CORONA IN MV

Kein Patient mehr auf einer Intensivstation – Was bedeutet das?

Im 1,6 Millionen Einwohnerland Mecklenburg-Vorpommern gibt es aktuell 89 Menschen, bei denen eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus bekannt ist. Drei Menschen liegen im Krankenhaus.
dpa
Vor einigen Wochen lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten in MV teils im dreistelligen Bereich. Das Foto zeigt eine Station
Vor einigen Wochen lag die Zahl der Corona-Intensivpatienten in MV teils im dreistelligen Bereich. Das Foto zeigt eine Station in Rostock. Bernd Wüstneck
Rostock ·

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Corona-Intensivpatienten seit Anfang der Woche auf null gesunken, die der Klinikpatienten mit dem Virus auf drei. Über die Konsequenzen gibt es nun Diskussionen. Die Kontaktbeschränkungen sollten aufrechterhalten bleiben, sagte der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Grund dafür sei die sogenannte Delta-Variante des Sars-CoV-2-Virus, die in Deutschland bereits zu 90 Prozent verbreitet sei.

Der Vorsitzende des Hausärzteverbands MV, Stefan Zutz, sprach sich dagegen für ein dynamisches System bei der Anpassung der Anti-Corona-Maßnahmen aus. Grundlage sei der politische Ausgangspunkt zu Beginn der Pandemie, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werden dürfe. Zutz vermutete, dass die Politik Angst davor habe, Lockerungen möglicherweise wieder rückgängig machen zu müssen. „Ich glaube, dass das Verständnis bei der Bevölkerung größer ist. Wenn die Inzidenz unten ist, wird gelockert. Wenn sie steigt und einen gewissen Wert überschreitet, wird verschärft.“

Impf-Beratung wird immer aufwändiger

Die Sieben-Tage-Inzidenz war am Dienstag im Vergleich zum Vortag um 0,7 auf nunmehr 3,0 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gesunken. Acht neue Infektionen wurden gemeldet. Bei 89 Menschen gibt es bekannte Corona-Infektionen. Ein weiterer Todesfall wurde am Dienstag gemeldet.

Steigerungspotenzial sieht Zutz bei der Impfkampagne. Bei der Aufklärung von skeptischen Patienten könnten die Hausärzte hilfreich sein. Allerdings würden die Beratungen immer aufwendiger, doch das werde nicht entsprechend honoriert.

Reisinger: Zahlen könnten wie in Großbritnnien steigen

Für Reisinger führen die Erfahrungen, die in Großbritannien mit der Delta-Variante gemacht werden, zu der Annahme, dass in Deutschland und verzögert in Mecklenburg-Vorpommern die Fallzahlen weiter steigen werden. „Wir haben jetzt so wenige Fälle, weil wir in der dritten Welle den Lockdown hatten und die Über-60-Jährigen zum Großteil geimpft sind.“ Auch viele der Jüngeren seien geimpft.

„Wir sind jetzt in einer Phase, in der die Entwicklung nicht klar absehbar ist. Es ist Vorsicht geboten“, betonte der Mediziner. Es bestehe die Gefahr, dass beim weitgehenden Verzicht auf Abstandsregeln und das Maskentragen die Zahl der Infizierten so wie in Großbritannien stark ansteige.

Weiterlesen: Seenplatte impft jetzt auch Urlauber

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Kommentare (3)

Peter Plys Antwort drauf geben,der weiß halt alles.

kein Pfleger, aber das ist Ihnen ja egal. Die Faktenlage ist so, wie im Artikel beschrieben. Unter einem anderen Artikel habe ich meine Meinung geäußert, dass Maßnahmen nicht mehr auf Basis der Inzidenz beruhen sondern an der Zahl der Krankenhauseinweisungen / Intensivbelastung.
Dies wird aber nichts daran ändern, dass wir es im kommenden Herbst / Winter mit einer Pandemie der Ungeimpften zu tun bekommen werden. In den USA sind aktuell 99,5% der Corona-Todesfälle Ungeimpfte...

Doktorchen.