Anhand von Daten auf Auswertungscomputer werden die Ermittlungen gegen Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch geführt
Anhand von Daten auf Auswertungscomputer werden die Ermittlungen gegen Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch geführt. Arne Dedert
Staatsanwaltschaft Neubrandenburg

Kindesmissbrauch Wermelskirchen – auch Ermittlungen in MV

Die Grausamkeit der Taten ist laut Polizei unvorstellbar – ein neuer Missbrauchsskandal erschüttert das Land. Auch Mecklenburg-Vorpommern spielt eine Rolle.
Schwerin

Der neue Missbrauchskomplex von Wermelskirchen führt selbst hartgesottene Polizisten an ihre Grenzen. Nach Angaben der Ermittler hätten die Taten eine Dimension an Brutalität, die die anderer Missbrauchsskandale übersteige. Hauptbeschuldigter ist ein 44-Jähriger aus dem nordrhein-westfälischen Wermelskirchen.

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Der kinderlose und verheiratete Angestellte habe im Internet seine Dienste als Babysitter angeboten und sich so seinen Opfern nähern können, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag in Köln berichtet. Mit Dutzenden weiteren Männern habe er zudem kinderpornografische Bilder und Videos „unvorstellbarer Brutalität” getauscht.

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„Ich bin erschüttert und fassungslos. Ein solches Ausmaß an menschenverachtender Brutalität und gefühlloser Gleichgültigkeit gegenüber kleinen Kindern, ihren Schmerzen und ihren Schreien ist mir noch nicht begegnet”, sagte Kölns Polizeipräsident Falk Schnabel.

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Nach Angaben der Ermittler ist der Missbrauchskomplex nicht auf Nordrhein-Westfalen beschränkt – Spuren führen auch in viele andere Bundesländer. Der Schwerpunkt liege mit 26 Verfahren in NRW, gefolgt von Thüringen (6), Brandenburg (5), Schleswig-Holstein (5) und Niedersachsen (5). Mit Ausnahme von Bremen und dem Saarland sind alle anderen Bundesländer ebenfalls betroffen – auch Mecklenburg-Vorpommern ist involviert.

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Auf Nordkurier-Anfrage teilte das Innenministerium in Schwerin mit, dass die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg wohl mit einem der zahlreich eingeleiteten Verfahren befasst sei. Die Staatsanwaltschaft selbst konnte Dienstagnachmittag noch keine weiteren Angaben machen – „da bei uns noch nichts angekommen ist”, wie eine Sprecherin sagte. Es könne aber sein, dass der Vorgang auf dem Weg sei.

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