GEFLÜGELPEST

Keine Entwarnung bei Vogelgrippe in MV

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) mahnt Geflügelhalter in Mecklenburg-Vorpommern zur Vorsicht. Das Geflügelpestvirus H5N8 kann sich weiter verbreiten.
dpa
Die Geflügelpest ist weiter eine Bedrohung in MV.
Die Geflügelpest ist weiter eine Bedrohung in MV. Frank Molter
Schwerin.

Trotz der aktuell ruhigen Lage bei der Entwicklung der Geflügelpest mahnt Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) die Geflügelhalter in Mecklenburg-Vorpommern zur Vorsicht. Sie sollten auf alles vorbereitet bleiben und bei den Schutzmaßnahmen nicht nachlassen. „Das ist wohl die beste Versicherung”, sagte Backhaus der dpa Hintergrund ist nach seinen Worten, dass sich die Entwicklung des Seuchengeschehens bis zum Frühjahr nicht vorhersagen lasse.

Dank des bisherigen milden Verlaufs des Winters habe sich das Wassergeflügel in seine Winterquartiere zurückgezogen. Solche Rastgebiete sind vor allem an der Ostseeküste, Boddengewässern und den Seen zu finden. Die Tiere können sich aber, wenn es einen Kälteeinbruch gibt und die Gewässer zufrieren, als Kälteflüchter auch wieder in Bewegung setzen und eisfreie Gewässer im Binnenland suchen”, sagte Backhaus. Dann steige die Gefahr, dass über ihren Kot das Virus in die Ställe hineingetragen wird.

Wildvögel gelten als Überträger des Geflügelpestvirus H5N8. Erst Mitte Dezember war der Fund eines mit der Vogelgrippe infizierten Singschwans am Schweriner See in Gallentin (Landkreis Nordwestmecklenburg) bekannt geworden.

100.000 Stück Geflügel in MV getötet

Nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts auf der Insel Riems sind in Deutschland seit Ende Oktober bei rund 400 Wildvögeln Infektionen festgestellt worden. Es gab zwölf Ausbrüche in Nutztierbeständen, vorwiegend in Küstenregionen. Außerdem meldeten zahlreiche andere Länder der Geflügelpest. „Das Risiko der Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und des Eintrags in Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen wird als hoch eingestuft”, heißt es auf der FLI-Webseite.

Wie Backhaus sagte, mussten bei den bisherigen Ausbrüchen in Nutztierbeständen Mecklenburg-Vorpommern rund 100.000 Stück Geflügel getötet werden. „Für die Halter ist das ein schwerer Schlag und auch eine schwere psychische Belastung.” Mecklenburg-Vorpommern sei in diesem Winter allerdings nicht so stark betroffen wie in der Zeit von November 2016 bis Anfang März 2017.

Im Süden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte gilt derzeit die Umgebung des Ausbruchbetriebs in Lärz als Restriktionsgebiet. Mecklenburg-Vorpommern verzichtet derzeit auf eine landesweite Stallpflicht für Hausgeflügel wegen der Vogelgrippe.

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