WETTER-PROGNOSE

Kein Ende der Dürre in Sicht

Es herrscht die trockenste Phase seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Lokale Regengüsse brachten auch im Nordosten keine Entspannung der Lage.
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Es ist die trockenste Phase seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.
Es ist die trockenste Phase seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Sebastian Gollnow
Neubrandenburg.

Seit Wochen herrscht Dürre im Nordosten. Zwar hat die Hitze mittlerweile etwas nachgelassen und gelegentlich kam sogar etwas Regen vom Himmel. „Das war allerdings oft nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein”, sagte der Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. „Das monatelang aufgestaute Regendefizit konnte damit in keiner Weise ausgeglichen werden.”

Die gelegentlichen Starkregengüsse hätten der Natur teilweise sogar mehr geschadet als geholfen. „Der Boden ist so trocken und hart, da fließen Niederschläge aus Starkregenereignissen meist direkt ab und schwemmen sogar noch die oberste Erdschicht weg”, so Jung. „Es bräuchte dringend ergiebigen Landregen.”

Es herrsche eine Art „Blockade des Westwindwetterlage”. Diese Wetterlage sorge normalerweise dafür, dass Tiefs direkt vom Atlantik nach Deutschland kämen und „Wolken und Regen und vor allen Dingen auch den notwendigen flächigen Landregen” brächten, so der Wetterexperte weiter. „Doch seit Monaten liegen Hochs im Weg und diese Tiefs haben keine Chance uns zu erreichen. Sie ziehen meist nördlich an uns vorbei”, so Jung. „Eine grundlegende Umstellung der Großwetterlage muss her, die ist aber erstmal nicht in Sicht.”

Niederschlagsignale „verschwindend gering”

So soll es auch in den kommenden Tagen warm und trocken bleiben. „Landregen bleibt weiterhin aus. Das zeigt besonders der 14-Tages-Trend in Ostdeutschland”, sagte der Meteorologe weiter. Die Niederschlagsignale seien „verschwindend gering”. Nach einer ersten Schätzung dürfte auch der August deutlich zu trocken ausfallen. Das wäre dann der siebte zu trockene Monat in Folge. „Es ist die trockenste Phase seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881”, so der Wetterexperte.

Auch langfristig sei keine Entspannung zu erwarten. Die führenden Klimamodelle der europäischen und US-Wetterdienste berechneten bis September, teilweise sogar bis in den Oktober hinein durchweg zu wenig Niederschlag, so Jung.

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