffen oder durch missbräuchlich eingesetzte Jagdwaffen zur "Konfliktlösung" in Familien oder Nachbarschaft, weitere werden verletzt.

Die in ihrem Garten beim Nüssesammeln von einem Jäger bei der Wildschwenjagd erschossene Rentnerin (11/2018), das in Thüringen bei einer Treibjagd in einem Kleingartenverein angeschossene sechsjährige Mädchen (07/2018), der beim Joggen angeschossene Familenvater in Niedersachsen (07/2018) und dort auch ein weiterer Jogger (11/2019), die beiden von ihrem jagenden Vater jeweils erschossenen Töchter (01/2016 und 01/2019), das im Maisfeld picknickende bei der Jagd an-/erschossene Liebespaar in Nauen (2015), ein vor seinem Haus angeschossener Mann (05/2016), der in Nittenau durch einen Jäger erschossene Beifahrer in einem vorbeifahrenden PKW (08/2018), der mit Wild verwechselte und darauf angeschossene Spaziergänger (03/2021) sowie ein erschossener Jagdkollege, der von dem Schützen mit einer Nutria (!) verwechselt wurde (03/2020), sind NUR EIN PAAR Beispiele von Todesfällen und Schwerverletzten, die die Hobbyjagd hervorgebracht hat - und sich damit als vielfach gefährlicher erweist als die Rückkehr der Wölfe, von denen ab und zu mal ein paar neugierig kreischende Passant*innen beäugen und dann einfach ihren Weg fortsetzen. Und wenn schon Menschen sterben müssen, weil sie mit Nutrias oder Schwarzwild verwechselt werden - kann man wohl auch nicht erwarten, dass die Herren Hobbyschützen Wolfsindividuen auch nur halbwegs verlässlich identifizieren und von einander unterscheiden können - wie in Niedersachsen aktuell vierfach(!)bewiesen wurde.

Eine Ausweitung der Jagd auf Wölfe würde aufgrund der vielen Jagdunfälle das Risiko für Menschen weiter erhöhen statt es zu senken.

zu 1. Haben Sie auch eine Quelle, für Ihre Behauptung, dass ein 12 Monate alter Wolf als Welpe zu bezeichen sei? Ich kann keine finden. Falls es doch eine in der Wissenschaft übliche Regel sein sollte, mag das so sein. Ändert aber nichts daran, dass dort körperlich voll ausgewachsene Wölfe erlegt wurden. Alles andere dazu (speziell die Nachweisbarkeit an Nutztierrissen und das Anlernen/Prägen auf Nutztiere, durch nutztierspezialisierte Elterntiere) habe ich vorher schon geschrieben.

zu 2. Dass der Wolfsbestand NICHT auf ein erträgliches Maß reduziert werden darf, entscheiden nicht Sie. Dass er auf ein erträgliches Maß reduziert werden KANN, ist weltweit erfolgreich bewiesen. Dass ein unregulierter und maximal vermehrter Wolfsbestand (laut BfN 14.000 Wölfe) in Deutschland erträglich (oder überhapt tolerierbar) wäre, ist eine durch nichts belegte und wissenschaftlich unbewiesene Behauptung ideologisch fehlgeleiteter NGO's.

Und was das erträgliche Maß sein soll, sollten doch wohl die betroffenen/geschädigten Menschen entscheiden dürfen. Zumindest nicht nur die Profiteure, der ungebremsten Vermehrung der Wölfe.

Es ist schon abenteuerlich zu behaupten, dass in einem dicht be- und zersiedelten Industrieland, ein in Rudeln jagendes und zahlenmäßig maximal vermehrtes Großraubtier, die Spitze der Nahrungskette noch über dem Menschen einnehmen darf, ohne dass ihm durch den Menschen Grenzen gesetzt werden dürfen.

Der Fuchs ist mit dem Wlolf in keinster Weise vergleichbar. Füchse hat es schon immer und überall gegeben. Er war- und ist flächendeckend in ganz Europa verbreitet. Er macht keine Jagd auf Großtiere und jagd nicht in Rudeln. Da wo er bejagd wird ist er extrem Scheu. Jeder darf sich gegen ihn wehren. Wenn er sich an menschlichem Besitz vergreift, wird er getötet.

Das Experiment in Luxemburg ist kaum auf Deutschland übertragbar. Schon allein wegen der Größe des Landes und der Flächenstruktur. Da es erst seit 5 Jahren läuft, kann man es genausowenig als erfolgreich bezeichnen, wie die Besiedlung Deutschlands mit Wölfen.

Fläche Luxenburg: 2.586,4km²
Fläche Saarland: 2.570 km²

Da ist es für überzählige Füchse leicht, das Land zu verlassen und für die Luxemburger einfach zu behaupten, dass trotz Jagdverbot der Bestand nicht steigt. Der Rest der nicht eingetretenen nagativen Auswirkungen, ist reine Glückssache. So wie die (noch) nicht vorhandenen Menschenopfer durch Wölfe in Deutschland.

zum Kanton Genf: Der Kanton Genf ist eine Großstadt/Ballungsraum, mit einem Grüngürtel drumrum. Das schweizer Jagdsystem war damals und heute nicht mit dem deutschen vergleichbar und deshalb einfacher auf Berufsjäger umzustellen. Welches System besser ist, ist nicht erwiesen. Zumindest hat sich inzwischen herausgestellt, dass das Wild dort zahlenmäßig genauso bejagd/reduziert werden muss, wie anderswo in Kulturlandschaften.
Der Kanton Genf (weil weltweit einziges Beispiel) wird von Jagd-Gegnern permanent hervorgekramt, um die Überflüssigkeit der Hobbyjagd herbeizureden. Der Begriff "Hobbyjagd" wird überstapaziert und dient nur der Verunglimpfung und Herabwürdigung der Jägerschaft.

https://de.wikipedia.org/wiki/Verbot_der_Milizjagd_im_Kanton_Genf

Und nochmals NEIN. Vor Ort bleibt die Zahl der Wölfe nicht immer gleich. Immerhin schwächen Sie diese Behauptung schon mit einem "weitestgehend" ab. Wolfsreviere sind nicht immer 250-350 km² groß. Gerade im Wolfsschlaraffenland Deutschland können die gern mal unter 100km² (10 x 10 Kilometer) klein sein. Je kleiner und dichter die Reviere gepackt sind, desto mehr Rudel teilen sich die Gebiete um ihre Kernterretorien herum. Das führt zwangsläufig zu mehr tödlichen Revierkämpfen, mit zerstörten Rudelstrukturen, in dessen Folge immer öfter mehrere Fähen pro Rudel Junge aufziehen. Was ihnen, dank reichlich Beute in der Kulturlandschaft, auch meisst gelingt. Die daraus entstehenden Riesenrudel wurden schon in vielen Fällen in den wolfsreichsten Regionen Deutschlands nachgewiesen.

Sie wollen jetzt doch nicht etwa Ihren Garten und die Vögel darin, mit den unendlichen Maisschlägen mit millionen Wildschweinen gleichsetzen? Und deshalb die Jäger allesamt abschaffen und durch 14.000 Wölfe (mehr passen laut DBBW nicht in Deutschland rein) ersetzen. Wie absurd solls denn noch werden? Bei Jagd und Regulierung von Wildtieren geht es in erster Linie um Schadensminderung. Auch wenn Sie (Hobby)Jäger gern zu trophäengeilen Lustmördern abstempeln. Was sind denn Berufsjäger für Sie? Die töten nur für Geld...

zu 3. Ohne jetzt das WWW, diverse Mediatheken und Mitschnitte von unzähligen Wolf-Willkommensveranstaltungen zu sichten, in denen extra geschulte Wolfsbotschafter das Märchen vom scheuen und unsichtbaren Wolf und das völlig problemlose Miteinander mit ihm verbreitet haben... Auch wenn die Wolfsfanatiker heute unter kollektiver Amnesie leiden, aber es gibt noch viele Menschen, die die Sprüche von damals nicht vergessen haben.
Gesa Kluth und Ilka Reinhart waren die ersten, die mit der Mähr vom menschenscheuen Wolf, dem totalen Schutz aller Schafe mit handelsüblichen 90cm-E-Netzen und weiteren Propagandasprüchen, seit 1998 durch sämtliche Medien tingelten und damit den Grundstein für die deutsche Wolfseuphorie gelegt haben.

Das Script 201 kann ich auch Zitieren:

>>Empfehlung:

Für Deutschland ist ein pragmatischer Ansatz zu empfehlen, der eine Schadensminimierung verfolgt. Das heißt, Wölfe können sich entsprechend ihrer eigenen Habitatansprüche ausbreiten und werden überall dort toleriert, wo das Ausmaß der wolfsverursachten Schäden und Konflikte mit vertretbarem Aufwand gering gehalten werden kann. Dies ist der in den meisten europäischen Wolfsländern begangene Weg.

Verfasserinnen: Ilka Reinhardt und Gesa Kluth, aus BfN Skript 201 (2007), S. 74<<

Das heißt also im Umkehrschluß: Überall dort, wo die wolfsverursachten Schäden und Konflikte NICHT mit vertretbarem Aufwand gering gehalten werden können, können Wölfe nicht toleriert werden. Und weil das in den meisten europäischen Ländern (heute nur in Deutschland nicht) völlig legal so gemacht wird, darf das in Deutschland auch legal so durchgeführt werden. Es sei denn, das zuständige Bundes-Ministerium weigert sich, die dafür notwendigen Gesetze und Regelungen zu erstellen, obwohl die europäische Gesetzgebung das problemlos zuließe.

Was vertretbarer Aufwand bedeutet, sollten die betroffene Bevölkerung in den Wolfsgebieten zumindest mitentscheiden dürfen. Was aber (zur Zeit noch) von den Wolflobbyisten in Schlüsselpositionen erfolgreich unterbunden wird.

Sie wollen jetzt doch nicht die Nahbegnungen von Menschen mit Wölfen, die sich in letzter Zeit, in Feld, Wald, Dorf und Stadt, offensichtlich aufgrund der dramatisch abnehmenden Scheu vor dem Menschen, häufen und immer seltener von Experten verharmlost werden, abstreiten?

zu 4. Natürlich reißen weniger Wölfe weniger Nutztiere. Oder wie interprätieren sie die Statistiken des DBBW?

Goldenstedt: Wenn ein einzelner Wolf, genausoviele Nutztierrisse verusacht, wie anderswo ganze Rudel, dann ist dieser Wolf auf Nutztiere Spezialisiert und gehört entnommen. Wenn er in seinem Revier so viele ungeschützte Weidetiere vorfindet wie behauptet, dann ist den Ursachen für den mangelnden Schutz auf den Grund zu gehen. Freiwillig läßt niemand seine Tiere von Wölfen töten.
Sind die Ursachen nicht zu beseitigen (weil flächendeckender Grundschutz mit vertretbarem Aufwand nicht machbar ist), dann ist der Wolf zu beseitigen (siehe Script 201). Wenn der Wolf nicht beseitigt wird, ist der flächendeckende Schutz vom Wolfsmanagment zu finanzieren und organisieren. Angeblich ist ja ausreichend Hilfe von Behörden und NGO's im Angebot.

Cuxhaven ist eine Gegend, in der es weder genug wilde Beutetiere gibt, noch Weidetiere mit vertretbarem Aufwand gegen Wolfsübergriffe zu schützen wären. Wenn Wölfe sich in einem für sie ungeeigneten Gebiet festsetzen und sogar Junge aufziehen wollen, sind Konflikte mit Menschen unvermeidbar. Was hätten Sie für die Cuxhavener Region (viel Wind/Sturm, viele Gräben, Hochwasser, noch mehr Matsch und immer wieder Deiche) an Vorschlägen für Weidetierschutz (vor allem für Rinder)?

Es ist schon eine steile These, dass sich jagdunerfahrene Jungwölfe (für Sie Welpen), erfolgreich und regelmäßig an wehrhaften ausgewachsenen Rindern vergreifen, ihre Eltern das aber niemals vorher gemacht haben sollen.

5. Stimmt. Es gibt nicht DIE Schäfer. Es gibt sehr viele Schäfer, die bisher das Glück hatten, von Wolfsübergriffen verschont geblieben zu sein. Vor allem da, wo es noch keine Wölfe gibt. Es gibt aber immer mehr Schäfer, die das Pech hatten, Wolfsübergriffe erlitten zu haben. Und es gibt immer mehr Schäfer, die trotz enormen Aufwand an Schutzmaßnahmen (hohe Zäune mit Strom und HSH) Wolfsübergriffe erleiden.

NABU-verbandelte Vorzeigeschäfer mit ideolgischem Sendungsauftrag, die finanziell sehr von HSH-vermehrung profitieren (oder völlig davon abhängig sind) und daher keinerlei Interesse an nicht weiter steigenden Wolfsbeständen haben, sind keine relevanten Beispiele in dieser Diskusion, weil deren Einkommensquellen nur einer Minderheit zur Verfügung stehen können und keinerlei marktwirtschaftliche Grundlagen haben.

zu 6. Es ist müßig auf ihr missionarisches Jägerbashing einzugehen. Aber gut, dass Sie jetzt (wieder) die Katze aus dem Sack gelassen haben und zeigen, dass es Ihnen nicht um den Wolf geht, sondern nur um die Abschaffung der Jagd.

Gefahren durch Wölfe mit der Gefahr durch Autos aufzuwiegen funktioniert nicht. Zumindest wenn man noch einen Funken Realitätssinn im Kopf hat. Warum Vergleichen Sie nicht mal die Anzahl der der (Hobby)Jäger und der Jagdtoten, mit der Anzahl der Autofahrer und der Anzahl der Verkehrstoten?

Nur weil ich schon millionen Kilometer unfallfrei Auto gefahren bin, bin ich noch lange kein Gurtverweigerer. Und weil ich einen schweren Autounfall ohne Gurt glimpflich überlebt habe, behaupte ich doch nicht, dass Sicherheitsgurte nutzlos wären.

Und schon gar nicht verlange ich von allen anderen Autofahrern, auch ohne Gurt herumzufahren, nur weil ich bisher gut ohne ausgekommen bin.

Werter st,

Leider bemerken Sie offenbar nicht die Ermüdbarkeit Ihrer Argumentation. Füchse? Nicht vergleichbar. Genf? Nicht vergleichbar. Luxemburg? Nicht vergleichbar. Wildtiere in ganz besonders dicht besiedelten Kulturlandschaften, die auch nicht reguliert werden müssen (Siedlungsbereich)? Nee, nicht vergleichbar. Minister Till Backhaus? Will nur "seine Hut retten". Behörden, Gerichte, Ministerien? Alles von Wolfskuschlern durchsetzt. Und alles, worauf Sie sich als Gegenbeweis berufen, ist ... Wikipedia! Da jedoch kann jeder seine Verschwörungstheorien zum Besten geben. Mit dem Relativieren von Opfern tödlicher Jagdunfälle ist die Grenze des guten Geschmacks allerdings dann schlussendlich überschritten.

Wie ich anfangs prophezeit habe, ist das halbherzige kurzfristige Ausleihen irgendwelcher "Mischlinge" von irgendwelchen "Bekannten" als Herdenschutzhunde deutlich in die Hose gegangen und hat nichts weiter als neuerliche Negativ-Schlagzeilen produziert und zudem noch Menschen in Gefahr gebracht.

"Schäfer Ingo Stoll, der gerade erst mit einer Aktion in der Stralsunder Altstadt auf die Bedrohung durch den Wolf aufmerksam gemacht hatte, ist nun erneut in Kritik geraten. Die Herdenschutz-Hunde, die er zur Probe für den Schutz der Schafe im Einsatz hatte, sind ausgebrochen – und haben zwei Frauen quer durch die Franzburger Hellberge gejagt." (Quelle: Ostsee-Zeitung, 17.05.2021: "Herdenschutz-Hunde hetzen Frauen quer durch Franzburger Hellberge: „Wir hatten Todesangst“).

Lesn Sie gern den Text des hier kommentierten Artikels im Nordkurier - und erkennen Sie an, dass diese Probleme quasi "mit Ansage" aufgetreten sind. Ich kann verstehen, wenn dem Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern da auch irgendwann mal die Hutschnur platzt.

Letztlich reihen sich diese Aktionen an eine ganze Perlenkette einer Kampagne, die es sich zum Ziel gemacht hat, den Wolf bejagen zu können, vor allem aber auch sich jedwedem Fortschritt in Sachen Arten- und Naturschutzpolitik zu verwehren, einzig um Eigeninteressen einer kleinen Minderheit zu bedienen.

Die Strategie kursierte ja nicht zuletzt auf Antiwolf-Veranstaltungen mit der schon legendären Aussage wie in Südtirol: "„80 Prozent der Bevölkerung sind für den Schutz des Wolfes. Die müssen wir geistig umdrehen.“ Denn erst wenn Wölfe auch für Freizeitsportler, Touristen und Erholungssuchende eine Gefahr werden, könne ein Umdenken einsetzen. „Wir müssen der Bevölkerung ein Problem machen." [...] Dafür sollten Viehhalter und Bauernstand eine PR-Maschinerie in Gang setzen. Eine Diskussionsteilehmerin schlug in die gleiche Kerbe:„Erst, wenn es den ersten Zwischenfall mit Wölfen und Spaziergängern gibt, wird ein Umdenken einsetzen.“ (Quelle: Tiroler Tageszeitung, 01.06.2018: "Diskussion in Lienz: Den Wolf mit PR-Maschinerie bekämpfen").

Für diese inszenierte Schlammschlacht gibt es viele Beispiele.

So wurde die bekannte und renommierte Canidenforscherin Dr. Dorit Feddersen-Petersen in Sachsen mehrfach von einem "Jäger und Bürgermeister" aufgesucht, "der mich inständig bat, ihm doch nur ein Papierstück zu unterzeichnen, auf dem vermerkt war, dass ich die Wölfe in der Lausitz für "künstlich eingebracht" aus Polen hielte. Und es solle mein Schaden nicht sein." (Quelle: Dr. Dorit Feddersen-Petersen im Vorwort zum Buch "Der Wolf kehrt zurück", E. Radinger/G. Bloch, Seite 4, Kosmos Verlag, 2017).

