Feinstaub-Alarm

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Kaiserbäder schränken Silvester-Feuerwerk auf Usedom ein

Weihnachtsschmuck hängt an der Seebrücke von Heringsdorf auf der Insel Usedom. Die Kaiserbäder wollen an Silvester erstmals feuerwerksfreie Strandabschnitte einrichten.
Weihnachtsschmuck hängt an der Seebrücke von Heringsdorf auf der Insel Usedom. Die Kaiserbäder wollen an Silvester erstmals feuerwerksfreie Strandabschnitte einrichten.
Stefan Sauer

Die Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin auf der Insel Usedom haben genug vom Meer aus Feuerwerks-Müll und richten daher böllerfreie Strandabschnitte ein.

Die Kaiserbäder auf Usedom wollen an Silvester erstmals feuerwerksfreie Strandabschnitte einrichten. Damit solle der Weg frei gemacht werden für ein bewusstes und sicheres Silvester, begründete Kurdirektor Thomas Heilmann die Aktion.

Ein Meer aus Feuerwerksmüll

Hintergrund sei, dass das neue Jahr nach einer rauschenden Nacht an den Stränden der Kaiserbäder regelmäßig erst einmal mit Ernüchterung beginne. Wo Stunden vorher noch Tausende Silvester feierten, bleibe nur ein Meer aus Feuerwerksmüll, Flaschen, Bechern oder Zigarettenkippen, erklärte Heilmann. Unzählige Helfer seien unterwegs, um die Strände zu reinigen. Allerdings bleibe der Müll unerreichbar, der in der Ostsee schwimme und monatelang Meer und Tierwelt belaste.

Den Angaben zufolge sind zunächst in Ahlbeck 140, in Heringsdorf 130 und in Bansin 110 Meter als Feuerwerk-freie-Zonen vorgesehen. Insgesamt hat der Ostseestrand der Kaiserbäder eine Länge von 14 Kilometern. „Sollte die Aktion gut anlaufen, werden die Zonen sicher im nächsten Jahr erweitert”, sagte eine Sprecherin.

Kein privates Feuerwerk am Strand

Die Organisatoren verweisen zudem auf eine Onlineumfrage, bei der sich 97 Prozent für den Verzicht auf ein privates Feuerwerk an den Stränden aussprachen. Zusätzlich wollen die Kaiserbäder für jedes Kilo Müll, das am Neujahrsmorgen gesammelt wird, 50 Cent an das Projekt „Meere ohne Plastik” des Naturschutzbundes (Nabu) spenden. Erfahrungsgemäß kommen dabei rund fünf Tonnen zusammen.

Zum 11. Mal ruft der Landestourismusverband gemeinsam mit dem Bundesverband der Grünen Liga dazu auf, auf den Kauf von Feuerwerkskörpern zu verzichten und dafür in Klimaschutz und Umweltbildung zu investieren.

Mit der Botschaft „Bäume statt Böller” sollen die Menschen zum Kauf von Waldaktien für je zehn Euro angeregt werden. Mit dem Erwerb von zwei Aktien könne auf einer Fläche von zehn Quadratmetern Bäume gepflanzt und gepflegt werden. Inzwischen gibt es 19 Klimawälder im Nordosten.

Die Umweltverschmutzung durch Feuerwerk ist gigantisch: An Silvester werden laut Umweltbundesamt rund 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt, was rund 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge entspricht.