CORONA-SCHUTZ

Kommentar – MV wälzt Impf-Verantwortung auf Hausärzte ab

Impfstoff ist immer noch knapp und trotzdem sollen sich jetzt noch mehr Menschen um die raren Termine drängen. Hausärzte sind die Leidtragenden dieser politischen Finte. Ein Kommentar.
Jetzt sollen erstmal nur Hausarzt-Praxen die Wünsche der dritten Prioritätsgruppe erfüllen. Die zentrale Termin
Jetzt sollen erstmal nur Hausarzt-Praxen die Wünsche der dritten Prioritätsgruppe erfüllen. Die zentrale Terminvergabe des Landes ist heillos überlastet. Daniel Karmann
Neubrandenburg ·

Die Landesregierung von MV steht dieser Tage mächtig unter Druck. Andere Länder sind offenbar nicht nur bei Urlaubsöffnungen schneller, sondern auch bei den Impfangeboten für jüngere Menschen. Das will man in Schwerin nicht auf sich sitzen lassen. Also scheint die Agenda zu sein: Trotzdem im Vergleich irgendwie gut dastehen! So kündigte jetzt auch Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) eine weitere Öffnung der Impfangebote an – für Angehörige der Prioritätengruppe 3.

Mehr lesen: Erhebliche Lockerungen der Corona-Regeln für Geimpfte

Terminvergabe völlig überlastet

Nur hat das Impfmanagement des Landes ein Riesenproblem: Impfstoff ist weiter knapp. Bei Zweitimpfung muss kräftig aufgeholt werden – schließlich rangiert MV laut dem Landesamt für Gesundheit dort auf dem drittletzten Platz. Die Hotline zur Vermittlung von Terminen ist bekanntlich seit Wochen überlastet. Und erst in dieser Woche berichtete der Impfmanager des Landkreises Mecklenburgischen Seenplatte von einem Stau von Zehntausenden bei der Vermittlung, was die Aussicht auf eine Impfung in den kommenden Wochen für viele verdunkelt.

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Hausärzte sollen richten, was Schwerin nicht schafft

Da kommt es kaum überraschend, dass der Minister eine ungewöhnliche Differenzierung an das neueste Angebot für die dritte Gruppe knüpft: Erstmal sollen nur die Hausärzte die Wünsche der ganzen dritten Gruppe anhören. In der Hotline werden dagegen nur bestimmte Personen der Gruppe an die Impfzentren vermittelt. Auf die Hausärzte wird jetzt also eine große Last abgewälzt, um die Hörer in der Hotline zu schonen.

Dabei klagen die Hausärzte ebenfalls über zu wenig Impfstoff – und sehen sich nun allein mit dem Ansturm einer weiteren riesigen Bevölkerungsgruppe konfrontiert. Denn viele Verkäufer im Einzelhandel, aber auch Angehörige von Schwerkranken wünschen sich natürlich schon lange ein Impfangebot. Eigentlich müsste die Landesregierung nunmehr den Hausärzten zusätzliches Personal am Telefon organisieren. Dann kann sie auch gerne mit einem Schritthalten im Impfwettlauf prahlen.

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Kommentare (6)

Impfvorreiter Israel:
https://gilad.online/writings/2021/4/21/the-israeli-people-committees-april-report-on-the-lethal-impact-of-vaccinations
Ansteckungsgefahr durch Geimpfte:
https://www.mdr.de/wissen/geimpfte-koennen-ansteckend-sein-leipziger-studie-100.html

Die Mehrheit will aber schon das Gute von Biontech!

Ist ja beides zu wenig da . Würde mich mal interessieren wie viele Steuergelder schon dafür ausgegeben wurden für 7 Prozent geimpfte.

Da bekommst du von Hausärzten gerne gesagt, sie seien für 6 Wochen ausgelastet, toll. Die Impfhotline versagt völlig, und per Registrierung über die Onlineregistrierung bekommst du 4 Wochen nicht einmal eine Antwort, geschweige denn einen Termin, obwohl Risikogruppe! Versagen auf ganzer Linie! Und dann als Höhepunkt, freie Impfaktionen, bei denen hunderte in Schlangen stundenlang anstehen! Nein, Versagen auf ganzer Linie!

Hausärzte sollen impfen mit Impfstoff der gar nicht da ist, weil unsere Politiker versagt haben. Und die 7 Prozent geimpfte dürfen vielleicht wieder mehr .Der Rest der Bevölkerung wartet einfach noch ein paar Jahre. Denke ich an Deutschland bei Nacht werde ich um den Schlaf gebracht.

Wenn eines sicher ist - entgegen dem Schutz vor einer Pandemie, dann das, dass der Steuerzahler Politiker besoldet für was? Wie war das noch vor ca. 30 Jahren? Wer zu spät kommt den bestraft das Leben?
Mag damals nie dieser Text so ausgesprochen worden sein, ist er heute treffender denn je.

Die Hausärzte nun auch noch an die Corona Front zu führen, mag taktisch klug sein (vor allem Wahltaktisch), nur kann diese kämpfende Truppe rein garnichts ausrichten ohne Versorgung vorrätig zu haben. Das kann nicht funktionieren, was auch aus der Geschichte zu lernen wäre.
Die Gesellschaft insgesamt bezahlt dafür einen mehr als heftigen Preis ohne sich wohl auch mal selbst zu hinterfragen. Eine Frage wäre hierbei, was macht einen gelernten Banker zum Experten eines der wichtigsten Ressourcen aus? Weiter gefragt, wie lange wollen wir als Wähler noch Politiker in dieser Höhe zum einen weiterhin so hoch besolden, ohne Tasache auch einen gleichwertigen Gegenwert zu erhalten?
Und zum anderen, sind die bekannten Qualifikationen der Regierung, bzw. vieler Politiker wirklich echt u.a. erbracht?

Der Teufel liegt im Detail - nicht in irgendwelchen Wellen. Und so ist Ursache des Ganzen, Folgen dazu explizit im klaren Verhältnis zur Unverhältnismäßigkeit inkl. aller unbilligen Härten die sich daraus ergaben u.a. weiterhin ergeben werden.
Der Virus ist kein Kleines, allemal nicht bei Wirkung die er erzielt, aber der ist wenigstens transparent bzw. transparenter als vieles dieser Politik o.a. Groko u. derer oft fragwürdiger Entscheidungen.