Besucher sprechen mit dem Robo-Kopf „Uli”, einem digitalen Ausstellungsbegleiter.
Besucher sprechen mit dem Robo-Kopf „Uli”, einem digitalen Ausstellungsbegleiter. Stefan Sauer
Zur Kommunikation nutzt der Rechner Sprach- und Gesichtserkennung.
Zur Kommunikation nutzt der Rechner Sprach- und Gesichtserkennung. Stefan Sauer
Die Tests im Ozeaneum sind ein Teil des Projekts Museum4Punkt0. Ziel ist, digitale Angebote zu entwickeln, mit denen Besucher
Die Tests im Ozeaneum sind ein Teil des Projekts Museum4Punkt0. Ziel ist, digitale Angebote zu entwickeln, mit denen Besucher in Museen lernen und teilnehmen können. Stefan Sauer
In Kooperation mit der TH Köln beteiligt sich das Ozeanuem an der Erhebung und Auswertung von Daten zum Interaktionsverha
In Kooperation mit der TH Köln beteiligt sich das Ozeanuem an der Erhebung und Auswertung von Daten zum Interaktionsverhalten. Stefan Sauer
Roboterforschung

Knapp 1400 Besucher testen „Uli“ im Ozeaneum

Er hat einen wachen Blick und die Antworten auf viele Fragen. In den vergangenen Wochen wurde der Roboter „Uli” im Ozeaneum in Stralsund getestet. Das steckte hinter der Aktion.
dpa
Stralsund

Ein Roboter mit menschlichen Gesichtszügen hat die Mitarbeiter im Ozeaneum Stralsund in den vergangenen Wochen unterstützt. Es handle sich um einen ersten Test, sagt Projektleiter Sebastian Schneider, der mit seinem Team von der Technischen Hochschule Köln die Software für Roboter „Uli“ entwickelt.

Im Mittelpunkt des Feldversuchs stünden gleich mehrere Fragen: „Wie reden Menschen mit Robotern? Was haben sie für Erwartungen? Und was macht ihnen Spaß oder frustriert sie bei der Interaktion?“

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„Uli“ besteht im Wesentlichen aus einem Roboterkopf, der auf einer Stele montiert ist. Ein grüner Leuchtring zeigt an, dass er bereit für eine Frage ist. Er hat unter anderem Informationen zum Museum, den Bewohnern in den Aquarien und den Ausstellungen parat. Aber auch Service-Fragen wie der Weg zur Toilette sind kein Problem.

Zur Kommunikation nutzt „Uli“ Sprach- und Gesichtserkennung. So kann sich der Robo-Kopf etwa in Richtung des Fragestellers drehen. Auch die angedeuteten Lippen bewegen sich. Derzeit funktioniere „Uli“ eher nach dem Ping-Pong-Prinzip, erklärt Schneider. Hierzu seien in einer Datenbank Fragen und die entsprechenden Antworten hinterlegt. Einen Dialog beginnt er etwa so: „Hallo, ich bin Uli. Ich versuche, deine Fragen zum Museum zu beantworten. Ganz besonders mag ich Wale.“

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Zunächst habe man angenommen, dass „Uli“ vor allem zur Beantwortung von Service-Fragen geeignet sei, sagte Museumssprecherin Diana Meyen. Die Besucher stellten aber eher inhaltliche Fragen. So habe man erkannt, dass der Roboter auch zur Wissensvermittlung eingesetzt werden könne, etwa neben einem Becken oder als mobiler Museumsführer.

Die Roboter-Tests im Ozeaneum sind Teil des bundesweiten Projekts "Museum4Punkt0". Dessen Ziel sei es, digitale Angebote zu entwickeln, mit denen Besucher in Museen lernen und teilnehmen können. Die Ergebnisse und Erfahrungen werden über einen Verbund auch anderen Museen bereitgestellt. „Nach Ende der letzten Testphase wollen wir ein bisschen mehr darüber wissen, was solche Technologien in Museen bereits leisten können, welches Potenzial sie haben und was es für Schwierigkeiten gibt“, sagt Meyen.

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In den vergangenen Wochen sprachen ersten Schätzungen zufolge knapp 1400 Menschen mit dem Roboter. So auch die zwei Museumsbesucher Katja Seidel und Kevin Funke: Das System sei ungewohnt, aber spannend, sind sich beide einig. Ganz ausgereift sei es aber noch nicht. Hier wollen Schneider und sein Team Abhilfe schaffen: In den kommenden Wochen sollen die in Stralsund gesammelten Daten ausgewertet werden, um die Dialoge noch zu verbessern. Im Mai kehrt „Uli“ dann noch einmal für weitere Tests ans Ozeaneum zurück.

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