ZUM SCHUTZ VOR WÖLFEN

Kadaver-Schäfer versucht es jetzt mit Hunden

Mit einer spektakulären Aktion in der Stralsunder Innenstadt hatte Ingo Stoll auf die verzweifelte Situation in seiner Branche aufmerksam gemacht. Jetzt probiert er ein neues Mittel aus – das läuft allerdings weg.
Diese vier sollen Ingo Stolls Schafe vor Wölfen schützen.
Diese vier sollen Ingo Stolls Schafe vor Wölfen schützen. privat
Ingo Stoll
Ingo Stoll VDL Berufsschäfer
Lindholz ·

Deutschlands wohl berühmtester Schäfer, Ingo Stoll aus Lindholz bei Rostock, lässt nichts unversucht, um seine Schafe vor Wölfen zu schützen. Nachdem Stromzäune und Nachtwachen nichts gebracht haben, hat sich der 62-Jährige nun Herdenschutzhunde zugelegt.

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Vier Tiere sind es, groß wie Kälber, Rasse unbekannt, darauf trainiert, Schafe vor Wölfen und anderen Feinden zu schützen. „Das werden wohl Mischlinge sein. Die arbeiten völlig selbstständig. Die werden schon aktiv, wenn ich noch nicht mal höre, dass ein Spaziergänger oder was kommt.” Der Schäfer aus Vorpommern-Rügen hat die Hunde zunächst einmal probeweise von einem Bekannten ausgeliehen. Das geht, weil Herdenschutzhunde, anders als Haushunde, von Menschen weitgehend unabhängig sind, erklärt er.

Schafe sind ihre Familie

Sie würden nicht an Menschen hängen, sondern an den Schafen. Die Schafe seien ihre Familie. Einziger Haken: Seine neuen Mitarbeiter agieren relativ unkontrolliert.

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Sprich: Sie hauen ab. „Die waren schon zwei Mal außerhalb des Zauns. Ich weiß nicht, warum. Sie kennen meine Schafe noch nicht, die Umgebung ist auch neu – vielleicht liegt es daran.” Er werde jedoch nicht aufgeben und es weiter mit den Hunden versuchen. Allerdings: Die ultimative Lösung gegen Wölfe seien die Tiere nicht.

Ingo Stoll hat 1200 Schafe, die in 30 Herden Solarparks und Naturschutzgebiete pflegen. Für jede Herde bräuchte er mindestens zwei Hunde, insgesamt also wenigstens 60. Die Hunde müssen jeden Tag gefüttert werden. Außerdem müsste er mit jedem von ihnen jeden Tag mindestens eine halbe Stunde verbringen. Sie sollen schließlich nicht verwildern und zum Beispiel trainieren, wie sie auf dem Pickup mitfahren. Das sei je nach Saison mit einem bis sechs Mitarbeitern nicht zu schaffen, zumal die Schafe an sich schon alle Zeit beanspruchen.

Ingo Stoll hatte es in der vergangenen Woche ins Rampenlicht geschafft. Nachdem ein Tier, vermutlich ein Wolf, vier seiner Schafe getötet hatte, lud er die Kadaver auf seinen Wagen und stellte sie in der Stralsunder Innenstadt zur Schau. Mit der drastischen Aktion wollte er auf die verzweifelte Situation der Schäfer aufmerksam machen, was ihm gelang.

Leute fanden das ekelig, sprachen aber mit ihm

„Die Leute fanden das ekelig, mit einigen sind wir aber ins Gespräch gekommen.” Leider habe die Polizei das Geschehen nach nur 30 Minuten unterbunden. „Es war erstaunlich, wie schnell die da waren.” Selbstverständlich habe er die toten Tiere wieder mitgenommen und ordnungsgemäß entsorgt. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) kritisierte die publikumswirksame Demo im Nachhinein als kontraproduktiv.

Ingo Stoll ist seit 1975 Schäfer. Kolkraben, Biber, alles hat er schon erlebt. So schlimm, wie die aktuelle Situation mit den Wölfen war es aber noch nie. „Wir ziehen jedes Jahr 300 Kilometer Wolfsschutzzäune, weil die Herden ja regelmäßig umziehen. Die Zäune müssen vier Zentimeter über dem Boden beginnen, sonst kriechen die Wölfe darunter durch.” Das bedeutet, dass unter den Zäunen regelmäßig gemäht werden muss, damit kein Gras den Stromkreislauf unterbricht. Mindestens 14.000 Euro Personalkosten im Jahr seien dafür notwendig. Diese wolle er vom Staat erstattet bekommen. „Die Gesellschaft will die Wölfe, also muss sie sie bezahlen.”

Im Übrigen seien die herkömmlichen Wolfszäune ein Witz. Um die Schafe wirklich vor Wölfen zu schützen, benötige er vier Meter hohe, extrem stabile Zäune, die nicht zu überklettern sind und einen Meter in den Boden reichen. „Der einzige Ort, in dem meine Schafe vor Wölfen wirklich sicher sind, ist ein Gefängnis. Dort sind die Zäune hoch genug.”

Er plane momentan keine weiteren Aktionen, behalte sich aber vor, gegebenenfalls spontan zur Tat zu schreiten.

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Kommentare (63)

Vorweg: Ich trage keinen Jägerhut und werde das auch nie.

Wenn der deutsche Jagdverband 1997 (schon wieder eine völlig veraltete Quelle) seine Mitglieder zum Igel töten ermuntern wollte, scheint das Igel töten schon damals nicht üblich gewesen zu sein. Wenn das Merkblatt noch im selben Jahr zurück gezogen wurde, dann sicher nicht nur wegen der Proteste der nicht jagenden Öffentlichkeit, sondern auch der seiner Mitglieder.

Wenn jemand herausgefunden hat, dass an Schlachtwerkzeug und Kleidung von Jägern, nach dem Zerlegen von infizierten Wildschweinen noch infektiöse Substanzen anhaften, beweist das nicht, dass Jäger an der Verbreitung der Schweinepest (mit)schuld tragen. Wie die Weitergabe vom Gummistiefel, oder Schachtmesser des Jägers, zurück zu wild lebenden Wildschweinen funktionieren soll, wurde nicht erklärt?
Wenn jemand herausgefunden hat, dass Schweinepesterreger durch das Passieren der Verdauungsorgane von Wölfen, zuverlässig abgetötet werden, beweist das nicht, dass Wölfe den Erreger nicht außen am Körper weiter tragen können.

Aber Wolfsfanatiker "argumentieren" ja auch: Keine Wolfs-DNA in der Kehlbisswunde nachgewiesen: beweist kein Wolf beteiligt.

Viehweiden sind bis üblicherweise "nur" viehsicher eingezäunt. Rinderzäune für Rinder, Schafzäune für Schafe. Im Einzugsgebiet des "Nordkurier" sind Schafe üblicherweise temporär mit E-Netzen, oder vor Wolfszeiten manchmal mit mehrreihigem Litzenzaun eingezäunt. Rinder üblicherweise mit einer Einfachlitze in rund 90cm Höhe. Stacheldraht ist hier nur sehr selten verwendet worden. Viehweiden werden schon immer von Rehen, Füchsen, Dachsen, Bibern, Hasen, Igel, Rebhühnern, Fasanen und Kröten mitbenutzt. Bei Rindern auch gleichzeitig, weil ein Ein-Litzenzaun das problemlos zuläßt. Wolfssichere Zäune versperren dauerhaft all diesen Tieren den Zugang zu ihrem Lebensraum.

Ackerfrüchte werden gegen Wildschweine abgesichert. Also mit deutlich niedrigeren Zäunen, wie für Weidetiere, ohne Bodenlitze und die erste Stromlitze deutlich über der wolfsabweisenden Mindestanforderung.

Ernsthaft wolfssichere Zäune werden auf Dauer keine mobilen Zaunalagen sein können, weil Unterhalt und permanenter Auf- und Abbau viel zu aufwändig sind, um nebenher noch den Rest der nötigen Arbeiten zu erledigen. Flächendeckender Wolfsschutz läuft also auf eine großflächige Verdrahtung und Absperrung der Landschaft durch unüberwindliche Festzaunalagen hinaus.

E-Netze sind Todesfallen für sämtliche Tiere, die größer sind wie die Maschenbreite in Bodennähe (kleiner als 15cm) und kleiner wie die unterste Litze über dem Boden verläuft (in der Praxis oft unter 5 bis max. 10cm). Rehe springen eben NICHT oben drüber. nicht über 0,9 Meter E-Netze und schon gar nicht über 1,20er. Rehe wissen nicht was ein Netz ist und halten das für ein paar seltsam stehende lange Grashalme und meinen da wie immer durchrennen zu können. Mit Glück, haben sie den Kopf beim dagegen Rennen so hoch, dass sie sich nicht in den Maschen aufhängen. Im Normalfall bleiben sie drin stecken und werden von den wolfpräventions-mindeststarken Stromschlägen binnen Minuten getötet. Dagegen hilft auch keine tägliche Kontrolle.

Wenn Ihr Zaun 20-25 cm Bodenabstand hat, erfüllt der jedenfalls nicht die Mindestanforderungen für den Wolfsschutz und Sie sind nicht berechtigt Rissentschädigungen zu beantragen. Igel und Hase passen auch da nicht locker drunter durch, es sei denn, sie haben zu wenig, oder gar keinen Strom/Erdung auf dem Zaun.

Litzenabstände für E-Netze sind reichlich über Google in Erfahrung zu bringen. Jeder Händler derselben gibt die bekannt. Ebenso die Körpermaße von Hasen und Igeln (ob Wikipedia da auch lügt?). Nicht zu finden ist die Höhe der aufgebuckelten, weil unter Strom stehenden Hasenrücken und Igelborsten. In E-Zäunen verendete Rehe und Hirsche sind wiederum reichlich zu finden. Und die sind nicht alle in vergessenen und eingewachsenen Zäunen hängen geblieben.

Wildschweine lassen sich von wolfsabweisenden Zäunen nicht davon abhalten, ihre gewohnten Wanderpfade zu benutzen. Die rennen da einfach durch und schleifen gerne mal ein komplettes E-Netz mit in den Wald. Stromstärken spielen dabei keine Rolle.

Der Jaenecke hat keine Argumente geliefert. Er hat nur mit haarstreubenden Behauptungen um sich geworfen. Das die vorne und hinten nicht stimmen, ist sehr leicht zu beweisen.
Man achte nur auf den schief in die Landschaft gehängten/eingewachsenen Zaun von "Schäfer Thomas", der jeder Grundregel der guten fachlichen Praxis widerspricht und sogar jeder Empfehlung/Vorschrift für wolfssichere Einzäunung von Schafen. Zumindest einige seiner Schafe waren ihm schon durch den Zaun abgehauen und weideten offensichtlich außerhalb.
Seine Behauptung, dass sein Zaun jeden Wolf abhalten würde, weil da ja Strom drauf sei und Wildtiere schon durch die blaue Farbe davon abgehalten werden sich darin zu verfangen, ist geradezu lächerlich. Genauso wie die Bemerkung vom Jaenecke, dass das der Beweis sei, dass Zaunbau generel, überall und für jeden möglich sei.
Seine Beispiele aus Rumänien und Italien sagen gar nichts aus. Mindestens hätte er andeutungsweise zeigen müssen, WIE dort die Schafe gehalten und geschützt werden und zumindest wäre ein Vergleich zu den Verhältnissen in Deutschland zu machen.

NICHTS davon kam in seiner "Doku" vor. Aber ausführliches Geschwurbel von Kotrschal und Wohlleben. Und nicht zu vergessen: seine überzogen narzistischen Selbstinszenierungen...

https://www.zdf.de/dokumentation/dokumentation-sonstige/hannes-jaenicke-im-einsatz-fuer-den-wolf-100.html

1) st schreibt: "Wenn der deutsche Jagdverband 1997 (schon wieder eine völlig veraltete Quelle) seine Mitglieder zum Igel töten ermuntern wollte, scheint das Igel töten schon damals nicht üblich gewesen zu sein. Wenn das Merkblatt noch im selben Jahr zurück gezogen wurde, dann sicher nicht nur wegen der Proteste der nicht jagenden Öffentlichkeit, sondern auch der seiner Mitglieder."

... "scheint es", "wenn, dann...", "dann sicher nicht nur" - das sind weder Fakten noch Argumente, sondern Ihr persönliches Kopfkino. Dass das Merkblatt im selben Jahr seiner Erscheinug zurückgezogen wurde, ist schlicht gelogen:

"Um zu konkretisieren, wird anschließend auf die vom DJV seit 1950 herausgegbenen Merkblätter verwiesen, insbesondere auf das berüchtigte Merkblatt Nr. 2 zur Fasanenhege. In ihm wird aufgerufen, alle Igel im Revier kurzzuhalten, d.h. zum Beispiel mit dem Jagdmesser zu töten, denn sie fressen natürlich Fasanengelege." Der DJV "zog sein Merkblatt aus dem Verkehr - freilich erst im Jahr 1997 und nach öffentlichem Unmut, aber immerhin nachdem es noch 1985 wieder aufgelegt wurde." (Quelle: Bode/Emmert: Jagdwende (2000), Verlag C. H. Beck, Seite 77-78).

2) Dass die Jagd ein erhebliches Risiko birgt, die Afrikanische Schweinepest weiterzutragen, können Sie auf der Seite des Friedrich-Loeffer-Instituts UND des Bundeslandwirtschaftsministeriums nachlesen. Dass Wölfe und andere Beutegreifer oder Aasfresser bei der Verbreitung der ASP KEINE ROLLE spielen, können Sie ebenfalls den Informationsseiten des Friedrich-Loeffler-Instituts entnehmen. Nur weil etwas Ihrer Vorstellungskraft entbehrt, ist es nicht unwahr; wir reden hier über Fakten - wissenschaftlich erwiesene. Vermutlich liegt es daran, dass Wölfe keine Jagdtrophäen mit sich rumtragen, keine Fahrzeuge benutzen und keine kontaminierte Kleidung, Schuhe oder Jagdmesser mit sich rumtragen und diese auf heimische (Schweinemast)Höfe verschleppen.

