REVISION ABGELEHNT

Kein neues Urteil für rechten Nordkreuz-Prepper

Der Staatsanwaltschaft Schwerin ist die Strafe für den rechten Prepper Marko G. zu mild gewesen. Doch der Bundesgerichtshof hat die Revision abgelehnt.
Die Revision der Staatsanwaltschaft Schwerin gegen das Urteil für den Nordkreuz-Kopf Marko G. ist abgelehnt worden.
Die Revision der Staatsanwaltschaft Schwerin gegen das Urteil für den Nordkreuz-Kopf Marko G. ist abgelehnt worden. Bernd Wüstneck
Schwerin ·

Das Gerichtsurteil für den rechten Nordkreuz-Kopf Marko G. ist rechtskräftig. Das hat der Bundesgerichtshof am Donnerstag mitgeteilt. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hatte Anfang Januar Revision gegen das Urteil des Landgerichts Schwerin eingelegt. Ihr erschien das Urteil zu milde.

Das Landgericht hatte den ehemaligen Scharfschützen beim Spezialeinsatzkommando (SEK) Mecklenburg-Vorpommern im Dezember zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen zwei Jahre und zehn Monate Haft für G. gefordert. Bei einer Verurteilung zu mehr als zwei Jahren Haft ist eine Aussetzung zur Bewährung nicht möglich.

Revision aus zwei Gründen

In einer Pressemitteilung des Bundesgerichtshofes heißt es: „Der in Leipzig ansässige 6. Strafsenat hat die Revision der Staatsanwaltschaft verworfen. Die tatsächliche und rechtliche Würdigung sowie die Rechtsfolgenentscheidungen des Landgerichts weisen keine Rechtsfehler auf.”

Auf Anfrage des Nordkurier erklärte Sprecher Jörg Ebert der Staatsanwaltschaft Schwerin, dass die Revision aus zwei Gründen eingelegt worden sei. „Es hätte eine Vollstreckung der Freiheitsstrafe geben müssen”, so Ebert. Es habe keine besonderen Gründe für eine Aussetzung zur Bewährungsstrafe gegeben. Außerdem ist in einem Punkt unsachgemäß gelagerte Munition nicht in das Urteil eingeflossen.

Ermittlungen gegen drei Polizisten und Waffenhändler laufen noch

Bei dem Prozess gegen Marko G. ging es vordergründig um illegalen Waffen-Besitz, darunter eine Uzi-Maschinenpistole und 1500 Schuss Kriegswaffen-Munition, sowie um die unsachgemäße Lagerung weiterer Waffen, Munition und Sprengmittel. Der Prozess beschäftigte sich aber auch mit der Prepper-Gruppe „Nordkreuz”, in der Marko G. eine führende Rolle spielte. Für den Fall eines Staatszusammenbruchs, den „Tag X”, haben sich deren Mitglieder vorbereitet und bewaffnet. Eine darauffolgende Massentötung von politischen Gegnern soll in Telegram-Chats geplant worden sein.

Staatsanwalt Ebert sagte, dass die Ermittlungen gegen drei Polizisten im „Nordkreuz”-Kontext und gegen das ehemalige „Nordkreuz”-Mitglied Frank T., Waffenhändler aus Güstrow, immer noch laufen.

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