Corona in MV

Knapp 50 Schulen melden Covid-Fälle bei Kindern

Zwei Wochen nach dem Schulstart ist die Zahl der Corona-Fälle bei Kindern und Jugendlichen deutlich angestiegen. Die Statistik des Landes wirft derweil Fragen auf.
Größere Corona-Ausbrüche an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern hat es – nach den offiziellen Daten der Ge
Größere Corona-Ausbrüche an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern hat es – nach den offiziellen Daten der Gesundheitsämter – bislang nicht gegeben. Christoph Soeder
Rostock

In der zweiten Woche nach dem Ferienende hat sich der erneute Anstieg der Corona-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern noch ein mal deutlich beschleunigt. Das gilt – wenig überraschend – insbesondere für jüngere Altersgruppen. Seit dem Ferienende registrierten die Gesundheitsämter knapp 140 Corona-Infektionen bei Kindern im Alter von 0 bis 14.

Die 7-Tages-Inzidenz bei Schulkindern (0-14 Jahre) liege derzeit etwa doppelt so hoch wie der Durchschnitt der gesamten Bevölkerung, heißt es im Lagebericht des Landesamtes für Gesundheit (Lagus) vom Freitag.

Daten werfen Fragen auf

In den ersten zwei Wochen nach Schulstart galt in Mecklenburg-Vorpommern wieder eine allgemeine Maskenpflicht an den Schulen. Ein täglicher Sonder-Bericht des Lagus soll zudem deutlich machen, wie die Corona-Situation in Schulen, Kitas und Horten ist.

Doch die Daten, die seit Anfang vergangener Woche veröffentlicht werden, werfen Fragen auf, weil sie teils dramatisch vom normalen Lagebericht abweichen. Darauf hatten in den vergangenen Tagen auch Leser des Nordkurier hingewiesen. Während die Gesundheitsämter zum Ende der ersten Schulwoche rund 70 Fälle bei Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren meldeten, war im speziellen Schul-Bericht gerade mal die Rede von sieben Fällen.

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Statistik nur bedingt aussagefähig

Beim Landesamt selbst gab es auf Nachfrage des Nordkurier zunächst Unsicherheiten darüber, wie diese Zahlen überhaupt erhoben werden. Erst eine schriftliche Anfrage brachte ein wenig Licht ins Dunkel und deutet auch daraufhin, dass die Daten in den ersten Tagen nach Schulbeginn noch nicht belastbar waren.

Nach Darstellung der Landesbehörde werden in der Statistik zu Schulen, Kitas und Horten nur Fälle ausgewiesen, bei denen die Kontaktnachverfolgung auch einen Zusammenhang mit Unterricht beziehungsweise Betreuung ergeben hat. Allein dadurch dürften die meisten Fälle erst mit einigen Tagen Verspätung in der Statistik auftauchen. „Im Bericht nach § 33 IfSG werden alle Fälle die sich innerhalb des infektiösen Zeitraums in der Einrichtung aufgehalten (Aktivitäten im Rahmen des Schulbesuchs zählen mit dazu) haben mit aufgeführt. Somit kann eine Ansteckung in der Einrichtung selbst aber auch außerhalb dieser stattgefunden haben”, so Lagus-Mitarbeiterin Katja Dahlmann.

Keine Angaben zu Verläufen bei Kindern

Mit Stand vom Freitagnachmittag meldeten die Gesundheitsämter, dass aktuell rund 50 Schulen im Land von Corona-Fällen betroffen sind. Den Daten nach scheint es aber gelungen, längere Infektionsketten zu vermeiden, denn auf 46 Schulen entfallen gerade mal 56 positiv getestete Kinder. Hinzu kommen 11 Fälle bei Kindern und Mitarbeitern an Horten und Kitas.

Was das Lagus allerdings nicht meldet: Wie viele Kinder und Jugendliche tatsächlich Symptome entwickeln. Unter Medizinern und anderen Wissenschaftlern wird seit Wochen darüber gestritten, wie gefährlich die Delta-Variante des Coronavirus für jüngere Menschen ist.

Nur wenige Fälle im Krankenhaus

Die landesweite Inzidenz steigt in MV weiterhin. Am Freitag lag der Wert bei 21,4 – allerdings mit regional deutlichen Schwankungen. Die Stadt Rostock meldete einen Wert von 44,9. Die Seenplatte lag am Freitag bei 3,1. Bei derzeit 570 aktiven Corona-Fällen, müssen derzeit zwanzig Menschen (4,1 Prozent) deswegen in Krankenhäusern behandelt werden, zwei von ihnen auf einer Intensivstation (0,4 Prozent).

Zum Vergleich: Ende Dezember – vor Start der Impfkampagne mussten neun Prozent der Infizierten in Krankenhäusern behandelt werden, knapp drei Prozent der Infizierten landeten auf der Intensivstation.

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