"Jagdtrophäen und Schwarzwildprodukte bergen aber ein erhebliches Risiko, die ASP weiterzuverbreiten.
Gleiches gilt für die Kleidungsstücke und Gegenstände, die bei der Jagd verwendet wurden."
(Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Fragen und Antworten zur Afrikanischen Schweinepest)

"Alle Gegenstände, die Kontakt mit Schwarzwild, Blut, Kot, Körperflüssigkeiten oder Geweberesten von Schwarzwild hatten (z. B. Bekleidung, Jagdmesser, Jagdstiefel, Fahrzeuge etc.), sollten unverzüglich (...) sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden. [...]
Auch kleinste Spritzer von Blut, Kot und Körperflüssigkeiten sowie Gewebereste sind gründlich zu entfernen.
Dies gilt für Schuhe, Bekleidung, Jagdausrüstung ebenso wie z. B. für Hundedecken und Lappen, Werkzeuge und Wildwannen. Bitte nutzen Sie geprüfte Desinfektionsmittel. (...) Potenziell kontaminierte und unzureichend gereinigte Kleidung, Jagdausrüstung und Fahrzeuge keinesfalls ins heimische Revier mitnehmen. (...) Sofern Sie mit eigenem Fahrzeug anreisen, wird dringend empfohlen, dieses im Gastland nicht für Fahrten ins Jagdrevier zu nutzen. [...] Wird das eigene Fahrzeug – entgegen dieser Empfehlung – dennoch für Fahrten im Gastrevier eingesetzt, sollte es spätestens vor Antritt der Rückreise gründlich gereinigt und mit Desinfektionsmitteln – nach Empfehlung der örtlichen Veterinärbehörden – desinfiziert werden (Unterboden, Ladeflächen und Innenraum). (...) Waschen mit Wasser und Seifenlauge kann zwar einen großen Teil von evtl. anhaftendem Material und damit einer Virenfracht beseitigen, hat aber bei dem ASP-Virus keine desinfizierende Wirkung. Für eine Desinfektion sind daher geprüfte Desinfektionsmittel unverzichtbar. Geeignete Desinfektionsmittel finden Sie in der DVG-Desinfektions-mittelliste (...) Bitte wenden Sie sich bei Fragen zu deren Einsatz an Ihren Tierarzt."
(Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: "Afrikanische Schweinepest - Vorsicht bei Jagdreisen: Einschleppung der Tierseuche nach Deutschland vermeiden!")

Wie blauäugig muss man sein, darauf zu vertrauen, dass so ein hoher Aufwand von sämtlichen Jägern und Jagdreisenden eingehalten wird? "Am 30. September gegen 1.30 Uhr wurde ein Jäger verhaftet, der innerhalb des Sperrgebiets ein Wildschwein erlegt hatte und im Begriff war, es in sein Auto zu bringen." (Quelle: Wir sind Tierarzt, 03.10.2018: "Afrikanische Schweinepest in Belgien – sind Jäger schuld?")

Und nochmal zum Wolf: "Es gibt keine Hinweise darauf, dass Raubtiere und Aasfresser bei der Verbreitung der ASP eine besondere Rolle spielen. (...) eine Vermehrung des Virus findet in bzw. auf diesen Tieren aber nicht statt. Der Wolf ist hier keine Ausnahme. Auch wenn er weiter wandert als andere Raubtiere, wird davon ausgegangen, dass er keine Nahrungsvorräte mitnimmt und das kontaminierte Fell putzt. Eine Darmpassage überlebt das Virus nicht."
(Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut: "FAQ Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen", Seite 3)

3) st schreibt: "Wenn Ihr Zaun 20-25 cm Bodenabstand hat, erfüllt der jedenfalls nicht die Mindestanforderungen für den Wolfsschutz und Sie sind nicht berechtigt Rissentschädigungen zu beantragen. Igel und Hase passen auch da nicht locker drunter durch, es sei denn, sie haben zu wenig, oder gar keinen Strom/Erdung auf dem Zaun."

Schon wieder falsch. Der Bodenabstand der untersten Zaunlitze von 20 cm bei einem Litzenzaun entspricht als Untergrabeschutz den Mindestanforderungen des Grundschutzes, auch in Mecklenburg-Vorpommern. (Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, Managementplan für den Wolf in Mecklenburg-Vorpommern, Seite 29, Anhang 9.2: Richtlinie von Mecklenburg-Vorpommern zum Schadensausgleich für Nutz- und Haustiere). Ein Hase passt unterdurch; habe ich selbst gesehen. Tote Igel, Kröten, Hasen etc. habe ich nie im Zaun gehabt.

Das ist wie Ihre Einschätzung zu den Zäunen von Schäfer Thomas - Sie selbst waren nie und sind nicht vor Ort und sind daher für eine Beurteilung der individuellen Situation schlicht unqualifiziert. Das betrifft sowohl die Zäune von Schäfer Thomas, die Sie anhand eines sekundenlangen Bildausschnitts beurteilen können wollen sowie die Schlagstärke meines Stromzauns, die Sie noch viel weniger kennen. Solange Sie nicht bei sich bleiben und sich auf das beschränken, was Sie als Fakten benennen und belegen können und nicht bloß vermuten, kann man so ein Genörgel schlicht nicht ernst nehmen.

4) Wenn Wildschweine sich von E-Zäunen generell nicht abhalten lassen, wie Sie sagen, warum werden dann Feldfrüchte wie Mais regelmäßig mit E-Draht eingezäunt? Weil der Bauer Langeweile hat? Wohl kaum: "Mit einem Elektrozaun halten einige Ackerbauern die Schwarzkittel aus dem Feld. Der Zaun sollte jedoch mit drei Drähten in einer Höhe von 20, 40 und 60 Zentimeter über dem Boden bespannt sein. Damit wird vermieden, dass Frischlinge unterhalb des Zauns durchschlüpfen und große Sauen diesen überspringen." (Quelle: Agrarheute, 03.05.2018: "Praktiker-Tipps: So halten Sie Wildschweine auf Abstand"). Niemand weint dort über Hasen, Igel und Kröten, die angeblich nicht unter den 20cm hindurchkämen. Die 20cm Bodenabstand werden immer erst zum Skandal, wenn sie den Wolf abhalten sollen.

5) Im Prinzip ist hierzu jede Erklärung überflüssig - die Inkonsistenz Ihrer Argumentation spricht für sich:

st schreibt: "Ackerfrüchte werden gegen Wildschweine abgesichert. Also mit deutlich niedrigeren Zäunen, wie für Weidetiere, ohne Bodenlitze und die erste Stromlitze deutlich über der wolfsabweisenden Mindestanforderung. (...) Wildschweine lassen sich von wolfsabweisenden Zäunen nicht davon abhalten, ihre gewohnten Wanderpfade zu benutzen. Die rennen da einfach durch und schleifen gerne mal ein komplettes E-Netz mit in den Wald. Stromstärken spielen dabei keine Rolle."

Hilft der Zaun nun gegen Wildschweine oder nicht? Mal so, mal so, widdewiddewitt? Und "ohne Bodenlitze und die erste Stromlitze deutlich über der wolfsabweisenden Mindestanforderung"? Tipp: Nochmal nachlesen: Unterste Stromlitze für den wolfsabweisenden Effekt ist 20cm (Managementplan M-V, a. a. O.), und die für den wildschweinabweisenden Effekt ... hört, hört: ebenfalls 20cm! (Agrarheute).

6) Kotrschal und Wohlleben "schwurbeln" und Hannes Jaenicke "inszeniert" auf "narzisstische Weise selbst?

Dass Sie besser darin sind, Andersdenkende zu beleidigen und herabzuwürdigen als seriöse und haltbare Fakten zu liefern, haben Sie hier mehrfach unter Beweis gestellt. Der interessierte Leser wird sich seinen Teil dazu denken.

1. Die Merkblätter des DJV werden seit 1950 herausgegeben. Im zweiten erschienen Merkblatt gab es die Empfehlung, in Fasanenbrutgebieten deren Fressfeine (Igel) kurz zu halten.

https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Behnke+Fasanen-Merkbl%C3%A4tter-des-Niederwildausschusses-des-DJV-Nr-2/id/A028dHWB01ZZ0

Wenn dieses Merkblatt 1997 als antiquarisches Liebhaberstück neu aufgelegt wurde, bringen nur Sie es fertig, die darin enthaltenen Aussagen von 1950 den Jägern von heute vorzuwerfen. Es werden unzählige sachlich veraltete Fachbücher neu gedruckt und finden reißenden Absatz. Die Leser sind sehr wohl in der Lage, sich das richtige herauszusuchen und nicht alles eins zu eins in der Gegenwart anzuwenden.

Haben Sie irgendeinen Beleg dafür, dass irgendwo ein Jäger einen Igel getötet hätte?

2. Es gibt die Ausbreitung der ASP in Wildtierbeständen und es gibt die Übertragung der ASP aus Wildtierbeständen in Nutztierbestände hinein. Das erstere wird durch Wölfe/Raubtiere nicht ausgeschlossen, sondern nur als vernachlässigbar eingestuft. Das zweite soll, durch die von Ihnen zitierten Empfehlungen, verhindert werden und trägt genauso wenig zur Ausbreitung der ASP in Wildschweinbeständen bei.

Wölfe waschen/desinfizieren nicht ihr Fell, Krallen, Gebiss nach Benutzung. Viele Angriffe auf Schwarzwild schlagen fehl und die entkommenen Schweine tragen Bissverletzungen davon. Kontaminiationen zwischen Schwein und Wolf, oder umgekehrt, sind da sehr leicht möglich.
Wölfe ernähren ihre nicht jagenden Rudelmitglieder (vom Welpen bis zur säugenden Fähe im Bau) mit mitgebrachter Nahrung, die sie z.B. in großen Mengen unverdaut im Magen transportieren, oder in großen Stücken mitbringen.

Ihr Artikel aus Belgien ist ja ganz nett und sicher ganz viel Wasser auf Ihre Mühlen. Aber er besteht ausschließlich aus Hörensagen annonymer Quellen. Bis auf den festgenommen Jäger, den es wohl wirklich gab. Dass der Jäger wirklich nur wegen des Wildschweins in seinem Auto inhaftiert wurde, halte ich für unmöglich. Aber vielleicht war der Haftrichter ja ein militanter Jagdgegner (oder ein besorgter Schweinebaron). Die Darstellung des Herganges der Festname, kann der verlinkte belgische Originalartikel allerdings nicht bestätigen.

https://www.wir-sind-tierarzt.de/2018/10/afrikanische-schweinepest-in-belgien-sind-jaeger-schuld/

3. Sie schreiben selbst, dass Ihr Zaun einen Bodenabstand von 20 BIS 25 Zentimetern hat. Laut zitiertem Managmentplan entspricht ein Abstand zum Boden von maximal 20 Zentimetern dem Mindestschutz. Alles über 20cm bedeutet Mindestschutz nicht erfüllt. Das mag für die Praxis Korintenkackerei bedeuten, wurde aber so von den Wolfsexperten festgeschrieben.
Wenn ein Rißgutachter seinen Auftrag ernst nimmt, schreibt er ins Protokoll: "Untergrabeschutz, nicht auf ganzer Länge gegeben. Bodenlitze teilweise über 20cm.". Dann ist Ihr Zaun durchgefallen und Sie machen sich der vorsätzlichen Gewöhnung von Wölfen an Haustiere als Nahrung schuldig. Rissentschädigung: NULL.

E-Netze, die die unterste Litze auf 22cm haben, sind zumindest in Meck-Pomm nicht förderfähig, weil ungenügender Untergrabeschutz.

Der Zaun vom "Schäfer Thomas" ist nicht nur ein paar Sekunden zu sehen, sondern recht ausführlich und Detailreich. Notfalls kann man auch die Pause-Taste drücken, oder sogar einen Screenshot machen. Für die Beurteilung seiner individuellen Situation bin ich sehr wohl qualifiziert. Im Gegensatz zu Ihnen habe ich jahrzehntelange Zaunbauerfahrung (mit E-Netzen und Einzellitzen für Schafe, unter allen denkbaren Bedingungen). Und deshalb kann ich sehr gut beurteilen, was in den Filmaufnahmen zu sehen ist.

5. Maisschläge einzuzäunen ist relativ einfach, weil auf nacktem Boden ohne jeden Bewuchs (Glyphosat sei dank) und hunderte Meter schnurgeradeaus, auf topfebener Fläche. Maisbauern/Biogaser können dabei auf nahezu unbegrenzte Ressourcen zurückgreifen, um ihren Mais zu schützen. Das Rappa-Zaunsystem, kombiniert mit leistungsfähigem Quad, finanziert von Jagdverein, Bauernverband und sämtlichen Maisbauern der Gegend, organisiert vom Maschinenring, ist kein Problem. Aufgebaut wird so ein Zaun, nach dem Maislegen um einige hundert Hektar in ein paar Stunden und abgebaut erst wieder kurz vor der Ernte. Da wird nie was freigemäht, weil nichts einwächst. Jäger sind Schadensersatzpflichtig, und beteiligen sich recht motiviert an Aufbau und Unterhalt der Zaunanlagen. Eingezäunt wird auch nicht jeder Acker, sondern nur da wo zu viel Schaden erwartet wird.
Die Zentimetermaße, aus den von Ihnen zitierten Empfehlungen, sind halt nur Empfehlungen, die sehr individuell/variabel an die örtlichen Bedingungen angepasst werden. Die Schadenersatzpflicht der Jäger entfällt nicht durch ein paar Zentimeter durchhängender Litze, oder umgefallener Pfähle, oder weil statt drei, nur eine Litze gespannt wird.
Natürlich weinen die Maisbauern nicht über Hasen und Igel. Die zwei-Litzen-Zäune gegen Wildschweine sind auch nicht so "verfänglich", wie die E-Netze gegen Wölfe. Hase und Igel sind in Maisplantagen auch recht selten anzutreffen, weil sie auf den Wiesen der Schäfer leben.
Und zu guter Letzt muß festgestellt werden, dass die Wildschweinabwehr der Maisbauern öfter versagt, wie der Mindestschutz gegen Wölfe bei den Schäfern.

Schafzäune/E-Netze werden auf Wiesen aufgebaut (sehr oft kleinteilig, uneben, verwinkelt, hoch zugewuchert und fast täglich woanders), wo sämtliches Wild blind seinen gewohnten Pfaden folgt. Vor allem beim Durchqueren von Gräben, Hecken und Übergängen, macht ein Tier nicht vor einem E-Netz halt, dass noch nie da stand, aber auf einmal dahinter auftaucht.

6. Weil die beiden ersteren Herren rein gar nichts substanzielles zur Wolf-Weidetier-Problematik beitragen konnten, sondern nur mit angeblich von "uns" gestellten Forderungen gegenüber elefantengeplagten afrikanischen Bauern kamen, oder unterstellten, dass Wölfe die besseren Menschen seinen, aber keinen realistischen Plan hatten, WIE ein friedliches Zusammenleben von Wolf und Mensch funktionieren könnte, nenne ich das alles Geschwurbel.

Und wie der Jaenicke sich alle paar Minuten selbst ins Bild gesetzt hat und ständig mit anklagendem Blick und leeren Worten, seine wilden Unterstellungen unter die Zuschauer streute, na ja....

st schreibt: "Wenn dieses Merkblatt 1997 als antiquarisches Liebhaberstück neu aufgelegt wurde, bringen nur Sie es fertig, die darin enthaltenen Aussagen von 1950 den Jägern von heute vorzuwerfen. Es werden unzählige sachlich veraltete Fachbücher neu gedruckt und finden reißenden Absatz. Die Leser sind sehr wohl in der Lage, sich das richtige herauszusuchen und nicht alles eins zu eins in der Gegenwart anzuwenden.
Haben Sie irgendeinen Beleg dafür, dass irgendwo ein Jäger einen Igel getötet hätte?"