Den Menschen "ein Problem MACHEN - haben wir oft erlebt. Insbesondere in Niedersachsen glänzte man durch Ideenreichtum mit vielen "ersten Wolfsangriffen" auf Menschen - einem Jäger in Boitze, der nach eigenen Aussagen durch einen Wolf angegriffen wurde und sich nur durch einen Schuss in den Boden retten konnte - und wohl nicht damit gerechnet hatte, dass der geschilderte Tatherhergang tatsächlich nach Spuren und Logik überprüft wird. Ergebnis: Hat niemals wie geschildert stattgefunden. Spuren: Fuchs. (Quelle: taz, 21.08.2015: "Lügengeschichte mit Wolf").

Dann der angeknabberte "Jogger" in Gartow - ein Jäger, der nach eigenen Angaben erst ein Reh entbeint und dann mit dem Fleischsaft an den Händen drauflosgejoggt sein will, worauf er während des Joggens an der Innenseite des Daumens (!) nach eigenen Angaben durch einen Wolf verletzt worden sein wollte. Noch bevor das grüne Umweltministerium eine Meldung des Wolfsberaters (ebenfalls Jäger) vorliegen hatte, ging dieser an die Presse um dort öffentlich die Untätigkeit des Ministeriums in einer so bedeutsamen Angelegenheit zu kritisieren. Sei ja schließlich der wirklich erste Wolfsangriff auf einen Menschen! Weil sein Bericht aber offensichtlich in einer Schublade der Landesjägerschaft schlummerte, setzte das Ministerium eine Amtsveterinärin ein, um das "Wolfsopfer" zu befragen. Ergebnis: Die Wunde stammte wohl von einem AST (!): "Diese mögliche Verletzungsursache wird vom Betroffenen selbst für möglich gehalten." (Quelle: Niedersächsisches Umweltministerium, Hintergrundinformationen zum Vorfall: Meldung einer Begegnung eines Joggers mit Wölfen im Gartower Wald (Stand: 13.01.2016).

Und dann war da ja noch der legendäre "Wolfsangriff" auf einen Friedhofsgärtner in Niedersachsen, der es sogar in die Polizeimeldungen geschafft hatte und wenig später wieder gelöscht worden ist. Ergebnis der DNA-Analyse: Speichel von Reh, Hund und Katze. (Quelle: SPIEGEL, 04.12.2018: "Mann wurde doch nicht von Wolf angegriffen").

Zudem tauchen immer wieder Videos auf, die dann an allen möglichen Orten aufgenommen worden sind. Legendär uch hier eine Aufnahme aus Niedersachsen, die der entsprechende Filmer mit dem Titel "Aufstellung zur Jagd" an die Presse gereicht hatte. "Dieses Video wurde in den örtlichen Zeitungen mit der Schlagzeile „Aufstellung zur Jagd“ veröffentlicht. In den folgenden Wochen kursierte es in verschiedenen Bundesländern als angeblicher Beweis für dreistes Verhalten in den jeweiligen Gebieten, aus denen es dann jeweils stammen sollte. Fachlich ist dieses Verhalten allerdings als unproblematisch einzustufen." (Quelle: Bundesamt für Naturschutz, Skript 502 (2018), Seite 49). Einem Rissgutachter in Sachsen wurde das Video als in Sachsen gedreht verkauft: "Bei uns ist das von mindestens drei Stellen bekannt geworden – dieses Video von Wölfen aus Niedersachsen, wo fünf Wölfe an einem Traktor vorbeilaufen. Es war sogar jemand bei mir im Büro und hat den Nachweis, der gleich bei ihm um die Ecke dargestellt worden sei, als völlig glaubhaft dargestellt. Geärgert hat mich, dass an der Verbreitung dieser Information auch Jäger beteiligt gewesen sind." (Quelle: Sächsischer Landtag, 26.06.2015, Seite 17).

Aktuell: "Unter Jägern kursiert gerade ein Video, das angeblich in Treuchtlingen entstanden sein soll und ein gerissenes Kalb zeigt. Wie Recherchen des Treuchtlinger Kurier ergeben haben, steckt dahinter eine Masche - und das Video ist nicht echt." und ""Wie Recherchen des Treuchtlinger Kurier ergeben haben, handelt es sich dabei um eine gängige Art von Fälschung." (Quelle: Nordbayern, 19./20.02.2021: "Vorsicht, Fake! Video von Wolfsriss in Treuchtlingen kursiert - Landesamt für Umwelt klärt über die Masche auf").

In der Akzeptanzstudie im Leitfaden zur Rückkehr der Wölfe haben Wissenschaftler festgestellt, dass JÄGER am ehesten Probleme mit Wölfen haben. "Im Vergleich zur Bevölkerung hat die Interessensgruppe der Jäger eine deutlich negativere Wahrnehmung von Wölfen in Deutschland. [...] Nicht selten fühlen sich Jäger in vormals wolfsfreien Gebieten auch durch die bloße Anwesenheit von Wölfen in ihrer Jagdausübung gestört, weil das Schalenwild sein Verhalten ändern, gewohnte Einstände wechseln und unvorhersagbarer werden kann. [...] Dabei stehen häufig finanzielle Erwägungen im Vordergrund. [...] Der Wolf stellt das Selbstverständnis der Jäger in Frage. Jäger reklamieren für sich, dass sie in der Kulturlandschaft die verloren gegangenen Beutegreifer ersetzen müssen. Sie leiten daraus ab, dass die Jagd eine wichtige Funktion bei der Kontrolle des Schalenwildes erfülle. Die Rückkehr der Beutegreifer führt zu einer deutlichen Verunsicherung nicht nur bei der Basis." (Quelle: Bundesamt für Naturschutz, Skript 201 (2007), Seite 68, 91, 96).

So wurde jüngst auf einer CDU-Veranstaltung mit dem ehemaligen Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen und dem Jagdverbands-/Vize-Präsidenten Helmut Dammann-Tamke, auf der man sich "unter sich" wähnte, deutlich gesagt: "Für Ehlen war klar: Die Jagden sollen wertvoll bleiben. Dabei störe der Wolf empfindlich. Wo er auftritt, reißt er unter anderem Schalenwild, Schwarzwild und Hirsche. Ein Dilemma für Jagdbesitzer, weil sich das auf die Wildbestände auswirkt, die im Normalfall von Jagdpächtern geschossen werden können. So sinke der Wert der Gebiete – für die Pacht genauso wie für die Wiederveräußerung. „Das ist auch ein Stück weit Enteignung“, so Ehlen." (Quelle: Rotenburger Rundschau, 24.05.2019: "Ehlen, Dammann-Tamke, Wildtier: CDU Sottrum lädt zur Diskussionsveranstaltung: Wolf ja, aber ...")

Dies mal als kleine Exkursion, aus welcher Richtung der Wind weht. Die Belange der Schäfer stehen da offenbar weniger im Fokus, lassen sich aber für die eigenen Zwecke gut vorschieben. Artikel über einen "passionierten Jäger", der für die FDP im Landtag in Brandenburg saß und nun "Chef-Lobbyist" ist: "Die Ziele des Forums lassen sich auf wunderbare Weise mit dem Schutz unschuldiger Lämmer verweben. Wer hätte da kein Verständnis für die Landnutzer? Beim Thema Wolf können die sich sogar noch halbwegs glaubhaft als Außenseiter inszenieren, die sich gegen die Deutungshoheit hochprofessioneller Umweltverbände stemmen." (Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung, 06.06.2017: "Gregor Beyer - Vom Naturschützer zum Lobbyisten").

Möge der interessierte Leser selbst urteilen, was er davon hält.

Leider bemerken Sie offenbar nicht die Ermüdbarkeit Ihrer Argumentation.

Sie versuchen ständig mit unzulässigen Vergleichen zu Argumentieren, um die Unmöglichkeit Ihrer Forderungen zu verschleiern.

Ja: Füchse sind was ganz anderes wie Wölfe.
Ja: Genf ist kein Land, sondern eine Stadt.
Ja: Luxemburg ist viel kleiner wie Deutschland.

Fläche Luxenburg: 2.586,4km²
Fläche Vorpommern-Greifswald: 3.927 km²

Doch: Auch in Siedlungsbereichen müssen Wildtiere (die zu viel Schaden machen, oder gefährlich für Menschen werden) dezimiert werden. Siehe z.B. Wildschweine in Greifswald, oder Rehe auf diversen Friedhöfen in Stadtgebieten. Waschbären, die ganze Dachstühle zerlegen, Füchse die Kleintierställe ausräumen, oder aktuell Bieber, die in Vorpommern Städte unter Wasser setzen. Nur halt nicht mit Treibjagden, oder Abschüssen von Hochsitzen aus. Jäger können auch anders...

tja: Till Backhaus, der eine Wölfin erschießen ließ, nur weil sie sich mit einem Hund paarte, und danach auch von Ihnen zu größten Wolfshasser auf der Welt erklärt wurde, ist auf einmal ihr bester Mann, in Sachen Wolfsschutz...

Klar: Alles was Ihre haltlosen Behauptungen widerlegt, sind Verschwörungstheorien. Aber (seriöse) Beweise, die Ihre Positionen untermauern bringen Sie keine. Und Die Frage, wie sie wolfssichere Zaunanlagen im Watt, oder auf felsigen Bergen errichten wollen, beantworten Sie auch nie.

Natürlich sind die Probleme bei Ingo Stoll mit Ansage aufgetreten. Ich sage die schon voraus, seit die Raubzeugfetischisten (die sich anmassen Naturschützer sich zu nennen) Herdenschutzhunde gegen Kolkraben empfohlen haben. Und ich habe die Ansage bei (fast) jedem depperten Kommentar der Wolfsfanatiker wiederholt, die HSH für jeden Schafhalter per Gesetz erzwingen wollen, weil ja keinem übergriffigen Wolf ein Haar gekrümmt werden darf.

Was werfen Sie den geplagten Wolfsgeschädigten denn jetzt wieder vor? Woher sollen die tausenden perfekt ausgebildeten HSH kommen? Woher sollen deutsche Schafhalter die Fähigkeiten und Fertigkeiten haben, mit Rudeln übergroßer Listenhunden aus dem Kaukasus, oder menschenleeren Berggebieten, im dicht bevölkerten Deutschland umzugehen? Also mit Hunden, die für ein geographisch völlig anderes Einsatzgebiet (ohne Zäune, Flurstücksgrenzen, Wanderer) gezüchtet wurden.

Selbst Ihre Gallionsfigur, namens Knut, sagt dass es völlig normal und unvermeidlich ist, dass HSH in ihren ersten Lebensjahren aus der Koppel springen und Menschen anfallen. Er kann darüber nur lachen.

https://www.schafzuchtverband-berlin-brandenburg.de/herdenschutzhunde-muessen-besondere-verhaltensweisen-erlernen/

"Besonders wichtig sei auch ein guter Zaun. „Wenn der Hund das erste Mal einen Stromschlag bekommt, geht der Zaun für ihn bis in den Himmel“, scherzt der Schäfer. Ab zwei Jahren sollten die Hunde keine „Springer, Streuner und Mobber“ sein. Unbrauchbar werden die Tiere, wenn sie Wolle zupfen, Schafe anfressen, jagen, kläffen und Wesensschwächen aufzeigen. „Solches Verhalten kann vererbt werden, deswegen sind Zertifizierungen so wichtig. Die Hunde werden dann zum Schutz von Anlagen genutzt. Aggressive Tiere schützen zwar die Schafe, haben aber einen Intelligenzprozenten einer Kröte und beißen schon mal die Oma mit ihrem Dackel tot“, verdeutlicht der Schäfer. Schlechte Erfahrungen sammelte Knut Kucznik mit einem Hund aus Jugoslawien. „Zu den Schafen war er lieb, aber Radfahrer hat er vom Drahtesel gepflückt. Der Höhepunkt war, als der Polizeibeamte mit zerfetzter Uniform vor mir stand“, erzählt der Brandenburger dem lachenden Publikum."

Was ich mich Frage: wo läßt Knut Kucznik die Hunde, die sich wärend seiner mehrjährigen Ausbildung als untauglich heraus stellen? Etwa an andere Schäfer verkaufen, die in ihrer Verzweiflung jeden Hund nehmen, egal welche Macken der hat?

Wie jetzt??? Der Ingo Stoll hat seine HSH absichtlich herumstreunen lassen, damit der Wolf endlich bejagd werden kann? Er und alle anderen, die sich gegen Wölfe (unreguliert und unbegrenzt) in Deutschland aussprechen, verwehren sich jedwedem Fortschritt in Natur- und Artenschutzpolitik?

Die aktuelle Wolfspolitik in Deutschland hat rein gar nichts mit Natur und Artenschutz zu tun. Eine nicht bedrohte Tierart und Totalschutz zu stellen und die exponentiell zunehmenden Kollateralschäden von anderen Ausbaden zu lassen, oder stillschweigend auszusitzen, ist das Gegenteil von Artenschutz.

Und jetzt Südtirol wieder...

Die Wolfslobbyisten machen den Menschen seit 20 Jahren ein künstliches Problem:
- Wenn sie den naturromantisierten Städtern einreden, dass die ganze Natur sterben würde, wenn sich die Wölfe nicht ungebremst in ganz Deutschland ausbreiten dürften.
- Oder dass es der erneuten Ausrottung der Wölfe Tür und Tor öffnen würde, wenn auch nur der Versuch statt fände, Problemwölfe gesetzeskonform entnehmen zu können.
- Oder wenn behauptet wird, dass die Jäger unfähig seien, den deutschen Wald vor dem gefräßigen Schalenwird zu retten und die einzige Rettung des deutschen Waldes der gesättigte Wolfsbestand sei.

Den Beweis, das dieses Problemgenerieren sehr erfolgreich war/ist, kann man in allen Kommentarspalten, unter jedem Wolfsbeitrag im Internet lesen. Auch im Norkurier. Beim NDR klappts ja nicht mehr.

Und was machen Sie den Menschen für ein Problem, wenn sie ellenlange Texte darüber verfassen, wie gefährlich es sei, wenn Jäger mit Waffen durch die Landschaft ziehen und angeblich wahllos ihre Mitmenschen abballern?

Canidenforscherin Dr. Dorit Feddersen-Petersen im Vorwort von einem Buch von Radinger und Bloch. Beide absolut "unangefochtene Koryphäen" in Sachen Wolf. Natürlich völlig neutral und unvoreingenommen. Und überhaupt nehmen Wolfsexperten und andere Profiteure der Wolfsansiedlung niemals Geld, oder andere Gegenleistungen für ihre "Expertiese" und andere selbstlose Taten.

Ihre Beispiele für angeblich ständig verbreitete Märchen der Wolfsgegner, ziehen überhaupt nicht. In keinem der Beispiele konnte bewiesen werden, dass Wölfe nicht beteiligt waren. Es konnte nur nicht zweifelsfrei bewiesen werden, dass Wölfe im Spiel waren. "Freispruch aus Mangel an Beweisen" nennt man das. Und wenn man erfährt, WER da WANN und WIE diese Fälle untersucht hat, wundert einen das Untersuchungsergebnis gar nicht.

Der Jogger konnte nicht mehr genau sagen, ob die Wunde an seiner Handfläche vom Wolf kam, oder von dem Ast, mit dem er nach dem Tier schlug. Aber da es ein Jäger war, kann alles was er sagt nur gelogen sein. Dass gar nicht weit entfernt der Truppenübungsplatz liegt, auf dem Soldaten Wölfe handzahm durch angefüttern gemacht haben, erwähnen die Wolfsfreunde geschickterweise nicht. Und auch nicht, dass "Kurti" genauso aufdringlich zu Menschen war.

Hier was zum Fall mit dem Friedhofsgärtner und der "Untersuchung" mit Gen-Analyse. Und warum dort so seltsame Ergebnisse heraus kamen. Aber da der Text von For-Gen stammt, kann er nur von Anfang bis Ende erlogen sein.

https://www.forensik-hh.de/2019/01/26/forgen-beinahe-sprachlos-wildtierforscher-und-forensiker/

Fakevideos können natürlich nur von Wolfsgegnern ins Netz gestellt werden. Niemals nicht würden die moralisch unanfechtbaren Wolfsfreunde irgendetwas unwares behaupten.
Da fällt mir doch glatt der Wolf ein, der mit (sofort tödlich) durchschossener Brust, mit Draht durch die Vorderpfote und locker um den Hals gelegtem Draht, aus dem Elbe-Seitenkanal gefischt wurde. Wie laut war der Aufschrei unter den Wolfsfanatikern, weil der Wolf angeblich vor seinem Tod bestialisch gequält worden sei. Wie es möglich sein soll, einem lebenden Wolf einen Draht durch die Forderpfote zu fädeln, um ihn danach mit einem großkalibrigen Gewehr zu erschießen, konnte niemand erklären und fragte sich auch niemand... von den wutschäumenden Wolfsfanatikern.
Sie können mir sicher mitteilen wie der Untersuchungsbericht ausgefallen ist?

Der Herr Ehlen hat natürlich recht, wenn er erklärt, dass ein Jagdrevier in dem es kein jagdbares Wild mehr gibt, entwertet ist.

Aber ich wiederhole mich...

Und am Ende wollen Sie uns noch weis machen, dass die Wolfsprobleme der Schäfer, frei erfundene Märchen von Jägern, CDU und FDP seien, die nur die Trophäenjagd auf Wölfe eröffnen wollen.

Tja. Da müssen die interessierten Leser wohl selbst urteilen.

Hier noch was zum lesen:

http://www.wolfszone.de/
https://www.nordkurier.de/themen/wolf
https://www.ndr.de/nachrichten/Thema_Woelfe,woelfe564.html

Leider endet die Diskussion Ihrerseits in den üblichen Beleidigungen: "Raubzeugfetischisten (die sich anmassen Naturschützer sich zu nennen)" oder "jedem depperten Kommentar der Wolfsfanatiker wiederholt", "wutschäumende Wolfsfanatiker" usw.

Solche Beleidigungen nötig habend, ist wutschäumend hier ganz offensichtlich allein Ihr Kommentar, der ansonsten wenig Belege für Gegenargumente liefert und offenbart, dass Sie mit der Ironie eines Herrn Kucznik überfordert sind, der übrigens genauso wenig meine "Gallionsfigur" ist wie Umweltminister Till Backhaus mein "bester Mann in Sachen Wolfsschutz" ist.

Vermutlich macht es Sie so wutschäumend, dass die kritischen Stimmen zu überzogenen Wolfsabschussforderungen zunehmend aus dem eigenen Lager kommen. Diese "Abtrünnigen" werden dann genauso übel beschimpft wie die von Ihnen bezeichneten "Raubzeugfetischisten".

