Obduktionsergebnis
Keine Erkrankung beim Hubschrauberpiloten

Der Unglückhelikopter wurde nach Rostock gebracht. Dort wird er untersucht.
Jens Büttner

Es wird vermutlich Monate dauern, bis Klarheit über die Ursache des Hubschrauberabsturzes über der Ostsee vorliegt. Vier Tage nach dem Unglück kann lediglich ein Herzinfarkt oder eine andere Erkrankung des ums Leben gekommenen Piloten ausgeschlossen werden.

Der 53-jährige Pilot des am Freitag über der Ostsee verunglückten Hubschraubers ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stralsund ertrunken. Das habe die Obduktion ergeben und damit sei klar, dass medizinische Probleme des Piloten wie etwa ein Herzinfarkt nicht für den Unfall verantwortlich seien, teilte die Behörde am Dienstag mit. Weitere Erkenntnisse über die Unglücksursache liegen weder bei der Staatsanwaltschaft noch bei der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) vor.

Der Hubschrauber der DRF-Luftrettung war bei einem Trainingsflug nördlich von Prerow in die Ostsee gestürzt. Neben dem 53-jährigen Piloten aus Bayern kamen ein 47-jähriger Notarzt aus Mecklenburg-Vorpommern und ein 45-jähriger Rettungsassistent aus Sachsen ums Leben.

Der Co-Pilot ist weiterhin nicht aussagefähig

Wie BFU-Sprecher Jens Friedemann sagte, steht die Befragung des überlebenden Co-Piloten noch aus. Der 47 Jahre alte Rheinland-Pfälzer sei weiter nicht aussagefähig, er befindet sich früheren Angaben zufolge in psychologischer Betreuung. Laut Medienberichten war dies bereits der zweite Hubschrauber-Absturz, den er überlebt hatte.

"Wir sind noch weit davon entfernt, bestimmte Dinge auszuschließen", sagte Friedemann. Inzwischen seien die Aufzeichnungsgeräte nach Braunschweig gebracht worden. Darunter ist auch ein kombinierter Flugdatenschreiber/Cockpit-Sprachrekorder. Es sei von großer Bedeutung, diese Informationen auszuwerten. Nachdem das Gerät im Wasser gelegen habe, müsste es zunächst entsprechend aufbereitet werden, um an die Daten zu kommen, sagte Friedemann. Bis der Abschlussbericht über den Unfallhergang veröffentlicht werde, könnten mehrere Monate vergehen.