Nicht ich habe das "fertiggebracht", sondern die Fach-Autoren Bode/Emmert, die dieses ungeheuerliche Merkblatt des DJV und seinen Umgang damit beschrieben und kritisiert haben.

Das Blatt mit der Anleitung zum Töten von Igeln wurde 1997 aufgrund öffentlicher Proteste aus dem Verkehr gezogen, nachdem es 1985 noch NEU aufgelegt worden war.

Gibt es unter Jägern so viele begeisterte Freunde dieser Texte über das Töten von Igeln mit dem Jagdmesser, dass es über fast vier Jahrzehnte als "antiquarisches Liebhaberstück" - wie Sie es nennen - nachgefragt wurde und so stark vergriffen war, dass es neu aufgelegt weren musste? Mehr Zynismus und Verachtung kann man der Natur nicht entgegenbringen. "Antiquarisches Liebhaberstück" soll wohl nach einem Klassiker der Literturkunst klingen, während es darum geht, auf brutale Weise alles in der Natur zu töten, was den eigenen (Fasanen-)Jagderfolg mindern könnte. Und Sie tun so, als ob es sich dabei um einen beliebten Schmöker handeln würde. Sie verfestigen damit nur den schlechten Eindruck, den unsere Gesellschaft von der Jagd hat.

Ein beeindruckendes Beispiel für Verdrehen, Verschwurbeln und das Reden um Kopf und Kragen in Sachen Naturschutz zeigt das Beipiel Jägers, das kürzlich das Komitee gegen den Vogelmord e.V. in einem Video veröffentlich hat. Dem Verein wurde eine verbotene Elsternfalle mit einer lebenden Elster als Lockvogel gemeldet, worauf die Vogelschützer eine Wildkamera installiert haben und filmen konnten, wie ein Jäger den verzweifelten Lockvogel mit Wasser und Futter versorgt und die Falle kontrolliert.

Die Vogelschützer haben dann den Jäger außerhalb des Fallenbereichs zunächst unverfänglich angesprochen. Auf die Frage, ob der Jäger etwas über illegale Vogelfallen in dem Gebiet wisse, antwortete der: "So direkt weiß ich davon nichts." Er bestätigt noch einmal auf Nachfrage, dass er nichts davon wisse, dass in der Gegend illegal Krähen oder Elstern gefangen würden. Dann fragt der Vogelschützer den Jäger, was dieser als für das Jagdrevier Verantwortlicher machen würde, wenn er von einer Vogelfalle Kenntnis erlangen würde. Antwort: "Falle aufnehmen, Vogel fliegen lassen, fertig." Die Polizei würde er nicht rufen, da das ja nur "mehr oder weniger Theater" gäbe.
Auf die Frage des Vogelschüzers, ob man nicht mal gemeinsam zum Teich gehen wolle (wo die Falle steht), antwortet der Jäger: "Nee, warum?" Als Grund schiebt er dann vor: "Weil da Enten brüten". Also er hätte keine (Falle). Der Vogelschützer meint darauf, dass er dem Jäger etwas zeigen könne, was diesen in seiner Funktion "eigentlich interessieren" müsse, worauf der Jäger einlenkt und mitgeht: "Ja, das interessiert mich auf jeden Fall." Dann identifiziert der Jäger die Falle als "Drahtfalle, speziell 'ne Elsternfalle". Der Jäger gibt sich empört und entschlossen: "Und da brauchen Sie jetzt nicht weiter fragen. Das will ich nicht sowas und und das gibt's bei mir auch nicht." Dann will der Jäger die Lock-Elster in der illegalen Falle schnell freilassen, was ihm auch gelingt, während die Kamera alles aufzeichnet. Der Vogelschützer fordert ihn auf, die Falle als "Beweisstück" nicht mehr anzufassen, bis die Polizei kommt. Und immer noch behauptet der Jäger: Eine Falle käme "bei mir im Revier nicht in Frage." Der Vogelschützer konfontiert den Jäger dann mit der Tatsache, dass die Fotofalle genau aufgezeichnet hat, wie dieser den Lockvogel mit Futter und Wasser versorgt und die Falle kontrolliert hat. Damit konfrontiert, sagt der Jäger, dass er "keine Krach" haben wolle. Er hätte die Falle nicht aufgestellt. Konfrontiert mit der Tatsache, dass er die Falle ja immerhin versorgt und kontrolliert habe, verneint der Jäger, er hätte sie nicht "direkt versorgt" und kontrolliert, muss dann aber eingestehen, dem Vogel in der Falle Wasser gegeben zu haben. Er wisse nicht, wer die Falle aufgestellt habe. Der Vogelschützer fragt noch mal nach: "Aber Sie versorgen einen Lockvogel in einer Falle, von der Sie nicht wissen, wer sie aufgestellt hat?" Darauf behauptet der Jäger, er habe selbst versuchen wollen, "den Mann zu kriegen", der die Falle aufgestellt hat. Der Vogelschützer sagt hingegen, dass alles danach aussehe, dass der Jäger der Fallensteller sei, was dieser verneint. Antwort des Vogelschützers: "Das sagen halt immer alle, die wir erwischen. Und wissen Sie was? Die meisten Leute, die solche Fallen aufstellen, kommen und sind die lokalen Jäger." Der Jäger fragt dann nochmal, warum der Vogelschützer die Polizei rufen will. Wäre es nicht besser...? Er würde die Polizei nicht rufen...

Quelle: Komitee gegen den Vogelmord e. V., 30.04.2021: Komitee stellt Vogelfänger mit Vogelfalle: "Der mutmaßliche Täter - ein Mitglied des Bundes deutscher Berufsjäger - wurde auf frischer Tat gefilmt. Von unseren Mitarbeitern auf die Falle angesprochen, redet sich der Mann um Kopf und Kragen. Die Falle wurde sichergestellt, gegen den Jäger wurde Strafanzeige wegen Verdacht auf Tierquälerei und Schonzeitvergehen erstattet."

https://www.komitee.de/
https://www.youtube.com/watch?v=OwK33rbtGqg

Außendarstellung und Fakten liegen also oftmals weit auseinander. Warum das an dieser Stelle interessant ist?
Inzwischen sind in Deutschland 66 Fälle illegaler Tötungen von Wölfen nachgewiesen worden.

" (...)zumal man davon ausgehen muss, dass die tatsächliche Zahl illegaler Abschüsse streng geschützter Wölfe noch um ein Vielfaches höher liegt, die Kadaver aber vergraben oder anderweitig beseitigt werden.
Unter Verdacht geraten immer mal wieder Jäger, aber auch Landwirte, die den Wolf vor allem wegen ihrer Weidetiere fürchten. (...) Wenn man die Schützen denn erwischt. Nicht wenige von ihnen schwören, was den Wolf angeht, auf die drei großen „S“: Schießen, schaufeln, schweigen. (...) So hätten die Spezialisten etwa schon nachgewiesen, dass ein Wolf mit einem Auto zunächst über längere Zeit gehetzt wurde, bevor man ihn überfuhr. Überhaupt töteten Menschen manchmal unfassbar grausam, so würden die Tiere geköpft oder mit Stahlschlingen erwürgt." (Quelle: Tagesspiegel, 25.05.2021: "In Brandenburg werden immer mehr Wölfe getötet")

In Dänemark, wo die Zahl verschwundener Wölfe im Verhältnis zum Bestand besonders hoch ist, wurde ein Jäger dabei gefilmt, wie er illegal einen Wolf erschoss. Noch nichts von der Aufnahme wissend, leugnete der Jäger zunächst die Tat. Als klar wurde, dass es Beweise gab, gab der Schütze vor, in "Notwehr" gehandelt zu haben, was die Videoaufzeichnungen deutlich widerlegten. Dann gab er an, dass der Wolf ein Hybride gewesen sein sollte, was die gerichtlich beauftragten DNA-Analysen ebenfalls nicht bestätigten. Das Muster ist wie bei der Vogelfalle im Münsterland deutlich erkennbar: Salami-Taktik; die Gesellschaft soll für dumm verkauft werden.

Der kriminelle Schütze war übrigens der Vater eines Liberal-Alliance-Politikers (was in Deutschland in etwa der FDP entsprechen würde), der auch Vorsitzender des Vereins "Wolfsfreies Dänemark" (Ulvefrit Danmark) ist und seinem verurteiltem Vater in dieser Funktion nachträglich eine Medaille für dessen Straftat verliehen hat. In einem Radiointerview (P4) sagte er, dass die Radio-Reporter ihm glauben könnten, dass er selbst sofort einen Wolf erlegen wird, sobald es erlaubt werde. Sein Vater, der illegale Schütze, hat sich übrigens über die Jahre 800.000 Kronen vom dänischen Staat für Rotwildschäden erstatten lassen und mit der Verpachtung seines Landes für die Jagd weitere 100.000 Kronen eingenommen. Bevor er den Wolf erschossen hat, beklagte er 2017 in den Medien, dass die Anwesenheit der Wölfe diese lukrativen Einnahmen schmälern könnte.

Diese Beispiele zeigen sehr deutlich, worum es eigentlich geht. Wilde Unterstellungen und Geschwurbel sind ganz sicherlich nicht die Spezialität von Herrn Jaenicke!

"(...) So hätten die Spezialisten etwa schon nachgewiesen, dass ein Wolf mit einem Auto zunächst über längere Zeit gehetzt wurde, bevor man ihn überfuhr. Überhaupt töteten Menschen manchmal unfassbar grausam, so würden die Tiere geköpft oder mit Stahlschlingen erwürgt." (Quelle: Tagesspiegel, 25.05.2021: "In Brandenburg werden immer mehr Wölfe getötet")"

https://www.tagesspiegel.de/berlin/drei-ermittlungsverfahren-seit-1990-in-brandenburg-werden-immer-mehr-woelfe-getoetet/27218252.html

Der Tagesspiegel zitiert dort eine unbewiesene Behauptung des Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin, dass mit bewußt falschen Aussagen und dramatisierender/emotionalisierender/bewertender Wortwahl, die öffentliche Meinung gegen Wolfskritiker lenken will. Das Leibnitz-Institut hängt genau wie das Senckenberg-Institut am Geldtropf der Wolfslobby, bzw. ist personell mit diesem verbandelt. Nur das Leibnitz-Institut untersucht alle gefundenen toten Wölfe auf die Todesursache. Es gibt keine Zweitmeinungen, oder Gegenproben zu deren Untersuchungsergebnissen. Womit die Motivation verständlich ist, warum es jede Gelegenheit dazu nutzt, die Wolfskritiker zu diffamieren und die aktuelle Wolfspolitik in Deutschland schön zu reden.
Z.B. auch die Behauptung (Gefälligkeitsgutachten), dass es in Deutschland 1400 geeignete Wolfsterretorien (14.000 Wölfe in Deutschland möglich) gäbe. Just zu dem Zeitpunkt, als auch das DBBW nicht mehr leugnen konnte, dass der von Experten empfohlene Erhaltungszustand für die (angeblich isolierte) "Zentraleuropische Flachlandpopulation" längst erreicht wurde.

https://www.izw-berlin.de/de/pressemitteilung/neue-studie-zeigt-geeignete-lebensraeume-fuer-woelfe.html

Wo und wie wurde in Deutschland ein Wolf längere Zeit mit einem Auto gehetzt, um ihn dann zu überfahren? Wie soll das gehn? Wo hat jemand dafür (in Deutschland) ausreichend Platz? Hetzen kann man Wölfe nur da, wo sie nicht nach rechts und links weg können (eingezäunte Autobahnen/Bahntrassen, oder in engen Ortschaften). Oder auf riesigen Flächen (Äcker, Weiden), auf denen man wiederum nicht so schnell fahren kann, als dass der Wolf nicht entkommen/ausweichen könnte. Wie wurde das überhaupt diagnostiziert?

Nirgendwo wurde in Deutschland ein Wolf durch Köpfen getötet. Wenn es aber Beweise dafür geben sollte, dann immer her damit. Gerne wüßte ich auch den genauen Tatherganng, wie es jemand schafft, einem lebenden wilden Wolf den Kopf abzuhacken. Seltsamerweise sind diese kopflosen Wölfe immer so stark verwehst, dass niemand mehr genauere Untersuchungen über die Todesursache durchführen kann, oder will.

Genauso ist es eine glatte Lüge, dass ein Wolf mit einer Drahtschlinge erwürgt wurde. Der einzige Fall, auf den das zutreffen könnte, war der tote Wolf im Elbe-Seitenkanal. Der hatte zwar einen Draht um den Hals gelegt, aber nicht um ihn zu erwürgen, sondern um ihn mit einem Gewicht im Kanal zu versenken. Da der Draht zu locker war, trieb der Wolf dann doch an der Wasseroberfläche. Getötet wurde er durch einen glatten Brustdurchschuß. Einschnührungen oder Wunden durch den Draht, konnten nicht festgestellt werden.
Der sauber ausgeführte und sofort tödliche Schuß, in Kombination mit dem dilettantischen Versenken, der merkwürdig durch eine Pfote gefädelte Draht und das sehr schnelle Finden des Kadavers, lassen die Beteiligung von Jägern sehr unwarscheinlich erscheinen. Zumal denen ja immer das "Schießen, Schaufeln, Schweigen" vorgeworfen wird.
Der bis heute nicht veröffentlichte Untersuchungsbericht, über die genaue Todesursache und die Herkunft des Wolfes konnte den medialen Aufschrei und die Hetze gegen die Jägerschaft offenbar nicht weiter stützen.

Der Belastungseifer der militanten Wolfsfanatiker ist aber ungebrochen. Es ist sehr einfach, sich in Polen, oder Osteuropa einen Gehegewolf zu besorgen und ihn entsprechend präpariert in Deutschland auszulegen und sogleich zu finden. Wer vor Morddrohungen, Körperverletzung, Sabotageaktionen und vielfacher Sachbeschädigung nicht zurück schreckt, um seine Ideologie durchzusetzen, dem sind soche Schandtaten genauso zuzutrauen.

Wie illegal getötete Wölfe demonstrativ zum Auffinden drappiert werden, oder wie Wölfe mit dem Auto zu Tode gehetzt werden, kann man z.B. in Italien sehen. In dem Land, das der Jaenecke als Musterbeispiel für das problemlose und friedliche Zusammenleben von Wolf und Mensch, den "lernresistenten Wolfshassern" in Deutschland, vorgestellt hat. Und Sie behaupten der Jaenecke verbreitet keine wilden Unterstellungen und schwurbelt nicht?

https://www.agrarheute.com/land-leben/woelfe-ortsschild-aufgehaengt-kopf-verkehrsinsel-539689

https://www.suedtirolnews.it/italien/unglaublich-autofahrer-verfolgt-woelfe

st schreibt: "(...) Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin, dass mit bewußt falschen Aussagen und dramatisierender/emotionalisierender/bewertender Wortwahl, die öffentliche Meinung gegen Wolfskritiker lenken will".