Für die weitere Bestätigung der wissenschatlich erhobenen Erkenntnis, dass Jäger die Bevölkerungsgruppe sind, die im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung dem Wolf am ehesten negativ gegenübersteht, ist die Verlinkung der Website "Wolfzone", für die sich laut Impressum wiederum ein Jäger aus Sachsen verantwortlich zeichnet. Q.e.d., kann ich da nur sagen.

Ich denke, der Autor und Journalist Eckhard Fuhr hat das in der WELT einmal sehr gut auf den Punkt gebracht:

"Die geplante Agrarwende der Grünen ist mehr als heiße Luft. Das zeigt sich am wütenden Aufstand der Landbevölkerung. Die bangt um Macht und Tradition im Wissen, dass sich dringend etwas ändern muss. [...]
Zum Wortführer dieses Aufstandes gegen grüne „Bevormundung“ haben sich die Landesjagdverbände und der Deutsche Jagdschutzverband gemacht. Sie versuchen, eine breite Koalition zu schmieden mit Landwirten, Waldbesitzern, Schäfern, Imkern und anderen Naturnutzern. [...] Ein geradezu idealer Katalysator dieser Grundsatzauseinandersetzung ist der Wolf. [...] Es geht nicht um die überschaubaren Schäden, die der Wolf an Nutztieren anrichtet, und auch nicht um seine Gefährlichkeit für den Menschen. [...] Nein, das Schüren der Wolfsangst hat nichts mit Verantwortung oder Vorsorge zu tun, sondern mit Macht. Mit dem Wolf nämlich treten menschliche Akteure auf den Plan, welche das Machtgefüge in Wald und Flur durcheinanderbringen. Wolfsberater und Wolfsmanager sind dort unterwegs, wo eigentlich die Jagdpächter die Allzuständigkeit für alles beanspruchen was da kreucht und fleucht. [...] Das zulassen zu müssen, provoziert das in Deutschland tradierte und rechtlich gestützte Verständnis von Jagdrecht. Zudem zeigt der Wolf immer wieder, dass das angeblich in den Tiefen der Zeiten wurzelnde jägerische Erfahrungswissen sich nicht auf dem Stand der modernen Wildbiologie befindet. [...]Es muss und wird sich dramatisch viel ändern auf dem Land und das nicht immer zum Wohlgefallen derer, die bislang dort das Sagen haben."

Quelle: WELT, Eckhard Fuhr, 17.09.2015: "Jäger fürchten um die Vorherrschaft im deutschen Wald"

Und dem Herrn Fuhr kann man die beliebte Phrase vom ahnungslosen Balkonbiologen nicht unterjubeln, denn er ist selbst Jäger, was vermutlich erneut auf eine wutschäumende Reaktion Ihrerseits hinausläuft.

Sie bringen es nicht fertig, auch nur auf ein einziges meiner Gegenargumente zu reagieren, geschweige denn eines zu entkräften, oder auf Fragen zu antworten. Stattdessen kommen sie mit immer neuen Ablenkungsmanövern in Form von befangenen manipulierenden Wolfslobbyisten und Wolfsprofiteuren um die Ecke, die fälschlicherweise in den Medien überrepräsentiert sind.

Eckhard Fuhr: Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Ökologischen Jagdvereins Brandenburg

Mitgliederzahl ÖJV: 2.800
Mitgliederzahl DJV: 249.000

Dass der ÖJV einer der lautesten Wolf-Willkommen-Klatscher ist, hängt mit seiner Ideologie "Wald-vor-Wild" zusammen, die keinen Platz für angepasste Schalenwildbestände läßt, sondern sämtliche Knospenbeißer aus den Wäldern herausschießen will.
Da die überschaubare Mitgliederanzahl sich nicht gegen die große Mehrheit der nach weidmännischen Regeln jagenden Jäger durchsetzen kann, ist ihnen jeder Wolf beim Bekämpfen der erklärten Forst-Schädlinge (Reh und Hirsch) in deutschen Wäldern willkommen. Kollateralschäden unter Weidetieren müssen natürlich abgestritten, kleingeredet, verharmlos oder ignoriert werden, um Gegnern die Argumente zu nehmen.

Das sich die Ziele des ÖJV, mit denen der Forstindustrie und Staatsforsten in vielen Punkten decken hat mindestens ein kleines Geschmäckle. Stichwort: einzusparende Kosten für den Schutz von Neuanpflanzungen.

Wenn Sie den Eckhard Fuhr mit den Worten zitieren:

"Es geht nicht um die überschaubaren Schäden, die der Wolf an Nutztieren anrichtet, und auch nicht um seine Gefährlichkeit für den Menschen.",

...hat der Mann jedenfalls sämtliche Kompetenz in Sachen Wolf und Weidetiere verloren.

Es kann natürlich auch daran liegen, dass die allermeißten Artikel, die Sie in die Diskusion einbringenen, weit über 5 Jahre alt sind und die Autoren den Verharmlosungen der Wolfslobbyisten (LCIE, GZSDW, WWF, NABU, AG Herdenschutzhunde usw.) auf den Leim gegangen sind. Seitdem hat sich der deutsche Wolfsbestand jedenfalls mehr als zwei mal verdoppelt und die wolfsbedingten Schäden und Präventionskosten ebenfalls und die von Ihnen zitierten Personen denken/reden/schreiben deshalb heute schon ganz anders.

Quelle DBBW (also nur die amtlichen, nicht mehr zu leugnenden Zahlen):
Anzahl Wolfsrudel 2015: 30
Anzahl Übergriffe 2015: 200
Anzahl getöteter Weidetiere 2015: 700

Anzahl Wolfsrudel 2020: 130
Anzahl Übergriffe 2020: 900
Anzahl getöteter Weidetiere 2020: 2.900

Die angeblich "wissenschatlich erhobenen Erkenntnis" nach der "Jäger die Bevölkerungsgruppe sind, die im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung dem Wolf am ehesten negativ gegenübersteht" können Sie gerne mit Quellenangabe verlinken. Es sollte mich nicht wundern, wenn es die (aus 2005, von Gärtner & Hauptmann) ist, die wegen mangelhafter Fragestellung und nicht repräsentativer Probandenauswahl, schon oft genug kritisiert wurde.

Allein die Tatsache, dass jemand dem Wolf negativ gegenüber steht und obendrein Jäger ist, macht dessen Argumente nicht falsch. Wenn er seine Argumente mit nachprüfbaren Fakten untermauert, könnte er sogar Recht haben (siehe wolfszone.de).

Noch eine Frage, mit der ernsthaften Bitte um eine ehrliche Antwort: Wie kommen Sie auf folgende Behauptung?

Zitat Senta Tangerstedt: "Vermutlich macht es Sie so wutschäumend, dass die kritischen Stimmen zu überzogenen Wolfsabschussforderungen zunehmend aus dem eigenen Lager kommen."

Ich kenne nur eine Stimme, die Sie aber ständig zitieren, die Wolfsabschußforderungen kritisiert. Und die stammt vom Knut Kucznik. Was (nicht nur) ich von dem halte, habe ich schon weiter vorne geschrieben. Wenn Sie Quellen darüber haben, dass diese angeblichen kritischen Stimmen aus dem Schäfer- Weidetierlager sogar zunehmen würden, dann bitte her damit.

Mag sein, dass sie vereinzelte Stimmen, von gut verdienenden HSH-Züchtern, oder von Schäfern mit NABU-Logo auf dem T-Shirt, oder aus NOCH wolfsfreien Gebieten vernehmen können. Aber zumindest die letzteren werden schnell verstummen, sobald sich dort die ersten Wolfsrudel ansiedeln, und keine nutztierspezialisierten Wölfe entnommen werden, obwohl der Aufwand an Schutzmaßnahmen nicht mehr zu stemmen ist. So lief es jedenfalls überall in Deutschland mit der Wolfsansiedlung.

Es wäre nicht das erste mal, dass Sie offensichtliche Entwicklungen ins Gegenteil uminterpätieren wollen.

Noch was informatives, für die interessierten Leser:

https://de.wikipedia.org/wiki/Herdenschutz

... auf die man eingehen könnte, da Ihre "Argumente" lediglich aus persönlichen Anfeindungen gegen all jene bestehen, die ihre Meinung nicht teilen.

Beispiel gefällig?

Senta Tangerstedt schrieb: "Vermutlich macht es Sie so wutschäumend, dass die kritischen Stimmen zu überzogenen Wolfsabschussforderungen zunehmend aus dem eigenen Lager kommen. Diese "Abtrünnigen" werden dann genauso übel beschimpft wie die von Ihnen bezeichneten "Raubzeugfetischisten".

Prompt kommt die Bestätigung: WELT-Autor Eckhard Fuhr gehört fortan auch zu den Geächteten und wird persönlich angegangen:

st schreibt:
"Dass der ÖJV einer der lautesten Wolf-Willkommen-Klatscher ist, [...]"
"[...] hat der Mann jedenfalls sämtliche Kompetenz in Sachen Wolf und Weidetiere verloren."
" [...] und die Autoren den Verharmlosungen der Wolfslobbyisten (LCIE, GZSDW, WWF, NABU, AG Herdenschutzhunde usw.) auf den Leim gegangen sind"

Mir ist übrigens nicht bekannt, dass Eckhard Fuhr seine Einstellung inzwischen geändert hätte.

Ihre Behauptung, meine Quellen seien zumeist älter als fünf Jahre, ist schlicht unwahr und kann von jedem interessierten Leser sofort überprüft werden, da ich meine Quellen allesamt mit Herkunft, Titel und Datum versehen habe und ich mich nicht - im Gegensatz zu Ihnen - lediglich auf Wikipedia oder die Seite eines Jägers berufe, der sich durch seine - mal höflich ausgedrückt - wolfskritischen Kommentare einen Namen gemacht hat.

Die Aussagen von Till Backhaus in der Presseerklärung sind brandaktuell so wie die jüngste Bestätigung in der Zeitung Nordbayern, dass es sich bei den unter Jägern kursierenden Videos um Fälschungen handelt und hier eine "gängige Masche" zu beobachten ist.(Quelle: Nordbayern, 19./20.02.2021: "Vorsicht, Fake! Video von Wolfsriss in Treuchtlingen kursiert - Landesamt für Umwelt klärt über die Masche auf"). Die Manipulationen der Öffentlichkeit halten weiter an, aber wie die jüngste Forsa-Umfrage zum Wolf wieder beweist, schenkt den Jägern, die Fake-News verbreiten, kaum noch jemand Aufmerksamkeit geschweige denn Glaubwürdigkeit.

Und dass der Deutsche Jagdverband mehr Mitglieder hat als der Ökologische Jagdverband ist jetzt - ein Argument für genau was? Man muss eben nicht auf jeden hanebüchenen Unsinn eingehen.

Aber bitte:
st schreibt: "Je kleiner und dichter die Reviere gepackt sind, desto mehr Rudel teilen sich die Gebiete um ihre Kernterretorien herum. Das führt zwangsläufig zu mehr tödlichen Revierkämpfen, mit zerstörten Rudelstrukturen, in dessen Folge immer öfter mehrere Fähen pro Rudel Junge aufziehen."

Das ist wildbiologischer Unsinn, über den ich doch herzlich lachen muss. Als ob Wölfe auf Nahrungs- und Revierknappheit mit einem PopulationsZUWACHS reagieren würden. Da müssen Sie in der Evolutionslehre aber nochmal nacharbeiten. Das Gegenteil ist der Fall: Wo Nahrung und freie Reviere vorhanden sind, ist der Populationszuwachs noch gegeben. "Erst nachdem alle geeigneten Gebiete von Wölfen besetzt worden waren, sank die Überlebensrate sowohl der Welpen, als auch der erwachsenen Wölfe (SMITH et al. 2005)." (Quelle: Bundesamt für Naturschutz, Skript 201, Seite 20).

"Es ist allgemeiner aktueller Wissenstand, dass sich die Wolfsdichte einer Region ganz eng dem Nahrungsangebot anpasst. Eine Regulierung der Wolfsbestände seitens des Menschen ist somit aktuell nicht erforderlich, der vernünftige Grund zum Töten m.E. nicht gegeben." Quelle: Birgit Mennerich-Bunge: Eine amtstierärztliche Sicht auf die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland (2016), Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle 23. Jahrgang – 4/2016, Seite 226).

Das von Ihnen beschriebene Phänomen der Mehrfachreproduktion ist wissenschaftlich als Folge der Bejagung durch Menschen beschieben worden: "In der Regel herrscht im Wolfsrudel Monogamie und es paaren sich nur die beiden Elterntiere. Zwischen den Geschwistern, aber auch zwischen Elterntieren und ihren geschlechtsreifen Nachkommen besteht eine Inzestsperre. Fällt der Vaterwolf aus, so übernimmt meist ein fremder Rüde das Rudel. Für diesen gilt keine Inzestsperre: Er paart sich ohne Hemmungen mit der Mutter ebenso wie mit einer ihrer Töchter. [...] Für das Management einer Wolfspopulation, z.B. eine Bejagung, ergeben sich daraus bedenkenswerte Aspekte. Der Ausfall des Stammrüden kann Mehrfachreproduktion zur Folge haben – das heißt eine vorübergehend höhere Wolfsdichte im Territorium als vorher." (Quelle: Ulrich Wotschikowsky, 07.02.2015: Mehrfacher Nachwuchs: Tendenz zum Riesenrudel?)

"Zudem könnte eine Bejagung – sofern von unerfahrenen Personen ausgeführt – zur Zerstörung von Rudelstrukturen und damit eher zur Destabilisierung der örtlichen Verhältnisse beitragen." (Quelle: Birgit Mennerich-Bunge (2016), a.a.O.)

Und in fast allen derzeit öffentlich bekannten Abschussgenehmigungen in Niedersachen ist der Eltern-Rüde zum Abschuss freigegeben - das beweist den ganzen Irrsinn, wenn die Jagdlobby politikentscheidendenden Einfluss hat, ohne Rücksicht auf wildbiologische Gesetze oder gar mögliche nachteilige Effekte. Blinde Abschuss-Wut.

Das Wolfcenter Dörverden weist darauf hin, dass der Wolf nicht zwingend Bestandteil der Vorbereitungslehrgänge auf die Jägerprüfung ist. "Somit steht der Jäger Mensch dem Topprädator Wolf doch ziemlich frei von Fachkunde über dessen Wildbiologie gegenüber. [...] Durch fehlendes Fachwissen und fehlende Routine, sind Jäger in Deutschland in der großen Mehrheit nicht im Stande, den in freier Wildbahn lebenden Wolf richtig anzusprechen. Es erfordert sehr viel Erfahrung, den gesichteten Wolf aufgrund seiner Optik in die richtige Altersklasse einzustufen. Wir unterscheiden drei Altersklassen: Erwachsener Wolf, Jährling und Welpe." Niedersachsen lässt grüßen: Viermal wurden Wölfe völlig falsch angesprochen und statt des genehmigten Eltern-Rüden weibliche Welpen erschossen.

Und auch deshalb taugt unser (Hobby-)Revierjagdsystem nicht für das Wolfsmanagement: "In Wolfsrevieren dieser Größe befinden sich rechnerisch 20 Jagdreviere des Menschen zu je durchschnittlich 1.000 Hektar Größe. Tatsächlich sind die Reviere häufig kleiner – also noch mehr Jagdreviere des Menschen im Wolfsrevier. [...] Beim Anblick z.B. eines einzelnen Wolfes besteht wiederum die Gefahr, dass die Sichtungen aller Jäger aufaddiert werden und über mehrere Wölfe im Gebiet diskutiert wird, obwohl nur dieser eine da ist." (Quelle: Wolfcenter Dörverden, Standpunkte: Die Wolfsjagd - ein Muss?).

Un zum Schluss noch einmal eine Anmerkung zu den von Ihnen hochgelobten "nach weidmännischen Regeln jagenden Jägern": Der Begriff "weidmännisch" bzw. "waidmännisch" ist juristisch nicht definiert und damit völlig beliebig zu verwenden. Das Töten tragender Wolfsfähen bzw. Wildtiere im allgemeinen ist da zum Beispiel gängige Praxis, wie der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies jüngst in einer offiziellen Landtagsantwort 18/8986 vom 12.04.2021 verkünden lies:

"Das Töten vermutlich trächtiger Tiere ist im Rahmen des Wildtiermanagements bzw. der Jagd übliche und anerkannte Praxis."

"Ein Kollege von Ulrich Umbach, der Nachsucheführer Bernd Krewer, schrieb in seinem Buch Über Hirsche, Hunde und Nachsuchen: „Wenn es den ‚Tierschützern’ gelänge, einen viel beschäftigten Schweißhundeführer ‚umzukrempeln’, wären wir einen Tag später die Jagd endgültig los. Es muss sich vieles im Tun und Lassen der Jägerei ändern, wollen wir vor der immer kritischer werdenden Bevölkerung bestehen und von ihr das Mandat für den Fortbestand unserer Jagd bekommen.“
An diesem Befund hat sich auch zwei Jahrzehnte später nichts geändert: Wer derart kapitale Tierschutzprobleme erzeugt, braucht sich über mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung nicht zu wundern." (Quelle: GEO, 04.11.2020: Jagd - Unterschätztes Tierschutzproblem: Zehntausende Rehe verenden qualvoll nach dem Schuss).

"Die Gesellschaft ändert sich. Nie stand das Jagdwesen in Deutschland so sehr im Fokus der Öffentlichkeit und in der Kritik, wie jemals zuvor. Sollten sich die Forderungen erhärten den Wolf ins Jagdrecht zu übernehmen, wird man um die Anführung des sogenannten „vernünftigen Grundes“ nicht mehr umhin kommen." (Wolfcenter Dörverden, Standpunkte, a. a.O.).

Ein weiterer Nachsucheführer erklärte im ARD-Magazin "Rabiat" zum Thema Jagd: "Und da ist der Einfluss des Kommerz entscheidend, weil heute Jagdgelegenheit gehandelt und verkauft wird. [...] Der hat aber bezahlt, hier schießen zu dürfen - zwei, drei Stunden lang - der wird sich kaum zurückhalten aus Gründen der Waidgerechtigkeit. Der sagt sich: Wenn ich bezahlt habe, dann will ich auch schießen." (Quelle: ARD-Sendereihe "Rabiat", Thema: Auf der Jagd, 21.10.2019).

