GEHALT

Kneipen in MV werden selten auf Mindestlohn kontrolliert

Gastwirte und Hoteliers, die Ihren Mitarbeitern nicht genug Gehalt zahlen, haben gute Chancen, ungeschoren davon zu kommen. Das hat insbesondere einen Grund.
Jörg Spreemann Jörg Spreemann
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls führt bundesweite Prüfungen zu Verstößen gegen das Mindestlohngesetz durch. In MV ist das aber nur selten der Fall. (Symbolfoto)
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls führt bundesweite Prüfungen zu Verstößen gegen das Mindestlohngesetz durch. In MV ist das aber nur selten der Fall. (Symbolfoto) Stefan Sauer
Neubrandenburg.

Die Gewerkschaft schlägt Alarm: In Mecklenburg-Vorpommern sind im vergangenen Jahr lediglich fünf Prozent der Hotels und Gaststätten auf Einhaltung des Mindestlohns kontrolliert worden. Das gehe aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, so die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Demnach wurde in 285 Betrieben des Gastgewerbes geprüft, ob mindestens 9,19 Euro je Stunde gezahlt werden. In lediglich fünf Prozent der Restaurants und Hotels im Land seien die Zöllner der zuständigen Spezialeinheit zur Kontrolle eingerückt, kritisierte die NGG.

Nach Informationen des Nordkurier bleiben jedoch die Chancen für Mindestlohnsünder hoch, ungeschoren davon zu kommen. Nach Angaben des Hauptzollamtes Stralsund konzentriert sich die Behörde verstärkt auf organisierte Bandenkriminalität. „Da sind Geld- und Freiheitsstrafen höher”, so ein Sprecher. Die Kontrolle auf Einhaltung des Mindestlohns erfolge weiterhin auf der Grundlage einer Risikoanalyse. Geprüft werde neben den Gaststätten und Pensionen vorrangig bei Speditionen, Reinigungsunternehmen oder im Baugewerbe.

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