Will es das? Wurde das irgendwo so formuliert? Beweise? Haben Sie nicht? Klar. Danke, weiter. Haben Sie mal Ihre eigene Wortwahl nach denselben Maßstäben überprüft, die Sie da unterstellen?

st schreibt: "Das Leibnitz-Institut hängt genau wie das Senckenberg-Institut am Geldtropf der Wolfslobby (...)".

Tut es das? Können Sie die angeblichen Geldströme beweisen (mit Quelle bitte)? Können Sie natürlich nicht, klar. Keine weiteren Fragen.

st schreibt: Das "Leibnitz-Institut(...) jede Gelegenheit dazu nutzt, die Wolfskritiker zu diffamieren und die aktuelle Wolfspolitik in Deutschland schön zu reden."

Wo hat das Leibniz-Institut (es heißt LEIBNIZ - wir reden hier nicht über Kekse oder Lebensmittel, auch wenn Ihre Behauptungen wie Quark daherkommen) Wolfskritiker diffamiert und die Wolfspolitik schön geredet?
Bitte Zitate und Quellenangabe. Haben Sie nicht? Weiter zur nächsten Falschbehauptung:

st schreibt: "(...) als auch das DBBW nicht mehr leugnen konnte, dass der von Experten empfohlene Erhaltungszustand für die (angeblich isolierte) "Zentraleuropische Flachlandpopulation" längst erreicht wurde."

Wo hat Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) angemerkt, dass der günstige Erahltungszustand längst erreicht wäre? Bitte Quelle und Zitat. Haben Sie nicht? Überrascht mich nicht.

Vielmehr hat die EU am 14.02.2021 in einem Antwortschreiben an den Verein Wolfsschutz Deutschland wörtlich bestätigt: "Obwohl sich der Wolfsbestand langsam erholt, befindet sich die Art in Deutschland noch immer in einem ungünstigen Erhaltungszustand." (EU-Kommission, Generaldirektion Umwelt, Paul SPEIGHT, BrüsselENV.E.3/PD/ib/Ares(2021)).

Dass der günstige Erhaltungszustand bereits erreicht wäre, wird immer wieder aus Jagdkreisen behauptet, die aber, wie schon mehrfach angeführt, vor allem jagdliche Interessen verfolgen, bei denen der Wolf als Konkurrent und Störenfried empfunden wird.

st schreibt: "Der sauber ausgeführte und sofort tödliche Schuß, in Kombination mit dem dilettantischen Versenken, der merkwürdig durch eine Pfote gefädelte Draht und das sehr schnelle Finden des Kadavers, lassen die Beteiligung von Jägern sehr unwarscheinlich erscheinen."

Ob Ihnen etwas wahrscheinlich oder unwahrscheinlich erscheint, ist so bedeutsam wie der berühmte Sack Reis.
Außer Vermutungen haben Sie wieder nichts. Erschossene geschützte Wildtiere, großkalibrige Einschusslöcher an Hochsitzen - wer bitte läuft denn schwer bewaffnet durch die Natur? Pilzesammler*innen, Mountain-Biker*innen, Reiter*innen, Gassigeher*innen, Jogger*innen? Die Frage beantwortet sich von selbst.

Ulrich Wotschikowsky, leider inzwischen verstorbener Wolfs- und Jagdexperte sagte einmal im Interview auf die Frage, wer denn illegal geschützte Wildtiere erschiessen würde:

"Das sind Jäger, hauptsächlich Jäger. Andere Menschen haben gar nicht die Fertigkeiten, solchen Wildtieren nachzustellen. [...] Es gibt die sogenannte Beute-Konkurrenz. Auch wenn sie nicht rational ist, weil so viele Rehe in den Wäldern leben, dass sie für Luchs, Bär, Wolf und die Jäger ausreichen. Nach meiner Überzeugung greift die Beute-Konkurrenz als Erklärung für die illegalen Tötungen aber zu kurz. [...] Das ist eine Art Ersatzkrieg - gegen Förster, Naturschützer, Grüne und alle, die sich in Sachen Jagd zu Wort melden." (Quelle: Süddeutsche Zeitung, 07.09.2015: "Das ist eine Art Ersatzkrieg").

st schreibt: "Es ist sehr einfach, sich in Polen, oder Osteuropa einen Gehegewolf zu besorgen und ihn entsprechend präpariert in Deutschland auszulegen und sogleich zu finden. Wer vor Morddrohungen, Körperverletzung, Sabotageaktionen und vielfacher Sachbeschädigung nicht zurück schreckt, um seine Ideologie durchzusetzen, dem sind soche Schandtaten genauso zuzutrauen."

Ist es tatsächlich "sehr einfach", sich "in Polen oder Osteuropa Gehegewölfe zu besorgen"? Woher wissen Sie das? Und wie werden die dann getötet, um "entsprechend präpariert in Deutschland ausgelegt" zu werden? Lassen Sie den Leser doch mal an Ihrem Insiderwissen teilhaben. Die Herkunft der illegal getöteten Wölfe wird regelmäßig per DNA-Analyse untersucht - in den allermeisten Fällen können die erschossenen Wölfe genetisch einem Rudel in Deutschland zugewiesen werden. Klären Sie uns bitte auf - wie kann ein illegal erschossener Wolf, der Ihrer Meinung nach regelmäßig aus einem Gehege in Osteuropa stammen soll, die DNA eines in Deutschland geborenen wilden Wolfes haben? Die genaue Auflistung finden Sie auf den Seiten der DBBW.

Welche "Körperverletzung, Sabotageaktionen und vielfache Sachbeschädigung" meinen Sie und welche konnten Wolfsschützern zugeordnet werden? Bitte Quellenangabe. Bekannt sind mir die "großkalibrigen Einschusslöcher" an Hochsitzen im Gebiet des Rodewalder Rudels, bei denen ich auf meine Frage verweise, wer denn im Wald mit großkalibrigen Waffen unterwegs ist, ohne aufzufallen? Eine Verbindung zur Wolfsschützerszene konnte jedenfalls nicht hergestellt werden: "Bei der örtlich zuständigen Polizeidienststelle wurden Sachbeschädigungen von insgesamt drei Hochsitzen durch Beschuss angezeigt. Es konnten im Rahmen der Ermittlungen jedoch keine Täter- und/oder Zeugenhinweise erlangt werden, die zur Aufklärung der Tat führten. Ein mutmaßlicher Zusammenhang zwischen den Sachbeschädigungen und der „Wolfsschützerszene“ konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Das Strafverfahren wurde durch die zuständige Staatsanwaltschaft eingestellt." (Quelle: Landtagsantwort 18/8780 vom 16.03.2021, Niedersächsischer Landtag).

Dass es in Italien kriminelle Elemente gibt, die illegal Wölfe töten, sagt nichts darüber aus, dass die Mehrheit sich nicht mit Wölfen arrangiert - genauso wenig, wie die illegal erschossenen Wölfe in Deutschland und die ablehnende Haltung der meisten Jäger die Meinung des Großteils der Gesellschaft repräsentieren:

"Jäger sind gemessen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland eine sehr kleine Gruppe. (...) Die Einstellung gegenüber Wölfen ist bei dieser Interessensgruppe negativ ausgeprägt, im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung, die positiv eingestellt ist. (...) Nicht selten fühlen sich Jäger in vormals wolfsfreien Gebieten auch durch die bloße Anwesenheit von Wölfen in ihrer Jagdausübung gestört, weil das Schalenwild sein Verhalten ändern, gewohnte Einstände wechseln und unvorhersagbarer werden kann. (...) Sie befürchten, der Jagdertrag würde geringer, der Erlebniswert beeinträchtigt, die Jagd schwieriger, manche Wildart fast oder gänzlich ausgerottet. Der Staat, der die Rückkehr der Wölfe dulde bzw. sogar begrüße, solle für Entschädigungen der Jäger aufkommen. (...) Dabei stehen häufig finanzielle Erwägungen im Vordergrund. (...) Generell scheint der Wissensstand zum möglichen Einfluss von Wölfen auf Schalenwildbestände sowie zu Feindvermeidungsstrategien von Schalenwild gering zu sein. (...) Das deckt sich mit den Ergebnissen der Akzeptanzstudie (KACZENSKY 2006). Sie zeigte insbesondere bei den Befragten, die Wölfen negativ gegenüberstehen, eine geringe Bereitschaft, Informationen anzunehmen." (Quelle: Bundesamt für Naturschutz, Skript 201 (2007), Seite 90-92).

Wie gerade im Nordkurier zu lesen war, fordert der CDU-Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt die Jagd auf Wölfe. Eine kurze Recherche bestätigt die Vermutung, dass es sich wohl auch hier um einen Jäger handelt. Treffer, bereits 2017: "CDU-Bundestagskandidat Dietrich Monstadt ist in Sachen Wolf in bisher nicht gekannter Schärfe vorgeprescht. Für ihn gehöre der Wolf in seiner jetzigen unkontrollierten Ausbreitung nicht zu Deutschland. (...) Zudem will Monstadt, selbst Jäger, (...)." (Quelle: svz, 06.09.2017: "Gehört der Wolf zu Deutschland?“)

Man beachte die Rhetorik: "gehört nicht zu Deutschland". Welche Parallelen fallen einem dazu ein?

Genauso in Niedersachsen: Zwei CDU Bürgermeister fordern den Wolfsabschuss, angeblich wegen der Erweiterung eines Wohngebietes. Festhalten: Sie sehen sich selbst als „natur- und umweltbewusste Jäger“. (Quelle: NOZ, 27.05.2021: "Nach Wolfssichtung in Renkenberge: Bürgermeister fordern Abschuss" sowie Wolfsmonitor, 27.05.2021: "Emsland: Wolfsschutz soll wegen Erweiterung eines Wohngebietes abgesenkt werden").

"unfassbar grausam" ist eine emotionalisierende Bewertung.
"so würden die Tiere geköpft" genauso.
"mit Stahlschlingen erwürgt" ist gelogen und das Wort Stahlschlinge eine glatte Übertreibung, wenn es sich um einen schlichten Draht handelte. "Erwürgt" ist auch kaum als neutraler Ausdruck zu werten.
Wenn der Wolf auf dem Untersuchungstisch einen großen BrustDURCHschuß hat, kann kein ernsthafter Wissenschaftler zur Presse sagen, dass der Wolf grausam erwürgt wurde.
Da diese Äußerungen nicht von dummen Menschen gemacht wurden, unterstelle ich dabei volle Absicht. Dass dieses Insititut mit solchen Bewertungen an die Öffentlichkeit geht (vor allem schon nach der ersten Inaugenscheinnahme), ist mit deren Auftrag nicht vereinbar und überschreitet ganz grundsätzlich deren Kompetenz. Wenn hinterher keinerlei Richtigstellungen, oder Präzisierungen veröffentlicht werden, kann man dieses Institut nicht mehr für voll nehmen.

Da Mitarbeiter*Innen dieses Instituts mehrfach im Fernsehen auftraten und jedwede Schußverletzung, an noch gar nicht näher untersuchten Wölfen, pauschal der Jägerschaft anhängten und mit oben erwähnten Bewertungen kommentierten, muß man dieses unangemessene Verhalten als gewohnheitsmäßig und nicht als einmalige Verfehlung ansehen.

Ähnlicher Fall hier, wo Wolfsberater sofort von einer illegalen Wolfstötung per Schusswaffe (natürlich Jäger) ausgehen. Andere Möglichkeiten werden gar nicht in Betracht gezogen. Das Leibniz-Institut will untersuchen. Bin gespannt ob's ein Ergebnis gibt.
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass genau so (gerupfte Haare und Loch im Lendenbereich), Öffnungsversuche von Kolkraben aussehen. Die schaffen das allein mit ihrem Schnabel aufzuhacken und brauchen dafür kein Einschussloch.

https://www.volksstimme.de/lokal/gardelegen/toter-wolf-im-wald-bei-vienau-weist-schussverletzung-auf-3169870

Danke für die Rechtschreibbelehrung. Geben sie die auch an den Tagesspiegel weiter.

Das DBBW wird niemals "anmerken", dass Wölfe hierzulande den günstigen Erhaltungszustand erreicht hätten. Um das sicher zu stellen werden bei Bedarf neue Habitatmodelle erfunden, neue isolierte Populationen erfunden und möglichst kleinteilig zerstückelt, oder der günstige Erhaltungszustand einfach neu definiert. Je komplizierter und schwammmiger formuliert, desto besser. Jüngster Coup waren die 14.000 Wölfe, die in Deutschland angeblich möglich wären. Ganz wichtig dabei: Wolfspopulation in Deutschland an den Außengrenzen (z.B. Polen) enden zu lassen und die dortigen Wölfe nicht zu unseren dazuzurechnen.

http://www.wolfszone.de/000main/texte/wir-modellieren-deutschland-als-wolfshabitat.html
http://www.wolfszone.de/000main/texte/Erhaltungszustand%20des%20Wolfes.html

Die EU kann nur mit den Zahlen arbeiten, die Deutschland meldet. Wenn Deutschland nur 160 Wölfe als aktuellen Bestand für 2020 gemeldet hat, schließt die EU daraus eben einen ungünstigen Erhaltungszustand.

Woher beziehen die vielen Wolfshundezüchter (legal, oder illegal) ihren Nachschub an reinrassigem wölfischen Genmaterial? Wo wird das verbrauchte/untaugliche Material entsorgt?

Illegales Züchten mit Wölfen (nicht nur in Osteuropa):
https://www.agrarheute.com/land-leben/illegal-woelfe-wolfshybriden-gezuechtet-554809
https://www.hna.de/lokales/goettingen/wolf-stiftung-baeren-hybriden-baden-wuerttemberg-kassel-deutschland-zr-13779302.html
https://www.suedtirolnews.it/italien/wolfshund-mit-wolf-gekreuzt-zuechter-festgenommen

Dankbare Abnehmer solcher Hybridenkreuzungen sind in der extremen Pro-Wolf-Fraktion zu finden, die sich damit sehr gern und oft in der Öffentlichkeit und den Medien darstellen lassen, um ihre unsachliche Pro-Wolf-Propaganda zu unterstützen. Seltsamerweise kümmert es diese Leute nicht, welche negativen Nebenwirkungen ihre Affinität zu möglichst wolfsähnlichen Lebensgefährten hat. Rationales/verantwortungsvolles Denken ist von solchen Menschen jedenfalls nicht zu erwarten.

https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-der-mit-dem-wolf-lebt-100.html
https://www.wildpark-mv.de/fileadmin/downloads/PM/2019/38-2019_Wildpark-MV_Wanderung_mit_Wolfhunden.pdf

Welcher kopflose Wolf wurde denn positiv auf reine deutsche DNA untersucht? Der aus dem Elbeseiten-Kanal auch? Das DBBW hat ja ne schöne Liste, aber keine Verknüpfung der einzelnen Funde mit den dazugehörigen Untersuchungsergebnissen. Zumindest kann ich keine finden. Welcher der Totfunde keinen Kopf mehr hatte, ist ebenfalls nicht ersichtlich.

