Bleibt in den Schlagzeilen: die Uniklinik Rostock.
Bleibt in den Schlagzeilen: die Uniklinik Rostock. Bernd Wüstneck
Corona-Pandemie

Kliniken Rostock und Greifswald – Aufnahmestopp und Bettensperrungen

Steigende Corona-Infektionszahlen führen zu Aufnahmestopp und Bettensperrungen in Rostock und Greifswald. Ist die Versorgung gefährdet?
Rostock

Mit entwaffnender Offenheit hat Wissenschaftsministerin Bettina Martin am Donnerstag im MV-Landtag die angespannte Corona-Situation an den Universitätskliniken Rostock und Greifswald geschildert. Die von der SPD-Politikerin genannten Zahlen lassen aufhorchen – die in Mecklenburg-Vorpommern immer noch steigenden Infektionszahlen haben mittlerweile großen Einfluss auf den Betrieb der Unikliniken.

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Corona bedingt fallen in Rostock und Greifswald jeweils mehr als 200 Mitarbeiter aus. Betroffen seien Ärzte und Pflegepersonal, die entweder selbst infiziert seien oder sich in Quarantäne begeben mussten, teilte die für die Unikliniken zuständige Wissenschaftsministerin in der Befragung der Landesregierung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Daniel Peters mit.

Dieser Ausfall von zahlreichen Mitarbeitern hat unmittelbare Auswirkungen auf dem Alltagsbetrieb. So mussten in Greifswald wegen des Personalmangels 15 Prozent der Bettenkapazität gesperrt werden. Bettensperrungen gebe es auch in Rostock, dort könnten im Schnitt etwa 50 von 1149 Betten nicht belegt werden, so die Ministerin.

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Damit nicht genug: Für einzelne Stationen sei zeitweilig ein Aufnahmestopp verfügt worden, um das Infektionsgeschehen zu minimieren. Und: Seit Dienstag dieser Woche gilt in Rostock ein grundsätzlicher Aufnahmestopp für sogenannte elektive Behandlungen. Dies bedeutet, dass nicht zwingende Behandlungen oder Operation nicht mehr stattfinden.

In Greifswald gibt es nach den Auskünften von Martin aktuell ein „Allzeithoch von Corona-Fällen”. In Zahlen: 74 Patienten liegen mit oder wegen Covid in der Uniklinik – 68 davon auf den Normalstationen. Derzeit werde geprüft, ob eine weitere Station für Corona-Patienten eingerichtet werde.

Trotz dieser sich offenbar zuspitzenden Entwicklung betonte Martin, dass die Notfallversorgung an beiden Klinken sichergestellt seien. Dies hatte der Abgeordnete Peters in Zweifel gezogen. In dem Zusammenhang gab die Ministerin bekannt, dass sich der eigens von der Landesregierung gebildete Krisenstab auch mit der Situation in den Unikliniken befassen würde.

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Da die Bundeswehr-Mitarbeit bei der Kontaktnachverfolgung aufgrund des Krieges in der Ukraine eingestellt werden musste, habe die MV-Regierung Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen eingestellt, um personelle Engpässe bei der Kontaktnachverfolgung zu kompensieren.

Am Mittwoch hatte das Landesamt für Gesundheit und Soziales 8321 nachgewiesene Neuinfektionen gemeldet, die mit Abstand bislang höchste Tageszahl. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen überschritt erstmals die Marke von 1900 und erreichte 1938. Mecklenburg-Vorpommern ist derzeit das Bundesland mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz, auch bundesweit steigen die Werte wieder.

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