Dort erklärt auch ein weiterer Jäger, dass er dem Wolf die Beute in seinem Revier nicht gönnt: "Ich bin der Meinung, Jagd ist auch genauso zu bewirtschaften wie z. B. ein Bauer seine Felder. Wieso soll ich z. B. auf die Ernte verzichten? Das heißt, wenn ich im Herbst in dem Revier, sagen wir mal, 50 Hasen schießen kann, ohne dass ich dem Bestand weh tue? Die 50 Hasen kann ich ja an Gastwirtschaften geben. Die kann man essen, warum soll ich die meinetwegen verludern lassen, dass der Wolf oder die Füchse die frisst? [...] Wir bewirtschaften das. [...] Es ist doch ein Unterschied, ob ich oder Sie einen Rehbraten essen oder ob ihn der Wolf frisst. Muss denn das sein?(Quelle: ARD-Sendereihe "Rabiat", Thema: Auf der Jagd, 21.10.2019).

Unter NATUR- und ARTENSCHUTZ stellt sich der Großteil der Bevölkerung nun einmal etwas anderes vor.

@Senta Tangerstedt:
Haben Sie nun die Quelle oder einen Beleg dafür, dass aus "meinem Lager", also dem der Schäfer und Weidetierhalter ZUNEHMEND kritische Stimmen zu überzogenen Wolfabschußforderungen kommen? Oder ist das nur wieder eine Ihrer frei erfundenen Falsch-Behauptungen (Fake-News)?

https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/bauern-fordern-abschuss-von-woelfen-2243243904.html
https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/schafzuechter-fordern-schaerferen-umgang-mit-woelfen-1943576605.html
https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/schaefer-in-mv-fordern-schaerfere-regeln-fuer-wolfsumgang-2841562011.html

Ich warte außerdem seit Jahren auf Ihre Antwort zu meiner Frage, wie Schafe und Rinder mit vertretbarem Aufwand, auf vor und hinter Deichen, im Gebirge, Moor, oder sonstigen für Zaunbau ungeeigneten Weiden, in jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter, wolfssicher einzuzäunen sind. HSH sind keine praktikable Obtion, für die Masse der Schaf- und Rinderhalter.

Der ÖJV (mit Eckhard Fuhr, in verantwortlicher Positition) wird nun mal sehr für seine übertriebene Schalenwildbekämpfung und unwaidmännischen Methoden, kritisiert. Auch für seine sehr wolfsfreundliche Haltung. Wenn er diese öffentlich mit ungerechtfertigtem Kleinreden der Wolfsschäden und negieren anderer Probleme rechtfertigen will, darf ich das doch wohl mit Zahlenbeispielen widerlegen.

https://www.natuerlich-jagd.de/kommentare/oejv-unsinn-ohne-jedes-mass-und-ziel.html
https://www.topagrar.com/jagd-und-wald/news/jaeger-sauer-nabu-und-oejv-fuer-abschuss-von-weiteren-1-5-mio-rehen-12503263.html

Das der ÖJV nur 1% der Mitglieder des DJV hat, könnte darauf hinweisen, dass er Ziele verfolgt, die nicht Mehrheitsfähig sind. Z.B. auch die ungebremste Ausbreitung von Wölfen in Deutschland. Im Gegensatz zur Mehrheit der Betroffenen.

Zählen Sie selber nach, ob Ihre themenrelevanten Quellen (über Wolf-Weidetier-Konflikte und Wolfsmanagement) noch dem aktuellen Wolfsbestand entsprechen, oder auf hoffnungslos veraltetem/überholtem Zahlen/Datenmaterial beruhen.

Zu Till Backhaus' Presseerklärung habe ich mich schon geäußert. Auch über das Warum, meiner Meinung.

Welche Videos unter bayrischen Jägern kursieren, ist hier völlig irrelevant. Oder Sie versuchen hier schon im Vorfeld sämtliche Videos unglaubwürdig zu machen, die immer häufiger dokumentieren, dass Wolfsexperten mit ihren verharmlosenden Vorhersagen und Behauptungen völlig daneben lagen und liegen.

https://www.nordkurier.de/aus-aller-welt/wolf-verfolgt-frau-extrem-hartnaeckig-1943197504.html
https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/wieder-fallen-woelfe-auf-strassen-und-in-staedten-auf-1343121904.html
https://www.nordkurier.de/aus-aller-welt/wolf-trabt-furchtlos-durch-innenstadt-2342884903.html
https://www.nordkurier.de/demmin/woelfin-spaziert-am-helllichten-tag-durch-zarnekla-2242871503.html
https://www.nordkurier.de/pasewalk/wolf-reisst-schafe-mitten-im-dorf-1542787103.html
https://www.nordkurier.de/neubrandenburg/wolf-zeigt-sich-ganz-nahe-bei-neubrandenburg-0142610903.html
https://www.nordkurier.de/brandenburg/polizei-holt-wolf-von-der-autobahn-2042500302.html
https://www.nordkurier.de/ueckermuende/spaziergaengerin-mit-hund-wird-von-woelfen-verfolgt-1742461602.html
https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/wolf-geraet-in-schneidwerk-von-erntemaschine-1241013010.html

Die Mehrfachreprodunktion muß nicht die Folge von Bejagung durch Menschen sein. Sie kann auch Folge von Auto- Bahnunfällen, Krankheiten oder von innerartlichen Revierkämpfen sein, bei denen ein Alpharüde getötet wird. Die Warscheinlichkeit von tödlichen Verkehrsunfällen, ist Ihren Recherchen nach, schon jetzt sehr hoch. Und die von Krankheiten oder Revierkämpfen steigt drastisch mit der flächendeckenden Besiedlung durch Wölfe. Also mit dem von Anhängern des gesättigten Wolfsbestandes, sehnlichst erwarteten Zustand.

Es wäre also im Sinne der Erhaltung intakter Rudelstrukturen vorteilhafter, nicht den Leitrüden zu erschießen, um Wolfsrisse zu mindern, sondern seine auf Nutztiere angelernte Nachkommen. So wie gerade in Niedersachsen geschehen. Ob, so meine Erwartung, die Nutztierrisse auch vom Leitwolf nachlassen, oder ganz aufgegeben werden, oder wie Sie es sicher behaupten, kein oder der gegenteilige Effekt eintritt, können wir ja mal abwarten und später beurteilen.

Referate aus Dörverden, über mögliche Verfehlungen der Jägerschaft, oder tendenziös reißerische Fernsehsendungen über die Jagd im allgemeinen (mit frei erfundenem Unsinn des Philosophen und Jagd-Gegners Richard David Precht, O-Ton: "...Wenn das Ziel darin besteht, einem Rehbock eine Kugel zwischen die Augen zu Ballern..."), sind hier nicht das Thema und haben keinerlei Relavanz.

https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/rabiat/videos/auf-der-jagd-video-102.html

Werter "st",

Wenn Sie die Aussagen des Philosophen Richard David Precht die Relevanz absprechen, warum führen Sie Zitat und Link dann hier an? Ich habe Herrn Precht nicht ins Spiel gebracht. Ich habe mich lediglich auf die Aussagen der Jäger zu den Wölfen bezogen - ebenso auf die Ausführungen des Wolfcenters in Dörverden, warum eine Bejagung der Wölfe durch unroutinierte und mit wenig Fachwissen behaftete Jäger in unserem Revierjagdsystem äußerst kritisch zu bewerten ist. Der themenfremde Nebenkriegsschauplatz mit dem Philosophen stammt von Ihnen, und zwar ganz allein von Ihnen.

Und was soll die bezuglose Linkliste bewirken, die Sie hier ausgegossen haben? Nicht die höchste Anzahl einmalig wahllos aneinandergereihter Links sind der Diskussion dienlich, sondern allein die Inhalte, auf die Sie sich schon konkreter beziehen sollten.

Ihre Frage nach der Almbeweidung wird noch einmal am 25.05.2021 um 22:15 im ZDF erläutert. Dort ist Hannes Jaenicke im Einsatz für den Wolf unterwegs, auch in den Tiroler Alpen.

"Schäfer Thomas ist kein Wolfsfreund. Er ist Pragmatiker. Er will beweisen, dass es auch in extremem Gelände möglich ist, seine Herde vor Wölfen zu schützen. [...] "Der funktioniert, da ist Strom drauf. [...] Wenn ich so gezäunt habe, ist das wolfsabweisend." Die Rückkehr des Wolfs bedeutet einen erheblichen Mehraufwand, aber Thomas sieht darin auch eine Chance. Der Beruf des Schäfers als Hüter der Tiere gewinnt wieder an Bedeutung. Denn eine gezielte Beweidung der Almflächen mt Schafen ist wichtig. Sie hilft, Bodenerosionen zu verhindern und die Kulturlandschaft in den Alpen zu erhalten. "Ich zeige, dass Herdenschutz und gezielte Weideführung auch in Anwesenheit von einem großen Beutegreifer möglich wäre. Erst hat's geheißen: Dieses Gelände ist unmöglich zu zäunen. [...] Zum Leidwesen anderer hat es funktioniert." Weil er sich für aktiven Herdenschutz [ohne Waffe] einsetzt, wird Thomas angefeindet. Viele Politiker und Bauern in der Gegend fordern einen Alpenraum ohne Wölfe, d. h. "Bestandsregulierung" und meint: Abschuss." (Quelle: ZDF, Volle Kanne, 20.05.2021).

Die Sache mit der Anfeindung scheint Methode zu haben, ob verbal oder handgreiflich. In der Schweiz hat sich der Mutterkuhhalter Mauritz Boschung positiv zum Wolf geäußert - und nun sind von ehemals 20 Yaks nur noch fünf übrig. Auf die Frage, ob die anderen der Wolf geholt hätte, sagt der Almbauer: """Der Mensch hat sie geholt. Einige Leute können sich nicht ausdrücken. Die können nicht mit Worten ihre Meinung sagen. Und dann haben sie halt zu so Mitteln gegriffen, wie z. B. dass sie einige Yaks vergiftet haben."[...] Auch in der Schweiz gibt es Wolfsgegner. Zuletzt haben sie Mauritz sogar eine Hütte angezündet." (Quelle: Bayerischer Rundfunk, 09.10.2020: Sendereihe Abenteuer Wildnis: "Die Rückkehr - Wölfe in Bayern")

Man braucht nicht weit zu schauen, auch in Nordeutschland werden Menschen von Wolfsgegnern bedroht. Ich erinnere an die jüngsten Aktion, bei der ein örtlicher Landwirt mit zwei weiteren Männern eine ehrenamtliche Wolfsberaterin in ihrem privaten Zuhause aufgesucht, ihr ein totes Rind in die Hauseinfahrt gekippt haben und einer von den Männern mit den Worten gedroht hat: "Das ist erst der Anfang, wir können auch ganz anders." (Quelle: az online, 17.03.2021: "Totes Rind in der Einfahrt: Landwirt wirft Wolfsberaterin Kadaver vor die Tür")

Gleichzeitig wird in der Öffentlichkeit der Opfer-Status zelebriert, etwa, wenn ein Jäger in Niedersachsen sich öffentlich ängstigt, weil er "großkalibrige Einschusslöcher" an seinem Hochsitz vorgenommen hat. Diese Tat nahm der niedersächsische Umweltminister zum Anlass, seine Abschusslisten geheimzuhalten und fortan einer demokratisch möglichen gerichtlichen Überprüfung zu entziehen. Von wem die Einschusslöcher stammten, konnte der Umweltminister nicht beantworten. Auf seine indirekte pauschale Unterstellung, dass hier wohl "Wolfsreunde" am Werk gewesen sein könnten, musste er in der Landtagsantwort 18/8780 vom 16.03.2021 einräumen, dass er den Nachweis darüber nicht erbringen könne. Es habe keine Verbindung der Sacheschädigung zur "Wolfsschützerszene" nachgewiesen werden können und die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen eingestellt. Und nun die berechtigte Cui-Bono?-Frage: Wer hat denn ein Interesse daran, fortlaufend Wölfe unter Ausschluss der Öffentlichkeit schießen zu dürfen und dadurch einer gerichtlichen Überprüfbarkeit zu entziehen UND ist für gewöhnlich mit großkalbirigen Waffen im Wald unterwegs?

Ich kehre wieder zur allgemeinen Wolfsthematik zurück und schließe mit einem Zitat von Hannes Jaenicke aus der heutigen ZDF-Volle Kanne-Sendung. Auf die Frage von Moderatorin Nadine Krüger, ob die Jäger in der Wolfsfrage nicht auch eine Art Recht auf "Bestandsschutz" hätten, antwortete er:

"Naja, erstens muss man ja mal fragen - wer jagt in Deutschland? Das ist ja so 'ne merkwürdige Entscheider-Lobby. Das sind sehr viele Politiker. Also Christian Lindner ist begeisterter Jäger, Herr Tönnies ist begeisterter Jäger, der ehemalige RWE-Chef ist es. Das ist ja 'ne merkwürdige Lobby aus mächtigen Entscheidern und sehr wohlhabend. Wolfgang Porsche ist begeisterter Bärenjäger in Rumänien. Da frag ich mich: Warum haben die was gegen den Wolf?
Der ist natürlich ein Konkurrent, der ist ein Störenfried. Der isst nun mal gern Rot- und Damwild und Schwarzwild - andererseits bekagen wir uns über eine Riesen-Wildschweinplage. Warum haben wir die? Offensichtlich hat das Wildschwein nicht genug natürliche Feinde. Also ich glaube - dieser Irrglaube von Jägern, sie könnten Natur "managen" - also die FDP hat Wahlplakate gedruckt und die haben wir abgefilmt. Da steht drauf: >>Damit der Waldspaziergang nicht zur Mutprobe wird - gezieltes Wolfsmanagement<<. Du kannst Natur nicht managen, das müssten wir mittlerweile eigentlich gelernt haben. Die Natur managt sich hervorragend selbst, wenn wir sie mal lassen. Insofern halte ich das für eine unglaubliche Arroganz zu glauben, wir können irgendwelche Ökosysteme per Jagd und Abschuss regeln - das halte ich einfach für echt dumm."

Rechtschreibkorrektur im Absatz 7 meines letzten Kommentars - um Missveständnissen vorzubeugen: "[...] "großkalibrige Einschusslöcher" an seinem Hochsitz VERNOMMEN hat"; nicht: "vorgenommen hat".

Ansonsten möchte ich abschließend noch einmal anmerken, dass Ihr Vorwurf in dem Titel Ihres Kommentars, werter st, "Außer Jägerbashing, nichst gewesen", ein absolutes argumentatives Eigentor darstellt.

Statt sich mit Sachfragen und -inhalten auseinanderzusetzen, versucht der Anwender des "Bashing"-Vorwurfs, sich auf diese Weise aus der Diskussion herauszuwinden.

Das fällt umso mehr negativ auf, wenn derjenige, der den "Bashing"-Vorwurf empört an andere richtet, selber basht, was das Zeug hält, werter "st":

Da geht es gegen Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister, der "nun mal der dienstälteste Minister Meck-Pomms" sei, "ohne Ambitionen seinen Amtssessel zu verlassen" und der "verbotenerweise Betriebsinterna ausplappert, um seine Haut zu retten und von seinem völlig unbrauchbaren Wolfsmangment und Förderrichtlinen abzulenken". "Menschen wie Till Backhaus sind die daraus resultierenden negativen Auswirkungen aber völlig egal. Hauptsache sie können ihren Posten behalten."

Den demokratischen Mehreiten der Gesellschaft wird gleich pauschal vorab ihre Urteilsfähigkeit abgesprochen: "die auf Desinformation und Propaganda basierende Wählermehrheiten (also nicht die Wolfsgegner)", also ein Bashing gegen alle, die IHRE persönliche Ansicht nicht teilen, ausgenommen natürlich von denen, die sie Ansicht teilen.

NABU-Bashing ist für Sie dagegen salonfähig, und die von denen veröffentlichte Umfrage ist, obwohl repräsentativ, "absolut gar nichts wert", weil Ihnen die Fragestellung nicht genehm ist.

Generell bashen Sie wie selbstverständlich gegen die "ideologisch fehlgeleiteten NGO's", die Ihrer Ansicht nach durch "nichts belegte und wissenschaftlich unbewiesene Behauptung"(en) glänzen.

Die "Wolfsfanatiker", wie Sie sie nennen, würden "unter kollektiver Amnesie leiden". "Wolfslobbyisten" würden die politischen "Schlüsselpositionen" besetzen. Ihrer Meinung nach sind das alls "Raubzeugfetischisten (die sich anmassen Naturschützer sich zu nennen)".

Sie sparen nicht mit Hetzbezeichnungen wie "wutschschäumende Wolfsfanatiker" und "naturromantisierte Städter".

Schäfer, die den Kurs der Wolfsgegner nicht mitgehen wollen, werden zu "NABU-verbandelten Vorzeigeschäfern mit ideolgischem Sendungsauftrag, die finanziell sehr von HSH-vermehrung profitieren" degradiert.

Sie sehen die "befangenen manipulierenden Wolfslobbyisten und Wolfsprofiteuren", wie Sie sie nennen, in den Medien überrepräsentiert.

Alle Vergleiche, außer Ihrer eigenen, sind "unzulässig". Geradezu legendär ist schon fast Ihr Hang zu Übertreibungen, die die naturgemachte Apokalypse beschreiben: "Waschbären, die ganze Dachstühle zerlegen, Füchse die Kleintierställe ausräumen, oder aktuell Bieber, die in Vorpommern Städte unter Wasser setzen."

Wieviele Häuser stehen denn genau in Schutt und Asche aufgrund von Waschbären und wie viele Städte wurden durch "Bieber" (Sie meinen aber nicht den Justin, oder?) geflutet? Welchen Erfolg hat die massive und schonungslose Bejagung von Waschbären denn eigentlich hervorgebracht? Nicht weniger, sondern mehr Waschbären!

Ist aber jemand aus Ihren Reihen nicht Ihrer Meinung wie Eckhard Fuhr, hat er "sämtliche Kompetenz in Sachen Wolf und Weidetiere verloren".

"Bashing" sehe ich hier nur in Ihren Kommentaren.

@Senta Tangerstedt:
Den Precht erwähnte ich, weil er in einem von Ihnen angeführten Video, plumpestes Jägerbashing betreibt, weil nachweisliche Falschbehauptung (Zitat: "eine Kugel zwischen die Augen ballern").