Eine kleine Auswahl von "Körperverletzung, Sabotageaktionen und vielfache Sachbeschädigung":

Morddrohungen:
https://www.kreiszeitung.de/lokales/niedersachsen/rodewalder-wolf-morddrohungen-gegen-lies-wegen-abschussgenehmigung-12242642.html
https://www.natuerlich-jagd.de/news/wolfsfreunde-drohen-jaegern-mit-mord.html
https://www.nordkurier.de/ueckermuende/tierschuetzer-drohen-wolfsopfer-mit-dem-tod-2926656212.html

Körperverletzung:
https://www.nw.de/lokal/kreis_herford/buende/23017904_Unbekannter-schlaegt-Jaegerin-zu-Boden.html
https://www.nw.de/lokal/kreis_herford/buende/23018120_Jagdgegner-greift-Jaegerin-an-und-schlaegt-sie-nieder.html
https://www.natuerlich-jagd.de/blog/jager-erhalt-morddrohungen-weil-er-einen-wolf-erloste.html
https://www.landundforst.de/niedersachsen/region-hannover-mittelweser/hannover-nagelfallen-wegen-rodewalder-wolfs-ausgelegt-564963

zerstörte Hochsitze:
https://www.agrarheute.com/land-leben/drei-hochsitze-angezuendet-polizei-staatsschutz-ermitteln-579002
https://www.jagderleben.de/news/wolfsabschuss-drei-hochsitze-brand-gesetzt-712554
https://www.jagderleben.de/news/zerstoerte-hochsitze-emsland-student-geldstrafe-verurteilt-711536
https://www.jagderleben.de/news/erneut-hochsitze-frankfurt-zerstoert-711884
https://wildundhund.de/schleswig-holstein-hochsitze-zerstoert-jaeger-schockiert/

Zerstörte/gestohlene Wolfskameras:
https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/article230462144/Wenn-der-Wolf-kommt-Schafsrisse-und-zerstoerte-Wildkameras.html
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Wolfskameras-im-Burgdorfer-Holz-gestohlen,wolfskamera100.html

Andere verbotene Aktionen:
https://www.wochenblatt.de/archiv/sabotage-am-wolfsgehege-nicht-hinnehmbar-207253
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Amtsgericht-Meppen-verhaengt-Geldstrafe-gegen-Wolfstouristen,aktuellosnabrueck5786.html

Wie oft wollen Sie Ihren nichtssagenden Textbaustein mit den selektiven Auszügen aus einer Studie, die weder repräsentativ war noch konkrete Fragestellungen beinhaltete, hier einstellen? Zu dem Zeitpunkt, als die durchgeführt wurde, konnte man den Gesamtbestand an Wölfen fast noch an einer Hand abzählen und so gut wie kein Mensch hatte damals Berührungspunkte zum Wolf, oder war sonst irgendwie betroffen. Mit Ausnahme der dort befrageten Jäger. Weidetierhalter wurden gar nicht befragt.

Hier noch mal meine Frage, die Sie immer noch nicht beantwortet haben: Was ist ein Jagdrevier wert, in dem es nichts zu jagen gibt? Oder was ist eine Viehweide wert, auf der kein Vieh mehr weiden kann?

Ihr geliebtes Script 201 von 2007 (wir haben inzwischen 2021) gibt auch ganz andere Vorschläge zum Umgang mit Wölfen her. Sogar wolfsfreie Zonen werden dort von Reinhardt und Kluth empfohlen.

Dass die CDU nicht versucht mit der Verteidigung des totalen Schutzstatus für Wölfe im grün geprägten Wählerpool zu fischen, können Sie ihr nicht vorwerfen. Zumal der prozentuale Anteil der vom Wolf betroffenen/geschädigten Menschen, unter CDU-Wählern sicher höher ist, wie unter den Grün-Wählern.

st schreibt: "Da Mitarbeiter*Innen dieses Instituts mehrfach im Fernsehen auftraten und jedwede Schußverletzung, an noch gar nicht näher untersuchten Wölfen, pauschal der Jägerschaft anhängten und mit oben erwähnten Bewertungen kommentierten, muß man dieses unangemessene Verhalten als gewohnheitsmäßig und nicht als einmalige Verfehlung ansehen."

Ich bat Sie um einen Beweis - schon vergessen? "Mehrfach im Fernsehen" ist keine belegte Quelle. Sendungen, Sendezeit, Zitate? Haben Sie nicht? Dann müssen wir wohl wieder von Fake-News ausgehen (es wird langsam langweilig).

st schreibt: "Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass genau so (gerupfte Haare und Loch im Lendenbereich), Öffnungsversuche von Kolkraben aussehen. Die schaffen das allein mit ihrem Schnabel aufzuhacken und brauchen dafür kein Einschussloch."

Genau dafür sind die Untersuchungen des Leibniz-Instituts für Wildtierforschung gedacht:

"Die forensische Untersuchung toter Wölfe erfolgt im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin (Leibniz-IZW), das deutschlandweit als Referenzinstitut für das Totfundmonitoring von Wölfen fungiert. Alle Wolfskadaver durchlaufen dort ein festes Untersuchungsschema, welches Computertomographie, Sektion sowie Histologie, Parasitologie, Virologie und Bakteriologie beinhaltet. So können etwaige Erkrankungen oder der Kontakt mit Krankheitserregern abgeklärt werden, aber auch z.B. Knochenbrüche und Verletzungen, Fremdeinwirkung (z. B. Beschusspartikel), Trächtigkeit weiblicher Tiere etc. festgestellt werden." (Quelle: Landtagsantwort Rheinland-Pfalz, Drucksache 17/14012 vom 16.12.2020).

Und jetzt kommen Sie mit Ihrer War-wohl-ein-Kolkrabe-Theorie. Hinterlässt ein Kolkrabe Geschosspartikel?

Durch die Untersuchungen des Leibniz-Instituts wird auch immer wieder festgestellt, dass bei durch Verkehrsunfälle getöteten Wölfen auch alte Schussverletzungen vorliegen, z. B. 2018 vor Usedom. (Quelle: Nordkurier, 13.11.2018: "Toter Wolf vor Usedom wurde mit Schrot beschossen - Kurz vor der Insel Usedom ist eine Wölfin bei einem Autounfall gestorben. Die Untersuchungen zeigen aber: Als das Tier noch lebte, wurde es mit Schrot beschossen.")

Ein weiteres Beispiel ist die Wölfin "Einauge" aus Sachsen, die an Bissverletzungen gestorben war, aber zu Lebzeiten mehrfach beschossen worden war (unter anderem wurde ihr ein Auge ausgeschossen). "Es wurden mehrere Schrotkugeln und Metallpartikel aus dem Kadaver isoliert, die bezeugen, dass das Tier in den vergangenen Jahren mindestens zweimal beschossen worden ist, dies jedoch überlebte." (Quelle: Lausitzer Rundschau, 13.03.2013: "Deutschlands älteste freilebende Wölfin tot aufgefunden".)

Da zeigt sich immer wieder, was so mancher Schütze sich unter "Waidgerechtigkeit" vorstellt. Bei der Zahl nachgewiesener illegaler Tötungen und Beschüsse kann von Einzelfällen keine Rede mehr sein. Hier stellen sich Menschen eigenmächtig über das Gesetz, weil sie ihren Minderheiten-Willen politisch und demokratisch nicht durchgesetzt bekommen.

Ihre einseitige Meinung verwundert übrigens nicht, wenn man mal Ihre Quellen analysiert: Das sind ja fast ausschließlich Jagdmagazine (Jagderleben, Wild und Hund, Natürlich Jagd, Land und Forst, Wolfzone (verantwortlich laut Impressum auch hier ein Jagdverbands-Funktionär). Wie die zuvor von mir ziterten Studien belegen, sind Jäger nur eine ganz kleine Bevölkerungsgruppe (0,4%), die aber den Wolf im Gegensatz zum Rest der Bevöljerung am meisten ablehnt, und zwar aus Eigeninteresse.

Wenn Sie statt Jagdmedien ausnahmweise doch mal eine eher unabhängige Zeitung für Ihre Argumentation heranziehen, stützt die Ihre Aussagen gar nicht. Hoffen Sie, dass das nicht auffällt, wenn Sie inflationär per Copy&Paste-Bulimie einfach nur massenweise Links setzen, ohne sich konkret auf die Inhalte zu beziehen?

Beispiel gefällig?

st schreibt: "Zerstörte/gestohlene Wolfskameras:
[...] https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Wolfskameras-im-Burgdorfer-Holz-gestohlen,wolfskamera100.html "

Dort steht wörtlich: "Jetzt haben Unbekannte die Kameras gestohlen". Welchen Teil von UNBEKANNTE verstehen Sie nicht? Da spielt es auch keine Rolle, was ein Jäger der Landesjägerschaft VERMUTET. Noch leben wir in einem Rechtsstaat.

Anders herum, ohne Unbekannte: SACHBESCHÄDIGUNG DURCH JÄGER:

"Jäger P. besprühte eine unserer Wildkameras mit roter Farbe und flmte sich selbst dabei.
Unser Biologe schreibt an einem wissenschaftlich fundierten Aufsatz über kleine Beutegreifer und andere Arten in Wolfsrevieren. Dazu haben wir zu Forschungszwecken Wildkameras aufgehängt. Leider werden diese immer wieder gestohlen und auch beschädigt. Unter anderem wurde gegen den Vorsitzenden eines sächsischen Jagdvereines auch ein Verfahren eröffent. Günther P. hatte sich beim Besprühen unserer Wildkamera selber gefilmt und so konnten wir Anzeige gegen „bekannt“ erstellen. Das Verfahren wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft gegen Bezahlung der Kamera eingestellt." (Quelle: Wolfsschutz Deutschland, 06.11.2019: "Aktueller Blick ins Zuhause der Wölfe in Sachsen – Neue Zahlen und alte Probleme mit Weidetierhaltern und Jägern - Sachbeschädigung durch Jäger")

Aha! Und Ihre "Beweise"? Keine.

Anders herum hier wieder: Unbekannt
st schreibt: "Körperverletzung:
https://www.nw.de/lokal/kreis_herford/buende/23017904_Unbekannter-schlaegt-Jaegerin-zu-Boden.html "

Auch wenn die Jägerin vermutet, dass vielleicht es ein "Jagdgegner" war, den Sie gleichmal in der Wolfsdiskussion verorten (?), hier die Polizeimeldung der Polizei Herford: "Am Freitag Abend (21.5.) verständigte eine 37-jährige Frau aus Bünde die Polizei, nachdem sie kurz zuvor, gegen 22.15 Uhr, von einem bisher Unbekannten angegriffen wurde. (...) Als sie sich umdrehte, stand eine unbekannte Person direkt hinter ihr und schlug völlig unvermittelt mit einem unbekannten Gegenstand auf die Frau ein. (...)." (Quelle: Polizei Nordrhein-Westfalen, Polizei Herford,
25.05.2021: Jägerin von Unbekanntem angegriffen - Polizei sucht Zeugen) U-N-B-E-K-A-N-N-T. Ist das so schwer verständlich?

So traurig es ist - Gewalt gegen Frauen ist alltäglich und allgegenwärtig. Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe hat Zahlen veröffentlicht, nach denen 40% der Frauen in Deutschland seit ihrem 16. Lebensjahr bereits körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren haben, bei 25% waren Partner oder Ex-Partner die Täter; 42% der Frauen waren sind oder waren schon mal psychischer Gewalt ausgesetzt, d. h. Einschüchterung, Verleumdungen, Drohungen und Psychoterror. (Quelle: Bff: Gewalt gegen Frauen, Zahlen und Fakten).

Das sind wirklich erschreckende Zahlen. Wo bleibt da Ihr Engagement? Keine Lust? Keine Zeit? Lieber gegen Wölfe Stimmung machen?

Die Gewalt von Jägern gegen andere Menschen manifestiert sich übrigens konkret auch in Zahlen und Schicksalen, Beispiele:

- Jäger erschießt drei Menschen in Schleswig-Holstein (Quelle: NDR, 21.05.2021).
- Jäger verwechselt 21jährigen mit Wild - in den Oberkörper geschossen (Mitteldeutsche Zeitung, 12.03.2021)
- Spaziergänger bei Jagd angeschossen (Rheinland Pfalz, Polizeiinspektion Remagen, 20.12.2020)
- 9jähriger Junge durch Totschlagfalle schwer verletzt (Bayreuter Tagblatt, 18.12.2020)
- 25jähriger beim Holzhacken von Jäger erschossen (Euronews, 12.12.2020)
- Zwei Männer durch Schrotkugeln von Jägern verletzt (Zeitungsverlag Waiblingen, 02.11.2020)
- 22jähriger von Jäger angeschossen (Sächsische Zeitung, 04.10.2020)
- Jäger verwechselt einen Mann mit Nutria - erschossen (Kreiszeitung Nienburg, 25.09.2020)
- Jäger schießt bei Fuchsjagd Polizisten an (Cellesche Zeitung, 18.08.2020)
- Mann auf eigener Terrasse von Jagd-Querschläger beschossen (Mitteldeutsche, 02.08.2020)
- Mann im Freibad durch Jagdgeschoss verletzt (Sachsen, BILD, 01.08.2020)
- Mann im eigenen Wohnhaus durch Jagdgeschoss eines Jägers verletzt (NDR1 Niedersachsen, 28.07.2020)
- Mann lebensgefährlich durch Jagdgeschoss verletzt (Mecklenburgische Seenplatte, WELT, 27.07.2020)
- Jäger erschiesst seine Ehefrau und dann sich (Hannoversche Allgemeine, 31.03.2020)
- Mann von Jäger bei der Jagd erschossen (Süddeutsche, 23.03.2020)
- Achtjähriges Mädchen in Totschlagfalle schwer verletzt (NRW, Der Westen, 27.01.2020)
- Mann bei Treibjagd angeschossen (Rheinland-Pfalz, Polizeiinspektion Bernkastel-Kues, 18.01.2020)
- Jäger erschießt aus Versehen seine Tochter (mz-web.de, 01/2019)
- Wildschweinjagd: Jäger erschießt Rentnerin beim Nüssesammeln in ihrem eigenen Garten (SWR, 11/2018)
- Drückjagd: Schrot trifft fast Kleinkind auf Terrasse (Thüringer Allgemeine, 10/2018)
- Jäger verletzen Spaziergänger (Stralsund, maz-online, 10/2018)
- Erntejagd - unbeteiligter Autoinsasse erschossen (pnp 08/2018)
- Gesellschaftsjagd - 6jährige im Kleingarten angeschossen/schwer verletzt (Presseportal 07/2018)
- Gänsejagd - Mann erschossen (Münsterland, wn.de, 07/2018
- Erntejagd - Mann erschossen (insuedthueringen.de, 07/2018)
- Vater beim Joggen angeschossen (NDR, 07/2018)
- Jäger erschießt bei Jagd aus Versehen die Lebensgefährtin (focus, 05/2018)
- Jäger schießt aus Versehen Schwiegervater in den Unterleib (Abendblatt, 03/2018)

Haben Sie dazu auch eine Meinung oder wollen Sie lieber wieder dazu schweigen? Wie traurig und abstossend ist es bitte, angesichts dieser Zahlen von "Kollateralschäden" der Hobbyjagd, für das künstlich herbeigeredete "Problem" Wolf, der ja seit seiner Rückkehr vor mehr als 20 Jahren in Deutschland noch keinen einzigen Menschen auch nur ein einziges Haar gekrümmt hat, die Ausweitung der Hobbyjagd auf Wölfe als "Lösung" anbieten zu wollen?

