ENDE DER FRIST

Keine frischen Freilandeier aus MV seit Montag

Wo kommt das Ei her? Wie lebte das Huhn? Viele Verbraucher wollen das wissen – vor allem in Zeiten von Vogelgrippe. In den vergangenen Wochen war das gar nicht so einfach.
dpa
Auch Freiland-Betriebe müssen jetzt den Code für "Bodenhaltung" auf ihre Eier stempeln.
Auch Freiland-Betriebe müssen jetzt den Code für „Bodenhaltung” auf ihre Eier stempeln. Julian Stratenschulte
Schwerin.

Die Legehennen-Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern dürfen ihre Eier seit Montag nicht mehr als Freilandeier deklarieren. Hintergrund ist das Ende der Zwölf-Wochen-Frist, in der die Erzeuger nach Eintreten der Stallpflicht wegen der Vogelgrippe die Eier noch als Freilandeier in den Handel bringen durften. Wie das zuständige Landesamt für Lebensmittelsicherheit am Montag auf Anfrage mitteilte, werden die Kontrolleure nun ein besonderes Auge auf die Deklarierung der Eier werfen.

Bei dem aufgedruckten Code für die Haltungsform müssten die Eier beziehungsweise die Kartons nun als erste Zahl eine "2” für Bodenhaltung anstatt der "1” für Freilandhaltung tragen. Im Handel dürften die Restbestände aus Freilandhaltung weiter vertrieben werden. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil der Freilandeier mit 48 Prozent im Bundesvergleich überdurchschnittlich hoch.

Bio-Sigel bleibt bestehen

Uta Nehls von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern kritisierte, dass die Verbraucher in den vergangenen drei Monaten im Unklaren über die Herkunft der Eier gehalten wurden. Am Einkaufsort oder auf der Verpackung sei nichts davon zu erfahren gewesen, dass Eier als Freilandeier verkauft werden konnten, obwohl die Legehennen keinen Zugang zum Freiland hatten.

Manche Länderministerien umgingen diese Zwölf-Wochen-Befristung, indem sie die Aufstallungspflicht zunächst ablaufen lassen, um sie nach wenigen Tagen erneut zu verhängen, sagte Nehls. Durch diese „Pause” beginne die Frist für den Verkauf der Eier als Freilandeier erneut. „Somit können Eier während der Aufstallungspflicht praktisch unbegrenzt als Freilandeier weiterverkauft werden”, kritisierte Nehls. Für Bio-Eier gibt es keine vergleichbare rechtliche Regelung. Auch Bio-Eier werden während der Stallhaltung weiterhin mit dem Siegel „Bio” verkauft.

 

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