HOHE ABSCHIEBEQUOTE

Knapp 300 Abschiebungen im ersten Halbjahr aus MV

Die meisten Asylbewerber sind aus dem Nordosten im Rahmen des Dublin-Abkommens in die EU-Staaten zurück geschickt worden, wo sie zuerst registriert wurden. Der AfD reichen die Zahlen nicht.
dpa
Von Januar bis Juni wurden insgesamt 298 Personen aus Mecklenburg-Vorpommern abgeschoben.
Von Januar bis Juni wurden insgesamt 298 Personen aus Mecklenburg-Vorpommern abgeschoben. Patrick Pleul
Schwerin.

Mecklenburg-Vorpommern hat in der ersten Hälfte dieses Jahres 112 abgelehnte Asylbewerber in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt. Drei Viertel davon waren Menschen aus sogenannten Balkanstaaten wie Mazedonien, Albanien oder Bosnien-Herzegowina. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion hervor.

Im gesamten Jahr 2016 hatte es im Nordosten demnach 394 solcher Abschiebungen gegeben. Der AfD-Abgeordnete Enrico Komning kritisierte die rückläufige Tendenz und forderte ein konsequenteres Vorgehen. Presseberichten zufolge gehört Mecklenburg-Vorpommern aber zu den Bundesländern mit der aktuell höchsten Abschiebequote.

Behörden fahnden nach knapp 3500 Personen

Wie aus der Antwort auf die AfD-Anfrage weiter hervorgeht, wurden von Januar bis Juni insgesamt 298 Personen aus Mecklenburg-Vorpommern abgeschoben. Darunter waren 186 sogenannte Dublin-Fälle, bei denen Flüchtlinge in jene EU-Staaten geschickt wurden, in denen die Erstregistrierung erfolgte. 2016 hatte es laut Innenministerium insgesamt 846 Abschiebungen aus Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Der Anteil der Dublin-Fälle war mit etwa 43 Prozent aber geringer als im ersten Halbjahr 2017. Zudem verließen im Vorjahr 1040 abgelehnte Asylbewerber freiwillig das Bundesland.

Laut Regierungsantwort fahnden die Behörden derzeit nach knapp 3500 Personen, die aus Mecklenburg-Vorpommern abgeschoben werden sollen. Dabei sei allerdings nicht klar, ob sie untergetaucht sind, um der Ausweisung zu entgehen, oder ob sie das Land ohne Information der Behörden schon verlassen haben, sagte ein Ministeriumssprecher.

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