Nur weil der Wolf noch nicht ausreichend in der Ausbildung von Jägern behandelt wird, kann man eine Bejagung des Wolfes, nicht für alle Ewigkeit ablehnen. Schließlich halten 77% der Bevölkerung (laut NABU-Finanzierter Forsa-Umfrage, vom März 2021), den Wolf für ein Tier wie Füchse und Rehe auch. Und die werden regulär bejagd. Rehe sogar regelrecht bekämpft. Wenn Schäfer lernen sollen mit dem Wolf umzugehen, können die Jäger das sicher auch.

Die etwas längere Linkliste zeigt eine kleine Auswahl der immer häufiger vorkommenden dokumentierten Nahbegegnungen der letzten Monate, die Sie mit Verweis auf ein mehrfach verwendetes Fakevideo in bayrischen Jägerkreisen, als eben nicht immer häufiger vorkommend herunter spielen wollen.

https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/volle-kanne-mit-hannes-jaenicke-vom-20-mai-2021-100.html

Die windschiefen, dauergeerdeten Zäune (siehe Filmausschnitte im obigen Link), die der "Schäfer Thomas", ohne die Zaungasse vorher freizumähen, ins viel zu hohe Gras/Gestrüpp gefrickelt hat, halten nicht mal den unfähigsten deutschen Durchschnittswolf auf. Und "Wolfsschutz-Deutschland e.V" würde eine fünfstündige Sondersendung über diese offensichtliche Wolfsanfütterung, auf Youtube machen. Dieser Zaun würden hier nicht mal den Vorgaben der Versicherungen an die Hütesicherheit genügen. Volt, in nennenswerter Mindeststärke, kommt da am hinteren Ende des Zaunes jedenfalls nicht an.
Wenn ein Wolf hangabwärts auf diesen Zaun trifft, hat er nicht mal 50cm Zaunhöhe zu überspringen. Das mag in Südtirol NOCH funktionieren, weil dort E-Zäune unter Wölfen was völlig neues sind. Hier würde jeder Rissgutachter ins Protokoll eintragen: "Mindestschutz NICHT gegeben". Erst recht für den, im Bildhintergrund versteckten, zwei-Litzenzaun. Der wohl die überwiegende Länge seiner Zaunanlage aus macht.
Wenn dieser "Zaun" bei ihm (angeblich) funktioniert, dann deshalb, weil er damit im Moment das Wettrüsten gegen den Wolf anführt und alle anderen Schäfer der Gegend gar keine Zäune haben.

Ob die offensichtliche Überweidung der eingezäunten Flächen naturschutzfachlich und im Sinne des Tierwohls dauerhaft erträglich ist, steht auf einem anderen Blatt.

"Schäfer Thomas" ist also keine brauchbare Antwort auf meine Frage, wie Schafe und Rinder mit vertretbarem Aufwand, auf vor und hinter Deichen, im Gebirge, Moor, oder sonstigen für Zaunbau ungeeigneten Weiden, in jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter, wolfssicher einzuzäunen sind.

Und eine Quelle für Ihre Behauptung, dass ZUNEHMEND kritische Stimmen zu überzogenen Wolfabschußforderungen aus "meinem" Lager kommen, haben Sie immer noch nicht verraten. Das eher das Gegenteil der Fall ist, habe ich mit mehreren Links belegt.

"Hannes Jaenicke im Einsatz für den Wolf unterwegs". Wen wundert es, wenn er für seinen neuen Film auch (einen?) Schäfer findet, der das Lied von WWF und GZSDW singt. Kommt der Andreas Moser auch zu Wort?
Wie kommts, dass so wenig Almbauern diesen Einzelbeispielen nacheifern wollen, oder können? Kann es sein, dass diese wenigen wolfsfreundlichen Vorzeige-Bauern andere/zusätzliche Einnahmequellen haben, durch die sie den Mehraufwand durch Wölfe/Bären kompensieren können?

Was den Yaks von Mutterkuhhalter Mauritz Boschung widerfahren ist, können Sie sicher beweisen, oder stützen Sie sich auf die reine Behauptung seinerseits?

Dass einer Wolfsberaterin ein vom Wolf gerissenes Rind (ordnungsgemäß transportiert und in Folie eingepackt) vor der Tür abgelegt wurde, war die Retourkutsche für ihre Verharmlosungen des kürzlichen Stadtspazierganges eines Wolfes und ihrer zweifelhaften Rissgutachtertätigkeit. Wenn sie nicht zum Riss kommen will (um noch rechtzeitig verwertbare DNA-Proben entnehmen zu können), wird das Rind eben zu ihr gebracht. Dass sich der Begleiter des Rinderhalters im Ton vergriffen hat, kann man dem Rinderhalter nicht anlasten. Zumal seine Worte sehr unkonkret waren. Ist aber sicher nicht schlimmer, wie die zahlreicheren und übler formulierten, offenen und konkreten Morddrohungen aus den Reihen der Wolfsfanatiker.

Da fragt die Moderatorin bei "Volle Kanne", ob Jäger nicht Bestandsschutz hätten, gegenüber der Neueansiedlung von Wölfen. Und Sie zitieren einen ellenlangen Text, in dem Hannes Jaenicke über eine handvoll Jäger der obersten Wirtschafts- Finanz- und Politikelite Deutschlands ablästert. Woher nimmt er die Überzeugung, dass dieser gesamte, nicht repräsentative Personenkreis, etwas gegen den Wolf hat? Und nicht dass diese Leute und der Großteil der normalen Jäger, nur etwas gegen den gegenwärtigen Umgang mit dem Wolf haben?

Jäger in Deutschland managen nicht "Die Natur", sondern eine durchregulierte Kulturlandschaft.
Die explodierenden Wildschweinbestände haben nicht die Jäger, durch ihre angebliche Unfähigkeit zu verantworten, sondern sind das Ergebnis, einer völlig ausgeuferten verfehlten BIO-Gas-Subventionierung, die von einer Grünen Umweltministerin wärend einer Grünen Regierungsbeteiligung zu verantworten ist.

Die letzten Minuten bei "Volle Kanne" sind dann die aufschlußreichsten.
Haltlose, diffamierende Behauptungen Jaeneckes: In Rumänien, in Italien, nirgendwo werden Nutztiere gerissen, weil die Schäfer dort ihre Tiere schützen, ohne Wölfe zu töten. Wie die das machen, verrät er nicht. In Deutschland sind die Schäfer lernresistent. Ganz selten passiert es mal, dass ein Wolf mehr Tiere tötet, wie er fressen kann. Dann aber nur in ungeschützten Herden. Falls irgendwann einmal ein Wolf über einen Schutzzaun kommt, muß was dagegen gemacht werden. Das Wort "schießen", kommt ihm nicht über die Lippen.
Die Weidetiere abschaffen und das Land verwildern und den Wölfen überlassen, wäre ihm sicher lieber.

Und wärend der Sendung wundert er sich noch, dass es keinen Schäfernachwuchs mehr gibt.

Er hält seine beworbene Dokumentation für sehr ausgewogen, weil angeblich alle Meinungen vertreten sind. Die der Totalabschussverweigerer und die der Totalabschussbefürworter. Ich wage vorherzusagen, dass er keine der zahlreicheren, gemäßigten, dazwischen liegenden Meinungen zu Wort kommen läßt.

Schade um die Rundfunkgebüren.

P.S.
Hab' da noch was zum ÖJV gefunden (ist das jetzt wieder Bashing?):

https://www.jawina.de/oekojagd-dutzendweise-verhungerte-kaelber-im-nationalpark-berchtesgaden/

P.P.S.
Zu Ihrem Nachtrag: Verkneife ich mir jeden Kommentar...

Noch mal zum "Schäfer Thomas" aus Südtirol und seine krummen Zäune:

https://www.nordkurier.de/kultur-und-freizeit/hannes-jaenicke-fuer-zdf-doku-auf-den-spuren-der-woelfe-2143604805.html

Zitat: "In Tirol begleitet Jaenicke einen Schäfer, der es durchaus für machbar hält, auch im abschüssigen Gelände Herden zu sichern. Noch gibt es dort keine Wölfe, aber der Schäfer will vorbereitet sein."

Fazit: keine Wölfe, keine Risse.

Also ein wirklicher unbrauchbares Beispiel von Frau Senta Tangerstedt, wie machbarer Herdenschutz praktiziert wird. Und schon gar kein Beweis dafür, dass er funktioniert.

die von User "st" gebasht werden - der böse Schäfer, der sich mit dem Wolf arrangiert, das böse ZDF, der böse Hannes Jaenicke, der böse Richard David Precht, die böse Wolfsberaterin, der böse WWF, die böse GzSdW, die bösen Grünen... Merken Sie was? Sie zelebrieren das, was sie anderen vorwerfen. Und bestätigen den Lesern meine Einschätzung damit immer wieder.

1. Ich stimme Ihnen zu, was die Aussage von Richard David Precht betrifft. Eine Kugel zwischen die Augen oder gar ein sofort tödlicher Treffer des Wildtieres ist nicht die Regel. So schreibt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) in ihrem Merkblatt zu Bewegungsjagden:

"So wurde bei Drückjagden auf Schwarzwild in Hessen nur etwa ein Drittel mit Blattschuss erlegt, der Rest der Strecke wies Waidwund-, Keulen- oder Laufschüsse auf. Rehwild wies bei ca. 30 % der männlichen und ca. 60% der weiblichen Tiere Bauchschüsse auf." (Quelle: Tierschutz und Bewegungsjagden: Stellungnahme der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) Arbeitskreis Wildtiere und Jagd (AK 6).

Wer das Leid der angeschossenen Wildtiere plastisch geschildert bekommen möchte, dem seien die Bücher des Nachsucheführers Bernd Krewer empfohlen. Bestenfalls "köpft" der "Trägerschuss" das Reh, den "besonders mutige Kunstschützen gerne unter dem Vorwand der Wildbretschonung antragen". Flüchtende Wildschweine mit schwersten Gesichtsverletzungen "pflügen mit dem zerschossenen Gebrech nicht selten den Boden". Seite 30 ziert ein Foto eines solchen Tieres, das nicht erfolgreich nachgesucht werden konnte und deshalb "elend verhungert" ist. Ein Vorderlaufschuss bricht dem Wildtier ein oder mehrere Beine: "Wild knickt dort ein, wo ihm die Stütze weggeschlagen wurde." Diese Tiere erkennt man beim "Wegflüchten" an einem "unkoordinierten Bewegungsablauf", bei dem "der zerschossene Lauf" auch "oft schlenkert". Beim "Brustkernschuss" erleidet das Tier Atemnot. Manche flüchten selbst noch mit einem Schuss in die Wirbelsäule, andere mit einem Keulenschuss in die hinteren Gliedmaßen. Es wird empfohlen, nur die weitestgehend tödlichen Treffer unmittelbar nachzusuchen und sich "schwierige Nachsuchen, also beispielsweise Lauf-, Krell-, Keulen und sonstige Schüsse" für den "Folgetag aufzuheben." (Quelle: Bernd Krewer: ""Rund um die Nachsuche", Neumann-Neudamm Verlag Melsungen, 2003).

Beispiele gefällig?

"Das Schmaltier hatte tatsächlich einen Brustkernstreifschuß, allerdings war auf der Außenseite auch der Vorderlauf zerschossen bzw. gebrochen. [...] Einen durchschossenen und daher "schlenkernden" Vorderlauf hätte der Schütze [...] am Vorabend sehen müssen [...]." (Quelle: Bernd Krewer: Über Hirsche Hunde und Nachsuchen, Neumann-Neudamm Verlag Melsungen, 1998, Seite 136).

"Es war ein dicker Keiler, das sah ich sofort, und ich sah auch, dass der armen Sau der ganze Unterkiefer herunterhing. [...] Nun war auch klar, warum die Sau jeder Berührung mit Ästen und Ahnlichem aus dem Weg gegagngen war." (Krewer, Seite 141, a. a. O).

"Und noch ein Gebrechschuß [...]. Da hörte ich aus dem Haufen vor uns röchelnde Laute [...}. Auch diesem Wutzchen hing der ganze Unterkiefer "in Fetzen" herunter." (Krewer, Seite 142, a. a.O.).

"Ein weiterer Gebrechschuß [...]. 11 Stunden war die Fährte alt, auf dem Anschuß lagen neben vielem Schweiß [= Blut] und Speichel auch Knochensplitter und Zahnteile, auch noch ein Stück vom Lecker [= von der Zunge]. [...] Auf weniger als zwei Meter sah ich den Unterkiefer herabhängen. [...] Wo die Sau rouliert hatte, lag - sauber abgeschossen - ein Vorderlauf." (Krewer, Seite 157, a.a. O.).

"Selbst mit heraushängendem Gedärm können panische Tiere noch Hunderte Meter weit flüchten, um sich zu verstecken. Je nach Schwere und Art der Verletzung verenden die Tiere dann qualvoll innerhalb von Stunden oder sogar Tagen. Noch schlimmer: Sie werden vom Jäger aufgestöbert, flüchten erneut und sind wieder unauffindbar. Oder sie verhungern, weil sie nicht mehr fressen können. [...] Alle acht Sekunden stirbt irgendwo in Deutschland ein Tier durch ein Projektil. Mal schneller, mal langsamer." (Quelle: GEO, 04.11.2020: "Jagd - Unterschätztes Tierschutzproblem: Zehntausende Rehe verenden qualvoll nach dem Schuss").

So und jetzt erzählen Sie den Lesern hier doch nochmal was vom bösen Wolf und vom ach so edlen Waidmann.

2. Warum geben Sie die Nabu-Umfrage falsch wieder?

st schrieb: "Nur weil der Wolf noch nicht ausreichend in der Ausbildung von Jägern behandelt wird, kann man eine Bejagung des Wolfes, nicht für alle Ewigkeit ablehnen. Schließlich halten 77% der Bevölkerung (laut NABU-Finanzierter Forsa-Umfrage, vom März 2021), den Wolf für ein Tier wie Füchse und Rehe auch. Und die werden regulär bejagd."

Sorry, aber das ist Ihre Logik: Alle Schwäne sind weiß. Das Kissen auf meinem Sofa ist auch weiß. Also muss es ein Schwan sein.

Tatsächlich ist der Original-Wortlaut in der Umfrage ein ganz anderer: "Wölfe gehören in unsere Landschaft, wie z.B. Füchse, Rehe oder Biber auch" - und dem stimmen 77% zu.

Und welchen Teil von "Biber" oder "zum Beispiel" haben Sie jetzt nicht verstanden? Zur allgemeinen Akzeptanz der Jagd auf Füchse oder Rehe in der Bevölkerung findet sich in der Umfrage nicht eine einzige Fragestellung.
Es macht aber deutlich, wie Sie verzweifelt versuchen, sich mit völlig unlogischen Schlussfolgerungen Ihre Welt zurechtzubiegen. Und das völlig frei von "Beweisen", die sie mittlerweile bekanntermaßen immer nur von anderen einfordern.

65% finden übrigens auch, dass die vom Wolf ausgehenden Risiken in den Medien übertrieben dargestellt werden.
Wie sagte doch John Linnell, der als verantwortlicher Mitverfasser des sogeannten "Linnell-Reports" Angriffe von Wölfen auf Menschen wissenschaftlich untersucht hat: ""In Europa hat es in den letzten 40 Jahren keine tödlichen Wolfsangriffe auf Menschen gegeben", sagt der Forscher, der 2002 für die in Fachkreisen "Linnell-Report" genannte Studie Wolfsattacken der vergangenen 450 Jahre auf Menschen ausgewertet hat. [...] "Politiker und Wolfsgegner machen den Menschen Angst, um sie zu manipulieren", so der Wissenschaftler. "Das ist zynisch und schmutzig, aber der Trick wird oft angewandt, einfach weil er so gut funktioniert." (Quelle: DER SPIEGEL Print-Ausgabe 10/2018, Julia Koch: Gefährliche Märchen, 03.03.2018, Seite 105).

Oder eben auch nicht, wie die aktuelle Forsa-Umfrage ja zeigt.

3. Desweiteren ist unverständlich, warum Sie so darauf herumreiten, dass es hin und wieder zu Wolfsbegegnungen kommt, die gefilmt und geteilt werden. Sie verlinken 9 Berichte darüber - Deutschland hat mehr als 82 Mio Einwohner! Und was beweisen all diese Filme? Dass Wölfe wandern, dabei weite Strecken zurücklegen und hin und wieder mal beim Erstellen ihrer kopfeigenen Landkarte durch eine Siedlung laufen - ja und? Ein NAVI kaufen können sie ja nicht, also heißt ihr Weg auf der Suche nach einem neuen Revier Trial and Error. Haben sie dabei in Deutschland schon mal einen Menschen angegriffen? Antwort siehe Punkt 2, John Linnell. Dafür werden jedes Jahr immer wieder unbeteiligte Menschen durch das Hobby Jagd, durch Jäger oder Taten mit Jagdwaffen getötet und verletzt. Die Frage "Muss denn erst ein Mensch zu Schaden kommen?" wird von den Jägern hier nicht gestellt.

4. Die medial dokumentierte Bedrohung einer Frau durch drei Wolfsgegner rechtfertigen Sie mit "war die Retourkutsche für ihre Verharmlosungen des kürzlichen Stadtspazierganges eines Wolfes und ihrer zweifelhaften Rissgutachtertätigkeit". Stehen Sie über dem Gesetz, oder wie muss man das interpretieren? Die "die zahlreicheren und übler formulierten, offenen und konkreten Morddrohungen aus den Reihen der Wolfsfanatiker" können Sie dagegen nicht mit Beispielen belegen geschweige denn beweisen. Meines Wissens nach hat die Wolfsberaterin niemanden bedroht - warum bekommt also sie die "Retourkutsche"? Werden solche Menschen wahllos ausgesucht oder hat das Pinzip "drei Männer sind so heldenhaft mutig, zusammen eine einzelne Frau einzuschüchtern" Methode? Egal, nun ist die Sache ein Fall für die Ermittlungsbehörden und man darf gespannt sein, wieviele Kunden ihre Einkäufe weiter bei Menschen erledigen, die solche Methoden nötig haben. Ich kaufe bei dem Herrn gar nix mehr.

5. st schreibt: "Die explodierenden Wildschweinbestände haben nicht die Jäger, durch ihre angebliche Unfähigkeit zu verantworten, sondern sind das Ergebnis, einer völlig ausgeuferten verfehlten BIO-Gas-Subventionierung, die von einer Grünen Umweltministerin wärend einer Grünen Regierungsbeteiligung zu verantworten ist."

