POLIZEI ERMITTELT

Kinder in Rostocker Wohngruppe misshandelt?

Ein Betreuer soll zwei Kinder in einer Wohngruppe körperlich misshandelt haben. Der Mann wurde suspendiert, die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen.
Stefan Tretropp Stefan Tretropp
In einer Rostocker Wohngruppe sollen zwei Kinder misshandelt worden sein.
In einer Rostocker Wohngruppe sollen zwei Kinder misshandelt worden sein. Stefan Tretropp
Rostock.

Ein Betreuer einer Rostocker Wohngruppe der gemeinnützigen Kinder- und Jugendhilfe soll zwei Kinder – neun und zwölf Jahre alt – körperlich misshandelt haben. Erst die Anzeige eines Vaters brachte Ermittlungen in Gang. Der 32-Jährige erfuhr nach eigenen Angaben „ganz beiläufig“ von der Misshandlung seines neunjährigen Sohnes. „Ich habe in der Wohngruppe angerufen, um mich zu erkundigen, wie es ihm geht“, erzählt er. Dann habe man ihm „nebenbei“ gesagt, dass sein Sohn „körperlich misshandelt“ wurde.

Der Vater, der gerade im Krankenhaus liegt, schaltet sofort die Polizei ein. „Wir ermitteln gegen einen 43-jährigen Rostocker wegen des Verdachts der Misshandlung von Schutzbefohlenen“, bestätigt Christopher Hahn, Pressesprecher der Rostocker Polizei. Wiebke Dobberstein, Pressesprecherin beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), bestätigt ebenfalls den Vorfall: „Ein Verdacht eines körperlichen Übergriffs eines Mitarbeiters gegenüber zwei Kindern im Alter von neun und zwölf Jahren liegt uns seit dem späten Nachmittag des 6. Novembers vor.“

Nach Bekanntwerden des Falls, den man im ASB „sehr ernst“ nehme, habe man laut Dobberstein Jugendamt und Personensorgeberechtigte eingeschaltet. „Um den Schutz unserer Kinder zu gewährleisten, haben wir den Betreuer vom Dienst freigestellt“, ergänzt sie. Wie sie weiter sagt, greife in solchen Fällen ein „internes standardisiertes Krisenmanagement“. Heißt: Ein Fachteam nimmt eine Risikoeinschätzung sowie ein Gefährdungsbeurteilung vor. Zu diesem Fachteam zählen Geschäftsführung, Einrichtungsleitung, erfahrene Fachkräfte für Kindeswohlgefährdung und pädagogische Mitarbeiter. Im Ergebnis dessen erstattete der ASB am vergangenen Montag ebenfalls Strafanzeige gegen den Betreuer.

Für den Vater ist der Fall „sehr schockierend“. „Ich hatte eigentlich immer großes Vertrauen in die Einrichtung“, sagt er. Was der 43-jährige (Ex-)Betreuer konkret mit den Kindern gemacht haben soll, dazu wollen sich ASB und Polizei wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern. Der Vater des Neunjährigen wird da konkreter: „Mein Sohn hat gesagt, dass der Erzieher sich auf seinen Bauch gesetzt hat.“ Er ergänzt: „Der Mann ist über 100 Kilo schwer und mein Sohn hat ein Implantat im Bauch – das tut dann sehr weh.“Zu sexuellen Übergriffen soll es nach Aussagen des 32-Jährigen aber nicht gekommen sein. Trotzdem seien die Auswirkungen für seinen Sohn enorm: „Er hat nach dem Vorfall Angst, traut sich keinem mehr an.“ Die Ermittlungen gegen den 43-jährigen Betreuer stehen am erst Anfang. „Es gilt die Unschuldsvermutung“, fügt Wiebke Dobberstein an.

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