Landgericht Rostock
Landgericht Rostock Bernd Wüstneck
Aufsichtspflicht verletzt

Kind fast in Teich ertrunken – Urteil zu hoher Schadensersatzzahlung

Seit einem schweren Unfall ist ein Junge zum Pflegefall geworden. Ein Gericht hat nun entscheiden, wer dafür verantwortlich ist. Es geht um einen Streitwert von einer Million Euro.
dpa
Rostock

Ein Kind ist nach einem schweren Unfall bei einem Zirkusevent lebenslang ein Pflegefall – ein aufsichtsführender Mann, der Vermieter eines Grundstücks sowie der Veranstalter des Events müssen nun Schadenersatz und Schmerzensgeld zahlen.

Im Juni 2012 hatte der Mann den knapp sechsjährigen Spielkameraden seiner Tochter zur Wochenendveranstaltung eines Jugendhilfevereins im Landkreis Rostock mitgenommen. Dort fiel der Junge in einen nicht gesicherten Teich und geriet unter Wasser. Trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen erlitt er schwere Hirnschäden.

Aufsichtspflicht verletzt

Das Oberlandesgericht Rostock entschied am Freitag, dass der Mann seine Aufsichtspflicht verletzt habe. Der Grundstücksvermieter und der Veranstalter hätten den Teich ungenügend gesichert und damit gegen die Verkehrssicherungspflicht verstoßen.

Das OLG setzte am Freitag den Streitwert auf eine Million Euro fest. Über die genaue Höhe des Schadenersatzes und des Schmerzensgeldes müsse nun das Landgericht Rostock befinden, dessen Urteil aus dem Jahr 2018 weitestgehend vom OLG bestätigt wurde. Die Hälfte der noch festzulegenden Summe muss laut Urteil der aufsichtsführende Mann allein zahlen. Die andere Hälfte sollen sich der Vater sowie Jugendhilfeverein und Grundstücksbesitzer als sogenannte Gesamtschuldner teilen.

Ein zermürbender Kampf um Geld und Gerechtigkeit: Hier berichten die Eltern des Jungen von ihrer acht Jahre andauernden Auseinandersetzung vor Gericht.

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