Und weil Ihnen am Ende alle Argumente ausgegangen sind, sind Sie sich nicht zu schade, persönlich gegen Menschen zu hetzen, die in Deutschland legal Wolfhunde halten, züchten etc. In Umfragen sind regelmäßig 65% - 80% der Menschen in Deutschland FÜR den Wolf - weviele davon halten Wolfhunde? Jede Rasse hat ihre Liebhaber; man kann über den Tierschutzaspekt von kurzschnäuzigen Rassen oder der Haltung von Laufhunden in Wohnungen sicherlich diskutieren, aber WARUM sich Menschen für diese oder jene Rasse entscheiden, wissen SIE nicht. Es passt aber in das selbstgefallige und überhebliche Bild, dass Sie hier von Ihrer eigenen Klientel skizzieren: "Rationales/verantwortungsvolles Denken ist von solchen Menschen jedenfalls nicht zu erwarten." Für wen halten Sie sich, andere Menschen ohne konkrete Begründung pauschal zu verurteilen? Ist es aus Ihrer Sicht denn "rational und verantwortungsvoll", zum Freizeitvergnügen auf Wildtiere zu schießen und dabei regelmäßig in Kauf zu nehmen, dass andere Menschen verletzt und getötet werden, siehe oben? Das ist also okay, ja?

st schreibt: "Hier noch mal meine Frage, die Sie immer noch nicht beantwortet haben: Was ist ein Jagdrevier wert, in dem es nichts zu jagen gibt? Oder was ist eine Viehweide wert, auf der kein Vieh mehr weiden kann?"

Welche Märchen wollen Sie uns denn hier noch erzählen? Das wertlose Grünland, der wertlose Acker - in welcher Blase leben Sie?

"Je nach Region wird Ackerland immer knapper und damit auch wertvoller – nicht nur für Landwirte. Mittlerweile wollen auch immer öfter Privatpersonen oder Geschäftsleute eine landwirtschaftliche Fläche kaufen. (...)„Boden ist wertbeständig und eine sichere Möglichkeit, sein Geld anzulegen."" (Quelle: immowelt (2021): "Landwirtschaftliche Fläche: kaufen, verpachten, profitieren") Neben Viehhaltung und Futtergewinnung wird Grünland übrigens auch für Errichtung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen immer attraktiver. Während Sparer wegen der niedrigen Zinsen in die Röhre gucken, läuft's bei den Agrarflächen:
"„Landwirtschaftliche Flächen sind eine sehr sichere Anlage“, sagt der Forscher Andreas Tietz vom Thünen-Institut, das zum Bundeslandwirtschaftsministerium gehört. (...) Agrarland braucht keine kostspieligen Modernisierungen, auch das Risiko von Mietausfällen ist begrenzt. Gleichzeitig werden immer mehr landwirtschaftliche Flächen zu Wohngebieten und Straßen umgewandelt, weshalb es zu einer Verknappung fruchtbarer Böden kommt." (Quelle faz, 23.10.2019: "Mehr als verdoppelt : Klöckner alarmiert über hohe Bodenpreise").

Und Märchen Nr. 2: Wölfe fräßen die Jagdreviere leer:

- "In der letzten Jagdperiode wurde in Nordrhein-Westfalen deutlich mehr Wild erlegt als in den Vorjahren. Die Strecken beim Rotwild, Damwild und Rehwild erreichten Höchstwerte. Auch die Schwarzwild-Strecke überstieg deutlich den Wert des Vorjahres." (Quelle: Landesregierung Nordrhein-Westfalen, 02.12.2020: "Jagdstrecke in Nordrhein-Westfalen erreicht Höchstwerte")

- "In Niedersachsen wurde die höchste Schwarzwildstrecke seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen festgestellt: Mit 70.481 Wildschweinen im Jagdjahr 2019/2020 liegt die Jagdstrecke 26 Prozent über der des Vorjahres – ein neuer Höchstwert (...)." Damwild +2%, Rehwild +4%, Schwarzwild +26% (Quelle: Landesregierung Niedersachsen, 13.07.2020: "Jagdstrecken bei Schwarzwild und Nutria auf Rekord-Niveau")

- Jagdstrecken Sachsen-Anhalt, Beispiele
REHWILD, Jahr 2000: 46.070, Jahr 2019: 49.417
ROTWILD, Jahr 2000: 3.776, Jahr 2019: 4.446
SCHWARZWILD: Jahr 2000: 25.440, Jahr 2019: 46.148
(Quelle: Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, JagdstreckenSachsen-AnhaltJagdjahr 2019/20)

- "Neuer Rekord: Jäger erlegen 856.000 Wildschweine
DJV legt vorläufiges Ergebnis für das Jagdjahr 2019/20 vor. Gegenüber dem Vorjahr haben Jäger 45 Prozent mehr Tiere erlegt." (Quelle: Landesjagdverband Sachsen, Aktuelle Meldungen)

"Jagdreviere, in denen es nichts zu jagen gibt"... Haha, DER war gut.

SIE werfen mir eine "Copy&Paste-Bulimie" vor? Wo doch 80% Ihrer Einträge aus immer den selben kopierten endlos langen Textbausteinen bestehen, die nicht mal etwas mit dem Thema des eigendlichen Artikels zu tun haben, um davon abzulenken, dass Sie auf keine Frage eine vernünftige Antwort geben können.

Hat das Leibniz-Institut schon bekannt gegeben, dass in dem Wolfskadaver, an dem ich Kolkrabenspuren erkennen kann, Geschoßpartikel gefunden wurden? Wenn das so sein sollte, gerne. Aber Hobby-Wolfsberatern, die nur von außen den Kadaver betrachten, steht so eine Diagnose nicht zu.

Wenn Sie Beweise für "Körperverletzung, Sabotageaktionen und vielfache Sachbeschädigung" militanter Wolfsschützer einfordern, beklagen Sie sich nicht über die Länge der Liste.

Solange die Polizei einen Täter nicht eindeutig identifiziert hat, ist der Täter halt unbekannt. Unbekannt bedeutet NICHT nicht existent.

https://www.nw.de/lokal/kreis_herford/buende/23018828_Nach-Angriff-auf-Jaegerin-Polizei-sucht-militanten-Jagdgegner.html
https://www.nw.de/lokal/kreis_herford/buende/23018120_Jagdgegner-greift-Jaegerin-an-und-schlaegt-sie-nieder.html

Die vergiftete Saat der permanenten Jagdhetze geht halt doch irgendwann auf...

Weil Sie in einem der Links eine Vermutung vermuten, sind die anderen Links deshalb nicht unglaubwürdig.

Sie wollen also Gesetzesverstößte/Straftaten militanter Jagdgegner/Wolfsschützer, mit Unfällen mit Jagdwaffen relativieren.

Ich muß mich nicht von Gewalt gegen Frauen, oder von Gesetzesverstössen durch Jäger distanzieren, um auf "Körperverletzung, Sabotageaktionen und vielfache Sachbeschädigung" von militanten Wolfsschützern hinweisen zu dürfen. Geanauso darf ich Verfehlungen im Umgang und Managment von Wölfen kritisieren und an Beispielen belegen, ohne von Ihnen dafür die Erlaubnis erhalten zu haben.

Dass das Wiederansiedlungsprojekt mit Wölfen gelungen und unverändert voranzutreiben sei, weil noch kein Mensch (in Deutschland) körperliche Schäden davon getragen hat, ist eine irreführende Argumentation, die von den tatsächlichen Problmen ablenken soll.

Wenn Sie, mit Kosten und Arbeitsaufwand für Monitoring, Prävention, Entschädigung im Blick, die Exponentialkurve des wachsenden Wolfsbestandes (Quelle DBBW), mit der noch steileren Exponentialkurve der Schäden durch Wölfe vergleichen, müßten Sie eigendlich darauf kommen, dass das Wiederansiedlungsprojekt "Unbegrenzte Wolfsvermehrung im Industrieland Deutschland" krachend gescheitert ist. Erst recht müßte Ihnen das auffallen, wenn Sie die Jagdstrecken der letzten Jahre mit denen vor der Wolfsansiedlung vergleichen.

Der Wolf taugt offensichtlich überhaupt nicht dazu, die menschliche Jagd überflüssig zu machen. Der von den Wolfsexperten herbeigeredete Nutzen, den der Wolf in unserer Kulturlandschaft bringen sollte, ist auch nach 20 Jahren nicht nachzuweisen. Die von den Kritikern vorhergesagten negativen Auswirkungen sind allesamt eingetreten bis auf direkte Menschenopfer (bis jetzt in Deutschland).

Über Kollateralschäden, bei Deich- Natur- und Artenschutz, wird noch nicht mal ernsthaft geredet.

Zum Verantwortungsbewustsein von Wolfhundehaltern:
https://www.svz.de/deutschland-welt/panorama/der-wolf-im-hundepelz-id18283816.html

Die maximal erzielbaren Bodenpreise für Landbesitzer, sagen rein gar nichts über den wirtschaftlichen Wert von abgelegenen Grenzertrags- Naturschutzflächen, für Landpächter aus.

Die Gesamtjagdstrecken eines Bundeslandes sagen rein gar nichts über den Wildbesatz eines einzelnen Jagdreviers aus. Kein Jäger zahlt Jagdpacht (und Jagdsteuer) für ein Revier, in dem es nichts zu jagen gibt.

st schreibt: "Wenn Sie Beweise für "Körperverletzung, Sabotageaktionen und vielfache Sachbeschädigung" militanter Wolfsschützer einfordern, beklagen Sie sich nicht über die Länge der Liste."

Ich moniere nicht die Länge der Liste, sondern sowohl die Einseitigkeit (fast ausschließlich Jagdmedien) als auch den fehlenden Bezug. Die verlinkten unabhängigen Medien ergeben als Täter fast ausschließlich "unbekannt".

st schrebt: "Solange die Polizei einen Täter nicht eindeutig identifiziert hat, ist der Täter halt unbekannt. Unbekannt bedeutet NICHT nicht existent." Unbekannt bedeutet aber auch nicht automatisch Wolfsschützer oder Jagdgegner, auch wenn Sie das am liebsten so hätten. Unbekannt ist unbekannt, bis ein Täter ermittelt ist. Wenigstens müssen Sie das ja nun selbst zugeben.

st schreibt: "Die vergiftete Saat der permanenten Jagdhetze geht halt doch irgendwann auf..."

Sehen Sie, das ist Ihr Problem: Unbekannt ist unbekannt. Damit ist auch das Motiv unbekannt. Was Sie versuchen, ist jegliche Jagdkritik auf diese Weise im Keim zu ersticken, um sich nicht mit unliebsamen Fakten auseinandersetzen zu müssen, denen Sie keine überzeugenden Argumente entgegenzusetzen haben.

Und wenn Sie UNBEKANNTE Täter ohne behördliche Ermittlungsverfahren oder richterliche Rechtsprechung nach Ihrem eigenen Gutdünken öffentlich im Bereich "Wolfsschützer/Jagdgegner" verurteilen, ohne Kenntnis der wahren Umstände, dann sind SIE es, die ohne Grundlage HETZE betreiben.

st schreibt: "Sie wollen also Gesetzesverstößte/Straftaten militanter Jagdgegner/Wolfsschützer, mit Unfällen mit Jagdwaffen relativieren."

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Sie versuchen, die Jagdunfälle und vorsätzliche Taten mit Jagdwaffen, die in Deutschland jährlich regelmäßig Todesopfer und viele Verletzte fordern (Beispiele siehe oben), mit angeblichen Taten gegen Jäger oder jagdliche Einrichtunge zu relativieren, selbst wenn die Herkunft und das Motiv der Täter von den Ermittlungsbehörden als "UNBEKANNT" bezeichnet werden.

Ach, und zählen Sie doch noch mal bitte auf, wieviele Jäger in Deutschland denn nun durch "Wolfsschützer" oder "Jagdgegner" getötet worden sind? Dagegen trifft es regelmäßig jährlich 10-40 oftmals völlig unbeteiligte Menschen in Deutschand, die durch Jagdwaffen sterben müssen.

Da fragt niemand "Soll eigentlich erst das erste Kind zu Schaden kommen", weil regelmäßig Kinder, Senioren, Liebespaare im Maisfeld, Beifahrer im Auto etc. Opfer von Jägern und ihren Jagdwaffen werden.

Würde man statt angefressener Schafe regelmäßig die tödlichen und schwersten Verletzungen durch Jagd und Jägerwaffen bildlich in den Medien dokumetieren, wäre es mit der Hobbyjagd ganz schnell vorbei. Der Wolf kann das nicht bieten, was die Hobbyjagd anderen Menschen da regelmäßig antut.

Es ist geradezu unverfroren, sich da auch noch als "Retter" vor dem angeblich ach so bösen Wolf aufzuspielen.

st schreibt: "(...) müßten Sie eigendlich darauf kommen, dass das Wiederansiedlungsprojekt "Unbegrenzte Wolfsvermehrung im Industrieland Deutschland" krachend gescheitert ist. Erst recht müßte Ihnen das auffallen, wenn Sie die Jagdstrecken der letzten Jahre mit denen vor der Wolfsansiedlung vergleichen."

Der Wolf ist kein "Wiederansiedlungsprojekt", sondern allein zurückgekehrt. Das wissen Sie zwar genau, aber Sie hoffen wohl immer noch, dass es durch Wiederholung irgendwann als alternative Wahrheit in den Köpfen verfängt. Spätestens seit der kreativen Geschichte im Jägermagazin über die angeblichen Kofferraumwölfe, die die Bundespolizei auf amüsante Weise aufgeklärt und entzaubert hat, glaubt niemand mehr an die heimliche Aussetzung von Wölfen, außer eben in bestimmten Kreisen, die entweder in ihrer kleinen Echokammer und Filterblase gefangen sind oder aus Eigennutz ihre Märchen weiter fleißig verbreiten und nicht einmal mitbekommen, wie lächerlich sie sich damit machen.

Wölfe brauchen auch keine Wildnis, sondern kommen in unserer Kulturlandschaft bestens zuerecht, denn sonst würden sie sich ja nicht so erfolgreich vermehren und ausdehnen können. Der hohe Wildanteil, den die Jäger nicht dezimieren konnten (oder wollten), spielt dabei auch eine Rolle - Nahrung ist ohne Ende vorhanden.

