DAK-Report
Kinder in MV häufiger krank als im Bundesschnitt

Kinder in Mecklenburg-Vorpommern sind laut einer Studie häufiger krank als Gleichaltrige in Deutschland.
Kinder in Mecklenburg-Vorpommern sind laut einer Studie häufiger krank als Gleichaltrige in Deutschland.
Patrick Pleul

Kinder in MV haben in der Regel dieselben Erkrankungen wie die Kinder im Rest von Deutschland. Doch der Anteil der Betroffenen ist vielfach höher.

Kinder in Mecklenburg-Vorpommern sind laut einer Studie der Krankenkasse DAK häufiger krank als Gleichaltrige in Deutschland. Mehr als jedes dritte Kind leidet unter einer chronischen körperlichen Erkrankung, fast jedes zehnte ist psychisch erkrankt, wie aus dem Kinder- und Jugendreport der Gesundheit hervorgeht, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Für die repräsentative Studie hat die Universität Bielefeld die Daten von rund 19.000 DAK-versicherten Kindern und Jugendlichen aus dem Jahr 2016 ausgewertet und auf alle Minderjährigen in MV hochgerechnet, wie ein DAK-Sprecher mitteilte.

Demnach dominieren zwar dieselben Erkrankungen wie im Bundesschnitt, aber der Anteil der Betroffenen ist vielfach höher. So haben Jungen und Mädchen in Mecklenburg-Vorpommern häufiger Atemwegserkrankungen und Infektionen als im Bundesschnitt (jeweils +13 Prozent). Auch gebe es mehr Probleme mit dem Verdauungs- oder Muskel-Skelett-System (+24 Prozent beziehungsweise +17 Prozent). 

Ursachen für Stadt-Land-Unterschied unklar

Zudem zeigt die Studie, dass der Unterschied zwischen Stadt und Land größer ist als gedacht, wie die Leiterin der DAK-Landesvertretung, Sabine Hansen, hervorhob. Stadtkinder leiden demnach häufiger unter Viruserkrankungen, Zahnkaries und grippalen Infekten, Landkinder häufiger unter Allergien. "Allerdings kennen wir die Gründe für diese beobachteten Zusammenhänge nicht", sagte Hansen. Es könne an den Versorgungsstrukturen liegen, an der Umwelt oder am Verhalten der Eltern.

Nachgewiesen sei, dass der Bildungsstatus der Eltern den Gesundheitszustand der Kinder beeinflusse. Der Studie zufolge sind mehr als 90 Prozent aller Jungen und Mädchen im Nordosten wenigstens einmal im Jahr beim Arzt oder im Krankenhaus. Am häufigsten sind Atemwegserkrankungen, gefolgt von Infektionen, Augen- und Hauterkrankungen und psychische Leiden. Bereits Schulkinder klagen vermehrt über Rückenschmerzen.

Fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen haben krankhaftes Übergewicht. Der Report wertet zudem 14 Erkrankungen aus, die potenziell chronisch werden können. Am stärksten verbreitet sind demnach Neurodermitis und Heuschnupfen gefolgt von entzündlicher Darmerkrankung und Asthma.  Die DAK will angesichts dieser Zahlen ihre Prävention an Kitas und Schulen intensivieren. So soll die Präventionskampagne "fit4future", die aktuell an 30 Grund- und Förderschulen im Land läuft, 2019 auf weiterführende Schulen und 2020 auch auf Kitas ausgeweitet werden.