... und das damit reichlich verdiente Geld wird von den Landwirten immer noch nicht verachtet. Lustigerweise haben Sie wohl auch noch nicht mitbekommen, dass seit nunmehr 16 Jahren die CDU regiert und das Bundeslandwirtschaftsministerum besetzt. Für Kursänderungen wäre da ja jede Menge Zeit gewesen. Aber die bösen Grünen... Na, mal wieder Widdewiddewiddewitt, werter "st"?

Den Anteil der Jäger an der Wildschweinflut benennt z. B. der Landesjagdbericht Niedersachsen:
"Gründe für das Anwachsen der Schwarzwildbestände (...)
5. Möglicherweise zu viele Kirrungen(...)
8. Trotz starker Eingriffe durch die Jagd hat keine Reduktion der Schwarzwildpopulationen stattgefunden" (Quelle: Landesjagdbericht Niedersachsen 2009, Seite 26)

"Maßnahmen zur Reduzierung der Schwarzwildbestände
1. Sofortige Bejagung aller schwachen Frischlinge auch bei mangelnder Verwertungsmöglichkeit.
2. Gesetzeskonformes Kirren statt Füttern.
3. Regelmäßig den Schießstand aufsuchen und Schießfertigkeiten verbessern.
4. Fehlendes Wissen über die Schwarzwildbiologie aufbessern (...)
Helfen Sie mit, damit wir nicht auf drastische Maßnahmen wie die Pille zurückzugreifen brauchen. Damit – im wahrsten Sinne des Wortes – versauen wir uns die Wildbretvermarktung." (Quelle: Landesjagdbericht Niedersachsen 2009, Seite 15).

Offenbar fühlte man sich dazu gezwungen, den Jägern nochmal die Rolle der Leitbache zu erklären und welche Auswirkungen ihr Abschuss hat. Der Hinweis, doch bitte nur zu kirren statt zu FÜTTERN, kommt wohl auch kaum aus heiterem Himmel. Den Schießleistungsnachweis gibt es immer noch nicht, aber dafür gibt's ja ordentlich Schotter für das Schießen von Frischlingen, die sich sonst finanziell nicht gelohnt hätten ("Pürzelprämie" vom Steuerzahler). Und neuerdings werden ja auch großzügig Kühlschränke für Jäger vom Land Meck-Pomm finanziert (bis zu 1.200 € pro Gerät), damit sie das olle Wildfleisch, das keiner kauft, irgendwo zwischenlagern können - während der Hartz IV Empfänger seine FFP2-Masken auch noch von seinem ALG II abzwacken muss. Wenn man dessen Kindern die monatlichen 54 Cent für Bildung streicht, hat mn in ein paar Monaten auch eine Maske zusammen gespart. Aber die Jäger arbeiten ja "ehrenamtlich", klar.

6. Die Dokumentation von Hannes Jaenicke habe ich noch nicht gesehen; meines Wissens nach steht sie auch erst ab 24.05.21 in der Mediathek zur Verfügung. Ob jetzt die falsche Formulierung vom Nordkurier oder aus der Dokumentation stammt, kann ich daher nicht beurteilen. Aber Ihre simple Milchmädchen-Gleichung "Fazit: keine Wölfe, keine Risse" geht mal wieder nicht auf: "Zu den mittlerweile 18 nachgewiesenen Wolfsvorkommen in Tirol kommt noch ein weiterer hinzu. [...] Insgesamt wurden heuer in Tirol rund 140 Schafe nachweislich von einem Wolf gerissen – von 68.000 Schafen, die auf die Almen aufgetrieben wurden." (Quelle: tirol ORF.at, 22.09.2020: Wolf: Fast alle DNA-Analysen abgeschlossen).

Und wenn der Schäfer sagt, dass sein Zaun funktioniert, dann habe ich keinen Grund, dem nicht zu glauben. Bei anderen Schäfern geht es ja auch. Komischerweise sind immer nur dieselben Schäfer betroffen, die dann lautstark das Medieninteresse suchen.

Welcher Schäfer arrangiert sich mit dem Wolf? Etwa der, der nicht in der Lage ist, einen funktionstüchtigen Elektrozaun für das Fernsehen aufzustellen?

zu 1. Kein deutscher Jäger ballert einem Rehbock eine Kugel zwischen die Augen. Schon gar nicht, weil er Spaß daran hätte.

Ihre Ergüsse über mangelhafte Schießkünste in der Jägerschaft sind hier völlig fehl am Platz.

zu 2. Die NABU-Umfrage ist wie alle derartigen Umfragen, so aufgebaut, dass sich die abenteuerlichsten Ergebnisse hineininterprätieren lassen.

Welche "Risiken in den Medien" gemeint waren, wurde nicht spezifiziert. Auch nicht die "teilweisen Probleme mit dem Wolf". Also alles sinnlose Fragen.

Im Linellreport endete Europa an der EU-Ostgrenze. Und westlich davon gab es damals (2002) wieviele Wölfe? Sie streiten sicher ab, dass mit steigender Anzahl von Wölfe, die Anzahl der Zwischenfälle mit wölfen steigt?

Manipulationen funktionieren in beide Richtungen. Man kann Menschen auch in Richtung naiver Sorglosigkeit manipulieren.

zu 3. Es kommt nicht mehr nur "hin und wieder" zu Wolfsbegegnungen. Die häufen sich und nehmen direktproportional zur steigenden Gesamtpopulation zu. Wenn Sie es für völlig normal, ungefährlich und unbedenklich (für Wolf und Mensch) halten, wenn ein offensichtlich völlig erschöpfter und verängstigter Wolf, zwischen Fußgängern eine enge Wohngebietsstraße am hellichten Tag entlang läuft, dann ist das Ihre Sache. Aber erwarten Sie nicht von anderen Menschen, dass die genauso naiv und kurzssichtig denken.

https://www.natuerlich-jagd.de/news/wolf-hetzt-durch-lohne.html
https://www.swp.de/panorama/wolf-in-koeln-gesichtet-nrw-schafe-grissen-56992694.html

zu 4. Die Wolfsberaterin wurde nicht von drei Wolfsgegnern Bedroht. Wo haben Sie den medialen Nachweis dafür? Ein Landwirt hat mit Helfern ein offensichtlich von einem Wolf getötetes Rind vor Ihrer Haustür abgeladen. Das ist keine Bedrohung.
Der Landwirt hat vernünftig geklingelt und die Rissgutachterin schriftlich um ein Untersuchungsergebnis gebeten. Danach erst wurde das Kalb abgeladen. Ein Helfer hat noch einen dummen Spruch losgelassen, dass das erst der Anfang gewesen sei, und sie auch anders können. Also völlig offen, was er mit "anders" meint.

Alle Beteiligten standen den Medien offen und ehrlich Rede und Antwort:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Totes-Rind-in-der-Einfahrt-Wolfsberaterin-fuehlt-sich-bedroht,hallonds64716.html

So sehen dann die Drohungen der Wolfsfreunde aus. Von denen stellt sich keiner für ein Interview zur verfügung:
https://www.natuerlich-jagd.de/blog/jager-erhalt-morddrohungen-weil-er-einen-wolf-erloste.html
https://www.sueddeutsche.de/panorama/kriminalitaet-hannover-morddrohungen-gegen-umweltminister-lies-wegen-wolfsjagd-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200131-99-716302
https://www.natuerlich-jagd.de/news/wolfsfreunde-drohen-jaegern-mit-mord.html
https://schermbeck-online.de/wolfsbefuerworter-schiessen-ueber-das-ziel-hinaus/
https://www.nordkurier.de/ueckermuende/tierschuetzer-drohen-wolfsopfer-mit-dem-tod-2926656212.html
https://www.natuerlich-jagd.de/news/tierschuetzer-feinden-wolfs-opfer-uebel-an.html

zu 5. Weidetierhalter/Schäfer profitieren in keiner Weise von den hoch subventionierten Maisplantagen. Sondern leiden, vor allem wegen der explodierenden Pachtpreise und den fehlenden Winterweiden, unter den politischen Fehlentscheidungen in Grüner Verantwortung.

Ihre Ratschläge zur richtigen Behandlung der Wildschweine aus Niedersachsen, taugen hier in Meck-Pomm wenig bis nichts.

zum Hannes Jaenicke:
Kommen Sie jetzt nicht wieder damit, nachgewiesene Risse mit den Gesamtschäden gleich zu setzen. Wolfsschäden bestehen nicht nur aus den toten Tieren mit Kehlbiss und DNA-Nachweis. Wie eine Schafherde aussieht, die in Panik einen Berghang hinunter geflohen ist, muss ich Ihnen doch wohl nicht schon wieder erklären?

Warum der Zaun von "Schäfer Thomas" nicht funktionieren kann, habe ich schon beschrieben. Allein die Tatsache dass er versucht einen aufzustellen, bedeutet noch lange nicht, dass er zur Wolfsabwehr funktioniert.
Dass Sie den Worten dieses Schäfer glauben und nicht dem was auf den Bildern zu sehen ist, spricht Bände über Ihr Weltbild. Und wie Sie dem Beitrag sicher entnehmen konnten, geht das bei anderen Schäfern eben nicht. Denn keiner, ausser diesem einen, baut in der Gegend Zäune.

"st" schreibt: "Kein deutscher Jäger ballert einem Rehbock eine Kugel zwischen die Augen. Schon gar nicht, weil er Spaß daran hätte."

Autoren wie Dr. Florian Asche oder Paul Parin haben sogar Bücher herausgegeben, in denen der Lustmoment bei der Jagd ausführlich beschrieben wird. Die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" hat die teils drastischen Zitate dazu zusammengetragen, aber Achtung: Dort sind auch viele Fotos der Jagd; und zum Beispiel Rehe mit ausgeschossenen Augen oder schwer verwundete Katzen und Hunde sind nicht für jedermann/jederfrau leicht zu ertragen. Wer trotzdem PR-freie Antworten sucht: https://abschaffung-der-jagd.de/fakten/lusthaftigkeitdestoetens/index.html

Um den Nordkurier-Leser mit den Realitäten der Jagd nicht zu überfordern und zum Wolf zurückzukommen, verweise ich mal beispielhaft auf eine Jägertagung. Prof. Michael Rosenberger stellte fest: "Mehr als viele andere Betätigungen des Menschen scheint es der Jagd eigen zu sein, dass sie im Jagenden starke Emotionen hervorruft und große „Lust“ erzeugt. (Seite 7). Das Argument "Freude an der Natur" werde zwar immer wieder genannt, scheine aber bei weitem nicht das wichtigste Motiv zu sein. "Denn Freude an der Natur könnte man ebenso gut als TierbeobachterIn oder als TierfotografIn haben. Dafür bräuchte man doch nicht schießen und Beute machen."
Jäger sähen Jagd u. a. als eine Form des Sports: "Spannung eines sportlichen Wettbewerbs: nicht umsonst wird die (Hobby-)Jagd häufig „Sport“ genannt. [...] Der Jäger empfindet sein Tun als eine Art Wettkampf mit dem Wild."

Da muss ich kurz einhaken: Die Prinzipien sportlicher Wettkämpfe basieren auch Freiwilligkeit, Fairness und Fairplay mit Waffengleichheit und setzen auf Völkerverständigung statt auf den Tod des Kontrahenten - es sei denn, wir reden über die Tribute von Panem oder illegale Hundekämpfe bzw Hahnenkämpfe mit Rasierklingen als "Wettkampf".

Laut Professor Rosenberger ist das "Machtgefühl" das dritte Element der Jagdmotivation. "Die Attraktivität eines derartigen Machtgefühls zeigt sich dann z.B. darin, dass JägerInnen sich die Freiheit der Entscheidung, ob und welches Tier sie töten, äußerst ungern nehmen lassen. Da hat ihnen niemand hineinzureden." (Seite 8).

Wildtiere werden auch für den "gesellschaftlichen Status" getötet, weil "das Jagen einer der Bereiche" ist, "in dem die stärksten Privilegien gelten und der am klarsten die Zugehörigkeit zu bestimmten gesellschaftlichen Gruppen ausdrückt. Wer jagt, der will auch, dass andere (JägerInnen wie NichtjägerInnen) das wahrnehmen, denn als Jägerin ist man wer." (Seite 8)

Und damit wird wieder eine Brücke zu der Aussage von Hannes Jaenicke geschlagen: "Naja, erstens muss man ja mal fragen - wer jagt in Deutschland? Das ist ja so 'ne merkwürdige Entscheider-Lobby. Das sind sehr viele Politiker. Also Christian Lindner ist begeisterter Jäger, Herr Tönnies ist begeisterter Jäger, der ehemalige RWE-Chef ist es. Das ist ja 'ne merkwürdige Lobby aus mächtigen Entscheidern und sehr wohlhabend. Wolfgang Porsche ist begeisterter Bärenjäger in Rumänien. Da frag ich mich: Warum haben die was gegen den Wolf?"

Dazu wieder eine Überleitung zu Prof. Michael Rosenberger auf der Jägertagung über die Jäger:

"Vielfach beobachtet man eine starke Hierarchisierung der Tiere: Da sind die „Lieblinge“ der JägerInnen, nämlich jene Tiere, die Trophäen tragen. Sie werden gehegt und gepflegt, ihnen gilt die maximale Aufmerksamkeit und Sorge.
Auf einer zweiten Stufe der Hierarchie stehen die trophäenlosen „Nutztiere“. Ihnen schlägt in der Regel Nichtbeachtung und Geringschätzung entgegen. Sie werden dort mitgehegt, wo das nicht anders möglich ist, aber es handelt sich dabei im Grunde nur um einen Kollateraleffekt.
Auf der dritten Stufe stehen die Beutegreifer, das Raubwild. Oft genug werden sie direkt bekämpft, man sieht sie als Konkurrentinnen an und stellt ihnen (trotz aller Beteuerungen der Jagdverbände zum Teil sogar mit üblen Methoden wie dem Einsatz von Gift)nach. Aber das geschieht dann nicht mehr rational und maßvoll, sondern oft sogar in blindem Hass und tiefer Aggression." (Seite 9).
(Quelle: Vortrag von Prof. Michael Rosenberger: "Waid-Gerechtigkeit“- Grundzüge einer christlichen Ethik der Jagd", 14. Österreichische Jägertagung, 31.01.-01.02.2008, https://www.bundesforste.at/fileadmin/jagd/2008_Tagungsband.pdf ).

Erinnern Sie sich an meine Aussage, dass Sie jedes Argument als "unzulässigen Vergleich" abtun? Sie bestätigen das schon wieder, und zwar auf geradezu belustigende Weise.
st schreibt: "Ihre Ratschläge zur richtigen Behandlung der Wildschweine aus Niedersachsen, taugen hier in Meck-Pomm wenig bis nichts."
Hahahaha, Wildschweine in Niedersachsen und MeckPomm sind ja mal gar nicht vergleichbar, was für ein "unzulässiger Vergleich". Werter "st", ich mag Sie, denn sie besitzen wahrlich komödiantisches Talent!

Und wissen Sie was? Unsere niedersächsischen Wölfe lieben Wildschweinfleisch und helfen fleißig dabei, die angefütterten, äh, angekirrten Wildschweine zu dezimieren. Einer Untersuchung der Landesjägerschaft, der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Universität Hildesheim zufolge, in der 332 Wolfskotproben aus dem Zeitraum von 2013-2017 untersucht wurden, stellte sich das Wildschwein als häufigste Nahrungskategorie an der gesamten Biomasse (33,78%) und als zweithäufigste Nahrungskategorie einzelner Nahrungskategorien (31,6%) dar.
Zum Vergleich: Der Anteil an Nutztieren betrug 0,49% bzw. 0,4%. (Quelle: Landesjagdbericht Niedersachsen 2017/2018: "Untersuchungen zur Nahrungsökologie des Wolfes (Canis lupus) in Niedersachsen" Seite 104 ff.).

Tja, wurde die Jagd doch immer mit der Begründung gerechtfertigt, dass große Beutegreifer wie der Wolf "ausgestorben" ( = durch Jagd ausgerottet) seien, und nun der edle Waidmann, der einst für die Ausrottung sorgte, den fehlenden Beutegreifer ersetzen müsse. Nun klagen wir über viel zu viele Wildschweine und sollten den Wolf als willkommenen Helfer begrüßen - stattdessen hören wir ausgerechnet aus Jägerkreisen den Ruf nach seiner Bejagung. Wie passt das zusammen? Wird der Wolf so gehasst, weil er nicht nur als unliebsamer Konkurrent der Jäger gesehen wird, sondern auch deren Argumentationsgefüge zur Rechtfertigung der Jagd wie ein labbriges Kartenhaus zum Einsturz bringt?

Eine weitere PR-Aktion gegen den Wolf bestand aus der Fake-News-Verbreitung, dass Wölfe die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest begünstigen würden. Hierzu schrieb der leider inzwischen verstorbene Wolfs- und Jagdexperte Ulrich Wotschikowsky: Der Erreger könne "in Speiseresten vorhanden sein, die z. B. auf einem Autobahnrastplatz weggeworfen werden, auch in verarbeitetem Schweinefleisch, in Würstchen oder in Schinken. Andere Tiere, auch Beutegreifer, spielen bei der Verbreitung des Virus keine Rolle. Das hat das Friedrich-Loeffler-Institut (das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit mit Sitz in Greifswald) jetzt unmissverständlich klar gestellt. Dafür war es höchste Zeit – denn ein paar Querdenker aus dem jagdlichen Umfeld waren schon (und sind immer noch) emsig dabei, den Wolf als möglichen Vektor (Verbreiter) des Virus ins Spiel zu bringen." (Quelle: Wolfsite- Wölfe in Deutschland, Ulrich Wotschikowsky, 17.02.2018: "Der Wolf und die Afrikanische Schweinepest").

"st" schreibt: Die Wolfsberaterin wurde nicht von drei Wolfsgegnern Bedroht. Wo haben Sie den medialen Nachweis dafür? Ein Landwirt hat mit Helfern ein offensichtlich von einem Wolf getötetes Rind vor Ihrer Haustür abgeladen. Das ist keine Bedrohung.
Der Landwirt hat vernünftig geklingelt und die Rissgutachterin schriftlich um ein Untersuchungsergebnis gebeten. Danach erst wurde das Kalb abgeladen. Ein Helfer hat noch einen dummen Spruch losgelassen, dass das erst der Anfang gewesen sei, und sie auch anders können. Also völlig offen, was er mit "anders" meint."