Die "negativen Auswirkungen", mit denen Sie Nutztierrisse meinen, sind nicht den Wölfen geschuldet, sondern den Menschen. Die Wissenschaftler haben frühzeitig darauf hingewiesen, die Politik aber, insbesondere die konservative, schleppend gehandelt. Hätte man frühzeitig flächendeckend geschützt, hätte es viel weniger Risse gegeben. Die Statistiken belegen ja, dass empfohlene Herdenschutzmaßnahmen selten überwunden werden.

"Vergleiche der Nutztierschäden in verschiedenen europäischen Ländern zeigen, dass das Ausmaß der Schäden an Nutztieren weder von der Größe des Wolfsbestandes in einem Land noch von der Anzahl der Nutztiere abhängen. Entscheidend ist, wie gut oder schlecht vor allem Schafe und Ziegen vor Wolfsübergriffen geschützt werden (Kaczensky 1996, Linnell & Cretois 2018). Dies wird durch Erfahrungen der letzten 20 Jahre in Deutschland bestätigt. (...) Bei fachgerechter Anwendung von Herdenschutzmaßnahmen gehen in der Regel auch die wolfsverursachten Schäden zurück. (...) Um Übergriffe auf Schafe und Ziegen zu vermeiden, ist es wichtig, dass Präventionsmaßnahmen möglichst frühzeitig im gesamten Vorkommensgebiet des Wolfes etabliert werden. Wölfe können an nicht oder nicht ausreichend geschützten Schafen und Ziegen schnell lernen, dass diese Tiere eine einfache und lohnende Beute sind. Je häufiger ein Wolf Erfolg hatte, desto mehr wird er „insistieren“ auch weiterhin Nutztiere zu erbeuten. (...) In Niedersachsen zum Beispiel, war 2019 in 67% der Übergriffe auf Schafe kein und in weiteren 21% nur ein eingeschränkter Schutz (gemäß Niedersächsischer Richtlinie Wolf) vorhanden (NLWKN 2020). In Schleswig-Holstein war 2019 nur in 15% der Fälle, in denen Schafe von Wölfen angegriffen wurden, ein nach dortigen Standards ausreichender Mindestschutz vorhanden (MELUND 2020). In diesen beiden Bundesländern waren demnach in über 80% der Schadensfälle die Schafe nicht oder nicht ausreichend geschützt. (...) Eine Untersuchung in Schweden brachte zu Tage, dass bei einer stichpunktartigen Überprüfung von geförderten Elektrozäunen, nur 14% voll funktionstüchtig waren. Der überwiegende Teil wies hingegen Aufbaumängel und damit eine eingeschränkte Wirksamkeit auf (Frank & Eklund 2017)."(Quelle: DBBW, Bericht zu Prävention und Nutztierschäden 2019, Seite 2-4 und 10).

Darum sind auch in Schweden Nutztierrisse weiter an der Tagesordnung - die Lizenzjagd hat daran nichts ändern können, auch keine im Nachhinein geführte "Schutzjagd", die nichts anderes als eine Rache- und Vergeltungsjagd ist, wohlwissend, dass auch der nächste Wolf bei unzureichend geschützten Weidetieren zugreifen wird.
Aber irgendetwas muss die Wolfsjagd den Jägern ja bedeuten, wenn sie für sie als angebliche "Krone der Raubwildjagd" hohe Preise für Jagdreisen ins Ausland bezahlen.

Wie muss man sich das vorstellen - wie Egoshooter-Spiele, nur eben mit echten leidensfähigen Tieren, denen man aus dem Hinterhalt und ohne eigenes Risiko echten Schmerz zufügen kann und die echte Trauer empfinden? Macht das den Kick aus? Mit Naturschutz hat das jedenfalls nichts zu tun, dann könnte man sich auch mit schönen Fotos begnügen.

st schreibt: "Die Gesamtjagdstrecken eines Bundeslandes sagen rein gar nichts über den Wildbesatz eines einzelnen Jagdreviers aus. Kein Jäger zahlt Jagdpacht (und Jagdsteuer) für ein Revier, in dem es nichts zu jagen gibt."

Der gemeine Konsens, mittlerweile ja auch in der konservativen Politik, ist doch, dass es für die Waldverjüngung zu VIEL Wild gibt. Bei den Wildschweinen ist immer wieder von "PLAGE" die Rede. Trotz Bejagung steigen die Waschbärstrecken, womit das für die Jagd vorgeschobene ZIEL doch wohl ausreichend verfehlt wird. Es findet keine Reduktion statt, sondern unnötiges Tierleid. Durch Hege, Kirrungen und Fütterungen bei gleichzeitiger Zerstörung der Familienstrukturen vieler hochsozialer Wildtiere ist kein verändernder Effekt erkennbar - es handelt sich um sinnloses Töten.

Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Jagdstrecken von Jahr zu Jahr trotz der Wölfe steigen. Die Reviere sind nicht leer. Wenn in Bundesländern wie Niedersachsen oder Sachsen-Anhalt trotz hoher Wolfsdichte ingesamt regelmäßig die Jagdstrecken steigen, reicht das nicht, nein, sie sollen in JEDEM EINZELNEN REVIER steigen? Bitte?

Ich nenne da nochmal als Beispiel eine Jägerin aus Niedersachsen, Landkreis Celle. Die will den Wolf nicht, weil sie Wild bei jedem Ansitz garantiert verfügbar haben möchte:

"Ich persönlich finde, dass der Wolf alles durcheinander bringt. Das ist mal das eine. Man kann jetzt nicht mehr sagen, man geht morgens auf den Ansitz und hat garantiert irgendwie Wild im Anblick. Da sitzt man schon häufiger jetzt total vergebens da." (Quelle: NDR, 02.10.2018: Panorama - die Reporter: "Was tun mit unseren Wölfen?")

Ist das die Definition von "Naturschutz" der Jäger? Wild - immer verfügbar, überall, jederzeit und garantiert?

Die Wölfe sind seit 2012 wieder in der Lüneburger Heide ansässig. Jagdstrecken Landkreis Celle:

Rehwild 2006/2007: 4038 - Rehwild 2019/2020: 4126

Schwarzwild 2006/2007: 1825 - Schwarzwild 2019/2020: 4609

Quelle: Landesjagdberichte Niedersachsen 2006/2007 und 2019/2020

Das Revier, "in dem es nichts zu jagen gibt" - WEGEN DER WÖLFE, wohlgemerkt - das nennen Sie doch mal bitte. Hier geht es wohl eher um "gefühlte" Bestandsrückgänge - die Fakten sprechen eine andere, ganz gegenteilige, Sprache.

Aber Sie entlarven, dass es bei der Jagd eben nicht um Naturschutz, sondern um Eigeninteressen einer Mindereit geht.

Die Jagdverbote im Kanton Genf in der Schweiz und das Fuchsjagdverbot in Luxemburg beweisen, dass die Unkenrufe und Weltuntergangsprophezeiungen der Jäger ob des Jagdverbots nie eingetroffen sind - Jägerlatein halt.

Der Professor für u. a. Jagdwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien, Prof. Dr. Klaus Hackländer, ließ auf einer Jägertagung verlauten: "Trotz dieses geringen Bevölkerungsanteils fühlt sich die Jagd als starke und einflussreiche Gruppierung. Sie zeigt das typische Verhalten einer Minderheit, die eng zusammengeschweißt ist, weil die Mehrheit sie ignoriert oder gar ablehnt. Wir leben in Demokratien, bei denen Minderheiten wie die Jägerschaft leicht überrollt werden. Es waren demokratische Entscheidungen, die vor ca. 30 Jahren im Kanton Genf die Jagd abgeschafft und später in den Niederlanden oder im Raum Berlin die Zahl der jagdbaren Wildarten stark eingeschränkt haben. (...) Dazu sollten die Jäger auch wiederholt mit notwendigen Argumenten pro Jagd geschult werden. Zusätzlich bedarf es einer gezielten und langfristigen Medienkampagne seitens der Jagdverbände mit professioneller Unterstützung. (...) Der Weg zu einem guten Image ist steinig und teuer. Davon können Lobbyisten, Wahlkampfmanager und Markenproduzenten ein Lied singen (...)." (Quelle: 14. Österreichische Jägertagung Raumberg-Gumpenstein 2008: Jagd und Jäger im Visier - Perspektiven für die Freizeitjagd in unserer Gesellschaft, Prof. Dr. Klaus Hackländer: Jagd und Jäger im Visier - Perspektiven für die Freizeitjagd in unserer Gesellschaft, Seite. 1-2).

Sie wollen also nur Berichte aus Anti-Jagd-Medien als glaubwürdige Quellen zu übergriffigen militanten Jagdgegnern anerkennen?

In wievielen meiner Links wurde denn der/die Täter als unbekannt eingestuft? Es ist Ihnen sicher nicht entgangen, dass auch Berichte über rechtskräftig verurteilte Überzeugungstäter darunter waren. Und diese meine ich, mit dem Aufgehen der vergifteten Saat der permanenten Hetze gegen Jäger.

Woraus schließen Sie, dass ich jegliche Kritik an der Jagd im Keim ersticken will? Ich wiederlege nur Ihre Argumente. Es geht hier aber nicht um Pro oder Kontra Jagd, sondern um Schafhalter und ihre Probleme mit der ungebremsten Wolfsausbreitung. Wenn ich die Reduzierung der Wolfsbestände durch Bejagung, als einzige praktikable Lösung dieser Probleme ansehe, können Sie gerne Argumente dagegen vortragen. Besser noch, praktikable Alternativen nennen. Das tun Sie aber nicht, sondern betreiben hier Ihren generellen Feldzug gegen Hobby-Jäger.

Mir ist herzlich egal ob die Wölfe nun durch Hobby- oder Berufsjäger, zertifizierte Wolfsmanager, oder eingeflogene Spezialisten aus Übersee reduziert werden. Oder wer die reichlich vorhandenen Problemwölfe, die sich durch keinerlei praktikable Schutzmaßnahme mehr aufhalten lassen, oder am hellen Tag durch Städte laufen, entnimmt. Wichtig ist, dass damit endlich begonnen wird, oder zumindest ein Plan aufgestellt wird, wer das wann und wie macht.

Die Abschaffung der Hobbyjagd, ist in Deutschland aus diversen Gründen unmöglich. Wie das trotzdem gehen könnte, haben Sie in keinem Ihrer unzähligen Posts, auf diversen Plattformen darlegen können. Da Sie wissen, dass diese Enteignung der deutschen Jagdbesitzer und Jäger gar nicht durchsetzbar wäre, hoffen Sie, dass das statt dessen durch den gesättigte Wolfsbestand erledigen wird.
Die unweigerlichen Kollateralschäden, die durch einen gesättigte Wolfsbestand entstehen würden, versuchen Sie in missionarischem Eiffer kleinzureden, oder abzustreiten. Hieb- und stichfeste Argumente können Sie nicht vorweisen. Nur Behauptungen, zurechgebogene/uminterprätierte Studien und Statistiken, oder gerne auch glatte Lügen, um die Argumente der Gegner unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Hintergrund- oder gar Fachwissen in Bezug auf wirtschaftliche/gesetzliche Sachzwänge und Grundlagen der Weidetierhaltung, Weidetiermanagment, Zaunbau, Stallbau, Wolfsmanagmentpläne, Wolfsabwehrmaßnahmen, Umgang mit Wölfen weltweit usw., besitzen Sie nicht. Woher auch? Darüber ist im BfN-Script 201 von 2007, in keinem Vet-Magazin, nicht beim "Komitee gegen den Vogelmord" und auch nicht bei Hannes Jaenecke, etwas zu erfahren.

Argumente der betroffenen Weidetierhalter, die auf praktischen Erfahrungen beruhen, ignorieren Sie, streiten sie stumpf ab, oder schütten Sie mit endlosten themenfremden Zitaten zu.

Natürlich ist der Wolf in Deutschland ein Wiederansiedlungsprojekt. Man hätte auch weiterhin konsequent jeden einwandernden Wolf abschießen können. Wenn man statt dessen, trotz der offensichtlich erheblichen Probleme, eine ungebremste Ausbreitung von Wölfen durchsetzt und gleichzeitig (nicht ergebnisoffen) experimentiert, wie die Weidetierhaltung mit dem Wolf klar kommen könnte, ist es kein Projekt, sondern ein Experiment.

Zitat Ulrich Wotschikowsky : "Insofern lässt sich die Wiederkehr der Wölfe als ein Experiment mit ungewissem Ausgang bezeichnen"

In Genf (Großstadt mit Grüngürtel drumrum) gibt es kein Jagdverbot. Gejagt wird dort genausoviel wie anderswo. Nur halt durch teuer bezahlte Berufsjäger.

Kanton Genf: 282,49 km²
Stadt Hamburg: 755,2 km²

https://de.wikipedia.org/wiki/Verbot_der_Milizjagd_im_Kanton_Genf

Zum Fuchsjagdverbot in Luxemburg:

Luxemburg: 2.586,4 km²
Vorpommern-Greifswald: 3.929,73 km²

Natürlich kann man in einem so kleinen Gebiet auf die Fuchsjagd verzichten, ohne irgendwelche negativen Auswirkungen zu spüren. Die Länder drumrum müssen dann halt die Drecksarbeit machen und die zusätzlichen, aus Luxemburg zuwandernden, Füchse erlegen.

User "st" schreibt: "Natürlich kann man in einem so kleinen Gebiet auf die Fuchsjagd verzichten, ohne irgendwelche negativen Auswirkungen zu spüren. Die Länder drumrum müssen dann halt die Drecksarbeit machen und die zusätzlichen, aus Luxemburg zuwandernden, Füchse erlegen."

Ihre Lügen lassen sich immer so herrlich leicht widerlegen. Die Fakten sehen so aus:

"Seit 2015 wurden im gleich großen Saarland etwa 12.000 Rotfüchse erschossen. Unter dem Strich gibt es sowohl in Luxemburg, als auch im Saarland heute so viele Füchse wie vor vier Jahren. Der Unterschied zu Luxemburg ist, dass dieses Ergebnis im Saarland mit erheblicher Tierquälerei einhergegangen ist." (Quelle: Presseportal, 11.02.2019: "In Luxemburg funktioniert die Natur auch ohne Fuchsjagd - Jagdverbot geht in das fünfte Jahr").

"Seit Einführung des Fuchsjagdverbotes hatten sich die Jagdbefürworter mit fadenscheinigen Argumenten sowie massiver Lobby-und Pressearbeit gegen die Schonung der nützlichen Beutegreifer ausgesprochen – zum Glück ohne Erfolg, denn das Fuchsjagdverbot ist eine wahre Erfolgsgeschichte: Natur- und Forstverwaltung haben keine Probleme durch das Fuchsjagdverbot festgestellt; es gibt keine Indizien für eine Zunahme der Fuchspopulation. Kontrollen und Zählungen mit Wildkameras würden eher auf einen stabilen, gleichbleibenden Bestand hindeuten."
(Quelle: Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V., 26.01.2021: "Die Fuchsjagd im Jahr 2021 – Zeugnis eines überholten Jagdverständnisses", Seite 27-29)

War wohl wieder nichts. Genauso wie:

User "st" schreibt: "In Genf (Großstadt mit Grüngürtel drumrum) gibt es kein Jagdverbot. Gejagt wird dort genausoviel wie anderswo. Nur halt durch teuer bezahlte Berufsjäger."

