PANLEUKOPENIE

Katzenseuche im Tierheim Stralsund vorerst eingedämmt

Fast die Hälfte der Katzen sind an der tödlichen Krankheit gestorben. Jetzt konnte die Ansteckung gestoppt werden. Aber die finanzielle Versorgungs-Not ist groß.
Die Katzenseuche im Tierheim Stralsund hat 21 Stubentiger getötet. (Symbolfoto)
Die Katzenseuche im Tierheim Stralsund hat 21 Stubentiger getötet. (Symbolfoto) Jens Büttner
Stralsund.

Im Tierheim Stralsund kann vorübergehend aufgeatmet werden. Die Katzenseuche, die dort im Oktober ausgebrochen ist, konnte eingedämmt werden. Dennoch gehen die Mitarbeiter weiterhin auf Nummer sicher.

Tierheimleiterin Kathrin Scheurich sagt dem Nordkurier: „Aktuell haben wir einen Stillstand erreicht und die Krankheit einigermaßen eingedämmt.” Das Tierheim hatte am 2. November auf der eigenen Internetseite angekündigt, dass alle Katzen wegen der Katzenseuche oder Panleukopenie unter Quarantäne gestellt sind. Das bedeute auch, dass dieser Bereich für alle Besucher gesperrt werden müsse.

Junge Katzen besonders anfällig für die Krankheit

Insgesamt 21 Katzen hat die tödliche Krankheit hingerafft. Besonders die Jungtiere hat es getroffen. „Erst nach der dritten Impfung greift der Impfschutz gegen die Katzenseuche. Sie waren einfach zu jung dafür”, sagt Kathrin Scheurich traurig.

Die 36-Jährige kümmert sich täglich mit drei Mitarbeitern intensiv um die verbliebenen 22 Vermittlungstiere. „Das ist viel Arbeit, deshalb kommt alles andere gerade an zweiter Stelle.”

Hohe Ausgaben für Tierarzt und Medikamente

Die Einrichtung leide unter der finanziellen Belastung durch Infusionen und Medikamente, hohe Tierarztkosten und spezielle Desinfektionsmittel. „Alleine dafür bezahlen wir täglich 250 Euro”, seufzt die Tierheimleiterin.

Des Weiteren müssten alle Kratzbäume, Holzmöbel und das Spielzeug entsorgt werden. „Wir durften keinen einzigen Kratzbaum behalten, weil die Ansteckungsgefahr einfach zu hoch war. Wir werden also ein komplett neues Inventar brauchen.” Der Anblick aktuell sei „sehr traurig”, so Scheurich. Die Katzen würden jetzt in ihren kargen Unterkünften keine Möglichkeit zum Verstecken haben.

Wegen Ansteckungsgefahr weiterhin Quarantäne

Die Stubentiger bleiben weiter in Quarantäne. „Erst einmal bis Ende dieses Jahres”, sagt die Leiterin. Das Tierheim kann deshalb immer noch nicht Pensions- noch Abgabe- oder Fundkatzen aufnehmen. „Das wäre einfach zu gefährlich.”

Kathrin Scheurich hofft nun, dass Geld- und Sachspenden sie durch diese Krise bringen. Die Eckdaten dafür finden Sie hier auf der Tierheim-Webseite.

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