Das ist aber eine sehr verniedlichende Darstellung, die in den Medien anders wiedergegeben wurde:

"Im Landkreis Uelzen wird der Streit um den Wolf mit immer härteren Bandagen ausgefochten. [...] Der Landwirt und zwei Helfer sollen den zerfetzten Kadaver von der Ladefläche gezerrt und in die Hauseinfahrt geworfen haben. Einer habe der Wolfsberaterin gedroht: "Das ist erst der Anfang, wir können auch ganz anders." (Quelle: NDR, 17.03.2021: Wolfsberaterin fühlt sich von Landwirt bedroht).

"Als der dunkle VW-Pickup am Dienstag um kurz vor 14 Uhr vor ihrem Haus in Brockhöfe Bahnhof anhält, ahnt Wolfsberaterin Katja Hildebrandt-Mertins noch nichts Böses. Doch das ändert sich rasch... [...] Sie heben ein totes Galloway-Rind, das möglicherweise von einem Wolf gerissen wurde, von der Ladefläche und werfen den Kadaver in die Hauseinfahrt der Wolfsberaterin. „Das waren Ihre Hunde“, höhnt einer der Männer. [...] Einer der Männer stößt gegenüber Hildebrandt-Mertins eine Warnung aus: „Das ist erst der Anfang, wir können auch ganz anders.“ [...] Ein Polizeibeamter habe ihr gesagt, dass die Angelegenheit dem Staatsschutz übergeben werde.
Schwutke bestätigt auf AZ-Nachfrage die Geschehnisse. [...] Kreislandwirt Thorsten Riggert verurteilt die Aktion scharf. „So etwas geht gar nicht. Das ist eine Grenzüberschreitung, die überhaupt nicht zu rechtfertigen ist“, schimpft er. [...] „Jemanden, der ein Ehrenamt bekleidet, hat man nicht privat zu behelligen“, betont Riggert. „Davon distanzieren wir uns als Landwirte deutlich.“ (Quelle: az online, 17.03.2021: Affront -
Totes Rind in der Einfahrt: Landwirt wirft Wolfsberaterin Kadaver vor die Tür).

"Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Nötigung. Vom Landkreis erwartet den 66 Jahre alten Mann ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen des unsachgemäßen Transports und Entsorgung eines Tierkadavers.

Landwirt bereut Aktion nicht

Der Landwirt rechtfertigte sein Verhalten. Er sagte dem NDR in Niedersachsen, dass er seine Aktion nicht bereue - auch wenn er schlecht geschlafen habe. Er habe viel positives Feedback erhalten, gab er an." (Quelle: NDR, 17.03.2021: Wolfsberaterin fühlt sich von Landwirt bedroht).

In der Anmoderation des NDR-Filmbetrags von HALLO NIEDERSACHSEN am 17.03.2021 sprach NDR-Redakteur Jan Starkebaum von einer "neuen Eskalationsstufe" und einem "Hausbesuch, der an Mafia-Methoden erinnert".

Übrgens zeigt sich der Herr auf der Website der CDU in Holdenstedt als ehrenwertes Mitglied der CDU, das 2009 "mit einer Urkunde der Bundesvorsitzenden Angela Merkel und der Silbernen Ehrennadel für eine fünfundzwanzigjährige Mitgliedschaft in der CDU geehrt" wurde. (Quelle: CDU Ortsverband Holdenstedt).

Interessierte Bürger können unter dem Link https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche nachschauen, wo ihre Steuergelder als EU-Agrarsubventionen so hinfliessen. Am besten geht das mit Eingabe der Postleitzahl und dem Durchscrollen. Manche sind unter dem Firmennamen zu finden, der den Nachnamen z. B. "Bauer XY GbR" beinhaltet.
Da kommt man auch schon mal ins Staunen, wenn ein in den Medien als armer gebeutetelter Tierhalter dargestellter Landwirt, der vorgibt, wegen der Wölfe vielleicht aufhören zu müssen, jährlich Agrarsubventionen im prominenten sechsstelligen Bereich auf Niveau eines gehobenen Ein- oder Zweifamilienhauses erhält.

Der Precht unterstellte einen gezielten und absichtlichen Schuß zwischen die Augen, aus Spaß am Töten. Das ist absichtlich falsche Unterstellung.

Der Rest Ihres Exkurses, über angebliche Motive der Jagdausübung, gestützt auf Behauptungen von Anti-Jagd-Seiten und eines römisch-katholischer Priesters und Moraltheologen, hat nicht mehr im entferntesten etwas mit dem Thema dieses Artikels zu tun.

Wie groß ist ein durchschnittlicher Maisacker in Niedersachsen und einer in Meck-Pomm? Wieviel Zuwanderung aus Schweinepestgebieten Polens, hat der Wildschweinbestand in Niedersachsen? Wieviel Jäger gibt es in Niedersachsen und wieviel in Meck-Pomm?

Wenn in Kotproben soundsoviel Prozent von irgendwas gefunden wird, sagt das nur etwas über die Verdaulichkeit der Nahrung aus und dass überhaupt etwas vom entsprechenden Beutetier gefressen wurde. Wildschweinknochen und Haare: am schwersten verdaulich. Mäuse sind am schnellsten durch. Overgekillte Schafe: gar nicht auffindbar, weil nicht gefressen.

Ausgebrochene, Notgeschlachtete, Verlammte Schafe, nicht geborene Lämmer, sind im Kot geausowenig nachweisbar, wie der ausufernde Aufwand für Schutzmaßnahmen gegen Wölfe, damit es bei den angeblichen 0,4% bleibt.

Wo wurden die Kotproben gesammelt, die 0,4% Nutztieranteil enthielten? Cuxland? Eiderstedt? Ohrdruf? Königsbrücker Heide? Förstgen? Oder in Wolfskernrevieren ausgedehter Waldgebiete. Wo man zwar leicht Wolfskacke auf den Wegkreuzungen findet, aber keine Nutztiere hält?

Das Problem mit Wölfen und der Schweinepest ist, dass Wölfe Jäger sind. In Schweinepestgebieten wird immer ein großräumiges totales Jagd- und Betretungsverbot verhängt. Das soll das Abwandern infizierter Schweine, aufgrund von Beunruhigung durch Bejagung verhindern. Wölfe vertreiben Schweine weit aus ihren Rückzugsräumen und verbreiten damit die Schweinepest.

Es ist also wurscht, ob Wölfe den Erreger der Schweinepest im Verdauungstrakt, oder am Fell verbreiten können. Es reicht, wenn sie infizierte Schweine aus einem Infentionsgebiet in nicht infizierte Gebiete vertreiben.

Und was genau, aus Ihrem langen Text zur angeblichen Bedrohung der Wolfsberaterin, widerlegt meine Darstellung und meine Quelle? Und den Vergleich mit dem Bedrohungspotential militanter Wolfsschützer? Außer dass der geschädigte Landwirt CDU-Mitglied ist. Ob er Jäger ist, haben Sie nicht in Erfahrung bringen können?

Agrarsubventionen sind keine Privatentnahmen, oder Reingewinn, sondern Betriebsmittel, um einen Betrieb überhaupt am laufen zu halten. Agrarsubventionen, sind Entschädigungen für Wettbewerbsnachteile, durch Importe landwirtschaftlicher Billigerzeugnisse, die im Ausland ohne die hohen europäischen/deutschen Auflagen produziert wurden und unbegrenzt auf den deutschen Markt kommen dürfen. z.B. Soja aus Brasilien, Bio-Kartoffen aus Agypten, Lammfleisch aus Neuseeland, oder Wolle von Muelsing-Schafen aus Australien usw.usf..

... dafür braucht es keinen Philosophen.

Wurde zur Rechtfertigung zuvor stets argumentiert, Jagd sei notwendig, um die ausgerotteten Beutegreifer zu ersetzen, sind die Jäger nun in großer Erklärungsnot, seit die Wölfe zurück sind. Die Jagd hat die Wildschwein-Bestände nicht reduzieren können, im Gegenteil, und nun wollen die Jäger stattdessen auch noch deren einzig natürlichen Fressfeind bejagen - den Wolf. Das ist an Unsinn und Irrsinn nicht zu überbieten und entsprechend einem normalen Menschen nicht vermittelbar.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen in Italien - wie heute abend im ZDF um 22:15 zu sehen ist - haben ergeben, dass sich die zehn Wolfsrudel im Untersuchungsgebiet zu 70% von Wildschweinen ernähren und Verbissschäden trotz hoher Rotwildbestände niedrig sind. Gerissene Nutztiere machen gerade einmal 5% aus, was verglichen mit Niedersachsen - wohlgmerkt nicht mal 0,5% - sogar höher liegt, aber trotzdem entspannt als "gering" eingestuft wird. Wenn ich Ihnen unter Quellenangabe (Landesjagdbericht Niedersachsen) die Zahlen für Niedersachsen nenne, fragen Sie ernsthaft, ob die Kotproben aus Ohrdruf, Eiderstedt, Königsbrücker Heide oder Förstgen stammen? Geographie ist dann wohl auch nicht so Ihr Ding?

Bundesweit wurde aus 6581 Kotproben ein Nutztieranteil von 1,1% auf dem wölfischen Speiseplan nachgewiesen, also ebenfalls im ähnlich niedrigen Bereich wie in Niedersachsen oder Italien. Und dazu wäre noch interessant zu wissen, wieviele Tiere dieser 1,1% zudem hätten vermieden werden können, wenn sie ausreichend geschützt gewesen wären.

Dass angeblich ausgerechnet der Wolf Wildschweine versprengen würde, die dann die ASP weitertragen würden, ist ein Märchen, dass Sie Ihrer Oma erzählen können. Der Wolf tötet vor allem die am wenigsten wehrhaften Tiere, also vor allem Frischlinge und alte, schwache, kranke. Diese Tiere sind zu großen Wanderbewegungen gar nicht (mehr) in der Lage. Menschliche Jäger haben vor der "Pürzelprämie" vor allem adulte Tiere bejagt, weil die Frischlinge mangels Gewicht finanziell nicht viel einbringen. Dem Landesjagdbericht Niedersachsen können Sie aber entnehmen, dass gerade die Leitbache "Wanderbewegungen unterbindet", die "die kleinräumige Lebensraumnutzung bestimmt", "den Kontakt zu anderen Rotten" und damit auch die Übertragung von Viren "verhindert" und die Rotte zusammenhält, so dass die "die Mitglieder nicht in neue Gebiete" wandern. Darum wurde von den Jägern ja auch gefordert, ihre Kenntnisse in Schwarzwildbiologie aufzubessern. (Quelle: Landesjagdbericht Niedersachsen 2009, Seite 15).

Und warum rät selbst das Friedrich-Loeffler-Institut zu "Jagdruhe" in Gebieten mit Afrikanischer Schweinepest? "Alle Teilnehmer stimmten überein, dass im Ausbruchs­fall in dem betroffenen Gebiet zunächst Jagdruhe herrschen sollte. Eine Bejagung könnte Unruhe in die dort ansässigen Rotten bringen und unter Umständen zu ausgeprägten Wanderbewegungen führen, die das Risiko einer Verschleppung des Erregers erhöhen. Dies entspricht auch den Empfehlungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)." (Quelle FLI: "Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest in Wildschweinen in Deutschland: Jagdruhe im Ausbruchsfall sinnvoll, tote Wildschweine ab sofort untersuchen).

Bedenkt man jetzt noch, dass bei der Drückjagd auf Schwarzwild allenfalls ein Drittel tödlich getroffen wird und der Rest sich fluchtartig mit mehr oder weniger blutenden Schusswunden in alle Richtungen verteilt, wird's ganz düster: "Besonders effizient ist die Übertragung über Schweiß. Kleinste Tropfen reichen für eine Infektion! Daher ist die Hygiene bei der Jagd besonders wichtig. (...) Seien Sie besonders vorsichtig mit Gegenständen, die Kontakt mit Blut hatten. Dazu gehören auch Fahrzeuge, Stiefel, Lappen, Wildwannen, Messer und Kleidungsstücke. Bedenken Sie, dass Trophäen und Produkte von Wildschweinen aus betroffenen Regionen ein Risiko darstellen können." (Quelle: FLI: "FAQ Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen", Seite 3).

In dem aktuellen Merkblatt zur ASP weist die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) darauf hin, dass Wildschweine "überwiegend territorial" seien und "vor ihrem Tod keine großen Strecken mehr zurücklegen" würden. Bei jagdlichen Maßnahmen müsse daher darauf geachtet werden, "dass keine großräumige Zerstreuung der Rotten erfolgt, etwa durch ungünstig durchgeführte Bewegungsjagden und/oder Abschuss führender Bachen".

Und wenn wir jetzt noch mit einberechnen, dass der bewaffnete "Naturschutz" jährlich 21.000 Tonnen hochgiftiges Blei durch Jagdmunition in die Natur einträgt (Quelle: Süddeutsche, 03.09.2020: "EU verbietet Bleischrot-Munition in Feuchtgebieten"), hat der Wolf eindeutig die bessere Ökobilanz, und zwar in jeglicher Hinsicht.
Todesfälle in Deutschland durch den Wolf in mehr als 20 Jahren? NULL. Tote durch Jagdunfälle, Jäger und Jagdwaffen? Zwischen 10 und 40 - jährlich!

Dass "Raubzeug" wie der Wolf verhasst ist, bestätigt z. B. auch eine Aussage von Dr. Hubert Zeiler von der Steirischen Landesjägerschaft in Graz auf der Jägertagung 2008: " (...) aber Fallen kommen heute fast nur noch beim Fang von Raubwild oder von Krähenvögeln zum Einsatz. Vergleicht man die Wertschätzung verschiedener Wildarten, so zeigt sich, dass Raubwild deutlich weniger geschätzt wird als andere Arten. Dazu kommt: Fehlfänge können grundsätzlich nie ganz ausgeschlossen werden, und immer mehr Menschen verbringen auch mit ihren Haustieren die Freizeit im Freien. Damit steigt selbst bei besten Vorkehrungsmaßnahmen die Wahrscheinlichkeit für Unfälle." (Quelle: 14. Österreichische Jägertagung 2008, Seite 37).

Nun gilt es, das Image der Jäger aufzuhübschen. "Jagd und Jäger sollten sich in der Öffentlichkeit anders darstellen: Jung, weiblich, naturverbunden, umweltschützerisch, sportlich, schöpfungsverantwortlich, der Artenvielfalt und der Nachhaltigkeit verpflichtet." (Quelle: Dr. Franz Ferdinand Wolf, 14. Österreichische Jägertagung 2008, Seite 75).

Beim Thema Wolf mag das nicht so recht gelingen, was auch Auftritte wie dieser in vielen Kommentarbereichen zum Thema Wolf zeigen. Als der Wolf 2008 vor den Türen Niedersachsens stand und damals noch von CDU und FDP als deren Verdienst gefeiert wurde und Weidetierhalter zu dem Zeitpunkt noch keine Hilfen erhalten haben, warnte ein Miglied der niedersächsischen Jägerschaft: "Es muss klar sein, dass wir Jäger im Wolf zwar einen direkten Konkurrenten sehen, ihn jedoch ohne Wenn und Aber in unseren Revieren akzeptieren. Alles andere würde uns in eine gesellschaftliche Außenseiterposition bringen und unseren Status als anerkannte Naturschützer gefährden." (Quelle: Hamburger Abendblatt, 02.12.2008: "Der Wolf ist zurück im Revier").

13 Jahre und 64 nachgewiesene illegal geschossene Wölfe später ist das Image desolater denn je. Und es zeigt sich immer noch:
"Jäger sind gemessen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland eine sehr kleine Gruppe. [...] Das heißt, 99,6% der Bevölkerung sind Nichtjäger. [...] Die Einstellung gegenüber Wölfen ist bei dieser Interessensgruppe negativ ausgeprägt, im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung, die positiv eingestellt ist. [...] Generell scheint der Wissensstand zum möglichen Einfluss von Wölfen auf Schalenwildbestände sowie zu Feindvermeidungsstrategien von Schalenwild gering zu sein. [...] Das deckt sich mit den Ergebnissen der Akzeptanzstudie (KACZENSKY 2006). Sie zeigte insbesondere bei den Befragten, die Wölfen negativ gegenüberstehen, eine geringe Bereitschaft, Informationen anzunehmen." (Quelle: Bundesamt für Naturschutz, BfN-Skript 201, 2007, Seite 91-92).

Daran hat sich bis heute nichts geändert, q. e. d.

@Senta Tangerstedt:
Selbst der maximal gesättigte Wolfsbestand, von 1400 Rudeln, in Deutschland, könnte nicht ansatzweise das (Schalen)Wild auf einem erträglichen Mass halten. Vergleichen Sie dazu die jährlichen Abschußzahlen von Reh- Rot- und Schwarzwild und den Nahrungsbedarf eines Wolfes.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen in Italien (die im ZDF zitierten) beziehen sich auf einen ganz bestimmten Nationalpark. Der Jaennecke gab keinerlei Informationen dazu, wie dort die Schafe gehalten, und die HSH arbeiten können. Was die Schafhalter dort dazu befähigt, ihre Schafeherden so halten zu können, wurde verschwiegen. Es wurde auch überhaupt gar nicht gezeigt, wie dort die Schafe gehalten werden.
Ich gehe davon aus, dass dort die Herden eine 24/7-Bewachung durch Hirten bekommen, die Schafe nachts in einigermaßen sichere Pferche gesperrt werden und die HSH ungesichert und frei laufend um die Pferche herum jeden Angreifer weiträumig vertreiben/töten dürfen. Das ist jedefalls die übliche Methode in Süd- und Ost-Europa. Also in keinster Weise in Deutschland anwendbar. Die zahlenmäßig deutlich höheren illegalen Abschüsse in diesen Ländern, gegenüber Deutschland, spielen sicher eine große Rolle dabei, die Wölfe auf Abstand zum Nutzvieh zu halten.

Die 6581 Kotproben, mit einem Nutztieranteil von 1,1%, sagen so lange nichts aus, wie nicht Kotproben aus Hotspots mit überproportional vielen Nutztierrissen (Cuxhaven, Ohrdruf, Eiderstedt, Königsbrücker Heide, Förstgen und vielen mehr) und Regionen ohne nennswerten Nutztierhaltungen getrennt ausgewertet werden. Erst recht, wenn diese Hotspots überhaupt nicht beprobt werden. Wann die Proben gesammelt wurden, also bei welcher Wolfsdichte, spielt auch eine wesentliche Rolle, bei der Bewertung der Ergebnisse.

