Lebensgefahr

▶ Klimaaktivisten besetzen Kraftwerk in Greifswald

Fünf Aktivisten haben am Freitag Vormittag ein Greifswalder Kraftwerk besetzt. Laut Polizei schwebten sie dabei in Lebensgefahr. Das Kraftwerk wurde lahmgelegt, was bei vielen Haushalten zu einem Abschneiden der Wasserversorgung führte.
Seit 5.30 Uhr hielten Aktivisten das Kraftwerk in der Innenstadt besetzt.
Seit 5.30 Uhr hielten Aktivisten das Kraftwerk in der Innenstadt besetzt. ZVG
Seit 7.30 Uhr waren Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei vor Ort. Die Räumung begann um 11 Uhr.
Seit 7.30 Uhr waren Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei vor Ort. Die Räumung begann um 11 Uhr. Henning Stallmeyer
Ein weiterer Aktivist war auf einen nahen Baum geklettet, um dieses rote Banner zu hissen, darauf steht: "Erdgas ist so grün wie dieses Banner."
Ein weiterer Aktivist war auf einen nahen Baum geklettet, um dieses rote Banner zu hissen, darauf steht: "Erdgas ist so grün wie dieses Banner." Henning Stallmeyer
Auch auf dem Schornstein, hielt sich ein Aktivist auf. Die Feuerwehr und Polizei konnten alle Protestler unbeschadet herunter holen.
Auch auf dem Schornstein, hielt sich ein Aktivist auf. Die Feuerwehr und Polizei konnten alle Protestler unbeschadet herunter holen. Henning Stallmeyer
Das Kraftwerk in der Kapaunenstraße liegt in der Greifswalder Innenstadt. Die Besetzer haben ein auch nach dem Ende der Besetzung weiterhin hängendes Banner angebracht, auf dem „Gas is over“ steht.
Das Kraftwerk in der Kapaunenstraße liegt in der Greifswalder Innenstadt. Die Besetzer haben ein auch nach dem Ende der Besetzung weiterhin hängendes Banner angebracht, auf dem „Gas is over“ steht. Daniel Focke
Das Blockheizkraftwerk und die angebrachten Mobilfunk-Antennen sollen nach dem Ende der Besetzung wieder im Betrieb sein.
Das Blockheizkraftwerk und die angebrachten Mobilfunk-Antennen sollen nach dem Ende der Besetzung wieder im Betrieb sein. Daniel Focke
Die Stadtwerke Greifswald werben direkt am Blockheizkraftwerk für die Nutzung von Fernwärme und Strom durch Erdgas und Bioerdgas.
Die Stadtwerke Greifswald werben direkt am Blockheizkraftwerk für die Nutzung von Fernwärme und Strom durch Erdgas und Biogas. Daniel Focke
Greifswald

Sie sitzen auf dem Vordach und auf dem Schornstein – Fünf Aktivisten haben seit 5.30 Uhr das Greifswalder Blockheizkraftwerk in der Kapaunstraße besetzt. Sie wollten damit für ein besseres Klima und für mehr erneuerbare Energien protestieren.

+++ Aktualisierung: ▶ Stadtwerke kristisieren lebensgefährliche Klimademo +++

Ihre Aktion richtet sich nicht nur gegen die Greifswalder Stadtwerke, sondern auch gegen die Politik als Ganzes. „Die Stadtwerke müssen, wie alle anderen Energieproduzenten auch, schnellstmöglich 100 Prozent erneuerbar werden”, so schreiben die Protestler in einem Statement.

[Video]

Lebensgefahr auf dem Kraftwerk

Die örtliche Polizei und die Feuerwehr eilten sofort vor Ort und versuchten die Aktivisten zum Aufgeben zu überzeugen. Denn auf dem Kraftwerk herrscht Lebensgefahr. Der Schornstein sei zwar inzwischen abgeschaltet, ist aber immer noch sehr heiß und könne unverträgliche Dämpfe ausstoßen, teilte Polizeisprecher Andrej Krosse am Freitagvormittag mit.

Mehr lesen: Demonstranten fordern Klimawald statt Wiederaufbau

Die Kommunikation zu den Aktivisten wurde zunächst gegen 11 Uhr beendet, so die Polizei. „Die Aktivisten sind nicht bereit, freiwiilig von dem Kraftwerk herunter zu kommen”, sagte Andrej Krosse.

Die Stadtwerke warnten, dass es für Stadtwerke-Kunden zu Versorgungsausfällen kommen könne. 450 Haushalte und 25 Unternehmen seien zeitweise von der Warmwasserversorgung abgeschnitten, so ein Sprecher der Stadtwerke. Auch die Mobilfunkantenne auf dem Kraftwerkdach wurde deaktiviert, sodass es auch zu Störungen im Mobilfunknetz kam.

Um 11.30 Uhr wurde die Besetzung des Kraftwerkes durch die Aktivisten nach aktuellen Informationen beendet. "Die Protestler verhielten sich passiv kooperativ", sagte der Einsatzleiter beim Beenden der Aktion. Auch Greifswalds Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Die Grünen) wohnte der spektakulären Räumungsaktion bei: "Ich bedanke mich bei allen Einsatzkräften für die humane Räumung", so der Oberbürgermeister, den die Aktion vollkommen überraschte, wie er sagte. Um 11.45 Uhr vermeldete die Stadtwerke, dass die Versorgung wieder hergestellt sei.

Es könnte sich um dieselben Personen handeln, die im Mai 2019 in die neu verlegten Erdgas-Rohre der Eugal-Pipeline kletterten und einen Weiterbau, auch mit Blick auf Nord Stream 2, verhindern wollten. Der damals von den Erdgas-Gegnern genutzte Twitter-Account zeigt nun auch Fotos von der Kraftwerksbesetzung in Greifswald:

Dazu lesen: Aktivisten besetzen Eugal-Baustelle bei Wrangelsburg

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Kommentare (9)

Ich hoffe diese Kriminellen werden für die von ihnen verursachten Kosten aufkommen und eine zusätzliche Strafe erhalten.

Tolle Bezeichnung für Personen, welche widerrechtlich ein Firmengelände betreten und damit den gesamten Betrieb lahmlegen.

Unnötige Kosten für den Steuerzahler, extra CO2 Ausstoß durch die Dieselfahrzeuge und schlussendlich werden sie noch so laufen gelassen ... war schließlich für den "guten Zweck".

👌👌👍

Aus meiner Sicht sind das keine Aktivisten sondern Terroristen! Und die sollte man entsprechend behandeln!

sondern Extremisten

Extremisten Terroristen was denn nu entscheidet euch.

Für mich sind das Idioten.
Interassant ist allerdings in kürzester Zeit derartige Kommentare hier gepostet werden, bei der terroristischen Vereinigung in der BW, da fliegt nur ein Nichtslosstrauch durch die Kommentarspalten. Bezeichnend!
Drum merke, Typen die Waffen, Sprengmittel und Munition horten mit dem Ziel Terror in der BRD zu verbreiten ist total super, Idioten klettern auf einen Schornstein = TERROR.

Gibt nur geistigen Durchfall von sich. Ehrenamt halt.

Schrieb der Knecht welcher sich in Scheiße am wohlsten fühlt.

Erst das Leben von einigen Zuschauern im Münchner Olympiastadion riskieren und jetzt das Eigene + zusätzlich für eine Abschaltung sorgen.

Die kommen einfach ihrer Arbeit nicht nach, diese radikalen Sozialschmarotzer.

Viel Zuspruch vom Volk ernten sie für derartige Aktionen jedenfalls nicht.

Abschaum !