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Knapp 19 Kilometer Deich verstärkt

Nach der Übergabe des größten Küstenschutzvorhabens in Mecklenburg-Vorpommern sind am Montag Fahrradfahrer auf den neuen Deichen unterwegs. Für mehr als 34 Millionen Euro wurden 18,7 Kilometer Deich verstärkt oder neu gebaut.
Nach der Übergabe des größten Küstenschutzvorhabens in Mecklenburg-Vorpommern sind am Montag Fahrradfahrer auf den neuen Deichen unterwegs. Für mehr als 34 Millionen Euro wurden 18,7 Kilometer Deich verstärkt oder neu gebaut.
Bernd Wüstneck

Die Pläne waren gigantisch, das Ziel weit weg. Doch 19 Jahre nach den ersten Planungen ist das größte Küstenschutzvorhaben im Nordosten fertig. Eine Beruhigung für die Bewohner in den küstennahen Gebieten um Zingst.

19 Jahre nach Beginn der ersten Planungen ist das größte Küstenschutzvorhaben in Mecklenburg-Vorpommern, der Seedeich Ostzingst, fertig. Für mehr als 34 Millionen Euro wurden 18,7 Kilometer Deich verstärkt oder neu gebaut, wie Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) am Montag zur Übergabe sagte. Zu Baubeginn des Baus im Jahr 2005 war der damalige Umweltminister Wolfgang Methling (PDS/Linke) noch von 29 Millionen Euro ausgegangen. Seit 1991 habe der Nordosten mehr als 340 Millionen Euro in den Küstenschutz investiert, sagte sein Nachfolger Backhaus.

Der große Aufwand am Ostzingst sei notwendig gewesen, betonte Backhaus. Die Halbinsel Zingst bilde als natürliche geologische Schwelle eine Abgrenzung der Darß-Zingster-Boddenkette zur Ostsee. Eine extreme Sturmflut würde zum Versagen der Schutzeinrichtungen auf dem Ostzingst führen und die Gemeinden an der Boddenküste überfluten.

Gutes Beispiel für breiten Konsens

Die Küstenschutzmaßnahme am Ostzingst sei ein Musterbeispiel dafür, wie scheinbar widerstrebende Interessen zu einem Konsens geführt und alle Beteiligten davon profitieren können, sagte Backhaus. Die umfangreichen Baumaßnahmen hätten durchweg im Nationalparkgebiet und zum großen Teil sogar in dessen Kernzone stattgefunden. Die Eingriffe in die Natur und Landschaft würden ausgeglichen. Der zwölf Kilometer lange Boddendeich und vier Schöpfwerke würden rückgebaut. Insgesamt werden nun 1550 Hektar renaturiert und dem natürlichen Wasserhaushalt überlassen. Auf 950 Hektar südlich des neuen Seedeiches soll Salzgrasland wiederentstehen und durch eine Beweidung als naturschutzgerechte Grünlandnutzung gesichert werden. Die Fertigstellung der 1,5 Millionen Euro teuren Renaturierung sei für 2015 vorgesehen.