Wildschweine (z.B. Bache mit Frischlingen) lassen sich aus ihren Einständen nur von menschlichen Jägern vergrämen, nicht aber durch Wölfe, die es genau auf diese Frischlinge abgesehn haben? Jäger sollen sich peinlichst an Hygieneregeln halten, um nicht das Virus durch anhaftendes Blut, oder Schmutz zu übertragen. Wölfe sind aber als Überträger auszuschließen?

Außerdem fallen wieder Ihre völlig veralteten und sehr selektiv zitierten Quellen auf.

Es stimmte damals nicht und heute auch nicht, dass 99,6% (also alle Jäger) der Bevölkerung dem Wolf negativ gegenüber eingestellt wären und der ganze Rest zum Wölf positiv gestimmt wären.

@st: Ihre Argumentationsweise endet mangels Fakten am Ende doch immer gleich. "Enseitige Quellen, falsches Thema, Jägerbashing." Das langweilt. Sie offenbaren damit doch nur, dass Sie belegten Fakten wenig entgegenzusetzen haben.

Dass Wölfe die Afrikanische Schweinepest nicht verbreiten, hat das Friedrich-Loeffler-Institut erklärt, ebenso wie es genau wie das Bundeslandwirtschaftstministerium auf die große Gefahr der Verbreitung durch die menschliche Jagd hinweist: "Insbesondere Jäger stellen hierbei ein hohes Risiko dar, weil sie mit dem Blut und den Häuten der Tiere in Kontakt kommen. Daher ist es wichtig, die Hygienemaßnahmen bei der Jagd besonders zu beachten. Zu diesen Maßnahmen gehört laut FLI, "die Vermeidung der Kontamination von Kleidung und Fahrzeugen mit Blut von Wildschweinen, das Tragen von Handschuhen beim Aufbrechen sowie die gründliche Reinigung aller Werkzeuge, des Schuhwerks und der Transportbehälter". Unbehandelte Jagdtrophäen aus den betroffenen Ländern (...) würden ebenfalls ein Einschleppungsrisiko darstellen." (Quelle: NDR, 14.09.2018: Afrikanische Schweinepest: Was Sie wissen müssen).

"Jagdtrophäen und Schwarzwildprodukte bergen aber ein erhebliches Risiko, die ASP weiterzuverbreiten.
Gleiches gilt für die Kleidungsstücke und Gegenstände, die bei der Jagd verwendet wurden." (Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Fragen und Antworten zur Afrikanischen Schweinepest).

Wölfe sammeln keine Trophäen, machen keine Flugreisen, veranstalten keine Drückjagden, benutzen keine Werkzeuge, keine Fahrzeuge, keine Gummistiefel etc., die kontaminiert durch die Gegend transportiert werden. Der Wolf muss auch nicht einen Tag warten, um einen Nachsucheführer mit seinem Schweißhund anzufordern - er selbst ist ohnehin der beste Fährtenleser und erwischt ein verletztes flüchtendes Beutetier sofort.

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat klargestellt, dass Beutegreifer und Aasfresser als Vektoren bei der Verbreitung der ASP KEINE Rolle spielen und dass das Virus die Darmpassage dieser Tiere nicht überlebt.

Und wie ist das mit der Seuchengefahr durch die menschliche Jagd? Zwei Beispiele:

Am 11.04.2021 meldete die Berliner Zeitung, dass nahe einer Siedlung "45 Minuten auf Wildschweine geballert" worden sei - die teilweise zuvor in einer Falle gelockt worden waren. 24 Tiere - 21 Frischlinge und 3 Bachen - seien dabei getötet worden, später fanden Anwohner in der Umgebung noch einen weiteren toten Frischling rumliegen und ein geköpftes Wildschwein.
Über das Blut in der Falle wurde einfach neuer Mais gekippt - schöner Seuchenherd! (Quelle: Berliner Zeitung, 11.04.2021: "Schweinepest-Massaker - Brandenburger Jäger sollen Wildschweine brutal getötet haben").

In Gardelegen (Altmarkkreis Salzwedel) haben Spaziergänger eine Stelle ausgemacht, die gewöhnlich wohl als "Luderplatz" bezeichnet wird: Getötete Tiere werden auf einem Haufen entsorgt, der weitere Beutegreifer und Aasfresser zum Abschuss anlocken soll. In diesem Fall waren zwischen vielen anderen Kadavern unterschiedlichster Verwesungszustände noch eine getötete Katze, ein Waschbär und ein Wildschwein (!) erkennbar (Quelle: Altmark Zeitung az online, 27.05.2021: "Grausamer Fund: Tote Katze und Waschbär entsorgt".

Seuchenexperten dürfte das tote Wildschwein hinsichtlich der ASP besondere Kopfschmerzen bereiten.

Die Jagd hat sich immer damit gebrüstet, dass das "Ehrenamt" der bewaffneten Naturschützer erforderlich sei, um die ASP einzudämmen. Hat ja super geklappt - gestern wurde allein für Brandenburg der 1.000ste nachgewiesene Fall bestätigt (Quelle: moz, 26.05.2021). Aus lauter Hilflosigkeit und dem Versagen der Jagd als Seuchenschutz sind mittlerweile mehrere Hunderte Kilometer Zäune an den Grenzen zu Osteuropa verbaut worden, in denen zahlreiche andere Wildtiere qualvoll verenden. Wo bleibt denn da der Aufschrei von wegen "Verdrahtung der Landschaft"?

Anders ale wolfsabweisend eingezäunte Weiden, die ja quasi "Inseln" darstellen, die von Wildtieren umgangen werden können, sind die Hunderte Kilometer langen Zäune an der Grenze unpassierbar, da sie auf gesamter Länge uralte Wildwechsel durchschneiden (vgl. topagrar, 14.05.2020).

Ginge es bei der Jagd tatsächlich um Naturschutz, müssten die Jäger die Rückkehr der Wölfe begrüßen und Kilometer lange Zäune, die Reh- und Rotwild töten, allein um die hiesige industrielle Massen-Schweinefleischproduktion für den globalen Weltmarkt aufrechtzuerhalten, verurteilen. Wären sie echte Naturschützer, würden sie sich gegen Massentierhaltung und unpassierbare Grenzzäune mit der Vehemenz einsetzen, mit der sie jetzt ausgerechnet den Wolf bekämpfen. So entlarven sie ihre Absichten selbst.

Stattdessen wird Stimmung gemacht: Gerade meldet die Neue Osnabrücker Zeitung, dass zwei Jäger, de gleichzeitig CDU-Bürgermeister und Samtgemeindebürgermeister sind, den erleichterten Abschuss von Wölfen fordern, weil in Nähe eines weiteren geplanten Neubaugebietes mal ein Wolf gesichtet worden ist. Dabei wird eine angebliche Gefahr für Menschen vorgeschoben, während sich die beiden Waidmänner im fortgeschrittenen Lebensalter selbst als „natur- und umweltbewusste Jäger“ bezeichnen. (Quelle: NOZ, 27.05.2021: "Appell an Umweltminister Lies: Nach Wolfssichtung in Renkenberge: Bürgermeister fordern Abschuss").

Leser, die die Diskussion schon länger verfolgen, wussten sicherlich wie ich auf Anhieb, dass die Bürgermeister mit Hang zum mahnenden Rotkäppchen-Finger nur Jäger gewesen sein können.

Hannes Jaenicke hat ja sooo Recht!

Auch wenn Sie in jedem Eintrag in betäubender Ausführlichkeit unterstellen, dass Jäger die alleinige Schuld an der Ausbreitung der Schweinepest tragen: Es ist und bleibt unlogisch, dass menschliche Jäger ein hohes Risiko bei der Verbreitung der ASP darstellen sollen, weil sie "mit dem Blut und den Häuten der Tiere in Kontakt kommen." aber Wölfe, die weder externes Werkzeug noch schützende Kleidung beim Töten und Zerlegen ihrer Beute benutzen, als Überträger der Schweinepest auszuschließen seien.

Der wesentliche Unterschied zwischen Jäger und Wolf besteht aber darin, dass der Jäger offensichtlich erkrankte, oder tote Wildschweine nicht anrührt, der Wolf diese hingegen bevorzugt zur Strecke bringt und auffrisst.

Und wollen Sie auch noch abstreiten, dass der Wolf Strecken von über 70km pro Tag zurück legt und seine Beutetiere (Wildschweine mit Frischlingen) bei der Jagd aus ihren Einständen vertreibt?

Den Beweis, dass die Jagd bei der Schweinepestbekämpfung durch menschliche Jäger nichts gebracht hätte, können Sie nicht erbringen. Dass 1000 Fälle trotz Bejagung bestägtigt wurden, widerlegt nicht die Aussage, dass ohne Bejagung deutlich mehr Fälle aufgetreten wären. Das eine geringere Wildschweindichte weniger Krankheitsübertragungen ermöglichen, streiten Sie sicher genauso ab, wie die simple Tatsache, dass weniger Wölfe weniger Nutztiere reißen.

Die sinnlos aufgestellten Zäune kritisieren nicht nur Sie. Die schädlichen Auswirkungen sind die selben, wie bei großflächig wolfssicher abgeriegelten Weidetiergebieten. Die Wildschweinzäune haben aber überhaupt nichts mit Jagd und Jägern zu tun. Sie werden nicht von Jägern gefordert und auch nicht von Jägern aufgestellt. Sondern wie Sie (fast) richtig erkannt haben, sollen die Zäune die industriellen Schweinemastbetriebe vor dem Ruin (im Falle eines Schweinepestausbruches in ihrer Nähe) schützen.

Entlang dieser Zäune ist in komprimierter Form gut zu erkennen, wie sich die großflächige Zerschneidung der Landschaft mit wilddichten Zaunanlagen auswirkt. Als Nebeneffekt dieser Zaunbaumaßnahmen, ist im Moment der Markt für wolfsabweisende Zäune leergefegt und in keinem Fachgeschäft sind mehr förderfähige E-Netze auf Lager und neue Lieferungen auf unbestimmte Zeit verschoben.

Mag sein, dass die wolfsabweisend eingezäunten Weiden Inseln darstellen. Inseln, deren Ufer oftmals stark befahrene Straßen sind. Spaßig für die Autofahrer, wenn ein Rudel Hirsche verwirrt auf der Straße steht, weils nicht mehr wie gewohnt, auf der anderen Straßenseite weiter kann.

Diese Inseln sind zudem so gross, dass sie von Wildtieren nicht umgangen werden, weil sie jahrhunderte alte Wildwechsel kreuzen und rechts und links kein Ende des Zaunes zu erahnen ist. Hirsche, Rehe, Füchse, Dachse, Biber, Hasen, Igel, Rebhühner, Fasane (mit flugunfähigen Küken), Kröten laufen garantiert nicht um einige zig- bis hundert Hektar herum, wenn sie nur auf die Wiese drauf und nicht drumrum wollen.

Hannes Jaenecke hat mit gar nichts recht. Nicht mit seiner unqualifizierten Hetze gegen Jäger und schon gar nicht mit seinen sehr einfach zu widerlegenden Behauptungen (Argumente sind's ja nicht, schon gar keine Fakten) in seinem "Einsatz" für den Wolf.

Da das hier der falsche Platz ist, spare ich mir diesbezügliche Ausführungen.

https://www.nordkurier.de/kultur-und-freizeit/hannes-jaenicke-fuer-zdf-doku-auf-den-spuren-der-woelfe-2143604805.html

https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/hannes-jaenicke-macht-sich-mit-wolfs-doku-laecherlich-weiss-bestuerzend-wenig-zr-90661489.html

Werter "st", es juckt mich herzlich wenig, was Sie persönlich logisch oder unlogisch finden. Dass von der Jagd eine großes Riiko für die Verbreitung der ASP ausgeht, von Wölfen aber nicht, ist eine wissenschaftlich fundierte Feststellung des Friedrich-Loeffler-Instituts.

Regelmäßig wissenschaftliche Erkenntnisse renommierter Eirichtungen und nationaler Referenzzentren in Frage zu stellen, zeichnet Verschwörungstheoretiker aus. Mir ist es schnuppe, ob sie über oder unter dem Jagdhut noch ein Aluhütchen tragen und den Lesern was von Ihrer ganz persönlichen "Logik" erzählen wollen - ich bleibe bei den objektiven und auf wissenschaftlichen Fakten basierenden Einschätzungen des Friedrich-Loeffler-Instituts.

Beispiele über die Fehler der Jäger, die zur Ausbreitung der Seuche führen, sind ausreichend genannt.

Und nun kommen Sie doch nicht schon wieder mit der plötzlichen Sympathie für Igel & Co. Noch bis 1997 hatte der Deutsche Jagdverband seine Mitglieder zum Töten von Igeln ermuntert. In dem Merkblatt 2 zur Fasanenhege "wird aufgerufen, alle Igel im Revier kurzzuhalten, d. h. zum Beispiel mit dem Jagdmesser zu töten, denn sie fressen natürlich Fasanengelege" (Quelle: Bode/Emmert: Jagdwende - Vom Edelhobby zum ökologischen Handwerk, Beck 2000, S. 77). Das Merkblatt wurde erst 1997 auf öffentliche Proteste hin aus dem Verkehr gezogen.

Viehweiden sind auch heute bereits eingezäunt, gar Maisfelder und andere Feldfrüchte sind es. Erzählen Sie den Menschen doch nichts von unbewachten, uneingezäunten Viehherden, die sich völlig frei zwischen Deutschlands Straßen-, Autobahnen- und Schienennetz bewegen dürften.

Der häufig verwendete Stacheldraht, der immer so gern propagiert wird, ist nach höchstrichterlicher Rechtsprechung in der Pferdehaltung inzwischen verboten, stellt aber auch bei anderen Tierarten eine hohe Gefahr für Wild- und Weidetier und den Menschen dar: "Allerdings kann ein Stacheldrahtzaun für Tiere eine erhebliche Gefahr darstellen. So können sich beispielsweise Vögel im Stacheldraht verfangen und verenden. Auch Menschen und Nutztiere können sich an den scharfen Spitzen des Stacheldrahts verletzen. (...) Dauerhaft nicht mehr verwendete Stacheldrahtzäune müssen entfernt werden, da sie eine Gefahrenquelle darstellen. Ebenfalls weit verbreitet ist die Nutzung von elektrifiziertem Stacheldraht. (...) Wenn Tiere sich in elektrifiziertem Stacheldraht verfangen, besteht ein erhebliches Verletzungsrisiko." (Quelle: Schleswig-Holstein: "Tiergerechte Einzäunung - Empfehlungen für einen hütesicheren und tierschutzkonformen Weidezaun" (2018). Dort sehen Sie auch, was der Stacheldraht bei Wildtieren anrichten kann.

Problematisch sind also vor allem Stacheldraht und alte, schlecht gewartete oder teils verrottete Litzenzäune mit labbrigen Litzen, die Wildtieren zum Verhängnis werden. "Neben Stacheldraht sind vor allem Weidenetze („Elektronetze“) eine mögliche Gefahrenquelle für Wildtiere. Insbesondere Geweihträger können sich darin verfangen. Diese Zäune müssen daher täglich kontrolliert, gut gewartet und bei Nichtgebrauch abgebaut werden." (a. a. O.).

Tägliche Kontrolle und Wartung sowie Abbau bei Nichtgebrauch ist ein nicht zu unterschätzender, aber auch ohne Wolf notwendiger Aufwand, der in der Praxis kaum betrieben wird. Bis zur Rückkehr der Wölfe hat das nur niemanden interessiert, aber jetzt kann man das ja mal ausschlachten, um sich vielleicht zukünftig teure Auslandsjagdreisen auf den Wolf sparen zu können - gilt doch einem Jagdreisemagazin zufolge die Wolfsjagd als "Krone der Raubwildjagd". Was für eine "Krone" soll das sein - ein wehrloses Tier zu erschießen? Haben Sie auch das Video gesehen, in dem die Frau eines mächtigen Waffenlobbyisten einen Elefanten erschießt, ihm dann ein Stück des Schwanzes abschneidet und "Victory!" ("Sieg!") in die Kamera ruft? (Quelle: FAZ.net, 29.04.2021: In Botswana : Entsetzen nach Videos mit NRA-Chef bei Elefantenjagd").

Jenseits der Jagd, die so etwas legalisiert, würde jeder Täter, der hilflose Wild- oder Haustiere erschießt, juristisch zur Rechenschaft gezogen werden und/oder müsste sich auf psychopathologische Ursachen psychiatrisch untersuchen lassen.

Bei der empfohlenen Höhe wolfsabweisender Zäune von 1,20 m kann jedes Reh- oder Rotwild locker drüber springen. Bei einem Litzenzaun mit 20-25 cm Bodenabstand können können Kröte, Igel, Hase & Co. locker unterdurch. Hab's bei meinem eigenen Zaun mit eigenen Augen gesehen. Und wenn elektrifizierte wolfsabweisende Zäune Wildschweine davon abhalten, die Viehweide zu entern und gärtnerisch nach eigenen Vorstellungen umzugestalten, freut das den Tierhalter, denn zerwühlte Grasnarben zerstören die Nahrungsgrundlage der Weidetiere und bilden gefährliche Stolperfallen, in denen sich Fury die Haxen brechen kann.

Die Kreiszeitung hat nicht eines von Herrn Jaenickes Argumenten widerlegt. Sie berichtet lediglich darüber, dass das Agrarmagazin "Agrarheute" den Film kritisiert (was für eine Überraschung!), mit dem üblichen Ausweichen: Der Jaenicke habe ja keine Ahnung von "Landwirtschaft, Weidehaltung und echtem Artenschutz" und mache "Landwirte und Jäger zu Buhmännern".
Die Kreiszeitung ergänzt es - wie vorhersehbar - um persönliche Anfeindungen - Jaenicke wolle "sich selbst inszenieren".

Damit ist zwar kein einziges Argument von Hannes Jaenicke widerlegt, aber wir erkennen dasselbe Muster, das Sie hier auch so schön zelebrieren: Man ruft auf konkrete Fragestellungen und Sachkritik einfach nur empört "Jägerbashing!", "Bauernbashing" und unterstellt dem Meinungsgegner einfach mal pauschal, dass er sowieso keine Ahnung hätte.

So diskutieren trotzige Kleinkinder, die kurz davor sind, mit dem Sandkastenschäufelchen zu werfen, weil sie ihren persönlichen Willen nicht durchgesetzt kriegen. Konstruktive Debatten unter Erwachsenen sehen anders aus.

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