Die Kliniken im Land stoßen an ihre Grenzen. Immer wieder müssen sie Ausweichvarianten aktivieren.
Die Kliniken im Land stoßen an ihre Grenzen. Immer wieder müssen sie Ausweichvarianten aktivieren. Sebastian Gollnow
MV-Kliniken am Limit

Fast alle Intensivbetten in Neubrandenburg belegt

Nach Rostock, Greifswald, Stralsund und Karlsburg ist jetzt auch das Klinikum in Neubrandenburg zu fast 100 Prozent ausgelastet. Nur noch zwei Intensivbetten sind frei. Zum Glück hat das Haus Plan C parat.
Neubrandenburg

Die Kliniken im Land stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Nach Greifswald, Stralsund und Karlsburg sind nun auch in Neubrandenburg und Rostock fast alle Intensivbetten belegt.

Gerade einmal zwei von 29 Betten waren auf der Intensivstation des Dietrich Bonhoeffer-Klinikums in Neubrandenburg am Donnerstag noch frei. „Aktuell werden bei uns 55 Covid 19-Patientenbehandelt. Zehn davon werden auf der Intensivstation behandelt, 15 weitere sind in der Bethesda-Klinik, die nach wie vor Ersatzkrankenhaus ist”, teilte Krankenhaus-Sprecherin Anke Brauns mit.

Weil gerade bei Corona die Zahl der Verdachtsfälle ständig schwanke, sei nicht abzusehen, wie sich die Auslastung in den kommenden Tagen entwickelt. Schon am Freitag könnten alle Betten belegt sein und es müssten weitere Ausweichvarianten greifen. Es könne aber auch passieren, dass wieder Betten frei werden. „Wir müssen täglich auf die aktuelle Situation reagieren, um bei Bedarf mehr Personal und mehr Betten auf den Stationen zu haben.”

In Rostock sah es schon am Mittwoch finster aus

Das größte Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern, die Universitätsmedizin in Rostock, schlug schon am Mittwoch Alarm. „Nur noch fünf freie Intensivbetten”, vermeldete die Ostseezeitung. Fast 70 Corona-Patienten würden dort mittlerweile behandelt. Vorstandschef Prof. Dr. Christian Schmidt bestätigte der OZ die sich zuspitzende Lage.

„Wir haben zehn Intensivbetten im internistischen Bereich. Die sind allesamt mit Covid-19-Patienten belegt.“ Dass die Klinik im vorpommerschen Karlsburg nach einem Corona-Ausbruch geschlossen ist, bereite den Rostockern zusätzliche Probleme: 24 weitere Intensivbetten habe die Uni auf den weiteren Stationen. 19 davon seien mit Herzpatienten belegt, die nicht mehr in Karlsburg behandelt werden können.

Am Dienstag habe die Uni eine zusätzliche Station in Betrieb genommen, um auch wieder internistische Patienten aufnehmen zu können. Über das Wochenende war das nicht möglich, nach der Notfallbehandlung wurden Patienten nach Wismar oder in die Rostocker Südstadt-Klinik verlegt.

Mit Trick 17 schaffen es auch die Neubrandenburger immer wieder, weitere Betten zu organisieren. Leistungen zum Beispiel im OP-Bereich oder operative Patienten anderer Fachgebiete können kurzfristig auf der chirurgischen Wachstation betreut werden. „So gelingt es uns, immer wieder, Betten für Akut-Patienten bereitzustellen“, erklärte Chefarzt Dr. med. Knut Mauermann.

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Betrieb von Kliniken in MV wegen Corona weiter eingeschränkt

Infolge der Corona-Pandemie ist der allgemeine Betrieb der Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin eingeschränkt. Man merke deutlich, dass sich andere Häuser abgemeldet hätten oder bestimmte dringliche Eingriffe momentan nicht vornähmen, teilte die Universitätsmedizin Rostock am Donnerstag mit. Das betreffe besonders die Herzpatienten. Das auf Herz- und Diabetespatienten spezialisierte Klinikum Karlsburg bei Greifswald hat wegen Corona-Infektionen vorläufig seine Ambulanzen geschlossen.

Auch das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg geht nach eigenen Angaben davon aus, mehr Notfälle zu behandeln, solange Krankenhäuser in der Umgebung nicht aufnahmebereit sind. Die Zahl der Corona-Patienten sei weiterhin so hoch, dass man nach wie vor verschiebbare Eingriffe und Aufnahmen ausgesetzt habe, hieß es.

An der Universitätsmedizin in Greifswald hätten die Ambulanzen ihren Betrieb wieder eingeschränkt aufnehmen können, nachdem sich die Lage gegenüber den ersten Tagen des neuen Jahres wieder etwas beruhigt habe, berichtete die Einrichtung. Aber auch hier seien plan- und verschiebbaren Eingriffe gegenwärtig ausgesetzt.

Das Südstadtklinikum in Rostock konstatierte eine spürbare Mehrbelastung in den vergangenen Tagen. Es habe für mehrere Tage die gesamte Notfallversorgung der Stadt Rostock und der umliegenden Region übernommen. Die Universitätsmedizin Rostock hatte nach einer Reihe von Corona-Infektionen ihr Zentrum für Innere Medizin vorübergehend für weitere Aufnahmen geschlossen, nimmt aber seit Dienstag wieder Patienten auf.

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