Schon wieder gelogen. "Einzig Wildschweine werden weiterhin geschossen, erzählt der Kantonsverantwortliche Gottlieb Dandliker im Interview. (...) Die Jäger brauche es, um die Tierpopulationen zu regulieren, argumentieren die Jagdbefürworter einstimmig. Das Gegenteil beweist der Kanton Genf. Seit 1974 herrscht im Westschweizer Kanton ein Jagdverbot. (...) Die Jäger sehen die grossen Tierbestände und bedauern, diese nicht jagen zu können." (Quelle: Tageswoche, 15.10.2013: "Für die Jäger war es eine Katastrophe").

Es wird also lediglich bei den Wildschweinen eingegriffen, soweit dies notwendig ist - und das Fleisch können die Bürger in regionalen Metzgereien beziehen. "Teure" Berufsjäger ist relativ:

"Die Kosten des Jagdmanagements sind kein Thema. Die Neuenburger Anthropologin Manue Pichaud hat sie berechnet. Gemäss Pichaud betragen sie jährlich eine Million Franken, also 2.20 Franken pro Einwohner. Die Genfer zahlen das gerne, weil sie es schätzen, dass sie Tiere bei ihren Spaziergängen in freier Natur antreffen. Dieser Eindruck ist wissenschaftlich bestätigt. Der Kanton stellte in einer Langzeitstudie eine starke Zunahme der Biodiversität fest." (Quelle: Tagesanzeiger, 13.09.2018: "Füchse und Rehe als Volkstherapie").

Genauso perfide wie Ihre alternativen Fakten ist es, dem Leser zu suggerieren, dass Deutschlands Hobbyjäger für den Steuerzahler kostenneutral wären: Allein die "Pürzelprämie" je nach Bundesland bis zu 100€ pro Schwein kostet den Steuerzahler jährlich Millionen: "Zudem hat das Ministerium die Schwarzwildprämie mehr als verdoppelt. Es gibt demnach ab dem 1. April für die Ablieferung eines Wildschweins aus dem Seuchengebiet unabhängig von dessen Gewicht 100 Euro." (Quelle: n-tv, 31.03.2021: Berlin & Brandenburg Jagdbeschränkungen in Schweinepest-Gebieten gelockert). "Zusätzlich zur „Pürzelprämie” gibt es neuerdings für die Jäger 50 Euro Aufwandsentschädigung, wenn sie sogenanntes Fall- oder Unfallwild sowie krank erlegtes Schwarzwild abliefern.
Der Einsatz von Jagdhunden zur Wildschweinjagd wird mit 35 Euro pro Tag vergütet." (Quelle: Nordkurier, 13.05.2019: "Pürzelprämie für erlegte Wildschweine verlängert"). "Immer mehr Bundesländer zahlen Prämien für erlegte Wildschweine oder Aufwandsentschädigungen für das Einliefern von Wildschweinproben." (Quelle: agrarheute, 06.12.2018/UPDATE 01.04.2021: "Diese Länder zahlen Prämien für erlegte Wildschweine").

Darüber hinaus fordert der Deutsche Jagdverband weitere Gelder: "Die Jäger in Deutschland haben so viele Wildschweine geschossen wie nie, werden das Fleisch inzwischen aber nicht mehr so leicht los." Der "Deutsche Jagdverband (...) fordert von Bund und Ländern eine Förderung etwa für die Kühlung und den Absatz des Fleisches." (Quelle: Allgäuer Zeitung, 05.11.2020: "Zu wenige Abnehmer: Jäger fordern staatliche Förderung der Wildschwein-Kühlung").

In Sachsen-Anhalt zum Beispiel wurde allein 2018 zudem mit 100.000 € Steuergeldern das defizitäre Projekt "Fellwechsel" unterstützt, das die Felle der ohnehin steuerbegünstigten Jagdverbände vermarkten soll (Quelle: Landtagsanfragen Sachsen-Anhalt 7/3109 vom 28.06.2018 und 7/3030 vom 14.06.2018).

Die volkswirtschaftlichen Kosten für die vielen Toten und Verletzten durch die regelmäßigen Jagdunfälle unserer heimischen Hobbyjäger sind da noch nicht mal mit eingerechnet. Der Kanton Genf ist seit dem Verbot der Hobbyjagd jagdunfallfrei. Die Menschen können sich ohne Angst in der Natur bewegen.

Der Wolf macht seine Arbeit gratis, wenn man ihn nur lässt. Und im Gegensatz zu ihm hat Deutschlands Hobbyjagd regelmäßig Kinder, Senioren, sonstige Unbeteiligte und Jagdkollegen verletzt oder getötet.

Und einen Verstorbenen wie Ulrich Wotschikowsky zu instrumentalisieren, indem man ihn zusammenhanglos selektiv zitiert und aus dem Gesamtkontext seines Schaffens löst, ohne dass dieser sich nich dagegen zu Wehr setzen könnte, ist mehr als schäbig und verachtenswert, überrascht in Ihrer Art der "Argumentation" jedoch nicht. Es zeigt, wie sehr Sie argumentativ mit dem Rücken zur Wand stehen.

Wotschikowsky schrieb: "Die mit Bejagung fast zwangsläufig einher gehende Zerstörung von Rudelstrukturen mit der Aufgabe des Territoriums kann sogar zu einer vermehrten Zuwanderung von Einzelwölfen führen. Damit wäre nichts gewonnen. Bei den gegenwärtigen Schalenwilddichten lässt sich die Forderung nach einer Dichtekontrolle von Wölfen nicht überzeugend begründen. Für den Schutz von Nutztieren verspricht eine Absenkung der Wolfsdichte ohnehin keine Vorteile; denn Nutztiere müssen auch bei geringer Wolfsdichte geschützt werden." Wotschikowsky bezeichnet es als "blauäuig" zu glauben, dass die Gesellschaft zukünftig die Jägerschaft als "Heilsbringer" herbeirufen würde. Diese Zeiten seien schon "lange vorbei". (Quelle: Wolfsite, Wölfe in Deutschland: 18.09.2014: "Wie viel Wolf verträgt das Land?").

Diese schon fast fanatische Fokussierung auf die Wolfsbejagung zeigt doch nur eines: Man will Wölfe unbedingt bejagen, BEVOR die Gesellschaft die Erfahrung macht, dass sich die Bestände auf natürliche Weise regulieren. Denn das werden sie.

"Insgesamt ist es nicht nur vorstellbar, sondern eine unausweichliche ökologische Realität, dass Zuwachs und Verluste sich ausgleichen werden. Die Kurve wird abflachen." (Quelle: Wolfsite, Wölfe in Deutschland: 18.09.2014: "Wie viel Wolf verträgt das Land?").

Was die Jäger und die ihren Interessen dienenden CDU-Politiker wie Julia Klöckner machen, wurde gestern hervorragend in der taz kommentiert:

"Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will mal wieder Wölfe zum Abschuss freigeben, um den rechten Rand zu bedienen. (...) Allerdings gehört die Idee, Wölfe in Schutzgebieten zu halten, zu den Lieblingsfantasien von wissenschaftsignoranten Landbewohner:innen. Klöckner zeigt erneut, dass sie der Komplexität des Amtes nicht gewachsen ist und sich auf alternative Fakten stützt. (...) Sind Wölfe im Jagdrevier, verhalten sich Rehe und Rothirsche anders und Jä­ge­r:in­nen müssen ihre Taktik verändern. Das überfordert einige. Die Besitzer lukrativer Jagdreviere ärgert das, da sie zahlenden Kun­d:in­nen keine Abschüsse in kurzer Zeit garantieren können.
Klöckner ignoriert wissenschaftliche Erkenntnisse, wenn sie Verständnis für besorgte Eltern zeigt, die Angst um ihre Kinder hätten. Das ist Populismus, mit dem Klöckner einigen Menschen im ländlichen Raum einen Brocken hinwirft, mit dem sonst AfD und FDP die Landbevölkerung ködern." (Quelle: taz,21.06.2021: "Alternative Fakten - Klöckner wirft mit ihrem Abschussplan für Wölfe der Landbevölkerung einen Brocken hin. Mit so etwas ködern sonst nur AfD und FDP").

Gut, dass nicht alle Menschen auf dem Land wissenschaftsignorant sind und ihre Pappenheimer und deren Märchen kennen und benennen können.

Ihre Lügen lassen sich immer so herrlich leicht widerlegen. Die Fakten sehen so aus:

Zu Luxemburg:
Natürlich haben Natur- und Forstverwaltung keine Probleme mit den Füchsen. Die hatten sie auch vor dem Fuchsjagdverbot nicht. Wie zählen die Luxemburger Fuchsschützer eigendlich Füchse? Sicher nicht Tier für Tier mit exakter Buchführung. Und da die Auswertungen von Wildkameras (nach nur 5 Jahren Fuchsjagdverbot) keine Hinweise auf einen erhöhten Bestand ergaben, ist das für Sie natürlich ein unumstößlicher Fakt.
Die Quelle "Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V." ist auch so was von seriös, unvoreingenommen, streng wissenschaftlich ergebnisoffen arbeitend und vor allem neutral... Das selbe gilt natürlich auch für den "Wildtierschutz Deutschland e.V.", den sie geschickt als seriöses "Presseportal" tarnen.

Wo bleiben die herangewachsenen Jungfüchse aus Luxemburg, die dort nur noch besetzte Reviere vorfinden? Lösen die sich in Luft auf? Verrecken die an Räude, oder Fuchsbandwurm? Bringen die sich gegeseitig beim Kampf um ein eigenes Revier um? Nehmen die werdenden Fuchseltern die Pille, weil sie wissen dass in Luxembvurg kein Platz für ihren Nachwuchs ist? Oder verschwindet der Überschuß einfach über die (maximal 25 Kilometer entfernte) Landesgrenzen?

Bis 2014 stetig sinkende Fuchsabschußzahlen im Saarland. Seit Fuchsjagdverbot im Luxemburg (2015) konstant hohe Zahlen.

https://www.jagdverband.de/sites/default/files/2021-01/2021-01_Infografik_Jahresstrecke_Fuechse_2019_2020.jpg

Zur erfolreich durchgeführten Prädatorenbejagung durch Naturschützer:
https://docplayer.org/59952297-Artenvielfalt-im-agrarraum.html

Zum Kanton Genf:
"Angesichts der massiven Zunahme der Bestände und der Wildschäden sollen sehr bald auch Rehe und Hirsche den Büchsen der staatlichen Wildhüter zum Opfer fallen. Wie kann man ernsthaft behaupten, dass in solch einem kleinen und dicht-besiedelten Kanton wie Genf, wo jährlich tausende Vögel, Wildschweine, Hasen, Kaninchen und jetzt auch noch Rehe und Hirsche abgeschossen werden, die Jagd abgeschafft worden ist?"

https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/jagdverbot-in-genf-ist-heuchelei-anstatt-vorbild-9526431.html

Noch mal zur Bestätigung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Verbot_der_Milizjagd_im_Kanton_Genf

Natürlich ist das deutsche Jagdsystem ohne Berufsjäger kostenneutral, bzw. gewinnbringend für den Staat und Landbesitzer/Jagdverpächter.

Die Pürzelprämie und die Kostenerstattung von nicht verwertbaren (weil kranken, oder infizierten), aber erlegten Wildschweinen ist eine staatlich angeordnete Seuchenbekämpfungsmaßnahme, die die Jäger durchführen. Natürlich wollen und müssen die Jäger dafür entschädigt werden. Ist ja nicht ihr Job, die deutsche Schweineindustrie vor dem Ruin durch eingeschleppte Seuchen zu retten. Für die explodierten Wildschweinbestände ist die Agrarindustrie (Bio-Gas) verantwortlich und nicht die Jäger.
Sie können aber gerne schlüssig vorrechnen, ob Berufsjäger da preiswerter wären, oder ein gesättigter Wolfsbestand das sogar um sonst könnte.

Projekt "Fellwechsel":
Nicht die Felle des Jagdverbandes sollen vermarktet werden, sondern die seiner Mitglieder. Jeder Verein kann Zuschüsse für alles mögliche beantragen und bewilligt bekommen. Fragen Sie mal den NABU für welchen Unsinn der alles Geld bekommen hat und weiterhin bekommt. Der steht übrigens auch ganz oben unter den Top-Verdienern auf der Agrarsubvebtionsliste.

Der Wolf macht gar nichts gratis. Obwohl er (in Deutschland noch) keine Schäden an Leib und Leben von Menschen angerichtet hat, gehen die Kosten für den Steuerzahler jährlich in die -zig Millionen. Mit exponentieller Steigerungsrate.

zu Wotschikowsky:
Darf ich ihn nicht zitieren, weil er tot ist? Stellen Sie gerne den Zusammenhang meines Zitates zum Gesamtkontext seines Schaffens her. Wenn Sie dadurch nachvollziebar darlegen können, dass er die Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland NICHT als "Experiment mit ungewissem Ausgang" bezeichnet hat, nur zu...

Natürlich hat er recht, dass die Zuwachsrate des Wolfsbestandes in Deutschland irgendwann einmal abflacht und sich die Wölfe selbst regulieren. Niemand streitet das ab. Das Problem daran ist, dass die negativen Auswirkungen des heutigen Wolfsbestandes auf den zukünftigen hochgerechnet werden müssen. Ob die Wiederbesiedlung Deutschlands mit Wölfen, dann noch volkswirtschaftlich tragbar ist, wage ich zu bezweifeln.

Warum zitieren Sie keine Texte von Ulrich Wotschikowsky in denen er es befürwortet, nutztierspezialisierte Wölfe, oder Wölfe die gelernt haben ZUMUTBARE Herdenschutzmaßnahmen zu überwinden, schnell und unbürokratisch zu entnehmen (abzuschiessen)? Der Mann hat von Anfang an erkannt, dass der absolute und totale Wolfsschutz gegen alle Widerstände der betroffenen/geschädigten Bevölkerung nicht dauerhaft funktioniert.

zur "taz":
https://taz.de/Abschussplaene-fuer-Woelfe/!5777391/

Wenn schon im Einleitungssatz Wolfsabschußbefürworter an den rechten Rand der Gesellschaft geschoben werden, lohnt weiterlesen eigendlich nicht.

Trotzdem nächster Absatz, der Zeigt, dass die Verfasser*Innen unter den ignorantesten Jagdhassern/Wolfsfanatikern zu verorten sind, die nicht gewillt sind, igrendwelche Fakten zur Kenntnis zu nehmen:
"Wolfs­ex­per­t:in­nen und aufgeklärte Tier­hal­te­r:in­nen sind sich einig, dass Elektrozäune und Herdenschutz die Schafe und Ziegen ausreichend vor Wölfen schützen."

Und natürlich wird keine einzige Behauptung, die im Artikel unter die Leser geworfen wird, in irgendeiner Weise belegt, oder gar bewiesen.

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